{"id":775269,"date":"2026-02-06T01:45:23","date_gmt":"2026-02-06T01:45:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/775269\/"},"modified":"2026-02-06T01:45:23","modified_gmt":"2026-02-06T01:45:23","slug":"anspruch-umsetzung-und-offene-baustellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/775269\/","title":{"rendered":"Anspruch, Umsetzung und offene Baustellen"},"content":{"rendered":"<p data-start=\"357\" data-end=\"732\"><strong>Berlin altert zwar langsamer als andere Metropolen, doch der Anteil der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen w\u00e4chst stetig. Damit steigt auch der Bedarf an seniorengerechtem, barrierefreiem Wohnen. Die Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik geben einen Rahmen vor, doch der Bestand ist teilweise unzureichend erfasst.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Speicherballett-\u00a9-Foto-Entwicklungsstadt-17.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-51666\" class=\"lazyload wp-image-51666 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Speicherballett-\u00a9-Foto-Entwicklungsstadt-17.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-51666\" class=\"wp-caption-text\">Im BUWOG-Quartier \u201eSpeicherballett\u201c in Berlin-Spandau entstand ein Wohngeb\u00e4ude f\u00fcr Seniorinnen und Senioren mit 90 Apartments im Betreuten Wohnen sowie Pflege- und Tagespflegeangeboten. Um den Bedarf angesichts des demografischen Wandels zu decken, sind in Berlin jedoch deutlich mehr barrierefreie Wohnungen n\u00f6tig. \/ \u00a9 Foto: ENTWICKLUNGSSTADT<\/p>\n<p>\u00a9 Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Berlin gilt mit einem Durchschnittsalter der Bev\u00f6lkerung von 42,8 Jahren weiterhin als eine der j\u00fcngeren Metropolen Deutschlands. Doch die Altersstruktur der Stadt ver\u00e4ndert sich sp\u00fcrbar: Der Anteil der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen ist seit dem Jahr 2000 von 15 auf 19 Prozent gestiegen und w\u00e4chst weiter. Prognosen gehen davon aus, dass sich dieser Trend bis mindestens 2040 fortsetzt.<\/p>\n<p>Damit r\u00fcckt auch das Thema seniorengerechtes Wohnen zunehmend in den Fokus der Stadtentwicklung. Denn viele \u00e4ltere Berlinerinnen und Berliner leben in Wohnungen, die nicht barrierefrei sind \u2013 in einer Stadt, in der Wohnraum insgesamt knapp ist. Die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge der Babyboomer verst\u00e4rken diesen Druck zus\u00e4tzlich. Bereits 2023 hatte der Sozialverband VdK vor einem deutlichen Mangel an seniorengerechtem Wohnraum in Berlin gewarnt.<\/p>\n<p>Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik: Wohnen als Teil sozialer Stadtentwicklung<\/p>\n<p data-start=\"2044\" data-end=\"2336\">Vor diesem Hintergrund beschloss der Berliner Senat die \u201eLeitlinien der Berliner Seniorenpolitik\u201c. Ziel ist es, Zugeh\u00f6rigkeit und Teilhabe der Generation 60plus langfristig zu sichern. Die Leitlinien formulieren politische Ziele und benennen zentrale Handlungsfelder f\u00fcr Verwaltung und Politik.<\/p>\n<p data-start=\"2338\" data-end=\"2719\">Eine besondere Rolle spielt dabei die dritte Leitlinie. Sie definiert die Schaffung r\u00e4umlicher Bedingungen f\u00fcr Teilhabe ausdr\u00fccklich als Aufgabe der Stadtentwicklung. Wohnen wird damit nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Mobilit\u00e4t, \u00f6ffentlichem Raum und quartiersbezogener Infrastruktur. Erg\u00e4nzt wird dies durch einen Ma\u00dfnahmenkatalog, dessen Umsetzung regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft wird.<\/p>\n<p>Umsetzung im Wohnungsbereich bleibt eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich: Fortschritte im Neubau und L\u00fccken im Bestand<\/p>\n<p data-start=\"2829\" data-end=\"3169\">Die Umsetzung im Wohnungsbereich zeigt derzeit jedoch L\u00fccken und Steuerungsprobleme. Eine Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Carsten Schatz und Niklas Schenker (LINKE) offenbart, dass der Senat zwar erstmals systematisch den Bestand an barrierefreiem Wohnraum erfasst hat, die Datengrundlagen f\u00fcr eine zielgenaue Bedarfsplanung aber weiterhin unzureichend sind. Eine konsequente Steuerung der Wohnungsversorgung f\u00fcr \u00c4ltere bleibt damit eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p data-start=\"3171\" data-end=\"3529\">Verbindlicher sind die Regelungen im Neubau. Seit dem 1. Januar 2025 gelten neue Vorgaben der Berliner Bauordnung. Bei aufzugspflichtigen Geb\u00e4uden m\u00fcssen drei Viertel der neu errichteten Wohnungen barrierefrei erreichbar sein. In Wohngeb\u00e4uden mit mehr als 100 Wohnungen ist mindestens eine rollstuhlgerechte Wohnung je angefangene 100 Wohnungen herzustellen.<\/p>\n<p>Neubau und Umnutzung in den Bezirken: Konkrete Projekte in Berlin f\u00fcr das Wohnen im Alter<\/p>\n<p data-start=\"5420\" data-end=\"5784\">An diesen Stellen zeigen konkrete Neubau- und Umnutzungsprojekte in den Bezirken, dass Berlin durchaus erste Schritte in die richtige Richtung unternimmt. Etwa im Ortsteil <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/kaulsdorf-nord-berlinovo-baut-360-seniorenwohnungen-am-teterower-ring\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Kaulsdorf-Nord entstehen am Teterower Ring 360 barrierefreie Wohnungen f\u00fcr \u00e4ltere Menschen<\/a>. Realisiert wird das Projekt von der Berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH. Die Wohnungen werden durch Gemeinschaftsfl\u00e4chen erg\u00e4nzt, die Begegnung und Austausch im Quartier erm\u00f6glichen sollen.<\/p>\n<p data-start=\"5786\" data-end=\"6313\">Auch in Buckow entstehen <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/seniorenwohnen-in-neukoelln-neubauprojekt-am-droepkeweg-startet-vermietung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">147 barrierefreie Wohnungen f\u00fcr Seniorinnen und Senioren<\/a> mit erg\u00e4nzenden Gemeinschaftsangeboten. Zudem zeigt die <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/wilmersdorf-ehemaliges-buerogebaeude-wird-zur-betreuten-wohngemeinschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Umnutzung eines B\u00fcrogeb\u00e4udes an der Bundesallee<\/a>, wie leerstehende Gewerbefl\u00e4chen f\u00fcr altersgerechte Wohnformen genutzt werden k\u00f6nnen. Der Bedarf bleibt jedoch weiterhin hoch.<\/p>\n<p>Seniorengerechtes Wohnen als langfristige Aufgabe der Stadtentwicklung<\/p>\n<p data-start=\"5786\" data-end=\"6313\">Auch wenn die \u201eLeitlinien der Berliner Seniorenpolitik\u201c einen ersten Rahmen f\u00fcr seniorengerechtes und barrierefreies Wohnen setzen, wird durch die Schriftliche Anfrage deutlich, welche\u00a0L\u00fccken beim Bestand, bei Neubauprojekten und bei der Koordination zwischen den zust\u00e4ndigen Stellen bestehen. Neubau-Vorgaben sorgen zwar f\u00fcr Fortschritte, sie decken jedoch nur einen kleinen Teil des Wohnungsbestands ab.<\/p>\n<p data-start=\"1315\" data-end=\"1673\">Damit seniorengerechtes Wohnen in Berlin dauerhaft gelingt, sind deshalb bessere Datengrundlagen, klare Zust\u00e4ndigkeiten und eine engere Verzahnung von Wohnungsbau, Pflege und Stadtentwicklung dringend erforderlich. Angesichts des demografischen Wandels bleibt dies eine zentrale Aufgabe f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Stadtentwicklung Berlins.<\/p>\n<p>Berlinovo baut 360 Seniorenwohnungen<\/p>\n<p>Seniorenwohnen am Dr\u00f6pkeweg<\/p>\n<p>Ehemaliges B\u00fcrogeb\u00e4ude wird zur betreuten Wohngemeinschaft<\/p>\n<p>Seniorenwohnen im Speicherballett<\/p>\n<p>Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bundesinstitut f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsforschung, Senatsverwaltung f\u00fcr Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, Berlinovo Immobilien Gesellschaft, Wentz Planungsgesellschaft, BUWOG, advita Pflegedienst GmbH, Sozialverband VdK Deutschland, Feddersen Architekten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin altert zwar langsamer als andere Metropolen, doch der Anteil der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen w\u00e4chst stetig. 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