{"id":784351,"date":"2026-02-09T15:52:21","date_gmt":"2026-02-09T15:52:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/784351\/"},"modified":"2026-02-09T15:52:21","modified_gmt":"2026-02-09T15:52:21","slug":"wegner-fordert-offene-debatte-ueber-gewalt-an-frauen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/784351\/","title":{"rendered":"Wegner fordert offene Debatte \u00fcber Gewalt an Frauen"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspCCnp tspCCnq\">Can S\u00fcr\u00fcc\u00fc war f\u00fcnf Jahre alt, als seine Mutter Hatun in Berlin ermordet wurde. Einer ihrer Br\u00fcder erschoss sie am 7. Februar 2005 an einer Bushaltestelle in Tempelhof. Gegen den Willen ihrer Familie hatte die Deutsch-T\u00fcrkin ihr Kopftuch abgelegt und einen Beruf gelernt. \u201eIch bin stolz auf meine Mama\u201c, sagte Can S\u00fcr\u00fcc\u00fc bei einer Veranstaltung im Roten Rathaus anl\u00e4sslich ihres 21. Todestags.<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Hatun S\u00fcr\u00fcc\u00fcs Tod l\u00f6ste Entsetzen aus und eine Diskussion um patriarchale Strukturen in muslimischen Einwandererfamilien, die bis heute anh\u00e4lt. Ihr Sohn Can, der heute in der N\u00e4he von Stuttgart lebt, hat sich mit der Geschichte seiner Mutter und ihrer gemeinsamen Zeit zuletzt immer wieder besch\u00e4ftigt und sich auf Youtube, Tiktok und Instagram dazu ge\u00e4u\u00dfert. Es sei ihm darum gegangen, als Sohn Stellung zu nehmen und daf\u00fcr zu sorgen, dass sie nicht in Vergessenheit gerate, sagte er.\u00a0<\/p>\n<p> Spurensuche in Berlin\u00a0 <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Aus diesem Grund sei er auf Spurensuche gegangen nach der Zeit, in der er mit seiner Mutter in Tempelhof gelebt habe. Es sei ihm darum gegangen, sich die Vergangenheit zur\u00fcckzuholen. In seinen Videobeitr\u00e4gen erz\u00e4hlt er etwa von dem Spielplatz, auf dem er mit seiner Mutter war, der Kita, die er besucht hat, von der Wohnung, in der sie gelebt haben. Er habe viele Reaktionen auf seine Beitr\u00e4ge bekommen, fast ausschlie\u00dflich positive und oft von jungen Frauen, die ihm ihre Geschichte erz\u00e4hlen wollten.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Berlins Regierender B\u00fcrgermeister Kai Wegner (CDU) sieht bei dem Thema dringenden Diskussionsbedarf. \u201eHatun S\u00fcr\u00fcc\u00fc war kein Einzelfall\u201c, sagte er. \u201eGenau deshalb ist es gut, dass wir dar\u00fcber sprechen.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Wegner forderte eine offene Diskussion \u00fcber die Hintergr\u00fcnde solcher Morde gegen Frauen aus muslimischen Familien. \u201eIch glaube, es ist wichtig, Dinge beim Namen zu nennen, um Probleme zu l\u00f6sen. Wenn ich zu einem Arzt gehe, der keine Diagnose stellt, wird er mich auch nicht behandeln k\u00f6nnen\u201c, sagte der CDU-Politiker. \u201eDeswegen m\u00fcssen sogenannte Ehrenmorde beim Namen benannt werden.\u201c\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Wegner sagte, auch in Berlin gebe es Bedrohungen von jungen Frauen und M\u00e4dchen und Gewalt gegen sie. \u201eAuch im Namen der sogenannten Ehre. Das passt nicht zu unserer freiheitlichen Art des Zusammenlebens. Das sind Dinge, wo wir ranm\u00fcssen, die wir nicht l\u00e4nger verschleiern d\u00fcrfen.\u201c\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">2024 sind laut offizieller Statistik in Berlin insgesamt acht Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner get\u00f6tet worden. Zwei weitere Frauen wurden in dem Jahr laut Polizei von einem Familienmitglied oder einem Angeh\u00f6rigen umgebracht. Alle T\u00e4ter waren M\u00e4nner.\u00a0<\/p>\n<p> Bedrohung von Frauen ist nicht Vergangenheit <\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Wegner bedankte sich ausdr\u00fccklich bei Can S\u00fcr\u00fcc\u00fc: \u201eIch bin wahnsinnig beeindruckt, wie du mit der Geschichte, mit dem Leben deiner Mutter umgehst\u201c, sagte er. \u201eDas Schicksal deiner Mama hat mich damals auch umgehauen.\u201c Es sei wichtig zu erz\u00e4hlen, was passiert sei.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Sevil Yildirim vom Projekt MaDonna M\u00e4dchentreff in Neuk\u00f6lln erg\u00e4nzte, Themen wie Zwangsheirat seien kein Nischenproblem. Und f\u00fcr diejenigen, die sich nicht beugten, sei das Risiko real, ermordet zu werden &#8211; zum Teil nicht in Deutschland, sondern in ihren Heimatl\u00e4ndern. Wichtig sei, f\u00fcr Frauen, die auf diese Weise bedroht seien, in Berlin noch mehr Schutzr\u00e4ume zu schaffen.<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">In solchen F\u00e4llen gehe es nicht um einen Mord, den nur ein einzelner zu verantworten habe. \u201eDie ganze Familie beschlie\u00dft, jemanden zu ermorden\u201c, sagte sie. Yilderim pl\u00e4dierte daf\u00fcr, solche F\u00e4lle nicht mit dem allgemeinen Begriff Femizid zu bezeichnen, der dem Hintergrund nicht gerecht werde.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Auch Bildungssenatorin Katharina G\u00fcnther-W\u00fcnsch (CDU) sagte, das Thema habe nicht an Dringlichkeit und Gewicht verloren. \u201eDas Erste, was wir machen m\u00fcssen, ist, es auszusprechen.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260209-930-662356\/3<\/p>\n<p class=\"tspCCnp\">Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Can S\u00fcr\u00fcc\u00fc war f\u00fcnf Jahre alt, als seine Mutter Hatun in Berlin ermordet wurde. 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