{"id":782093,"date":"2026-02-08T18:10:13","date_gmt":"2026-02-08T18:10:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/782093\/"},"modified":"2026-02-08T18:10:13","modified_gmt":"2026-02-08T18:10:13","slug":"eine-abrechnung-mit-der-angstindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/782093\/","title":{"rendered":"Eine Abrechnung mit der \u201eAngstindustrie\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspCCnp tspCCnq\">Kann das sein? Der demografische Wandel ist nicht das Problem, sondern der Umgang mit der alternden Gesellschaft? Und eine Rentenreform w\u00e4re sogar gef\u00e4hrlich, sofern k\u00fcnftig die Altersvorsorge auch vom Geschehen an den Kapitalm\u00e4rkten abh\u00e4ngt, wie sich das der Bundeskanzler w\u00fcnscht?<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">In seinem Buch \u201eDie erfundene Bedrohung\u201c spannt der Journalist Andreas Hoffmann einen Bogen von der Aufkl\u00e4rung bis zur Gegenwart. Seit Generationen warnten Bev\u00f6lkerungsforscher vor einem \u201eLand der Faltigen und Wei\u00dfhaarigen\u201c und prophezeiten den <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/der-grosse-check-mit-zahlen-und-fakten-so-gut-ist-das-deutsche-rentensystem-im-vergleich--oder-auch-nicht-15078295.html?icid=in-text-link_15191943\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zusammenbruch der Rentenkasse<\/a>. \u201eDie Katastrophe aber will und will nicht eintreten\u201c, schreibt Hoffmann.  <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Also alles Bl\u00f6dsinn, was \u00d6konomen, Sozialwissenschaftler und Politiker Tag f\u00fcr Tag unters Volk bringen? Ja, ist Hoffmann \u00fcberzeugt, und bringt Donald Trump ins Spiel. Dessen st\u00e4ndiger Behauptung, ihm sei 2020 der Wahlsieg gestohlen worden, h\u00e4tten schlie\u00dflich auch viele seiner W\u00e4hler geglaubt. Anders gesagt: Wiederholungen schaffen \u201eWahrheiten\u201c. <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Hoffmann, der f\u00fcr den Tagesspiegel, die \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c und den \u201eStern\u201c gearbeitet hat, attackiert forsch die Protagonisten der Demografie- und Rentendebatte. Hauptvorwurf: Die Gegenwart werde einfach in die Zukunft fortgeschrieben.<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Er zitiert den \u00d6konomie-Nobelpreistr\u00e4ger Daniel Kahneman\u00a0(\u201eMan sollte nicht viel von Experten halten, die langfristige Prognosen erstellen.\u201c) und geht mit diesen Experten ins Gericht. Als ersten kn\u00f6pft Hoffmann sich den Briten <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/vergreisende-gesellschaften-hilfe-wir-altern-und-werden-weniger-15043734.html?icid=in-text-link_15191943\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Thomas R. Malthus<\/a> vor, der Ende des 18. Jahrhunderts vor \u00dcberbev\u00f6lkerung warnte und dessen Thesen sp\u00e4ter Darwinisten, Eugenikern und Rassisten aufgriffen.   <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">\u201eDie Ober- und Mittelschicht f\u00fcrchtete die Armen, weil sie sich kr\u00e4ftig vermehrten\u201c, blickt Hoffmann zur\u00fcck. Malthus, selbst ein reicher Mann, habe Armut zur Privatsache erkl\u00e4rt, \u201esodass nicht mehr der Staat schuld war, sondern der und die Einzelne\u201c. Diese Sichtweise schwinge \u201eauch heute in der <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/osterreich-als-vorbild-dgb-diskutiert-uber-die-zukunft-des-sozialstaats-15199474.html?icid=in-text-link_15191943\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Debatte um den Sozialstaat <\/a>unterschwellig mit\u201c. <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Zu Malthus\u2019 Zeit lebten etwa eine Milliarde Menschen, heute sind es gut acht Milliarden. Damals litten 85 Prozent unter Armut, heute sind es acht bis neun Prozent. Mithilfe solcher Zahlen widerlegt Hoffmann die Demografiealarmisten des 18. und 19. Jahrhunderts. <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Der Autor m\u00f6chte sein Buch (Goldegg Verlag, 220 Seiten, Hardcover, 23,50 Euro) verstanden wissen als Stellungnahme gegen die \u201eAngstindustrie\u201c, die sich aus einem einfachen Grund pr\u00e4chtig entwickelt habe: Wer Angst verbreitet, der wird geh\u00f6rt. \u201eBad News are Good News\u201c, das wei\u00df jeder Journalist. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/c-gordon-welters-2.jpeg\"   alt=\"Andreas Hoffmann, Journalist und Buchautor. Quelle: Goldegg Verlag\/Gordon Welters\" aria-labelledby=\"caption-15195008\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBZmq\"\/> Der Journalist und Buchautor Andreas Hoffmann.  <\/p>\n<p class=\"tspBGkm\"> \u00a9 Goldegg Verlag\/Gordon Welters <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Angst ist gut f\u00fcrs Gesch\u00e4ft. Hoffmann erinnert an den Bestseller <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/potsdam\/potsdam-kultur\/demografie-und-politik-loffeln-im-methusalem-kompott-8797108.html?icid=in-text-link_15191943\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eMethusalem-Komplott\u201c,<\/a> in dem der \u201eFAZ\u201c-Journalist Frank Schirrmacher 2003 einen dramatischen Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang prophezeite; das Buch kauften 700.000 Menschen. <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Mehr als 1,5 Millionen Mal ging <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/bilanz-zu-bestseller-sarrazin-starke-der-afd-weckruf-fur-spd-und-cdu-13190566.html?icid=in-text-link_15191943\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Thilo Sarrazins \u201eDeutschland schafft sich ab\u201c<\/a> einige Jahre sp\u00e4ter und mit populistisch-rassistischen T\u00f6nen vermarktet \u00fcber den Ladentisch. 2025, sagte Sarrazin voraus, w\u00fcrden hierzulande nur noch 77,9 Millionen Menschen leben und 29,8 Millionen erwerbst\u00e4tig sein.<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Tats\u00e4chlich wuchs die Bev\u00f6lkerung seit 2010 um gut drei Millionen auf 83,6 Millionen Ende 2024; die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen stieg auf 46 Millionen. <\/p>\n<blockquote class=\"tspCTpm\">\n<p>Zwei Beitragszahler finanzieren eine Rentnerin, und das, obwohl wir seit der Jahrtausendwende drei Millionen Rentner mehr haben.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCTpn\"><strong>Andreas Hoffmann<\/strong>, Journalist und Buchautor<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Manche demografischen Daten sind eindeutig: Wir werden heute rund drei Jahrzehnte \u00e4lter als die Menschen des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig gibt es weniger Kinder: Eine Frau gebar Anfang des 19. Jahrhunderts im Schnitt <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/vergreisende-gesellschaften-hilfe-wir-altern-und-werden-weniger-15043734.html?icid=in-text-link_15191943\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">4,2 Kinder, heute sind es 1,35.<\/a> Kurzum: Immer weniger Junge m\u00fcssen immer mehr Alte finanzieren. <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Das ist f\u00fcr Hoffmann kein Problem, da mehr Erwerbst\u00e4tige in die Rentenkasse zahlen. Ihre Zahl stieg von 27,8 Millionen (2000) auf 34,8 Millionen (2024). Das Verh\u00e4ltnis zwischen Beitragszahlenden und Rentnern liege deswegen seit dem Jahr 2000 stabil bei zwei zu eins. \u201eZwei Beitragszahler finanzieren eine Rentnerin, und das, obwohl wir seit der Jahrtausendwende drei Millionen Rentner mehr haben\u201c, schreibt Hoffmann.<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Die Beitr\u00e4ge zur <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/armutsrisiko-pflege-so-viel-mussten-sie-fur-den-pflegeheimplatz-ihrer-angehorigen-bezahlen-15167904.html?icid=in-text-link_15191943\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krankenkasse und f\u00fcr die Pflegeversicherung<\/a> steigen, weil die Politik zus\u00e4tzliche Leistungen eingef\u00fchrt hat und weil Pflegekr\u00e4fte viel besser bezahlt werden als vor zehn Jahren. Die Rentenbeitr\u00e4ge jedoch sind in den vergangenen 25 Jahren gesunken, von 20,3 Prozent des Bruttolohns (1999) auf 18,6 Prozent (2025).<\/p>\n<blockquote class=\"tspCTpm\">\n<p>Die gesamten Ausgaben f\u00fcr die Alterssicherung liegen, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, stabil bei zehn Prozent.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCTpn\"><strong>Andreas Hoffmann<\/strong>, Journalist und Buchautor<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Und das erkl\u00e4rt sich offenbar nicht mit einem h\u00f6heren Zuschuss der Steuerzahler f\u00fcr die Rentenversicherung. Zuletzt kamen 123 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt. \u201eDer Staat steuert \u00e4hnlich viel bei wie fr\u00fcher\u201c, konstatiert Hoffmann. \u201eDie gesamten Ausgaben f\u00fcr die Alterssicherung liegen, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, stabil bei zehn Prozent.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Trotz der alternden Gesellschaft und obwohl seit 1999 Katastrophen von der weltweiten Finanzkrise \u00fcber Corona bis zum Ukrainekrieg zu \u00fcberstehen waren, sei das Rentensystem \u201eerstaunlich stabil\u201c, res\u00fcmiert der Journalist und Volkswirt. <\/p>\n<p>Lesermeinungen zum Artikel<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">\u201eIch hab meine Altersvorsorge diversifiziert: Lebensversicherungen, Aktienfonds, Unternehmensbeteiligungen und die<strong> gesetzliche Rente<\/strong>. <strong>Letzteres ist das einzige, was sich wirklich gelohnt hat.<\/strong> Und mir jedes Jahr eine sicheres Ruhegeld bringt<strong>. Ohne Wenn und Aber und Streit und Bangen um Aussch\u00fcttungen<\/strong>, R\u00fccklagen, etc. Und mit Zuw\u00e4chsen jedes Jahr. So gering sie auch sein m\u00f6gen, <strong>sie sind sicher und finden statt.<\/strong>\u201c<\/p>\n<p>Sie m\u00f6chten darauf antworten?<strong>\u00a0Hier gelangen Sie <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/es-gibt-nichts-besseres-als-die-gesetzliche-rente-eine-abrechnung-mit-der-angstindustrie-15191943.html?commentId=271e5044-3796-4ea4-9bd1-33c6d8150bfc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">direkt zur Diskussion mit User Michaelm<\/a><\/strong><\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Mit einer Flut an Zahlen und Daten st\u00fctzt Hoffmann seine Argumentation; das l\u00e4sst sich bei dem Untersuchungsgegenstand wohl nicht vermeiden. Wie es sich f\u00fcr einen \u201eStern\u201c-Autor geh\u00f6rt, macht er die schwere Kost vertr\u00e4glich mit s\u00fcffigen Anmerkungen und Freude am Angriff. Die Mischung aus Fakten, Ironie und Polemik macht die Lekt\u00fcre kurzweilig. Manche These ploppt indes reichlich steil auf.  <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">\u201eDie Welt ist niemals untergegangen, weil zu viele oder zu wenige Kinder geboren wurden, aber die Welt ger\u00e4t manchmal ins Wanken, weil zu viele Experten ihre Prognosen als Wahrheiten verkaufen\u201c, schreibt Hoffmann.<\/p>\n<blockquote class=\"tspCTpm\">\n<p>Die liberale Mitte bereitet ihren Untergang vor, weil von dem ,Weniger\u2019 nur die Populisten gewinnen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCTpn\"><strong>Andreas Hoffmann<\/strong>, Journalist und Buchautor<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Wer st\u00e4ndig \u00fcber Kosten und K\u00fcrzungen der sozialen Systeme rede, wie derzeit der Wirtschaftsfl\u00fcgel der Union, der gef\u00e4hrde die Demokratie: Die Menschen bek\u00e4men das Gef\u00fchl, sich im Alter, bei Krankheit oder Pfleged\u00fcrftigkeit <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/das-elend-einer-geplunderten-versicherung-pflege-brauchen-heisst-wieder-arm-zu-werden-14061533.html?icid=in-text-link_15191943\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nicht mehr auf den Staat verlassen<\/a> zu k\u00f6nnen. \u201eMit dieser Art von Politik bereitet die liberale Mitte ihren Untergang vor, weil von dem ,Weniger\u2019 nur die Populisten gewinnen\u201c, glaubt Hoffmann. <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Zwischen 1985 und 2025 wuchs der Beitragssatz f\u00fcr alle Sozialversicherungen von 35,1 Prozent auf 41,9 Prozent. Kein Problem, findet Hoffmann: Dem Arbeitsmarkt h\u00e4tten die h\u00f6heren Beitr\u00e4ge nicht geschadet, er wuchs von 27,6 Millionen (1985) auf 46 Millionen Arbeitspl\u00e4tze (2024). Dieser Umstand sei ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Tragf\u00e4higkeit der sozialen Systeme. <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">\u201eDie Zahl der K\u00f6pfe ist nicht entscheidend, entscheidend ist, was ein Staat mit diesen K\u00f6pfen anstellt\u201c, schreibt Hoffmann. Gemeint sind Bildung, Investitionen und Innovationen. Am Beispiel der Landwirtschaft beschreibt er die Wirkung steigender Produktivit\u00e4t. \u201e1950 versorgte ein Bauer etwa zehn Menschen, mittlerweile k\u00f6nnte eine B\u00e4uerin zwischen 139 und 150 Menschen ern\u00e4hren.\u201c <\/p>\n<p> Ohne Zuwanderung geht es nicht <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Deutschland werde zwar seit 1990 \u00e4lter, doch seitdem \u201estieg die Arbeitsproduktivit\u00e4t um 46 Prozent\u201c. Und dann gibt es ja auch noch die  Zuwanderung. <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/arbeitskrafte-aus-dem-nahen-osten-neue-partnerschaft-erleichtert-immigration-15030512.html?icid=in-text-link_15191943\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ohne Migration w\u00fcrde die alternde Gesellschaft irgendwann kollabieren<\/a>. <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Seit 1990 kommen jedes Jahr rund 300.000 Menschen ins Land. Nach Angaben der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit gehe der Zuwachs an sozialversicherungspflichtiger Besch\u00e4ftigung \u201ebei M\u00e4nnern zu 75 Prozent auf ausl\u00e4ndische Besch\u00e4ftigte zur\u00fcck\u201c, bei Frauen seien es 49 Prozent. Die Frauenerwerbst\u00e4tigkeit kletterte im \u00dcbrigen von 59,5 Prozent (2005) auf 72 Prozent (2021), was sich auch mit der zunehmenden Zahl der Kitapl\u00e4tze erkl\u00e4rt. <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">\u201eEs gibt nichts Besseres f\u00fcr die Altersversorgung als die gesetzliche Rente\u201c, ist Hoffmann \u00fcberzeugt. \u201eAls vor \u00fcber 135 Jahren im Kaiserreich die Rentenversicherung entstand, glaubte der Staat, dass er die Vorsorge eben nicht dem B\u00fcrger \u00fcberlassen sollte, weil das nicht funktioniert. Das Kollektiv sollte helfen, wo der Einzelne \u00fcberfordert ist.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Die von weiten Teilen der Politik und der \u00d6konomie vorgeschlagene <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/pflichtversicherung-fur-stationare-pflege-vier-fragen-zur-zukunft-der-pflegeversicherung-13989134.html?icid=in-text-link_15191943\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vorsorge am Kapitalmarkt<\/a> erkl\u00e4rt Hoffmann mit Eigeninteresse: \u201eKapitaldeckung freut Banken und Versicherer, weil sie mehr Gesch\u00e4ft machen, Kapitaldeckung freut Unternehmerinnen, weil sie weniger Abgaben zahlen, und Kapitaldeckung freut Konservative und Liberale, weil der Staat Geld spart.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/norbert-blum-klebt-rentenplakat.jpeg\"   alt=\"ARCHIV - Bundesarbeitsminister Norbert Bl\u00fcm greift am 21.4.1986 auf dem Bonner Marktplatz zum Leimpinsel, um das erste Plakat einer Informations-Aktion zur Sicherheit der Renten auf eine Litfa\u00dfs\u00e4ule zu kleben. Der Text des Plakates lautet:\u00ab... denn eins ist sicher: Die Rente\u00bb.    Foto:\u00a0Peter Popp\/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit\" aria-labelledby=\"caption-10816504\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBZmq\"\/> Bundesarbeitsminister Norbert Bl\u00fcm warb 1986 f\u00fcr die umlagenfinanzierte Rente.  <\/p>\n<p class=\"tspBGkm\"> \u00a9 dpa\/Peter Popp <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Popul\u00e4ren Rentenwissenschaftlern wie Axel B\u00f6rsch-Supan, Martin Werding und Bernd Raffelh\u00fcschen darf man Hoffmann zufolge nur begrenzt glauben: \u201eSie arbeiteten oft f\u00fcr Banken, Versicherer, Finanzfirmen.\u201c Der ehemalige Arbeits- und Sozialminister Norbert Bl\u00fcm (\u201eDie Rente ist sicher!\u201c) von der CDU hatte schon in den 1980er Jahren der Versicherungslobby das zielgerichtete Schlechtreden der umlagenfinanzierten Rente vorgeworfen. <\/p>\n<p>Mehr zur Rente<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/lifestyle-und-die-ideen-aus-der-cdu-so-verhindert-man-reformen-15211589.html?icid=topic-list_15191943___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" data-hydrate-props=\"{&amp;escapedquot;element&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;type&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;relatedContent&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;fieldMap&amp;escapedquot;:{},&amp;escapedquot;relation&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;fields&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;isPaid&amp;escapedquot;:true},&amp;escapedquot;href&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;\/politik\/lifestyle-und-die-ideen-aus-der-cdu-so-verhindert-man-reformen-15211589.html&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;teaserTitle&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;kicker&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;\u201eLifestyle\u201c und die Ideen aus der CDU&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;headline&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;So verhindert man 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F\u00fcr jeden Bundestagsabgeordneten des Finanzausschusses gebe es laut Berechnungen der B\u00fcrgerinitiative Finanzwende zehn Lobbyisten von Banken und Versicherern. Einige davon, kritisieren Gewerkschaften, h\u00e4tten es sogar in die regierungsamtliche Rentenkommission geschafft.  <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">An Hoffmanns Buch h\u00e4tte Bl\u00fcm, der 2020 verstarb, viel Freude gehabt. Das ist sicher. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kann das sein? Der demografische Wandel ist nicht das Problem, sondern der Umgang mit der alternden Gesellschaft? Und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":782094,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[6892,29,106,775,30,141,13,14,15,379,12,36431,10,8,9,11],"class_list":["post-782093","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-altersvorsorge","tag-deutschland","tag-donald-trump","tag-friedrich-merz","tag-germany","tag-gesundheit","tag-headlines","tag-nachrichten","tag-news","tag-rente","tag-schlagzeilen","tag-thilo-sarrazin","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116036359070080596","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/782093","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=782093"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/782093\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/782094"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=782093"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=782093"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=782093"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}