{"id":772508,"date":"2026-02-05T00:08:11","date_gmt":"2026-02-05T00:08:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/772508\/"},"modified":"2026-02-05T00:08:11","modified_gmt":"2026-02-05T00:08:11","slug":"ich-wurde-gerade-mitten-im-kriegsgebiet-entlassen-radikaler-sparkurs-bei-washington-post","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/772508\/","title":{"rendered":"\u201eIch wurde gerade mitten im Kriegsgebiet entlassen\u201c \u2013 Radikaler Sparkurs bei \u201eWashington Post\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die dem Amazon-Gr\u00fcnder Jeff Bezos geh\u00f6rende \u201eWashington Post\u201c entl\u00e4sst zahlreiche Mitarbeiter und baut ihre Redaktion um. Das traditionsreiche Blatt k\u00e4mpft mit sinkenden Einnahmen und strukturellen Problemen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die US-Zeitung \u201eWashington Post\u201c des Amazon-Gr\u00fcnders Jeff Bezos entl\u00e4sst ein Drittel ihrer Belegschaft. Die K\u00fcndigungen betr\u00e4fen alle Abteilungen und nicht nur die Redaktion, teilte Chefredakteur Matt Murray in einer Videokonferenz mit den Mitarbeitern mit. Die Zeitung begann am Mittwoch mit umfangreichen Sparma\u00dfnahmen, darunter die Aufl\u00f6sung der Sportredaktion und die Reduzierung der Anzahl ihrer Auslandsjournalisten. Eine Gesamtzahl der K\u00fcndigungen wurde nicht genannt.<\/p>\n<p>Murray r\u00e4umte ein, dass die K\u00fcrzungen ein Schock seien, aber das Ziel sei es, eine Zeitung zu schaffen, die wieder wachsen und erfolgreich sein k\u00f6nne. Die Entlassungen sind ein schwerer Schlag f\u00fcr die \u201ePost\u201c, die mit ihren Watergate-Enth\u00fcllungen in die Geschichtsb\u00fccher einging und zuletzt ausf\u00fchrlich \u00fcber die K\u00fcrzungen von Pr\u00e4sident Donald Trump bei den Bundesbediensteten berichtete.<\/p>\n<p>Den Mitarbeitern der Redaktion wurde mitgeteilt, dass sie E-Mails mit einer von zwei Betreffzeilen erhalten w\u00fcrden, die dar\u00fcber informieren, ob ihre Stelle gestrichen wird oder nicht. Die genaue Zahl der Entlassungen wurde in der Telefonkonferenz nicht genannt, und die \u201eWashington Post\u201c gab auch keine Auskunft \u00fcber ihre aktuelle Mitarbeiterzahl. Die Zahl der Abonnenten ist ebenso wenig bekannt, ausgegangen wird jedoch von rund zwei Millionen.<\/p>\n<p>Die Zeitung schlie\u00dft ihre Abteilung f\u00fcr Literatur; die Nachrichtenredaktion f\u00fcr den Gro\u00dfraum Washington sowie die redaktionelle Arbeit werden umstrukturiert, wie Murray den Mitarbeitern mitteilte. Der Podcast \u201ePost Reports\u201c wird eingestellt.<\/p>\n<p>Mehrere Mitarbeiter machten ihre Schicksale in den sozialen Medien \u00f6ffentlich. Lizzie Johnson, die Ukraine-Korrespondentin der Zeitung, schrieb auf X: \u201eIch wurde gerade mitten im Kriegsgebiet von der Washington Post entlassen. Mir fehlen die Worte. Ich bin am Boden zerst\u00f6rt.\u201c Dazu verlinkte sie Eindr\u00fccke von einem Energie-Blackout in Kiew durch russische Angriffe, \u00fcber die sie vor einigen Tagen berichtet hatte.<\/p>\n<p>\u201eNew York Times\u201c steigert Zahl der Mitarbeiter<\/p>\n<p>Die Ma\u00dfnahmen waren seit einigen Wochen erwartet worden, nachdem durchgesickert war, dass die Zeitung keine Sportreporter zu den Olympischen Winterspielen in Italien entsenden wolle. Nachdem das Vorhaben \u00f6ffentlich bekannt geworden war, ruderte die \u201ePost\u201c zur\u00fcck und k\u00fcndigte an, ein kleineres Team zu entsenden.<\/p>\n<p>Die Schwierigkeiten der Zeitung stehen im Gegensatz zu ihrem langj\u00e4hrigen Konkurrenten, der \u201eNew York Times\u201c, die in den vergangenen Jahren florierte, vor allem dank Investitionen in erg\u00e4nzende Angebote wie Spiele und Produktempfehlungen. Die \u201eTimes\u201c hat die Zahl ihrer Mitarbeiter im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt.<\/p>\n<p>In den vergangenen Wochen haben sich viele Mitarbeiter der \u201eWashington Post\u201c direkt an den Eigent\u00fcmer gewandt, den Milliard\u00e4r Jeff Bezos, der die Zeitung 2013 gekauft hatte. Die Zeitung verliert auch aufgrund seiner Entscheidungen Abonnenten. So lehnte er 2024 eine Unterst\u00fctzung der Zeitung f\u00fcr die demokratische Pr\u00e4sidentschaftskandidatin Kamala Harris ab und lenkte die liberalen Meinungsseiten in eine konservativere Richtung.<\/p>\n<p>Die Mitarbeitergewerkschaft, die Washington Post Guild, hatte die \u00d6ffentlichkeit aufgerufen, Bezos eine Botschaft zu senden: \u201eEs reicht! Ohne die Mitarbeiter der \u201eWashington Post\u201c gibt es keine \u201eWashington Post\u201c.<\/p>\n<p>AP\/ceb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die dem Amazon-Gr\u00fcnder Jeff Bezos geh\u00f6rende \u201eWashington Post\u201c entl\u00e4sst zahlreiche Mitarbeiter und baut ihre Redaktion um. 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