{"id":775498,"date":"2026-02-06T03:57:19","date_gmt":"2026-02-06T03:57:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/775498\/"},"modified":"2026-02-06T03:57:19","modified_gmt":"2026-02-06T03:57:19","slug":"sal-oppenheim-epstein-wollte-deutsche-privatbank-kaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/775498\/","title":{"rendered":"Sal. Oppenheim: Epstein wollte deutsche Privatbank kaufen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/sal-oppenheim-108.jpg\" alt=\"Geb\u00e4ude der Sal. Oppenheim Bank\" title=\"Geb\u00e4ude der Sal. Oppenheim Bank | picture alliance \/ dpa\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>exklusiv<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 05.02.2026 17:13 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Wie die Epstein-Files zeigen, wollte der Finanzier und Sexualstraft\u00e4ter 2009 die deutsche Privatbank Sal. Oppenheim kaufen. Sein Ziel: Eine eigene Bank in Europa, um Gesch\u00e4fte abseits der von ihm verhassten US-Beh\u00f6rden zu f\u00fchren.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von  Verena von Ondarza, Anna Kl\u00fchspies, NDR, Petra Blum, WDR\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie sehr Jeffrey Epstein die US-Beh\u00f6rden verachtete, wird in einer E-Mail aus dem August 2009 deutlich: Niemand bei klarem Verstand w\u00fcrde es wollen, dass eine US-Bank sich in die intimsten Details der eigenen Gesch\u00e4fte einmischen kann, schrieb er damals.<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>                    No one in their right mind wants a U.S bank as part of their inner workings allowing to us govt in your underwear <\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Recherchen von NDR, WDR und S\u00fcddeutscher Zeitung ist die Mail Teil einer Konversation, in der Epstein gemeinsam mit damals hochrangigen Mitarbeitern der gro\u00dfen US-Bank J.P. Morgan die \u00dcbernahme der K\u00f6lner Bank Sal. Oppenheim auf den Weg bringen wollte. Die dann neue Bank sollte Kunden die M\u00f6glichkeit geben, im US-Bankenmarkt die h\u00f6chste Privatsph\u00e4re zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie eine &#8222;chinesische Mauer&#8220; sollten Kunden vor der strengen US-Finanzaufsicht abgeschirmt sein, schrieb Epstein in einer weiteren Mail. Daf\u00fcr war er offenbar bereit, eine halbe Milliarde Dollar zu zahlen. Den Unterlagen zufolge schwebte ihm damals vor, die eigene Bank in Luxemburg anzusiedeln, wo Sal. Oppenheim bereits einen Sitz hatte.<\/p>\n<p>    2009 gr\u00f6\u00dfte Privatbank Europas<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Welch gro\u00dfe Bedeutung Banken f\u00fcr Epsteins Missbrauchs-Gesch\u00e4ftsmodell gespielt haben, ist mittlerweile \u00f6ffentlich bekannt. Epstein selbst war lange Kunde bei J.P. Morgan und sp\u00e4ter bei der Deutschen Bank. Das Geldhaus musste in der Vergangenheit mehr als 100 Millionen US-Dollar zahlen, weil die US-Beh\u00f6rden nachweisen konnten, dass sie ihre Sorgfaltspflichten verletzt hatte. J.P. Morgan zahlte ebenfalls Hunderte Millionen US-Dollar als Vergleichszahlungen an die Opfer Epsteins.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Bankh\u00e4user bezeichnen es inzwischen als Fehler, Epstein als Kunden betreut zu haben. Unmittelbar nach Epsteins Verhaftung im Jahr 2019 habe die Deutsche Bank in Zusammenarbeit mit den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden die Verbindung aufgearbeitet. Wenige Wochen nach seiner Verhaftung wurde Jeffrey Epstein tot in seiner Zelle aufgefunden. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/epstein-autopsie-103.html\" title=\"Autopsie best\u00e4tigt Epsteins Suizid\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Laut Obduktionsbericht beging er Suizid<\/a>.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sal. Oppenheim war 2009 die gr\u00f6\u00dfte Privatbank Europas und stand w\u00e4hrend der Finanzkrise mit dem R\u00fccken zur Wand. Eine ganze Reihe von K\u00e4ufern interessierten sich damals f\u00fcr das K\u00f6lner Finanzinstitut. Mit einem hatte in Deutschland damals jedoch wohl niemand gerechnet: Dass ausgerechnet der zu dem Zeitpunkt bereits verurteilte Sexualstraft\u00e4ter und US-Investor Epstein versuchen w\u00fcrde, Sal. Oppenheim zu kaufen.<\/p>\n<p>    Epstein buhlte um Eigent\u00fcmerfamilien<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">E-Mails aus den sogenannten &#8222;Epstein Files&#8220; &#8211; Millionen von Unterlagen, die das US-Justizministerium in den vergangenen Wochen und Monaten ver\u00f6ffentlicht hat &#8211; zeigen genau das: Epstein wollte offenbar nicht mehr nur Kunde von Banken sein, er wollte eine eigene haben. Im August und September 2009 startete er daher eine Initiative, die K\u00f6lner Privatbank zu \u00fcbernehmen. Eingef\u00e4delt werden sollte das Gesch\u00e4ft mit den Eigent\u00fcmerfamilien offenbar \u00fcber seine engen Kontakte zu hochrangigen Bankern bei J.P. Morgan, sowohl in den USA als auch in Deutschland.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zentrale Figur bei den Verhandlungen ist ausweislich der Dokumente offenbar Jes Staley. Staley war damals der m\u00e4chtige Chef des Asset Managements von J.P. Morgan und ein enger Vertrauter Epsteins. Offiziell will sich J.P. Morgan auf Anfrage nicht \u00e4u\u00dfern. Aus Konzernkreisen hei\u00dft es, die Epstein-Vertrauten und damaligen F\u00fchrungskr\u00e4fte h\u00e4tten nicht im Auftrag von J.P. Morgan gehandelt. Staleys Anw\u00e4lte lie\u00dfen die Anfrage unbeantwortet.<\/p>\n<p>    Offenbar wenig Gegenliebe<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Allerdings stie\u00df die Initiative Epsteins auf wenig Gegenliebe bei den Eigent\u00fcmerfamilien, auch das zeigen die Unterlagen. Bereits am 7. August 2009 schickte ein Vertreter von Sal. Oppenheim eine E-Mail an einen Bekannten Epsteins: Man sei bereits in fortgeschrittenen Gespr\u00e4chen, die Offerte h\u00e4tte nur eine Chance von unter 20 Prozent. Die angesprochenen Gespr\u00e4che f\u00fchrte Sal. Oppenheimer mit der Deutschen Bank &#8211; sehr zum Missfallen Epsteins.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Am 9. August 2009 schrieb dieser dem Bekannten \u00fcber die Sal. Oppenheim-Eigent\u00fcmer: &#8222;Diese Idioten&#8220; h\u00e4tten eine Exklusivvereinbarung mit der Deutschen Bank unterschrieben, er wolle sie dazu bewegen, trotzdem mit Staley zu sprechen.<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>                    The idiots signed a tight exclusivity agreement for negotiations with DB. So they are scared but I will try to convince them to speak to staley off the record<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Christopher von Oppenheim, einer der ehemaligen Eigent\u00fcmer, will die Fragen nicht kommentieren und lie\u00df mitteilen, er wisse nichts von etwaigen Absichten von Epstein, die Bank Sal. Oppenheim zu kaufen. Die Deutsche Bank wollte sich zu den Vorg\u00e4ngen nicht \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>    &#8222;Wie sollen wir mich beschreiben?&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Epsteins Absichten schienen damals jedoch offenbar sehr konkret zu sein &#8211; zu lukrativ war offenbar die Chance f\u00fcr ihn, die verhassten US-Beh\u00f6rden umgehen zu k\u00f6nnen. Den Dokumenten zufolge formalisierte die Gruppe von Bankern und Gesch\u00e4ftsleuten rund um Epstein ein Kaufangebot, in dem sie sich manchmal als &#8222;Financial Trust&#8220;, manchmal als &#8222;discrete US private equity group with strong capital base&#8220; bezeichneten &#8211; also als &#8222;diskrete amerikanische Private Equity Gruppe mit starker Kapitalbasis&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine gro\u00dfe Frage blieb jedoch f\u00fcr Epstein ungel\u00f6st: In einer E-Mail, in der er mit seinen Vertrauten das Angebot besprach, schrieb der Sexualstraft\u00e4ter mit drei Fragezeichen: &#8222;Wie sollen wir mich beschreiben?&#8220; Vertraute verwiesen darauf, dass mehr \u00fcber ihn in der Presse stehen k\u00f6nnte, als ihm lieb sein d\u00fcrfte. Offenbar war Epstein bewusst, dass seine zu dem Zeitpunkt bereits sehr angekratzte Reputation ein Hindernis sein w\u00fcrde. Er war gerade frisch aus der Haft entlassen worden, die er wegen Anstiftung zur Prostitution Minderj\u00e4hriger absitzen musste.<\/p>\n<p>    Pl\u00e4ne f\u00fcr namhafte Berater<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Dokumente zeigen, dass er sich offenbar als echten K\u00e4ufer zu verschleiern versuchte. Immer wieder schickte er seinen damaligen guten Kontakt Staley vor, der die Familien \u00fcberzeugen sollte. Um die neue Bank respektabler aussehen zu lassen, wollte er namhafte Berater anheuern &#8211; darunter sogar Tony Blair, den ehemaligen britischen Premierminister, der 2007 aus dem Amt ausgeschieden war.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tony Blair lie\u00df mitteilen: &#8222;Mr Blair has never heard of the bank and has never discussed it with anyone&#8220; &#8211; Blair h\u00e4tte nie von der Bank geh\u00f6rt und keine Gespr\u00e4che gef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Epsteins Versuche scheiterten schlie\u00dflich. Im Oktober verk\u00fcndete die Deutsche Bank die \u00dcbernahme von Sal. Oppenheim f\u00fcr 1,3 Milliarden Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 05.02.2026 17:13 Uhr Wie die Epstein-Files zeigen, wollte der Finanzier und Sexualstraft\u00e4ter 2009 die deutsche Privatbank&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":775499,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,3307,29,81660,154697,30,13,121474,14,15,175722,12],"class_list":["post-775498","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-de","tag-deutsche-bank","tag-deutschland","tag-epstein","tag-epstein-files","tag-germany","tag-headlines","tag-jpmorgan","tag-nachrichten","tag-news","tag-sal-oppenheim","tag-schlagzeilen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116021680152382117","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/775498","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=775498"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/775498\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/775499"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=775498"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=775498"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=775498"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}