{"id":779771,"date":"2026-02-07T19:45:22","date_gmt":"2026-02-07T19:45:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/779771\/"},"modified":"2026-02-07T19:45:22","modified_gmt":"2026-02-07T19:45:22","slug":"tausende-demonstrierten-in-berlin-fuer-einen-anderen-iran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/779771\/","title":{"rendered":"Tausende demonstrierten in Berlin f\u00fcr einen anderen Iran"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspCCnp tspCCnq\">Gibt es eine demokratische Zukunft f\u00fcr den Iran? Der Wunsch danach hat am Samstag jedenfalls Tausende am Brandenburger Tor zusammengef\u00fchrt. Bis zu 10.000 sch\u00e4tzte die Berliner Polizei in der Spitze. Viele von ihnen waren Exil-Iraner. Sie einte nicht nur die Gegnerschaft zum Mullah-Regime. Auch in der staatlichen Ordnung vor der fundamentalistischen Revolution von 1979 sehen sie keine L\u00f6sung f\u00fcr ihre Heimat. <\/p>\n<p>Tagesspiegel Checkpoint: Berlins beliebtester Newsletter<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/cp-icon.png\" alt=\"\" class=\"tspCFgx\"\/><\/p>\n<p class=\"tspCFn5\"> Der schnellste Berlin-\u00dcberblick von Montag bis Samstag. <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Die Demonstration richtete sich \u201egegen jede Form der Diktatur im Iran\u201c, sagte Sahar Sanaie, Mitorganisatorin des Protests, dem Tagesspiegel. Damit stellte sie sich auch gegen eine R\u00fcckkehr des Schah-Sohns an die Macht. \u201eReza Pahlavi ist kein Hoffnungstr\u00e4ger, er ist ein Opportunist, der sich auf die Welle der Freiheitsbewegung draufgesetzt hat\u201c, sagte Sanaie. Er habe sich zudem auf Kosten des iranischen Regimes bereichert. Nat\u00fcrlich k\u00f6nne Pahlavi in freien Wahlen im Iran kandidieren, aber er habe keinen Anspruch auf die Macht geerbt.<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Mit der Demonstration sollte Solidarit\u00e4t mit dem seit Jahrzehnten vom Mullah-Regime brutal unterdr\u00fcckten iranischen Volk bekundet werden. Au\u00dferdem sollte so Druck auf die europ\u00e4ischen Regierungen ausge\u00fcbt werden, gegen das Regime vorzugehen. Bei der j\u00fcngsten Protestwelle im Iran waren Tausende Regimegegner get\u00f6tet worden. <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Zu den Forderungen der Veranstalter z\u00e4hlte die Schlie\u00dfung aller Teheraner Botschaften in der EU. Zudem forderten sie, den Obersten F\u00fchrer Ali Khamenei wegen der tausenden toten Demonstranten vor einem internationalen Gericht anzuklagen. Zu den Mitorganisatoren z\u00e4hlte der in Paris ans\u00e4ssige Nationale Widerstandsrat Iran. <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Laut dem Deutschen Solidarit\u00e4tskomitee f\u00fcr einen freien Iran wurde die Demonstration von insgesamt 312 iranischen Vereinen aus mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern getragen. Ein Meer von iranischen Flaggen wehte kurz vor Beginn vor dem Brandenburger Tor. Viele Menschen trugen gelbe Westen mit der Aufschrift \u201eFree Iran\u201c.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1770493517_642_iran-mullah-demo.jpeg\"   alt=\"Iran Mullah Demo\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBZmq\"\/><\/p>\n<p class=\"tspBGkm\"> \u00a9 Tsp \/ Nico Preikschat <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">\u201eIhr seid der Widerstand des 21. Jahrhunderts\u201c, rief der fr\u00fchere belgische Premierminister und ehemalige Chef des Europ\u00e4ischen Rates, Charles Michel, den Demonstranten zu. Sie seien nicht allein, versprach er. \u201eEure Seite ist unsere Seite und eure Zukunft muss unsere gemeinsame Zukunft werden.\u201c Europa habe seine Lektion gelernt: Es sei eine Illusion gewesen, dass sich das Regime durch Reformen ver\u00e4ndern werde. Zu schweigen bedeute, sich zu T\u00e4tern zu machen. \u201eGibt es eine Alternative?\u201c, fragte Michel die Teilnehmer dreimal. Er meinte eine Alternative sowohl zum Schah- als auch zum Mullah-Regime. \u201eJa\u201c, schallt es zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Michel war nicht der einzige prominente Teilnehmer. Der ehemalige Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) sprach die \u201elieben iranischen Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger in Deutschland\u201c direkt an. \u201eSie geh\u00f6ren zu uns\u201c, rief er mit fester Stimme. \u201eWir werden alles tun, damit Ihr Kampf Erfolg hat\u201c, versprach Altmaier. \u201eEs gibt auf der ganzen Welt kein anderes Land, das seine eigenen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger so schrecklich behandelt wie das Mullah-Regime im Iran.\u201c\u00a0Alle Hoffnungen auf eine Reform dieses Regimes h\u00e4tten sich als falsch erwiesen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/free-iran-berlin.jpeg\" alt=\"free-iran-berlin\" aria-labelledby=\"caption-15228888\" width=\"620\" height=\"373\" loading=\"lazy\" class=\"tspBZmq\"\/> Vor dem Brandenburger Tor demonstrieren Menschen gegen das Mullah-Regime im Iran. <\/p>\n<p class=\"tspBGkm\"> \u00a9 Tsp \/ Nico Preikschat <\/p>\n<p> Danke-Sprechch\u00f6re f\u00fcr Altmaier <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">\u201eEs kann im Iran keinen Frieden und keine Freiheit geben, solange das Mullah-Regime existiert\u201c, sagte Altmaier. Deshalb brauche es einen \u201eRegimewechsel\u201c. \u201eBravo\u201c, rief jemand. Die Rede des ehemaligen Kanzleramtsministers kam im Publikum gut an, anders als Michel erntete er mehrmals gro\u00dfen Applaus. \u201eYou shall overcome \u2013 Sie werden gewinnen\u201c, rief Altmaier gegen Ende den Demonstranten zu. Auf seine Rede folgen \u201eDankesch\u00f6n\u201c-Sprechch\u00f6re.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1770483737_303_iran-demo-berlin-altmaier.jpeg\" alt=\"iran-demo-berlin-altmaier\" aria-labelledby=\"caption-15228971\" width=\"620\" height=\"623\" loading=\"lazy\" class=\"tspBZmq\"\/> Auch der ehemalige Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) sprach zu den Teilnehmern. <\/p>\n<p class=\"tspBGkm\"> \u00a9 Tsp \/ Nico Preikschat <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">\u201eIhr habt keinen Platz in dieser Welt\u201c, rief die FDP-Politikerin und ehemalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger den Mullahs zu. \u201eDieses Regime muss isoliert werden.\u201c Auch sie gab der Menge ein Versprechen: \u201eWir vergessen nicht, was im Iran passiert.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Auch von der anderen Seite des Atlantiks kam an diesem Nachmittag Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Demonstranten. So Gott wolle, sagte Mike Pompeo, der zwischen 2018 und 2021 als Au\u00dfenminister unter Donald Trump diente, in einer Videobotschaft, werde das iranische Volk bald frei sein. Das sei auch im Interesse der USA. \u201eThank you, thank you\u201c, wurde nach seiner Rede gerufen.<\/p>\n<p> Eine Frau als Pr\u00e4sidentin? <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Als erste Rednerin hatte sich die Pr\u00e4sidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran, Maryam Rajavi von der B\u00fchne an die Menge gewandt. Viele Teilnehmer hielten Plakate mit ihrem Gesicht in die H\u00f6he. Rajavi, so erkl\u00e4rte es ein Teilnehmer, solle aus seiner Sicht als \u00dcbergangspr\u00e4sidentin dienen, sobald das Mullah-Regime gest\u00fcrzt sei. \u201eAber nur solange, bis das iranische Volk einen neuen Vertreter gew\u00e4hlt hat\u201c, erkl\u00e4rte er. Rajavi sprach Persisch, eine englische oder deutsche \u00dcbersetzung gab es nicht. W\u00e4hrend ihrer Rede brandete immer wieder Applaus auf. Rajavi wirkte zwischendurch sichtlich ger\u00fchrt, sie schien Tr\u00e4nen zur\u00fcckzuhalten. Nach Rajavis Rede wurde die iranische Nationalhymne gesungen. Der Applaus im Anschluss war gro\u00df.<\/p>\n<p> \u00a0\u201eWir brauchen eine demokratische Republik\u201c <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Was f\u00fcr eine Zukunft f\u00fcr den Iran stellen sich die Demonstranten vor, sollte das Regime fallen? \u201eWir brauchen eine demokratische Republik\u201c, sagte Reza, ein Mann mittleren Alters. Es brauche freie Wahlen und ein Vielparteiensystem, \u201eeben alles, was Europa hat\u201c. Auch die Todesstrafe m\u00fcsse abgeschafft werden.<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Er sei f\u00fcr diese Demonstration aus Norwegen angereist, erz\u00e4hlte Reza. Eines ist aus seiner Sicht ganz klar: Der \u00e4lteste Sohn des Schahs, Reza Pahlavi, sei keine Alternative zum Mullah-Regime, er vertrete nicht das iranische Volk. \u201eSein Vater war ein Diktator, sein Gro\u00dfvater auch\u201c, sagte Reza. \u201eNiemals hat er deren Verbrechen verurteilt.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Auch andere Demonstranten waren von weit her angereist, um an diesem Tag in Berlin dabei sein zu k\u00f6nnen. Keivan Najib, der eine \u201eFree Iran\u201c-M\u00fctze tr\u00e4gt, ist aus Belgien gekommen. Er habe Verwandte im Iran, einige davon h\u00e4tten an den j\u00fcngsten Protesten teilgenommen. Er sei im Iran aufgewachsen und im Alter von 33 Jahren nach Belgien ausgewandert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/free-iran-demo-berlin-teilnehmer.jpeg\" alt=\"free-iran-demo-berlin-teilnehmer\" width=\"620\" height=\"826\" loading=\"lazy\" class=\"tspBZmq\"\/><\/p>\n<p class=\"tspBGkm\"> \u00a9 Tsp \/ Nico Preikschat <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Vom Schah-Sohn h\u00e4lt der Mann, wie so viele hier, \u00fcberhaupt nichts. \u201eWenn das Schah-Regime damals gut funktioniert h\u00e4tte, wieso h\u00e4tten die Iraner dann eine Revolution gebraucht?\u201c, fragt er. Die Schah-Dynastie nennt er \u201efaschistisch\u201c. Dass mit Rajavi eine Frau an der Spitze des Widerstands stehe, ist aus seiner Sicht \u201eso wichtig\u201c.<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Nach zahlreichen Reden setzte sich gegen 15.45 Uhr der \u201eFreiheitsmarsch\u201c in Bewegung, angef\u00fchrt von den Trommlern, die sich bereits zu Beginn der Kundgebung lautstark bemerkbar gemacht hatten. \u201eWeg, weg, weg, die Mullahs m\u00fcssen weg\u201c, riefen die Teilnehmer. Manche Sprechch\u00f6re wurden in einer anderen Sprache skandiert, vermutlich Persisch.<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Der Gro\u00dfteil der Teilnehmer schien der iranischen Exil-Gemeinde anzugeh\u00f6ren. Es kamen aber auch Menschen, die keinen direkten Bezug zum Land haben. Brigitte Knopf und ihre Begleiterin Margrit zum Beispiel. Beide erz\u00e4hlen, dass sie zum ersten Mal bei einer Iran-Demonstration sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1770493522_217_free-iran-demo-berlin-teilnehmerinnen.jpeg\" alt=\"free-iran-demo-berlin-teilnehmerinnen\" aria-labelledby=\"caption-15229343\" width=\"620\" height=\"465\" loading=\"lazy\" class=\"tspBZmq\"\/> Brigitte Knopf und ihre Begleiterin Margrit waren mit den gelben M\u00fctzen und Schals mit der Aufschrift \u201eFree Iran\u201c ausgestattet, die sehr viele Teilnehmer trugen. Ein Verein habe diese Accessoires vor Beginn der Demonstration verteilt, erz\u00e4hlen sie. <\/p>\n<p class=\"tspBGkm\"> \u00a9 Tsp \/ Nico Preikschat <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Magrit zeigte sich erstaunt \u00fcber die Rolle, die der Pr\u00e4sidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran, Maryam Rajavi, zukommt: \u201eDie wollen eine Frau als Regierende, w\u00e4hrend das Regime selbst von M\u00e4nnern durchsetzt ist.\u201c Sie spreche kein Persisch, aber die Reden, die sie verstanden habe, h\u00e4tten ihr gefallen. Sogar die von Peter Altmaier, f\u00fcr den Margrit h\u00f6rbar keine gro\u00dfe Sympathie hegte. \u201eDer hat die Demonstranten echt unterst\u00fctzt\u201c, sagte sie. \u201eSo eine Rede h\u00e4tte er ruhig mal fr\u00fcher halten k\u00f6nnen, als er noch was zu sagen hatte\u201c, warf Knopf ein.<\/p>\n<p>Mehr \u00fcber die Entwicklung im Iran<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/chamenei-sollte-sehr-besorgt-sein-us-prasident-trump-warnt-irans-geistliches-oberhaupt-15220662.html?icid=topic-list_15228863___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" 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An einem Stand vor der Technischen Universit\u00e4t Berlin sei daf\u00fcr geworben worden, erz\u00e4hlt er. Au\u00dferdem habe er eine Freundin, die aus dem Iran nach Deutschland geflohen sei. Ihn bewege, \u201ewas ich in den Nachrichten \u00fcber den Iran h\u00f6re, wie schlimm die Situation dort ist\u201c, sagt Sehmsdorf. Dass so viele Menschen gekommen seien, habe ihn positiv \u00fcberrascht.<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Die Polizei begleitete die Demonstration mit 380 Einsatzkr\u00e4ften.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gibt es eine demokratische Zukunft f\u00fcr den Iran? 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