{"id":784950,"date":"2026-02-09T21:24:10","date_gmt":"2026-02-09T21:24:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/784950\/"},"modified":"2026-02-09T21:24:10","modified_gmt":"2026-02-09T21:24:10","slug":"antidepressiva-koennten-demenz-verlauf-beschleunigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/784950\/","title":{"rendered":"Antidepressiva k\u00f6nnten Demenz-Verlauf beschleunigen"},"content":{"rendered":"<p>Eine gro\u00dfe schwedische Studie findet einen Zusammenhang zwischen Antidepressiva-Einnahme und schnellerem kognitiven Verfall bei Demenzpatienten. Die Ursache bleibt jedoch unklar.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe schwedische Studie zeigt einen beunruhigenden Zusammenhang: Die Einnahme von Antidepressiva bei Demenz geht mit einem schnelleren kognitiven Abbau einher. Die Forscher betonen jedoch, dass die Ursache noch unklar ist.<\/p>\n<p>Studie mit Zehntausenden Patienten<\/p>\n<p>Forscher des Karolinska-Instituts analysierten die Daten von fast 18.750 Demenzpatienten \u00fcber durchschnittlich vier Jahre. Das Ergebnis: Die rund 4.270 Personen, die <strong>Antidepressiva<\/strong> erhielten, verloren pro Jahr etwa 0,30 Punkte mehr im standardisierten Kognitionstest (MMST) als die Vergleichsgruppe.<\/p>\n<p>Am h\u00e4ufigsten wurden <strong>Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)<\/strong> verschrieben. Innerhalb dieser Klasse schien der Wirkstoff <strong>Escitalopram<\/strong> mit dem st\u00e4rksten Abbau verbunden zu sein.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Sorgen Sie sich, dass kognitive Einbu\u00dfen durch Medikamente den Alltag erschweren? 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Besonders betroffen waren Patienten mit:<br \/>*   Alzheimer-Demenz<br \/>*   Lewy-K\u00f6rperchen-Demenz<br \/>*   Gemischter Demenz<\/p>\n<p>Eine \u00dcberraschung gab es bei der <strong>frontotemporalen Demenz<\/strong>: Hier war die Medikamenteneinnahme sogar mit einer Verlangsamung des Abbaus assoziiert. Zudem wies die Antidepressiva-Gruppe ein leicht erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Knochenbr\u00fcche auf.<\/p>\n<p>Verursachen die Pillen den Abbau?<\/p>\n<p>Die zentrale Frage bleibt unbeantwortet. Lassen die Medikamente die Patienten schneller abbauen? Oder erhalten gerade jene mit schwereren Verl\u00e4ufen und Depressionen h\u00e4ufiger Antidepressiva?<\/p>\n<p>Experten warnen vor voreiligen Schl\u00fcssen. \u201eEine Depression an sich kann den Demenzverlauf negativ beeinflussen\u201c, so Stimmen aus der Fachwelt. Ein pauschales Absetzen notwendiger Therapien w\u00e4re falsch. Die Studie soll \u00c4rzte vielmehr zu einer noch sorgf\u00e4ltigeren Abw\u00e4gung anregen.<\/p>\n<p>Ein widerspr\u00fcchliches Forschungsfeld<\/p>\n<p>Die neuen Daten passen in ein uneinheitliches Bild. \u00c4ltere Studien deuteten sogar auf einen sch\u00fctzenden Effekt von SSRI hin. Die aktuelle deutsche Leitlinie empfiehlt bei Depressionen im Rahmen einer Demenz zwar Mirtazapin oder Sertralin, verweist aber auf eine d\u00fcnne Datenlage.<\/p>\n<p>Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr die widerspr\u00fcchlichen Ergebnisse: Die hirnstrukturellen Ver\u00e4nderungen durch die Demenz k\u00f6nnten die Wirkweise der Antidepressiva beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr die Behandlung?<\/p>\n<p>Der Bedarf an kl\u00e4renden Folgestudien ist gro\u00df. Bis dahin r\u00fccken individualisierte Therapien in den Fokus. Die schwedischen Ergebnisse k\u00f6nnen helfen, Wirkstoffe mit potenziell geringeren Nebenwirkungen auf die Kognition zu bevorzugen.<\/p>\n<p>Fachgesellschaften raten, den oft langj\u00e4hrigen Einsatz von Antidepressiva bei Demenz regelm\u00e4\u00dfig zu \u00fcberpr\u00fcfen. Das Ziel ist eine ma\u00dfgeschneiderte Behandlung, die die Lebensqualit\u00e4t erh\u00e4lt \u2013 ohne die kognitiven F\u00e4higkeiten unn\u00f6tig zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>PS: Gewissheit und konkrete \u00dcbungen k\u00f6nnen Angeh\u00f6rigen und Betroffenen Sicherheit geben. 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