{"id":785208,"date":"2026-02-09T23:46:12","date_gmt":"2026-02-09T23:46:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/785208\/"},"modified":"2026-02-09T23:46:12","modified_gmt":"2026-02-09T23:46:12","slug":"rechtsbruch-und-einschuechterung-us-gewerkschaft-erhebt-schwere-vorwuerfe-gegen-mercedes-benz-konzern-wehrt-sich-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/785208\/","title":{"rendered":"Rechtsbruch und Einsch\u00fcchterung: US-Gewerkschaft erhebt schwere Vorw\u00fcrfe gegen Mercedes-Benz \u2013 Konzern wehrt sich"},"content":{"rendered":"<p>Schwere Gesch\u00fctze f\u00e4hrt die United Auto Workers (UAW) gegen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Mercedes-Benz\" title=\"Mercedes-Benz\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mercedes-Benz<\/a> auf. Die m\u00e4chtige US-Gewerkschaft, f\u00fcr deutsche Ohren meist unbekannt, bezichtigt den Stuttgarter Konzern nicht nur des massiven Bruchs von Arbeitsrechten in Alabama, sondern auch der Verletzung des deutschen Lieferkettengesetzes.<\/p>\n<p>Ein nun ver\u00f6ffentlichter Bericht, der auch unserer Redaktion vorliegt, tr\u00e4gt den Titel: \u201eMercedes-Benz vs. Arbeitnehmerrechte in den <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/USA\" title=\"USA\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a>. Wie Mercedes-Benz gegen Gesetze und eigene Prinzipien verst\u00f6\u00dft, warum Beh\u00f6rden ermitteln \u2013 und was sich jetzt \u00e4ndern muss.\u201c <\/p>\n<p>Auf 48 Seiten listet die Gewerkschaft schwerwiegende <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Vorw%C3%BCrfe\" title=\"Vorw\u00fcrfe\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vorw\u00fcrfe<\/a> gegen das US-Werk von Mercedes in Tuscaloosa, Alabama auf. In ihrem Bericht behauptet sie, der Konzern habe im Umfeld der Gewerkschaftswahl 2024 systematisch gegen US-Arbeitsrecht sowie gegen seine eigenen, globalen Richtlinien versto\u00dfen. <\/p>\n<p> Unter anderem erhebt die UAW gegen Mercedes-Benz folgende Vorw\u00fcrfe:  <\/p>\n<ul>\n<li>Eine aggressive Anti-Gewerkschaftskampagne <\/li>\n<li>Versto\u00df gegen das deutsche Lieferkettengesetz<\/li>\n<li>Einsch\u00fcchterung und Drohung von Besch\u00e4ftigten mit Arbeitsplatz- und Leistungsverlusten<\/li>\n<li>Vergeltungsma\u00dfnahmen gegen Besch\u00e4ftigte, die sich f\u00fcr die Gewerkschaft engagierten<\/li>\n<li>Einsatz externer Berater (\u201eS\u00f6ldner\u201c) kurz vor der Wahl, die Stimmung gegen die Gewerkschaft machen <\/li>\n<\/ul>\n<p> Anders als in Deutschland k\u00f6nnen US-Gewerkschaften Besch\u00e4ftigte nur in Betrieben vertreten, wenn sie eine entsprechende Wahl gewonnen haben. Im Mercedes-Werk Alabama versucht die UAW bereits seit \u00fcber zwei Jahrzehnten Fu\u00df zu fassen. Bisher scheiterten Kampagnen am starken Widerstand im traditionell gewerkschaftsfernen S\u00fcden der USA. Auch die j\u00fcngste Wahl im Mai 2024 im Mercedes-Werk Tuscaloosa ging f\u00fcr die UAW verloren: Zwar beteiligten sich \u00fcber 90 Prozent der rund 5000 Besch\u00e4ftigten, doch 56 Prozent der Mercedes-Mitarbeiter sprachen sich gegen eine Vertretung durch die UAW aus.<\/p>\n<p>Weitreichende Interpretation eines Videos von Mercedes-Vorstand J\u00f6rg Burzer  <\/p>\n<p>Ein Vorwurf sticht heraus. Dieser richtet sich gegen Vorstandsmitglied J\u00f6rg Burzer pers\u00f6nlich. Laut UAW-Bericht habe Burzer kurz vor der Gewerkschaftswahl 2024 ein \u201eantigewerkschaftliches Video\u201c f\u00fcr die Belegschaft von Mercedes-Benz US International (MBUSI) aufzeichnen lassen. <\/p>\n<p>Darin, gedreht anl\u00e4sslich eines Chefwechsels im Werk, spricht Burzer den Satz: \u201eMeiner Meinung nach ist der einzige Weg nach vorne, dass wir als ein Team zusammenarbeiten, um die positiven Ver\u00e4nderungen zu erreichen, die Sie verdienen.\u201c <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1770680772_787_media.media.4e287a50-ead1-449c-b664-97c9ae48f448.original1024.media.jpeg\"\/>     J\u00f6rg Burzer ist seit kurzem Entwicklungsvorstand bei Mercedes-Benz. Zum Zeitpunkt des Videos, dass die UAW anf\u00fchrt, war er Vorstandsmitglied f\u00fcr Produktion, Qualit\u00e4t und Lieferkettenmanagement.    Foto: Mercedes-Benz AG    <\/p>\n<p>Die UAW interpretiert diese Aussage als \u201esofortige Ablehnung der Gewerkschaft\u201c. Eine Deutung, die auch Jeremy Kimbrell st\u00fctzt, ein ehemaliger Mercedes-Mitarbeiter aus Tuscaloosa, der dem Konzern vorwirft, ihn unrechtm\u00e4\u00dfig entlassen zu haben, weil er sich f\u00fcr die Gewerkschaft einsetzte. Kimbrell sagt, die von Burzer get\u00e4tigte Formulierung \u201eOne Team\u201c, also ein Team, sei im US-Kontext ein Signal gegen gewerkschaftliche Organisierung.<\/p>\n<p> Mercedes spricht von \u201egrober Fehlinterpretation\u201c <\/p>\n<p>Mercedes indes weist diese Interpretation entschieden zur\u00fcck. Das Unternehmen erkl\u00e4rt: \u201eJede Behauptung, dass diese Aussage, die in einer Zeit eines gro\u00dfen F\u00fchrungswechsels zu Einheit und Zusammenarbeit aufruft, eine gewerkschaftsfeindliche Botschaft sei, ist eine grobe Fehlinterpretation und entbehrt jeder Grundlage.\u201c<\/p>\n<p>Die weiteren, im Bericht erhobenen Vorw\u00fcrfe sind nicht neu. Zu den brisantesten z\u00e4hlen die Anschuldigungen, Mercedes habe gegen das deutsche Lieferkettengesetz versto\u00dfen. Die UAW reichte deshalb bereits im April 2024 Beschwerde beim Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein.<\/p>\n<p> Die Gewerkschaft argumentiert, die im Gesetz verankerte Pflicht zur Achtung der Vereinigungsfreiheit gelte auch f\u00fcr ausl\u00e4ndische Standorte \u2013 und Mercedes halte sich nicht daran, versto\u00dfe gar gegen eigene Grundsatzerkl\u00e4rungen. Mercedes kommentiert zwar keine laufenden Verfahren, weist aber den generellen Vorwurf zur\u00fcck, der Konzern habe \u201ein das Recht von Besch\u00e4ftigten eingegriffen, eine Gewerkschaftsvertretung zu etablieren.\u201c Auch \u201eVergeltungsma\u00dfnahmen gegen einzelne Mitarbeitende\u201c habe es nicht gegeben. Dieser letzte Vorwurf wird derzeit von der unabh\u00e4ngigen US-Beh\u00f6rde National Labor Relations Board (NLRB) gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Wieso die UAW \u2013 mit Unterst\u00fctzung der Kommunikationsagentur \u201elaut und deutlich\u201c \u2013 gerade jetzt offensiv auf deutsche Medien zugeht, wo doch einige Anschuldigungen bereits fast zwei Jahre zur\u00fcckliegen? <\/p>\n<p>Jason Wade, Vize-Stabschef erkl\u00e4rt, das Vorgehen von Mercedes gef\u00e4hrde \u201enicht nur die Marke Mercedes-Benz, sondern auch den Ruf Deutschlands als Wirtschaftsstandort und letztlich deutsche Arbeitspl\u00e4tze.\u201c Der Konzernbetriebsrat von Mercedes-Benz beobachte die Aktivit\u00e4ten der UAW und das Verhalten des Unternehmens in Tuscaloosa sehr genau und bedauere die Entwicklungen, die zu dieser Eskalation gef\u00fchrt haben. \u201eNat\u00fcrlich sind wir sehr daran interessiert, dass die bestehenden Vorw\u00fcrfe schnellstm\u00f6glich aufgekl\u00e4rt werden\u201c, so der Konzernbetriebsrat. Deshalb versuche man, gemeinsam mit der globalen Gewerkschaftsf\u00f6deration IndustriALL alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. <\/p>\n<p> United Auto Workers <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Einflussreich<\/strong><br \/>Mit mehr als einer Million aktiven und pensionierten Mitgliedern in den Vereinigten Staaten, Kanada und Puerto Rico ist die International Union, United <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Automobile\" title=\"Automobile\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Automobile<\/a>, Aerospace and Agricultural Implement Workers of America (UAW) eine der gr\u00f6\u00dften und einflussreichsten Gewerkschaften Nordamerikas. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Mitglieder<\/strong><br \/>Die UAW vertritt Besch\u00e4ftigte bei weltweit f\u00fchrenden Unternehmen, darunter deutsche Automobilhersteller und Zulieferer wie Volkswagen Group of America, Daimler Truck North America und die ZF Group. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Schwere Gesch\u00fctze f\u00e4hrt die United Auto Workers (UAW) gegen Mercedes-Benz auf. 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