{"id":774803,"date":"2026-02-05T21:29:21","date_gmt":"2026-02-05T21:29:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/774803\/"},"modified":"2026-02-05T21:29:21","modified_gmt":"2026-02-05T21:29:21","slug":"stadt-stuttgart-kuendigt-asb-eine-katastrophe-fast-150-kinder-vom-schulbesuch-ausgeschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/774803\/","title":{"rendered":"Stadt Stuttgart k\u00fcndigt ASB: \u201eEine Katastrophe\u201c \u2013 fast 150 Kinder vom Schulbesuch ausgeschlossen"},"content":{"rendered":"<p>Die Stadt hat dem ASB als Tr\u00e4ger von Schulbegleitungen fristlos gek\u00fcndigt. Der hat seine Kr\u00e4fte direkt abgezogen. Der ASB berichtet von Au\u00dfenst\u00e4nden in Millionenh\u00f6he.<\/p>\n<p>Es ist eine Nachricht, die sich wie ein Lauffeuer an den sonderp\u00e4dagogischen Schulen, bei den Eltern und den Lehrkr\u00e4ften verbreitet: Die Stadt <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> hat dem ASB Stuttgart die Tr\u00e4gerschaft f\u00fcr die Schulbegleitungen gek\u00fcndigt. Am Mittwochnachmittag sei die \u201efristlose K\u00fcndigung\u201c bei ihnen per Fax eingegangen, so der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des ASB, Markus Mitzenheim. Daraufhin hat der ASB Stuttgart die f\u00fcnf Schulen davon in Kenntnis gesetzt, dass seine Mitarbeitenden von Donnerstag an die Kinder nicht mehr begleiten k\u00f6nnen d\u00fcrften. Betroffen seien laut ASB 144 Kinder und 150 Mitarbeitende, die Stadt nennt die Zahl 146 Kinder. <\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Mehrheit der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler besuchen sonderp\u00e4dagogische Schulen, rund 20 sind Inklusionskinder. Die Schulen haben daraufhin am Mittwochabend und Donnerstagmorgen die Eltern benachrichtigt, dass sie ihre Kinder bis auf Weiteres nicht mehr in die Schule schicken k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>\u201eGro\u00dfe Unruhe an den Schulen\u201c  <\/p>\n<p>\u201eWir sind alle fassungslos\u201c, sagt die Gesamtelternbeiratsvorsitzende der sonderp\u00e4dagogischen Bildungs- und Beratungszentren, Anna Linder. Sie erinnert die Stadt an die Schulpflicht, die diese sicherstellen m\u00fcsse. Das Recht auf Teilhabe werde verletzt. Seit 6.30 Uhr morgens klingele bei ihr das Telefon, weil sich verzweifelte Eltern melden, die sich fragen, wie lange ihre Kinder nicht in die Schule k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>\u201eDas sorgt f\u00fcr riesen Unruhe an den Schulen\u201c, meint auch der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Schulleiter der sonderp\u00e4dagogischen Schulen, Michael Hirn. Alle seien in gro\u00dfer Aufregung und fragten sich: \u201eWas ist da los?\u201c Die betroffenen Kinder k\u00f6nnten ohne Schulbegleitung meist gar nicht in die Schule kommen, die Schulen wiederum k\u00f6nnten das nicht auffangen. \u201eDie Personalsituation ist ohnehin schwierig\u201c, so Hirn. An den sonderp\u00e4dagogischen Bildungs- und Beratungszentren<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgarter-eltern-am-limit-wie-sollen-wir-das-schaffen-an-diesen-schulen-entfallen-tausende-stunden.770f7263-f529-4b0f-9410-9b50f0662c03.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> f\u00e4llt bekanntlich inzwischen regelm\u00e4\u00dfig der Unterricht aus<\/a>. Jetzt kommen auch noch die Probleme rund um die Schulbegleitung hinzu. \u201eDas ist f\u00fcr die Kinder schlimm, die Eltern schlimm, die Lehrkr\u00e4fte schlimm\u201c, sagt Hirn. <\/p>\n<p>K\u00fcndigung \u201eaus gegebenem Anlass\u201c  <\/p>\n<p>Nach dem Schreiben des ASB hat das Schulverwaltungsamt am Donnerstagvormittag die betroffenen Schulen ebenfalls informiert. In dem Brief soll stehen, die K\u00fcndigung sei zum 28. Februar \u201eaus gegebenem Anlass\u201c erfolgt. Dem Vernehmen nach soll es sich um Abrechnungsprobleme gehandelt haben. <\/p>\n<p>Beim ASB ist man \u201eersch\u00fcttert \u00fcber die Vorgehensweise\u201c der Stadt. Nicht nur, dass gegen\u00fcber den Schulen so getan werde, als g\u00e4be es keine fristlose K\u00fcndigung, \u00e4rgert den Tr\u00e4ger. Man versteht nicht, warum nicht \u201edas Gespr\u00e4ch gesucht\u201c worden sei, so Mitzenheim. Tats\u00e4chlich sei die Stadt im Fr\u00fchsommer 2025, kurz nach seiner \u00dcbernahme der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, an ihn herangetreten, dass es ein Thema mit den Abrechnungen gebe. Die Stadt sei der Meinung gewesen, man habe Dinge abgerechnet, die man nicht h\u00e4tte abrechnen sollen. Ende August habe man der Stadt eine \u201eumfangreiche Stellungnahme\u201c zu jeder einzelnen Rechnung geschickt; die allermeisten Punkte habe man aus ihrer Sicht kl\u00e4ren k\u00f6nnen. \u201eDas war der letzte Kontakt\u201c, so Mitzenheim. Man habe sieben Monate nichts dazu mehr geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Stadt soll Tr\u00e4ger f\u00fcnf Millionen Euro schulden  <\/p>\n<p>Beim ASB vermutet man, dass \u201eextreme Au\u00dfenst\u00e4nde\u201c mit der K\u00fcndigung zu tun haben. Die Stadt schulde ihnen rund f\u00fcnf Millionen Euro, allein seit September seien 1,3 Millionen angefallen. W\u00e4ren sie ein kleiner Tr\u00e4ger, w\u00e4ren sie schon insolvent, so Mitzenheim. Am Freitag, 30. Januar, habe er die Bezahlung bei der Stadt eingefordert, am Mittwoch folgte die fristlose K\u00fcndigung. Der Tr\u00e4ger k\u00fcndigt rechtliche Schritte an. <\/p>\n<p>Auf Anfrage teilt die Stadt dazu mit: Man habe sich \u201egezwungen\u201c gesehen, den bestehenden Vertrag am 4. Februar 2026 au\u00dferordentlich zu beenden. \u201eEs gibt einen gesetzlich vorgesehenen K\u00fcndigungsgrund\u201c, schreibt die Pressestelle. Im Zuge der Zusammenarbeit seien Sachverhalte bekannt geworden, die \u201eeine Fortf\u00fchrung des Vertragsverh\u00e4ltnisses nicht mehr zulie\u00dfen und eine sofortige K\u00fcndigung erforderten\u201c. <\/p>\n<p> Man arbeite nun \u201emit Hochdruck\u201c daran, die Schulpflicht und die notwendige Unterst\u00fctzung f\u00fcr die betroffenen Kinder sicherzustellen. \u201eZiel ist es, ab Montag, 9. Februar 2026, wieder verl\u00e4ssliche Betreuungsangebote bereitzustellen\u201c, schreibt die Stadt. Man sei in engem Austausch mit den Schulen sowie alternativen Tr\u00e4gern. <\/p>\n<p> 61 Kinder an der Helene-Schoettle-Schule  <\/p>\n<p>Am st\u00e4rksten betroffen von der K\u00fcndigung ist die Helene-Schoettle-Schule (HSS), die Kinder mit dem F\u00f6rderschwerpunkt geistige Entwicklung besuchen. 61 Kinder haben beziehungsweise hatten dort eine Schulbegleitung vom ASB. \u201eEine Katastrophe\u201c, nennt eine Lehrkraft den pl\u00f6tzlichen Wegfall der Kr\u00e4fte, man sehe \u201ekeine Perspektive\u201c. Viele der Kinder haben eine Autismus-Spektrums-St\u00f6rung, die auf geregelte gewohnte Abl\u00e4ufe besonders angewiesen sind. Sie alle sollen nun also eine neue Schulbegleitung bekommen? \u201eF\u00fcr die meisten geht das gar nicht\u201c, betont die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende der HSS, Jacquelin Fischer. Den Kindern fehle \u201eder Halt\u201c, sie k\u00f6nnten dann aggressiv werden. <\/p>\n<p>Auch Anna Linder vom GEB bezeichnet es als \u201eZumutung f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler\u201c, sich pl\u00f6tzlich auf neue Personen einstellen zu m\u00fcssen. Den ASB habe man an ihrer Schule immer als \u201esehr verl\u00e4sslichen Partner\u201c erlebt. Am Dienstag tagt der n\u00e4chste Schulbeirat im Rathaus. Da wollen die Eltern das Thema auf die Tagesordnung setzen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Stadt hat dem ASB als Tr\u00e4ger von Schulbegleitungen fristlos gek\u00fcndigt. Der hat seine Kr\u00e4fte direkt abgezogen. 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