{"id":77458,"date":"2025-05-02T03:16:08","date_gmt":"2025-05-02T03:16:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/77458\/"},"modified":"2025-05-02T03:16:08","modified_gmt":"2025-05-02T03:16:08","slug":"das-deutsche-museum-auf-der-isar-insel-als-deutschlands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/77458\/","title":{"rendered":"Das Deutsche Museum auf der Isar-Insel als Deutschlands"},"content":{"rendered":"<p>Kurz vor dem 100. Geburtstag kam der 100-millionste Besucher: Das Deutsche Museum feiert mit Rekorden. Am 7. Mai 1925 hatte das Haus als eines der gr\u00f6\u00dften Wissenschafts- und Technikmuseen der Welt auf der M\u00fcnchner Museumsinsel er\u00f6ffnet. Mit allen Zweigstellen zusammen verf\u00fcgt das Haus \u00fcber 125.000 Objekte, vom 3,7 Milliarden Jahre alten Mondgestein als \u00e4ltestem Ausstellungsst\u00fcck bis zum fast 100 Tonnen schweren Milit\u00e4r-U-Boot U1.<\/p>\n<p>Zur Jubil\u00e4umsfeier werden am Montag (5. Mai) Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier, Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der und M\u00fcnchens Oberb\u00fcrgermeister Dieter Reiter erwartet. Am Wochenende darauf (10.\/11. Mai) gibt es ein Jubil\u00e4umsprogramm mit freiem Eintritt f\u00fcr alle. \u00abWissen f\u00fcr alle war ja immer schon die Kernidee unseres Hauses\u00bb, sagt Wolfgang Heckl, Generaldirektor des Museums.<\/p>\n<p>Sanierung dauert \u2013 neue Fete in drei Jahren<\/p>\n<p>Allerdings wird rund die H\u00e4lfte der 45.000 Quadratmeter gro\u00dfen Ausstellungsfl\u00e4che auf der Museumsinsel derzeit saniert. Die vor zehn Jahren begonnenen Arbeiten h\u00e4tten urspr\u00fcnglich zum Jubil\u00e4um abgeschlossen sein sollen.<\/p>\n<p>Doch es gab Verz\u00f6gerungen und Kostensteigerungen, eine Architektenpleite und Landtagsdebatten. Aus zun\u00e4chst geplanten 445 Millionen Euro wurden &#8211; so der zuletzt bekannte Stand &#8211; rund 750 Millionen Euro. An den Kostensteigerungen beteiligen sich Freistaat und Bund mit je 150\u00a0Millionen Euro.<\/p>\n<p>F\u00fcr die komplette Neuer\u00f6ffnung ist nun 2028 angepeilt, ebenfalls ein Jubil\u00e4umsjahr: Oskar von Miller hatte das Museum 1903 gegr\u00fcndet. Zum 125-j\u00e4hrige Gr\u00fcndungsjubil\u00e4um soll also noch einmal gro\u00df gefeiert werden.<\/p>\n<p>Zwischen Fortschritt und Verlust: Bangen um den Bergbau\u00a0<\/p>\n<p>Der erste neue Teil des Museums war 2022 neu er\u00f6ffnet worden. Zu sehen sind 19 Dauerausstellungen zu Themen von Atomphysik \u00fcber Foto und Film bis zu Gesundheit. H\u00f6hepunkte: die Luft- und Raumfahrthalle, ein Kernspaltungstisch &#8211; und der Brutschrank, in dem Robert Koch Bakterien z\u00fcchtete und so den Tuberkulose-Erreger entdeckte.\u00a0<\/p>\n<p>Derzeit wird der zweite Teil saniert. Das ber\u00fchmte Bergwerk mit den lebensgro\u00dfen Figuren von Bergarbeitern und die beliebte Blitzeshow &#8211; beides Highlights f\u00fcr kleine Besucher &#8211; sind abgebaut. Die Hochspannungsschau kommt wieder. Beim Bergwerk ist noch ungewiss, ob und in welcher Form es je zur\u00fcckkehren kann. Es w\u00fcrde jedenfalls noch einmal zus\u00e4tzlich kosten.<\/p>\n<p>Baumaterial als Teil der Schau\u00a0<\/p>\n<p>Die ersten Ausstellungen waren ab 1906 im alten Nationalmuseum und in der fr\u00fcheren Schweren-Reiter-Kaserne untergebracht. Das neue Geb\u00e4ude auf der Museumsinsel war eines der ersten gro\u00dfen Bauwerke aus Eisenbeton. Die damals fortschrittliche Konstruktionsweise wurde gew\u00e4hlt, um so das Geb\u00e4ude selbst zu einem Teil der Ausstellung zu machen. Das Haus steht auf \u00fcber 1500 Betonpf\u00e4hlen, die metertief in den Inselboden getrieben wurden, jeder von ihnen kann bis zu 40 Tonnen tragen.<\/p>\n<p>Weltneuheit Planetarium\u00a0<\/p>\n<p>Eine Weltneuheit war vor 100 Jahren das Projektionsplanetarium. Gro\u00dfen Eindruck machten auch das Bergwerk, die begehbaren Schiffsdecks und die Laboratorien in Originalgr\u00f6\u00dfe. Anders als in vorherigen Pr\u00e4sentationen konnten nun mehr Gro\u00dfexponate ausgestellt werden: das Unterseeboot U1, das bis heute ein Highlight ist, sowie eine Reihe von Schiffen, Lokomotiven und Flugzeugen.\u00a0<\/p>\n<p>Letztes Fest und eine geschenkte Mark\u00a0<\/p>\n<p>Zur Er\u00f6ffnung bekamen laut Stadtchronik 47.000 bed\u00fcrftige M\u00fcnchnerinnen und M\u00fcnchnern eine einmalige Zulage von einer Mark. Davon konnte man zu jener Zeit eine Ma\u00df Bier auf dem Oktoberfest kaufen \u2013 oder zweimal ins Deutsche Museum gehen: Der Eintritt kostete 50 Pfennig f\u00fcr Erwachsene.<\/p>\n<p>Die dreit\u00e4gige Feier zur Er\u00f6ffnung des Geb\u00e4udes auf der M\u00fcnchner Museumsinsel 1925 war Historikern zufolge das letzte gro\u00dfe Fest in der Weimarer Republik, zumindest in M\u00fcnchen.\u00a0<\/p>\n<p>Vergessene Geschichte: Ein Mitgr\u00fcnder im Nazi-Schatten<\/p>\n<p>Als aus der Republik eine Diktatur wurde, vereinnahmten die Nazis mehr und mehr das Museum. Adolf Hitlers Autoleidenschaft manifestierte sich in einem Anbau f\u00fcr Kraftfahrzeuge auf der Museumsinsel. In der Bibliothek wurde die Propaganda-Schau \u00abDer ewige Jude\u00bb gezeigt.\u00a0<\/p>\n<p>Erst k\u00fcrzlich r\u00fcckten Forscher neben dem Museumsgr\u00fcnder Oskar von Miller einen wichtigen Mitgr\u00fcnder in den Fokus. Der j\u00fcdische Ingenieur Arthur Sch\u00f6nberg &#8211; Cousin des Komponisten Arnold Sch\u00f6nberg &#8211; war wissenschaftlicher Sammlungsleiter. Er wurde trotz seiner Verdienste von den Nationalsozialisten deportiert und starb 1943 im Ghetto Theresienstadt, wie der langj\u00e4hrige Archivleiter Wilhelm F\u00fc\u00dfl herausfand.<\/p>\n<p>Das Museum w\u00e4chst weiter<\/p>\n<p>Im Zweiten Weltkrieg wurde das Museum bei Bombenangriffen schwer besch\u00e4digt. 1947 \u00f6ffnete wieder eine Ausstellung auf der Museumsinsel und erst in den 1960er-Jahren erreichte die Ausstellungsfl\u00e4che wieder das Vorkriegsniveau. In den 1970er-Jahren \u00fcberstieg die Besucherzahl erstmals die Millionengrenze.\u00a0<\/p>\n<p>Das Museum wurde permanent erweitert: 1984 mit der gro\u00dfen Luft- und Raumfahrthalle, 1992 mit der Flugwerft Schlei\u00dfheim, 1995 mit dem Deutschen Museum Bonn, 2003 mit dem Verkehrszentrum und 2021 mit dem Deutschen Museum N\u00fcrnberg. Vollendet sei das Haus noch lange nicht, hei\u00dft es seitens des Museums. Oder, wie Generaldirektor Heckl es ausdr\u00fcckt: \u00abSo ein Museum ist nie fertig.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kurz vor dem 100. Geburtstag kam der 100-millionste Besucher: Das Deutsche Museum feiert mit Rekorden. Am 7. 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