{"id":774778,"date":"2026-02-05T21:16:15","date_gmt":"2026-02-05T21:16:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/774778\/"},"modified":"2026-02-05T21:16:15","modified_gmt":"2026-02-05T21:16:15","slug":"scheune-soll-im-september-eroeffnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/774778\/","title":{"rendered":"Scheune soll im September er\u00f6ffnen"},"content":{"rendered":"<p>Wie die Stadtverwaltung heute mitteilt, sollen die Umbau- und Erweiterungsarbeiten an der Scheune im August 2026 abgeschlossen sein. Einer Er\u00f6ffnung im September sollte dann nichts mehr im Wege stehen.<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-01-15-Scheune.jpg\" alt=\"Im September soll das Kulturhaus Scheune wieder er\u00f6ffnet werden. Foto: Anton Launer\" width=\"2252\" height=\"2333\" class=\"size-full wp-image-235257\"  \/>Im September soll das Kulturhaus Scheune wieder er\u00f6ffnet werden. Foto: Anton Launer\n<\/p>\n<p>Ulla Wacker, kulturpolitische Sprecherin der b\u00fcndnisgr\u00fcnen Fraktion freut sich: \u201eEndlich kehrt wieder Leben in den \u00e4ltesten Jugendklub der Stadt ein, der in diesem Jahr 75-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um feiert. Was f\u00fcr ein sch\u00f6nes Geschenk f\u00fcr die Neustadt!\u201c Seit Jahrzehnten sei die Scheune ein zentraler Ort der freien, nichtkommerziellen Kultur in Dresden und dar\u00fcber hinaus, so Wacker. Die Politikerin steht dem Verein nahe, war von 2019 bis 2025 im Vorstand des Scheune-Vereins, der f\u00fcr die Bespielung des Hauses zust\u00e4ndig ist.\n<\/p>\n<p>Die Scheune, so Wacker, stehe exemplarisch f\u00fcr kulturelle Selbstorganisation, k\u00fcnstlerische Vielfalt und gesellschaftliche Offenheit. Dabei pr\u00e4ge sie das kulturelle Profil der Neustadt ma\u00dfgeblich und verbinde lokale Szene, Stadtgesellschaft und \u00fcberregionale Kulturlandschaft.\n<\/p>\n<p>\u201eMit dieser Sanierung wird die Bedeutung der Scheune nicht nur bewahrt, sondern auch weiterentwickelt: Sie bleibt ein Ort der kulturellen Innovation und des gesellschaftlichen Miteinanders\u201c, hebt Wacker hervor. <\/p>\n<p>Die Scheune hat in den 75 Jahren ihres Bestehens schon viel erlebt. Vor dem Krieg, also genauer gesagt bis zum Februar 1945 befanden sich auf dem Grundst\u00fcck Alaunstra\u00dfe 36 bis 40 drei H\u00e4user eines Turnvereins. Die \u00c4u\u00dfere Neustadt wurde beim Bombenangriff zwar weitestgehend verschont, aber die H\u00e4user, wie auch die gegen\u00fcberliegenden und die an der Ecke zur Louisenstra\u00dfe wurden zerst\u00f6rt.\n<\/p>\n<p>1951 wurde der Jugendklub errichtet. Urspr\u00fcnglich, so die Legende, sollte er nach dem damaligen spitzb\u00e4rtigen Staats- und Volkslenker Walter Ulbricht benannt werden. Der aber soll gesagt haben: \u201eDieser Scheune gebe ich meinen Namen nicht.\u201c Belegen l\u00e4sst sich die Legende nicht mehr, klingt aber gut, denn der dann am 21. Dezember 1951 eingef\u00fchrte Name \u201eJugendheim Martin Andersen Nex\u00f6\u201c hat sich nie etabliert.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2016-12-09-Scheune.jpg\" alt=\"Jugendheim Martin Andersen Nex\u00f6 in den 1960ern. Foto: Scheune-Archiv\" width=\"1200\" height=\"858\" class=\"size-full wp-image-148837\"  \/>Jugendheim Martin Andersen Nex\u00f6 in den 1960ern. Foto: Scheune-Archiv\n<\/p>\n<p>Gab es anfangs N\u00e4hzirkel und Fotokurse, zog bald schon die Musike ein. In den 1960ern soll hier der Lipsi1 getanzt worden sein. Kapellen schmetterten damals schon live dazu, auch Hochzeiten gab es hier. In den 1980ern ver\u00e4nderte sich mit dem Viertel auch die Scheune. Sogenannte Blueser, Hirschbeuteltr\u00e4ger und Langhaarige wurden des \u00d6fteren gesehen. Auch die zarten Subkulturpfl\u00e4nzchen HipHop und Punkrock schlugen unter Programm-Direktor <a href=\"http:\/\/www.neustadt-ticker.de\/25665\/alltag\/kultur\/gunther-neustadt-gestorben\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gunther Neustadt<\/a> erste Wurzeln.\n<\/p>\n<p>Aber die Scheune hatte nicht nur Freunde. Ein benachbarter Hausbesitzer hat sogar mal Unterschriften f\u00fcr einen Abriss gesammelt und in den fr\u00fchen 90ern gab es gelegentlich auch ein paar Neonazi-Deppen-\u00dcberf\u00e4lle. <\/p>\n<p>Die Scheune hat das alles \u00fcberstanden und sich mit der Neustadt ver\u00e4ndert, das musikalische Angebot wurde in den vergangenen Jahren immer breiter. HipHop, Techno, Theater, Poetry Slams, Lesungen, Kino, Filzstiftwettbewerbe, Podium-Diskussionen. Jeder Abend ist anders. Dar\u00fcber hinaus hat das Caf\u00e9 an <a href=\"https:\/\/www.neustadt-ticker.de\/45473\/aktuell\/scheune-cafe-es-gibt-kein-fleisch\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fleisch verloren<\/a>.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2011-11-07-Scheune.jpg\" alt=\"Scheune im Sp\u00e4tsommer - Foto: Archiv Anton Launer\" width=\"2000\" height=\"1125\" class=\"size-full wp-image-13646\"  \/>Scheune im Sp\u00e4tsommer 2011 \u2013 Foto: Archiv Anton Launer\n<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.neustadt-ticker.de\/185538\/aktuell\/umbau-der-scheune-beginnt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">2022<\/a> begann dann der Umbau des Kulturhauses. <a href=\"https:\/\/www.neustadt-ticker.de\/216536\/aktuell\/dresden-richtfest-beim-scheune-umbau\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">2024<\/a> wurde Richtfest gefeiert. Und nun, nachdem die Ger\u00fcste gefallen sind, sieht das alterw\u00fcrdige Haus auf einmal ganz anders aus. Dicker ist sie geworden. In der L\u00e4nge neun Meter und in der Breite auf beiden Seiten jeweils drei Meter. Was das f\u00fcr die Innenr\u00e4ume bedeutet, muss eine Begehung zeigen.\n<\/p>\n<p>F\u00fcr den Neubau wurde nun viel abgerissen. Im Wesentlichen ist nur ein Teil des Erdgeschosses rund um das alte Scheune-Caf\u00e9, ein Teil des ersten Obergeschosses und die Wendeltreppe ins zweite Geschoss erhalten geblieben. Rundherum steht nun massiver Beton. Der gro\u00dfe Saal ist ein ganzes St\u00fcck gr\u00f6\u00dfer geworden. K\u00fcnftig k\u00f6nnen hier 550 Menschen zu Konzerten kommen. Fr\u00fcher war die Scheune mit 450 Leuten voll. Dazu gibt es im Erdgeschoss einen zweiten Saal, f\u00fcr nochmal 200 Besuchende. Au\u00dferdem gibt es nun einen Aufzug.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2023-08-10-ScheuneBaustelle.jpg\" alt=\"Scheune-Baustelle im August 2023 - Foto: Archiv Anton Launer\" width=\"2000\" height=\"1125\" class=\"size-full wp-image-197646\"  \/>Scheune-Baustelle im August 2023 \u2013 Foto: Archiv Anton Launer\n<\/p>\n<p>Wie ein Schiff liegt sie da, bereit wieder durch die st\u00fcrmischen Neustadt-Wogen zu ziehen. Ein bisschen Stolz klang mit in der knappen Pressemitteilung der Stadt von heute: \u201eDas Projekt setzt auf Photovoltaik, Fassadenbegr\u00fcnung sowie eine multifunktionale Hofgestaltung. Au\u00dferdem ist es Pilotvorhaben f\u00fcr die BIM-Methode (Building Information Modeling \u2013 damit setzt die Stadt auf digitale Geb\u00e4udeinformationen, um zu bauen und das Bauwerk \u00fcber den gesamten Lebenszyklus effizient zu verwalten).\n<\/p>\n<ul>\n<li>Der Scheune-Verein hat einen <a href=\"https:\/\/t.me\/scheunesanierung\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Telegram-Kanal<\/a> mit spannenden Bildern vom Umbau eingerichtet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>1 Der Lipsi war ein 1959 in der DDR eingef\u00fchrter Modetanz im 6\/4-Takt, der als sozialistische Alternative zum westlichen Rock \u2019n\u2019 Roll gedacht war. Er wurde von dem Leipziger Ehepaar Seifert entwickelt, um den Gesellschaftstanz zu modernisieren. Der staatlich gef\u00f6rderte Tanz fand bei der Jugend jedoch kaum Anklang und verschwand nach wenigen Jahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie die Stadtverwaltung heute mitteilt, sollen die Umbau- und Erweiterungsarbeiten an der Scheune im August 2026 abgeschlossen sein.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":774779,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1835],"tags":[3364,29,2386,30,4229,859,55132,27657],"class_list":["post-774778","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-dresden","tag-de","tag-deutschland","tag-dresden","tag-germany","tag-neustadt","tag-sachsen","tag-scheune","tag-wiedereroeffnung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116020103469992564","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/774778","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=774778"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/774778\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/774779"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=774778"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=774778"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=774778"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}