{"id":777342,"date":"2026-02-06T20:50:12","date_gmt":"2026-02-06T20:50:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/777342\/"},"modified":"2026-02-06T20:50:12","modified_gmt":"2026-02-06T20:50:12","slug":"jupiter-ist-kleiner-und-platter-als-gedacht-neuvermessung-mithilfe-von-juno-daten-hat-weitreichende-auswirkungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/777342\/","title":{"rendered":"Jupiter ist kleiner und platter als gedacht &#8211; Neuvermessung mithilfe von Juno-Daten hat weitreichende Auswirkungen"},"content":{"rendered":"<p>Die Voyager und Pioneer-Messungen \u2013 kurz L81 \u2013 galten bisher als Referenzwerte. Ihnen zufolge hat der Jupiter einen Radius von 71.492 Kilometer am \u00c4quator und 66.854 Kilometer an den Polen \u2013 im Mittel 69.911 Kilometer. Allerdings gab es dabei eine Messunsicherheit von mehr als vier Kilometern.<\/p>\n<p>Neue Chance durch Juno-Mission<\/p>\n<p>Jetzt hat es die <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/kosmos\/juno-ueberraschungen-am-jupiter\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Juno-Mission<\/a> der NASA erm\u00f6glicht, diese Messwerte zu pr\u00e4zisieren. Die Raumsonde Juno umkreist den Jupiter seit 2016 und fliegt seit 2021 auch immer wieder hinter dem Gasriesen vorbei. Dies er\u00f6ffnete dem Team die M\u00f6glichkeit, neue Radio-Okkultationsmessungen durchzuf\u00fchren. \u201eWir haben analysiert, wie die Radiosignale gebeugt werden, wenn sie die Atmosph\u00e4re des Jupiter passieren\u201c, erkl\u00e4rt Koautorin Maria Smirnova vom Weizman Institute.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/j\/u\/jupitergroesse4g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/j\/u\/jupitergroesse4g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/j\/u\/jupitergroesse4g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/j\/u\/jupitergroesse4g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-311843\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/jupitergroesse4g-300x198.jpg\" alt=\"Neue und alte Messwerte im Vergleich\" width=\"300\" height=\"198\"  \/><\/a>Jupitergr\u00f6\u00dfe und Form vor und nach der Neumessung durch die Raumsonde Juno. \u00a9 Weizman Institute of Science\n<\/p>\n<p>Die 26 Radio-Okkultationen beruhenden Messungen haben nun neue, pr\u00e4zisere Werte zur Dichte und Temperatur der Gash\u00fclle geliefert, aber auch zur Gr\u00f6\u00dfe und Form des Jupiter. Erstmals ber\u00fccksichtigen die Messungen dabei auch den Einfluss der Sturmb\u00e4nder, die die Gash\u00fclle des Planeten durchziehen. Denn auch diese beeinflussen die Okkultationsmessungen und ihre Pr\u00e4zision. \u201eDank Junos Messdaten konnten wir die Messunsicherheit zu Jupiters Form um rund eine Gr\u00f6\u00dfenordnung verringern \u2013 von rund vier Kilometer auf 0,4 Kilometer\u201c, berichten die Forschenden.\n<\/p>\n<p>\u201eLehrb\u00fccher m\u00fcssen aktualisiert werden\u201c<\/p>\n<p>Die neuen Daten enth\u00fcllen: Die alten Referenzwerte haben die Gr\u00f6\u00dfe des Jupiter \u00fcbersch\u00e4tzt, denn er ist kleiner und weniger kugelf\u00f6rmig als lange angenommen. \u201eDer aktualisierte mittlere Radius liegt bei 69.886 Kilometer, das ist 25 Kilometer weniger als nach dem bisherigen Referenzwert L81\u201c, berichten Galanti und seine Kollegen. Auch die Abplattung des Gasriesen durch die Zentrifugalkr\u00e4fte ist deutlich st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt.\n<\/p>\n<p>\u201eDiese wenigen Kilometer sind bedeutend \u2013 die Lehrb\u00fccher m\u00fcssen entsprechend aktualisiert werden\u201c, betont Seniorautor Yohai Kaspi vom Weizman Institute. Denn die Form und Gr\u00f6\u00dfe des Jupiter bildet die Referenz f\u00fcr viele astronomische und astrophysikalische Messungen und Modelle. \u201eJupiters Radius dient zudem oft als Kalibrierungs-Standard f\u00fcr die Modellierung von gro\u00dfen Exoplaneten\u201c, erkl\u00e4ren die Forschenden.<\/p>\n<p>Neues Licht auch auf Jupiter-Inneres<\/p>\n<p>Auch Annahmen zum <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/kosmos\/raetsel-um-jupiters-verduennten-kern\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Innenleben des Jupiter<\/a> sind von den korrigierten Daten betroffen: \u201eBisher nutzten alle Modelle des Jupiterinneren den L81-Referenzwert von 71.492 Kilometer f\u00fcr den \u00e4quatorialen Radius, um auf die interne Struktur des Planeten zu schlie\u00dfen\u201c, schreiben Galanti und seine Kollegen. Allerdings zeigten neuerer Beobachtungsdaten immer wieder Abweichungen von diesen Modellen \u2013 unter anderem im Anteil schwerer Elemente in verschiedenen Schichten der Jupiter-Gash\u00fclle.\n<\/p>\n<p>Das \u00e4ndert sich nun: \u201eWenn wir den neuen, kleineren \u00e4quatorialen Radius in die Modelle einspeisen, passen sie besser zu den Messungen von Gravitation und Atmosph\u00e4re des Jupiter\u201c, berichtet Kaspsi. Demnach k\u00f6nnte der Gasriese eine metallreichere, k\u00fchlere Atmosph\u00e4re besitzen als bislang angenommen. Zusammengenommen tr\u00e4gt die Korrektur der fast 50 Jahre alten Referenzdaten dazu bei, sowohl den Jupiter als auch andere Gasplaneten besser zu verstehen. (Nature Astronomy, 2026; <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41550-026-02777-x\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1038\/s41550-026-02777-x<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Weizman Institute of Science<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>5. Februar 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Voyager und Pioneer-Messungen \u2013 kurz L81 \u2013 galten bisher als Referenzwerte. 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