{"id":777686,"date":"2026-02-07T00:04:11","date_gmt":"2026-02-07T00:04:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/777686\/"},"modified":"2026-02-07T00:04:11","modified_gmt":"2026-02-07T00:04:11","slug":"mercosur-abkommen-200-g-rindfleisch-pro-eu-buerger-das-kann-den-europaeischen-markt-nicht-destabilisieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/777686\/","title":{"rendered":"Mercosur-Abkommen: \u201e200 g Rindfleisch pro EU-B\u00fcrger \u2013 das kann den europ\u00e4ischen Markt nicht destabilisieren\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Kaum ist das Mercosur-Abkommen unterzeichnet, legen EU-Abgeordnete es auf Eis. Als Chefunterh\u00e4ndler hat Rupert Schlegelmilch den Deal jahrelang auf europ\u00e4ischer Seite verhandelt. Im Interview mit WELT erkl\u00e4rt er, warum er die Begr\u00fcndung der Mercosur-Gegner f\u00fcr vorgeschoben h\u00e4lt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Mitte Januar wurde nach Jahrzehnten z\u00e4her Verhandlungen das EU-Mercosur-Abkommen unterzeichnet. Doch wenige Tage darauf hat das Europ\u00e4ische Parlament beschlossen, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6970ecfb0e35312f49654ceb\/kritik-an-mercosur-wie-bloed-kann-man-sein-in-diesem-parlament-die-welt-um-uns-herum-nimmt-uns-kaum-mehr-ernst.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6970ecfb0e35312f49654ceb\/kritik-an-mercosur-wie-bloed-kann-man-sein-in-diesem-parlament-die-welt-um-uns-herum-nimmt-uns-kaum-mehr-ernst.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">das Abkommen vom Europ\u00e4ischen Gerichtshof pr\u00fcfen zu lassen<\/a>. Das kann die Ratifizierung deutlich verz\u00f6gern oder ganz verhindern. Rupert Schlegelmilch war zehn Jahre Chefunterh\u00e4ndler der Europ\u00e4ischen Kommission f\u00fcr die Mercosur-Verhandlungen. Nach deren Abschluss legte er sein Amt im Dezember 2025 nieder und \u00fcbernahm eine Professur am College of Europe.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Das Mercosur-Abkommen war endlich auf die Zielgerade eingebogen \u2013 nur um dann vom EU-Parlament in eine erneute Schleife geschickt zu werden. Wie ging es Ihnen, als Sie die Ratifizierung scheitern sahen?<\/p>\n<p><b>Rupert Schlegelmilch:<\/b> Ich blicke da nicht nur als Beteiligter drauf, sondern auch als B\u00fcrger. Auch der B\u00fcrger in mir m\u00f6chte, dass Europa vorankommt. In einer solch schwierigen weltpolitischen Lage, in der wir uns gegen\u00fcber China und den USA behaupten m\u00fcssen, hat uns das Mercosur-Abkommen eine wirtschaftliche Chance auf dem Silbertablett geliefert. Dass wir nicht in der Lage sind, das z\u00fcgig umzusetzen, ist schmerzlich. Aber aus der Position des Unterh\u00e4ndlers sehe ich das professioneller. Die Verhandler der EU-Kommission haben ein <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article696bbfcd8eda3a7225224d37\/durchbruch-nach-25-jahren-freihandelsabkommen-zwischen-eu-und-mercosur-unterzeichnet.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article696bbfcd8eda3a7225224d37\/durchbruch-nach-25-jahren-freihandelsabkommen-zwischen-eu-und-mercosur-unterzeichnet.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gutes Ergebnis geliefert<\/a>. Die Politik entscheidet.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Sie haben lange Jahre m\u00fchevoller Verhandlungen hinter sich. Seit wann genau waren Sie mit Mercosur befasst?<\/p>\n<p><b>Schlegelmilch:<\/b> Seit 2003, wenige Jahre nachdem die Verhandlungen losgingen. Zun\u00e4chst war ich Referatsleiter, 2011 trat ich das Amt des Chefunterh\u00e4ndlers an und blieb es bis 2016. In dieser Zeit verhandelte ich unter anderem die Zollangebote, die das Herzst\u00fcck eines solchen Vertrages sind. Nach einer beruflichen Zwischenstation wurde ich 2019 erneut Chefunterh\u00e4ndler und schied im Dezember 2025 aus.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Wie sah Ihre Arbeit als Chefunterh\u00e4ndler genau aus?<\/p>\n<p><b>Schlegelmilch:<\/b> Der Chefunterh\u00e4ndler \u00fcberblickt und steuert die verschiedenen Verhandlungsgruppen, die zu einzelnen Themen wie Zollreduzierung, Zugang zu \u00f6ffentlichen Auftr\u00e4gen oder Markt\u00f6ffnung f\u00fcr Dienstleister verhandeln, und stellt sicher, dass die Verhandlungen vorankommen. Stocken sie in einzelnen Gruppen, ber\u00e4t er mit den Entscheidungstr\u00e4gern, welche Kompromisse politisch machbar sind. In diesem Fall der EU-Kommissar f\u00fcr Handel, aber auch Vertreter der EU-Mitgliedstaaten. Zugleich arbeitete ich eng mit den Verhandlern der Gegenseite zusammen, meist Staatssekret\u00e4re aus den Mercosur-Staaten. Die mussten sich ihrerseits r\u00fcckversichern, ob ihre Minister die Ergebnisse politisch mittragen.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Einige Abgeordnete sagen, sie h\u00e4tten gegen das Abkommen gestimmt, weil sie sich mit diesem Schritt mehr Rechtssicherheit erhoffen. K\u00f6nnen Sie diese Begr\u00fcndung nachvollziehen?<\/p>\n<p><b>Schlegelmilch: <\/b>Das ist leider ein Vorwand. Denn die rechtlichen Bedenken wurden schon im Vorfeld der parlamentarischen Abstimmung ausger\u00e4umt. Andere EU-Freihandelsabkommen unter gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen sind bereits in Kraft getreten, so das Abkommen zwischen der EU und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/editorial.one\/editor\/welt\/article\/693f7fcbf679420e000b4fa9\/edit\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/editorial.one\/editor\/welt\/article\/693f7fcbf679420e000b4fa9\/edit&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chile<\/a> vom letzten Jahr. Dass durch die Pr\u00fcfung beim Europ\u00e4ischen Gerichtshof weitere rechtliche Bedenken auftauchen, halte ich f\u00fcr sehr unwahrscheinlich.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Worum ging es dann?<\/p>\n<p><b>Schlegelmilch:<\/b> Die Abweichler wollten sich meines Erachtens vor der Verantwortung dr\u00fccken. Sie haben dem Druck eines kleinen, aber lauten Teils der W\u00e4hler nachgegeben, der seinen Unmut etwa durch Bauernproteste kundtat. Die extreme Rechte in Europa, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus6969fd616b40895ba7f6fa6f\/frankreich-in-der-krise-sprachlos-wuetend-angeekelt-wie-die-dauerkrise-die-franzosen-paralysiert.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus6969fd616b40895ba7f6fa6f\/frankreich-in-der-krise-sprachlos-wuetend-angeekelt-wie-die-dauerkrise-die-franzosen-paralysiert.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in Frankreich zum Beispiel Marine Le Pen<\/a>, befeuert den Mythos, das Abkommen verrate Europas Landwirte und \u00fcberschwemme den Markt mit billigen Importen aus den Mercosur-Staaten. Das ist zwar absolut falsch, aber als Drohkulisse wirkm\u00e4chtig. Die Abweichler f\u00fcrchteten, das Abkommen k\u00f6nne ein Brandbeschleuniger f\u00fcr dieses Narrativ sein, das am Ende den rechten Parteien nutzt. Indem sie das Abkommen an den Europ\u00e4ischen Gerichtshof verweisen, gewinnen sie Zeit, und entziehen sich einer klaren Positionierung.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Sind die Sorgen der europ\u00e4ischen Landwirte wirklich unbegr\u00fcndet?<\/p>\n<p><b>Schlegelmilch:<\/b> Niemand bestreitet, dass das Abkommen auch Nachteile f\u00fcr Landwirte hat, es gibt bei einigen Produkten etwas mehr Konkurrenz durch Importe. Doch die Mengen, um die es geht, sind im Verh\u00e4ltnis marginal und streng begrenzt. Nur ein bis zwei Prozent des j\u00e4hrlichen Verbrauchs in Europa d\u00fcrfen die Mercosur-Staaten zuk\u00fcnftig bei sogenannten sensiblen G\u00fctern wie Rindfleisch oder Gefl\u00fcgel einf\u00fchren. Bei Rindfleisch reden wir von 200 g pro EU-B\u00fcrger. Das kann den europ\u00e4ischen Markt nicht destabilisieren. Im Gegenzug erhielten etwa europ\u00e4ische Industrieprodukte und Dienstleister vollen Marktzugang in zukunftstr\u00e4chtigen M\u00e4rkten wie Brasilien oder Argentinien. Wer sich ernsthaft mit dem Abkommen befasst hat, wei\u00df, dass die Vorstellung, Mercosur \u00fcberschwemme Europas M\u00e4rkte, Desinformation ist. Vor diesem Hintergrund ist es umso schwerer zu verstehen, wie einige Abgeordnete sich faktisch dieser Desinformation anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Von den Gr\u00fcnen im Europ\u00e4ischen Parlament, die teils gegen das Abkommen gestimmt haben, ist zu h\u00f6ren, ihre Partei werde unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig scharf kritisiert. Schlie\u00dflich h\u00e4tten auch andere demokratische Parteien mit den Rechtsextremen gestimmt. Haben die Gr\u00fcnen damit recht?<\/p>\n<p><b>Schlegelmilch:<\/b> Teilweise. Auch bei Renew und bei EVP (liberale und Mitte-rechts-Parteienzusammenschl\u00fcsse im Europ\u00e4ischen Parlament, Anm. d. Red.) gab es viele Abweichler, deren Gr\u00fcnde ebenso wenig \u00fcberzeugen. Ich glaube, den Gr\u00fcnen ist ihr eigener moralischer Anspruch zum Verh\u00e4ngnis geworden. Sie stellen zumindest in Deutschland \u2013 meiner Ansicht nach berechtigterweise \u2013 sehr hohe moralische Anspr\u00fcche, ganz besonders in der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus6971dd25568b91954b0eae52\/die-gruenen-und-mercosur-auf-nimmerbrandmauersehen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus6971dd25568b91954b0eae52\/die-gruenen-und-mercosur-auf-nimmerbrandmauersehen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Brandmauer-Debatte<\/a>. Sie haben sich als die Speerspitze dieser Haltung exponiert und bisher jede Zusammenarbeit mit rechtsextremen Kr\u00e4ften scharf verurteilt. Bei der Abstimmung im Europ\u00e4ischen Parlament wurden sie diesem Anspruch nicht gerecht. Entsprechend laut f\u00e4llt nun die Kritik aus.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Sie hatten jahrelang engen Kontakt mit hochrangigen Verhandlern in den Mercosur-Staaten. Wie blicken die auf die Entscheidung des EU-Parlaments?<\/p>\n<p><b>Schlegelmilch: <\/b>Einerseits mit Fassungslosigkeit, andererseits legen sie weiter eine bewundernswerte Geduld an den Tag. Es ist nicht die erste Verz\u00f6gerung, die sie verkraften m\u00fcssen. Die EU hat die Verhandlungen mehrfach ausgesetzt und sp\u00e4ter mit hohen zus\u00e4tzlichen Forderungen, vor allem zur Nachhaltigkeit, wieder aufgenommen. Zwischen dem Abschluss der Verhandlungen und der Vorlage zur Ratifizierung verging abermals ein Jahr. All das haben sie mitgemacht. Zum einen, weil sie wissen, dass die EU nie schnell ist. Zum anderen, weil sie das Abkommen unbedingt wollen.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Warum?<\/p>\n<p><b>Schlegelmilch:<\/b> Die Mercosur-Staaten, vor allem Brasilien und Argentinien, sehen das Abkommen strategischer als viele Europ\u00e4er. Brasilien, ein Land mit hohen Zollschranken, ist in hohem Ma\u00dfe bereit, europ\u00e4ische Konkurrenz auf seinen M\u00e4rkten zuzulassen. Es glaubt daran, dass das Abkommen die eigene Wirtschaft wettbewerbsf\u00e4higer macht. Bemerkenswert ist, dass das selbst f\u00fcr sensible Branchen wie die brasilianische Autoindustrie gilt. Sie nehmen daf\u00fcr sogar in Kauf, dass Europa, wie oben dargelegt, einige Marktsegmente wie die Landwirtschaft nur geringf\u00fcgig \u00f6ffnet. Sie tun das, weil sie uns im Zweifelsfall f\u00fcr verl\u00e4ssliche Partner halten. Jedenfalls verl\u00e4sslicher als manche andere.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Wie wirkt sich der Schlingerkurs bei Mercosur auf weitere Verhandlungen \u00fcber Freihandelsabkommen, etwa mit Indien oder Australien, aus?<\/p>\n<p><b>Schlegelmilch:<\/b> Letztlich geht es um Glaubw\u00fcrdigkeit. Jeder Verhandlungspartner der EU muss in seinem Heimatland rechtfertigen, dass eine Markt\u00f6ffnung lohnt und die Abkommen auch der eigenen Wirtschaft z\u00e4hlbare Vorteile bringen. Das gelingt nur, wenn die Verhandlungen vorankommen und Abkommen auch in Kraft treten. Kommt die EU nicht zu Potte, leidet ihre Glaubw\u00fcrdigkeit. Beim <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/editorial.one\/editor\/welt\/article\/69788166707d4aa207582b92\/edit\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/editorial.one\/editor\/welt\/article\/69788166707d4aa207582b92\/edit&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Abkommen mit Indien <\/a>spielt Landwirtschaft eine untergeordnete Rolle, deswegen lassen sich die Inder durch die Verz\u00f6gerungen bei Mercosur vermutlich kaum verunsichern. Australien hingegen hat erhebliche landwirtschaftliche Interessen und schaut genau hin.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Tritt das Abkommen am Ende doch noch regul\u00e4r in Kraft?<\/p>\n<p><b>Schlegelmilch: <\/b>Der Europ\u00e4ische Rat, das hei\u00dft die EU\u2011Mitgliedstaaten, haben ja schon positiv entschieden. Ich ma\u00dfe mir nicht an, f\u00fcr das EU-Parlament zu sprechen. Aber in Europa gibt es starke politische Kr\u00e4fte, angefangen bei der Bundesregierung, die alles daf\u00fcr tun, das Abkommen am Leben zu halten. Wann die Schlussabstimmung im Parlament stattfindet, ist momentan v\u00f6llig offen. Die weltpolitische Lage wird sich bis dahin kaum entspannen, eher noch versch\u00e4rfen. Die Argumente, die schon jetzt f\u00fcr einen Abschluss gesprochen h\u00e4tten, bleiben bestehen. Das Wachstum schw\u00e4chelt. Die Exporte in die USA sind zuletzt deutlich gesunken. Auch nach China brechen sie in wichtigen Sektoren ein. Wir m\u00fcssen schauen, wo wir \u00fcberhaupt noch handlungsf\u00e4hig sind und wo wir neue wirtschaftliche Spielr\u00e4ume schaffen. Als Berufsoptimist glaube ich, dass sich diese Logik am Ende durchsetzt.<\/p>\n<p><b>Jan H. Rosenkranz ist seit November 2025 Volont\u00e4r bei WELT im Ressort Au\u00dfenpolitik.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kaum ist das Mercosur-Abkommen unterzeichnet, legen EU-Abgeordnete es auf Eis. 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