{"id":777222,"date":"2026-02-06T19:41:14","date_gmt":"2026-02-06T19:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/777222\/"},"modified":"2026-02-06T19:41:14","modified_gmt":"2026-02-06T19:41:14","slug":"kommunalwahl-debatte-an-der-obermayr-europa-schule-wiesbaden-lebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/777222\/","title":{"rendered":"Kommunalwahl-Debatte an der Obermayr-Europa-Schule &#8211; Wiesbaden lebt"},"content":{"rendered":"<p>Sch\u00fcler moderieren, Politiker reagieren: Eine Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl bringt Wiesbadens Themen direkt ins Klassenzimmer.<\/p>\n<p>Schon am fr\u00fchen Morgen lag Konzentration im Raum der <strong>Obermayr Europa-Schule<\/strong>. Sch\u00fcler r\u00fcckten St\u00fchle, pr\u00fcften Mikrofone, sortierten ihre Fragen. Auf dem Podium nahm ein breites politisches Spektrum Platz: <strong>Daniela Georgi<\/strong> f\u00fcr die CDU, <strong>Martin Kraft<\/strong> (Gr\u00fcne), <strong>Marius Becker<\/strong> (SPD), <strong>Ingo von Seemen<\/strong> (Die Linke), <strong>Achim Sprenggard<\/strong> (Volt), <strong>Dennis Seidenreich<\/strong> (AfD), <strong>G\u00fcnther Sch\u00e4fer<\/strong> (Pro Auto), <strong>Renate Kienast-Dietrich<\/strong> (BLW), <strong>Matthias Bed\u00fcrftig<\/strong> (Freie W\u00e4hler), <strong>Mario Bohrmann<\/strong> (BSW) und <strong>Lukas Hakler<\/strong> (Die PARTEI).<\/p>\n<p>Die Spielregeln setzten die Sch\u00fcler selbst. Redezeiten blieben knapp, Zwischenfragen waren ausdr\u00fccklich erlaubt. Wer antwortete, musste erkl\u00e4ren, wie Politik im Alltag wirken soll.<\/p>\n<p>Die Innenstadt als Spiegel politischer Konzepte<\/p>\n<p>Der erste Themenblock f\u00fchrte mitten ins Herz Wiesbadens: die Innenstadt. Was sie leisten soll, dar\u00fcber gingen die Auffassungen rasch auseinander. <strong>Daniela Georgi<\/strong> stellte Ordnung und Sicherheit an den Anfang ihrer Argumentation. Eine Innenstadt, so ihre These, funktioniere nur dann als Aufenthaltsort, wenn Menschen sich sicher f\u00fchlten. <strong>Pr\u00e4vention, Pr\u00e4senz und klare Regeln bildeten f\u00fcr sie die Grundlage von Belebung<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Martin Kraft<\/strong> widersprach nicht grunds\u00e4tzlich, verschob den Akzent aber. Sicherheit, sagte er, entstehe nicht allein durch Kontrolle, sondern durch Nutzung. Gr\u00fcnfl\u00e4chen, weniger Hitze, bessere Wege \u2013 eine Stadt, die zum Verweilen einlade, werde automatisch sicherer. Stadtentwicklung verstand er als Zusammenspiel von Klima, Verkehr und sozialem Miteinander.<\/p>\n<p><strong>Achim Sprenggard<\/strong> kn\u00fcpfte daran an und warb f\u00fcr Mut zu neuen Formen. Innenst\u00e4dte d\u00fcrften sich nicht l\u00e4nger allein \u00fcber Einzelhandel definieren. Begegnung, Kultur, Zwischennutzung \u2013 das seien die Stellschrauben, um R\u00e4ume zur\u00fcckzugewinnen.<\/p>\n<p><strong>Lukas Hakler<\/strong> griff diesen Gedanken auf \u2013 mit einer bewusst anschaulichen Zuspitzung. Er sprach sich daf\u00fcr aus, das historische F\u00fcnfeck neu zu gestalten und st\u00e4rker als identit\u00e4tsstiftenden Raum zu begreifen und dort eine <strong>Wiesbaden-Silhouette sichtbar zu machen<\/strong>, insbesondere f\u00fcr Autofahrer. Wer nach Frankfurt fahre, identifiziere sich schon bei der Ankunft mit der Stadt, sagte Hakler, weil Skyline und Stadtkante Orientierung b\u00f6ten. Wer dagegen nach Wiesbaden komme, sehe oft wenig Wiedererkennbares. \u201eDa fehlt eine Silhouette\u201c, sagte er. Es gehe nicht allein um Hochh\u00e4user, sondern um ein sichtbares Zeichen, das Ankommen erlebbar mache und der Stadt ein Gesicht gebe. <strong>Die Wiesbadener Innenstadt d\u00fcrfe kein anonymer Durchgangsraum bleiben<\/strong>.<\/p>\n<p>Mobilit\u00e4t zwischen Alltag und Vision<\/p>\n<p>Aus der Innenstadt f\u00fchrte der Weg fast zwangsl\u00e4ufig zur Mobilit\u00e4t. <strong>Martin Kraft<\/strong> beschrieb den \u00f6ffentlichen Nahverkehr als R\u00fcckgrat k\u00fcnftiger Stadtentwicklung. Verl\u00e4ssliche Takte, gute Arbeitsbedingungen f\u00fcr Fahrer und emissionsfreie Busse sollten daf\u00fcr sorgen, dass Menschen das Angebot auch nutzten.<\/p>\n<p>Dem hielt <strong>G\u00fcnther Sch\u00e4fer<\/strong> einen n\u00fcchternen Alltagstest entgegen. <strong>Bevor neue Konzepte griffen, m\u00fcsse der Betrieb funktionieren. <\/strong>P\u00fcnktlichkeit sei keine Vision, sondern Voraussetzung. Wahlfreiheit bedeute, niemanden zu zwingen, sondern Angebote so gut zu machen, dass sie \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Auch <strong>Dennis Seidenreich<\/strong> warnte vor einseitigen L\u00f6sungen. Viele Menschen seien auf das Auto angewiesen, sagte er, etwa f\u00fcr Arbeit oder Familie. Verkehrspolitik m\u00fcsse alle Tr\u00e4ger zusammendenken, nicht gegeneinander ausspielen. <strong>Marius Becker<\/strong> suchte den verbindenden Ton: <strong>Wenn Busse verl\u00e4sslich und bezahlbar fahren, wechselten Menschen freiwillig<\/strong> \u2013 Zwang brauche es dann nicht.<\/p>\n<p>Sicherheit: Technik, Vertrauen, soziale Antworten<\/p>\n<p>Beim Thema Sicherheit versch\u00e4rfte sich die Debatte. <strong>Daniela Georgi<\/strong> verteidigte Video\u00fcberwachung als pr\u00e4ventives Instrument. Sie k\u00f6nne Straftaten verhindern und helfe bei der Aufkl\u00e4rung. Sicherheit, so ihre Sicht, schaffe erst den Raum f\u00fcr Freiheit. <strong>Ingo von Seemen<\/strong> hielt dagegen. Video\u00fcberwachung, sagte er, verlagere Probleme eher, als sie zu l\u00f6sen. Sicherheit entstehe durch soziale Stabilit\u00e4t: gute Beleuchtung, belebte Pl\u00e4tze, Angebote f\u00fcr Jugendliche. Kontrolle ohne Vertrauen greife zu kurz.<\/p>\n<p><strong>Renate Kienast-Dietrich<\/strong> versuchte, zwischen den Positionen zu vermitteln. <strong>Technik k\u00f6nne unterst\u00fctzen, ersetze aber nicht das Gef\u00fchl von Sicherheit<\/strong>, das aus Verl\u00e4sslichkeit und sozialem Zusammenhalt wachse. Die Sch\u00fcler hakten nach, fragten nach Wirksamkeit, Kosten und Grundrechten \u2013 und zwangen die Politik, ihre Begriffe zu sch\u00e4rfen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Podiumsdiskussion-Obermayr-Europa-Schule-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-149111\"  \/><strong>Daniela Georgi<\/strong> (vorne, CDU), <strong>Marius Becker<\/strong> (SPD), <strong>Ingo von Seemen<\/strong> (vorne, Die Linke), <strong>Martin Kraft<\/strong> (Gr\u00fcne), <strong>Achim Sprenggard<\/strong> (Volt), <strong>Christian Diers<\/strong>, (FDP), <strong>Dennis Seidenreich<\/strong> (AfD), <strong>Matthias Bed\u00fcrftig<\/strong> (Freie W\u00e4hler), <strong>Lukas Hakler<\/strong> (hinten, Die PARTEI), <strong>Mario Bohrmann<\/strong> (BSW), <strong>Renate Kienast-Dietrich<\/strong> (BLW) und <strong>G\u00fcnther Sch\u00e4fer<\/strong> (Pro Auto).<\/p>\n<p>Wohnen als soziale Schl\u00fcsselfrage<\/p>\n<p>Beim Wohnen wechselte der Ton von grunds\u00e4tzlichen Linien zu konkreten Ma\u00dfnahmen. <strong>Marius Becker<\/strong> formulierte das Problem sachlich: Wo Wohnraum knapp sei, stiegen die Mieten. Mehr Angebot bleibe deshalb zentral. Neubau und soziale Mischung m\u00fcssten zusammengedacht werden.<\/p>\n<p><strong>Matthias Bed\u00fcrftig<\/strong> erg\u00e4nzte den Ruf nach Tempo. <strong>Genehmigungen dauerten zu lange, Bauen werde zu teuer<\/strong>. Ohne schnellere Verfahren verliere die Stadt Zeit. <strong>Mario Bohrmann<\/strong> lenkte den Blick auf die gesellschaftliche Dimension. Bezahlbares Wohnen entscheide dar\u00fcber, wer teilhaben k\u00f6nne \u2013 und wer verdr\u00e4ngt werde.<\/p>\n<p>Bildung, Teilhabe, Integration<\/p>\n<p>Zum Schluss kehrte die Diskussion an ihren Ausgangspunkt zur\u00fcck: die Schule. Bildung, Jugendarbeit und Integration verbanden sich zu einem Themenkomplex, der die Sch\u00fcler unmittelbar betraf. <strong>Daniela Georgi<\/strong> betonte fr\u00fche F\u00f6rderung und verl\u00e4ssliche Strukturen. <strong>Ingo von Seemen<\/strong> hob die Bedeutung von Schulsozialarbeit hervor, besonders f\u00fcr Kinder aus schwierigen Lagen.<\/p>\n<p><strong>Dennis Seidenreich<\/strong> setzte einen klaren Akzent auf Sprache als Schl\u00fcssel zur Integration. <strong>Achim Sprenggard<\/strong> widersprach nicht, erweiterte aber die Perspektive: <strong>Vielfalt sei kein Defizit, sondern eine St\u00e4rke<\/strong>. Schulen und Vereine k\u00f6nnten Br\u00fccken schlagen, wenn man sie lasse.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler fragten weiter nach \u2013 nach kostenfreien Angeboten, nach Freizeit, nach fairen Chancen. Politik antwortete, nicht immer einig, aber sichtbar gefordert.<\/p>\n<p>Ein Vormittag, der nachwirkt<\/p>\n<p>Am Ende stand kein Konsens, wohl aber Klarheit. Die Podiumsdiskussion an der <strong>Obermayr Europa-Schule<\/strong> zeigte Politik als Prozess des Aushandelns. Die Sch\u00fcler strukturierten den Vormittag, die Kandidaten reagierten. Zitate blieben h\u00e4ngen, Gegens\u00e4tze traten offen zutage. Demokratie wirkte hier nicht feierlich, sondern fordernd \u2013 und gerade deshalb \u00fcberzeugend.<\/p>\n<p>Sie erschien nicht als fertiges Ergebnis, sondern als Prozess. Einer, der Reibung braucht, um verst\u00e4ndlich zu werden \u2013 wie die Diskussionrunde, die Abschlie\u00dfend von den Sch\u00fclern bewertet wurde. Im Voting erzielte <strong>Daniela Georgi<\/strong> das bester Ergebnis, gefolgt von <strong>Lukas Hackler<\/strong> \u2013 vor der FDP und AFD. Die rote Laterne hielt am Ende die SPD und <strong>Marius Becker<\/strong> in der Hand, symbolisch betrachtet.<\/p>\n<p>Foto \u2013 Tobi und die Sch\u00fcler der Charity AG \u00a9 2025 Tanja Bares &amp; Vali\u00a0Korken<\/p>\n<p>Weitere Nachrichten aus dem\u00a0<strong>Stadtteil S\u00fcdost<\/strong>\u00a0<a href=\"http:\/\/wiesbaden-lebt.de\/tag\/suedost\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">lesen Sie hier<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/obermayr.com\/bilinguale-grundschule-stauferland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr\u00a0<\/a><strong>von der<\/strong><a href=\"https:\/\/obermayr.com\/wiesbaden-erbenheim\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\"><strong>\u00a0Obermayr Europa-Schule, Campus Erbenheim<\/strong>\u00a0hier.<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"metis-img-pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/b8be7aa5a9c3482aa376331eb023d610.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/>\t\t\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sch\u00fcler moderieren, Politiker reagieren: Eine Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl bringt Wiesbadens Themen direkt ins Klassenzimmer. 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