{"id":774648,"date":"2026-02-05T20:04:35","date_gmt":"2026-02-05T20:04:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/774648\/"},"modified":"2026-02-05T20:04:35","modified_gmt":"2026-02-05T20:04:35","slug":"guelle-neofolk-und-protest-update-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/774648\/","title":{"rendered":"G\u00fclle, Neofolk und Protest + Update \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Die Leipziger Veranstaltungsst\u00e4tte Felsenkeller steht seit Wochen in der Kritik. Anlass war eine f\u00fcr den 31. Januar 2026 geplante sogenannte \u201eNeofolk Night\u201c, gegen die antifaschistische Gruppen, ehemalige Mitarbeitende und Teile der lokalen Szene protestieren. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Frage, ob sich der Felsenkeller zu Recht als politisch neutraler Vermieter versteht \u2013 oder ob seine Bookingpraxis faktisch Akteuren der extremen Rechten Raum bietet.<\/p>\n<p>Proteste und \u00f6ffentliche Kritik<\/p>\n<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Am Samstag versammelten sich rund 50 Menschen zu einer Kundgebung gegen die Veranstaltung. Organisiert wurde der Protest von einer Einzelperson, jedoch rief unter anderem die Initiative \u201eLeipzig gegen Rechts\u201c dazu auf, sich daran zu beteiligen.\u00a0<\/p>\n<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Bereits am 23. Dezember 2025 hatte die Gruppe einen <a href=\"https:\/\/leipziggegenrechts.noblogs.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">offenen Brief\u00a0<\/a>ver\u00f6ffentlicht, in dem sie eine Absage des Konzerts forderte und die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Felsenkellers aufforderte, sich klar von rechten Ideologien zu distanzieren. Gespr\u00e4che zwischen einzelnen Unterzeichner\/-innen und dem Haus blieben nach Angaben der Initiative ohne nennenswertes Ergebnis \u2013 was das Konzert betraf.\u00a0<\/p>\n<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Am 29. Januar erkl\u00e4rte eine Sprecherin von \u201eLeipzig gegen Rechts\u201c in einer Pressemitteilung, die Forderung nach einer Absage sei angesichts der vorliegenden Informationen weiterhin legitim. Parallel dazu wuchs die mediale Aufmerksamkeit: Am 21. Januar erschien ein <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2026\/01\/felsenkeller-safespace-herzen-bestie-644812\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">erster Beitrag der Leipziger Zeitung<\/a> (LZ), am 27. Januar folgte eine ausf\u00fchrliche <a href=\"https:\/\/periskop.noblogs.org\/post\/2026\/01\/27\/rechte-neofolk-konzerte-im-leipziger-felsenkeller\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Recherche des Portals \u201ePeriskop\u201c, <\/a>die sich mit der Kontinuit\u00e4t rechter Neofolk-Konzerte im Felsenkeller befasst.<\/p>\n<p>Sachbesch\u00e4digung und Eskalation<\/p>\n<p>In der Nacht vom 28. auf den 29. Januar wurde die Fassade des Felsenkellers mit Farbe und G\u00fclle beschmiert. Nach Angaben der Polizeidirektion Leipzig entstand ein Sachschaden von rund 5.000 Euro; es wird wegen Sachbesch\u00e4digung ermittelt, ein politisches Motiv wird gepr\u00fcft. Die Tat wurde von den protestierenden Gruppen in einer Pressemitteilung nicht unterst\u00fctzt oder gerechtfertigt, trug jedoch zur weiteren Eskalation der Debatte bei.<\/p>\n<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Ein nach dem ersten LIZ-Beitrag ver\u00f6ffentlichtes <a href=\"https:\/\/archive.is\/wbUNb\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Statement<\/a> des Felsenkellers wurde zwischenzeitlich von der Website entfernt. Die Veranstalterin der \u201eNeofolk Night\u201c k\u00fcndigte ihrerseits die Pr\u00fcfung presserechtlicher Schritte gegen die Recherchen von \u201ePeriskop\u201c an.<\/p>\n<p>Vorw\u00fcrfe: Personal, Programm, Netzwerke<\/p>\n<p>Die Kritik an der Veranstaltungsst\u00e4tte st\u00fctzt sich vor allem auf drei Punkte.<\/p>\n<p>Personal: Laut \u201ePeriskop\u201c war bis Sommer 2025 ein Mitarbeiter im Felsenkeller besch\u00e4ftigt, der zuvor der Berliner Hooligan-Gruppe \u201eWannsee Front\u201c angeh\u00f6rte und als gut vernetzt in der Rechtsrock- und Oi!-Szene gilt.\u00a0<\/p>\n<p>Programm: F\u00fcr die \u201eNeofolk Night\u201c waren unter anderem Projekte wie Darkwood und Espacio Vital angek\u00fcndigt. Kritiker\/-innen verweisen auf wiederholte Bez\u00fcge dieser Projekte zu Symbolen und Ideologemen des Nationalsozialismus, die in der extrem rechten Szene verbreitet sind, darunter Anspielungen auf die faschistische Eiserne Garde sowie die Verwendung von Runen- und Sonnenkreuzsymbolik.\u00a0<\/p>\n<p>Netzwerke: Der an der Veranstaltung beteiligte Veranstalter Jan-Steven Fricke wurde laut den Recherchen bei Aktivit\u00e4ten des sogenannten \u201eOrphischen Kreises\u201c sowie bei Wanderungen mit Akteuren der Identit\u00e4ren Bewegung dokumentiert.\u00a0<\/p>\n<p>Diese Punkte werden von den Kritiker\/-innen als Hinweise auf eine strukturelle Offenheit des Hauses gegen\u00fcber v\u00f6lkisch-nationalistischen Milieus gewertet.\u00a0<\/p>\n<p>Innerbetrieblicher und \u00f6ffentlicher Widerspruch<\/p>\n<p>Der Protest richtet sich nicht nur von au\u00dfen gegen den Felsenkeller. Alex, ein ehemaliger Mitarbeiter des Felsenkellers, der die Kundgebung angemeldet hatte, \u00e4u\u00dferte gegen\u00fcber der LZ Unverst\u00e4ndnis \u00fcber die aktuelle Entwicklung des Hauses. Auch Teile der Leipziger Kulturszene, darunter lokale Buchhandlungen, distanzierten sich \u00f6ffentlich von der Veranstaltung.\u00a0<\/p>\n<p>Medienkritik und \u00f6ffentliche Wahrnehmung<\/p>\n<p>\u201eLeipzig gegen Rechts\u201c kritisiert zudem die regionale Berichterstattung. Die Leipziger Volkszeitung habe in mehreren F\u00e4llen die Darstellung der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung \u00fcbernommen, ohne die dokumentierten Verbindungen und Vorw\u00fcrfe ausreichend zu pr\u00fcfen oder einzuordnen. Diese Kritik wurde am Rande der Kundgebung vorgebracht. Auf Nachfrage wird die Berichterstattung zu \u201eSchillah\u201c und der \u201eNeofolk Night\u201c im Felsenkeller genannt.\u00a0<\/p>\n<p>Die Frage der Neutralit\u00e4t<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00f6rg Folta betont \u00f6ffentlich, der Felsenkeller sei ein politisch neutraler Wirtschaftsbetrieb. In Podcasts \u00e4u\u00dferte er sich jedoch wiederholt polemisch \u00fcber eine aus seiner Sicht \u201ewoke\u201c Kulturb\u00fcrokratie und zog Vergleiche zur NS-Zeit, um die aktuelle F\u00f6rderpraxis zu kritisieren. Auf LZ-Anfrage erkl\u00e4rte Folta, diese Zuspitzungen seien Teil eines bewusst provokanten Formats und dienten der Anregung von Debatten.\u00a0<\/p>\n<p>Angesichts der anhaltenden Kritik, der personellen \u00dcberschneidungen und der programmatischen Entscheidungen wird die Selbstdarstellung des Felsenkellers als unpolitischer Vermieter zunehmend infrage gestellt. Die politische Verantwortung eines zentralen Kulturortes im Leipziger Westen bleibt Gegenstand \u00f6ffentlicher Auseinandersetzung.<\/p>\n<p>Wie Anne Warzynski von \u201eLeipzig gegen Rechts\u201c betont, entscheide der Felsenkeller zwar selbst \u00fcber sein Programm. Es sei jedoch ebenso legitim, dass Besucher\/-innen, K\u00fcnstler\/-innen und zivilgesellschaftliche Gruppen dieses Booking \u00f6ffentlich kritisieren.<\/p>\n<p>Update und Richtigstellung 4. Februar<\/p>\n<p><strong>Update 4. Februar:<\/strong> Infolge der Berichterstattung erreichte uns eine Nachricht des im Beitrag erw\u00e4hnten Veranstalters Jan-Steven Fricke, die wir hier im Wortlaut wiedergeben.<\/p>\n<p>Im Artikel hei\u00dft es, Gespr\u00e4che zwischen Unterzeichner\/-innen und dem Haus seien \u201eohne nennenswertes Ergebnis\u201c geblieben.<\/p>\n<p>Diese Darstellung entspricht so nicht dem tats\u00e4chlichen Verlauf.<\/p>\n<p>Im Vorfeld der Veranstaltung fand ein pers\u00f6nliches Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Kritiker statt. Daraus ergaben sich konkrete Absprachen, unter anderem der Zugang dieser Personen zur Veranstaltung, direkte Gespr\u00e4chsm\u00f6glichkeiten vor Ort, ein \u00f6ffentlich sichtbarer Aushang zum Veranstaltungsrahmen sowie ein klar definiertes Sicherheits- und Kontrollkonzept. Zudem waren einzelne Gruppierungen, die zun\u00e4chst zu Protesten aufgerufen hatten, selbst vor Ort. In K\u00fcrze wird au\u00dferdem noch eine protkollierte Auswertung der Veranstaltung zwischen Kritikern, Felsenkeller und mir als Veranstalter stattfinden.<\/p>\n<p>Diese Gespr\u00e4che hatten somit sehr wohl konkrete Auswirkungen auf den Ablauf des Abends.<\/p>\n<p>Weiter hei\u00dft es im Zusammenhang mit dem Programm, es gebe wiederholte Bez\u00fcge der auftretenden Projekte zu Symbolen und Ideologemen des Nationalsozialismus.<\/p>\n<p>Hierzu ist aus meiner Sicht wesentlich, dass von den beteiligten K\u00fcnstlern im Vorfeld \u00f6ffentliche Statements vorlagen, in denen genau diese Zuschreibungen ausdr\u00fccklich zur\u00fcckgewiesen wurden. Des Weiteren wurde der klar definierte Veranstaltungsrahmen durch die auftretenden K\u00fcnstler akzeptiert.<br \/>Diese Einordnungen bleiben im Artikel unerw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wird meine Person im Abschnitt \u201eNetzwerke\u201c in einen Kontext gestellt, der sich auf Recherchen der Plattform \u201ePeriskop\u201c st\u00fctzt und eine N\u00e4he zu politischen Milieus nahelegt, der nicht der Realit\u00e4t entspricht.<\/p>\n<p>Diese Zuschreibung basiert nicht auf \u00fcberpr\u00fcfbaren Tatsachen zu meiner Person, sondern auf einer Kontextualisierung durch eine anonyme Plattform, die im Artikel nicht als solche kenntlich gemacht wird. Dadurch entsteht f\u00fcr Leserinnen und Leser der Eindruck einer redaktionell \u00fcberpr\u00fcften Tatsachenfeststellung, was aus meiner Sicht nicht zutreffend ist.<\/p>\n<p>Mir geht es ausdr\u00fccklich nicht um eine Gegendarstellung, sondern um die sachliche Ber\u00fccksichtigung dieser Einordnung an den genannten Stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Leipziger Veranstaltungsst\u00e4tte Felsenkeller steht seit Wochen in der Kritik. Anlass war eine f\u00fcr den 31. 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