{"id":78576,"date":"2025-05-02T13:26:08","date_gmt":"2025-05-02T13:26:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/78576\/"},"modified":"2025-05-02T13:26:08","modified_gmt":"2025-05-02T13:26:08","slug":"mallorca-fordert-militaerisch-gestuetztes-eingreifen-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/78576\/","title":{"rendered":"Mallorca fordert milit\u00e4risch gest\u00fctztes Eingreifen der EU"},"content":{"rendered":"<p>Lloren\u00e7 Galm\u00e9s, der <strong>Pr\u00e4sident des Inselrats von Mallorca<\/strong> hat sich in diesen Tagen erneut an die spanische Zentralregierung gewandt \u2013 mit einer unmissverst\u00e4ndlichen Botschaft: \u201eDie spanische Regierung muss jetzt handeln.\u201c Gemeint ist die<strong> unkontrollierte Ankunft von Fl\u00fcchtlingsbooten<\/strong> auf den Balearen. 2024 wurde der bisherige Rekord an irregul\u00e4rer <a href=\"https:\/\/www.mallorcamagazin.com\/tag\/Migration.html?utm_source=Inline-tag&amp;utm_medium=internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Migration<\/a> auf die Inseln \u00fcbertroffen, die Zahl unbegleiteter minderj\u00e4hriger Migranten schnellte im Vergleich zu 2020 um 625 Prozent in die H\u00f6he. <strong>Galm\u00e9s verlangt nicht weniger als ein milit\u00e4risch gest\u00fctztes Eingreifen der EU<\/strong>.<\/p>\n<p>Der Adressat des Schreibens: <strong>Innenminister Fernando Grande Marlaska<\/strong>. Doch der eigentliche Adressat ist Europa. <strong>Frontex, die europ\u00e4ische Grenzschutzagentur<\/strong>, solle die Balearenroute endlich ernst nehmen, fordert Galm\u00e9s. Schon im M\u00e4rz hatte sich Au\u00dfenminister Jos\u00e9 Manuel Albares demonstrativ desinteressiert gezeigt und die Verantwortung an Marlaskas Ressort abgeschoben. Nun greift Galm\u00e9s zum rhetorischen Gro\u00dfkaliber \u2013 und spricht offen von der Notwendigkeit eines Strategiewechsels in der <strong>nationalen Migrationspolitik<\/strong>.<\/p>\n<p>Verdr\u00e4ngte Frontlinie im Mittelmeer<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich erlebt die Inselgruppe derzeit einen Migrationsdruck, den viele auf dem Festland kaum wahrnehmen. Die dramatisch gestiegene Zahl von Bootsanlandungen \u2013 viele davon <strong>direkt an Mallorcas Str\u00e4nden<\/strong> \u2013 wird vor Ort nicht nur als humanit\u00e4re Herausforderung empfunden, sondern zunehmend als politisches Versagen. Galm\u00e9s wirft Madrid vor, den Inselrat mit der <strong>Unterbringung der ankommenden Minderj\u00e4hrigen<\/strong> alleinzulassen. Die Aufnahmeeinrichtungen seien laut dem Consell de Mallorca um bis zu 1000 Prozent \u00fcberbelegt. \u201eDrei von vier Minderj\u00e4hrigen im Schutzsystem sind unbegleitete Einwanderer\u201c, hei\u00dft es in dem Schreiben. Auf langfristige L\u00f6sungen oder finanzielle Entlastung warte man bislang vergeblich.<\/p>\n<p>Der Inselpr\u00e4sident fordert daher <strong>nicht nur Frontex-Fl\u00fcge \u00fcber den Balearen<\/strong>, sondern auch die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zu Algerien \u2013 dem Hauptabfahrtsland vieler Migranten. Es sei Zeit f\u00fcr eine \u201eentschlossene Reaktion\u201c, sagt Galm\u00e9s. Doch die <strong>spanische Regierung<\/strong> hat bisher wenig Interesse gezeigt, die Balearen als strategisch bedeutsame Migrationsroute zu behandeln. Das Thema bleibt eine Randnotiz auf der politischen Agenda \u2013 auch, weil es bislang nicht die Dramatik anderer Mittelmeerrouten erreicht hat.<\/p>\n<p>Der Ton wird sch\u00e4rfer<\/p>\n<p>Was sich nun \u00e4ndert, ist der Ton. Galm\u00e9s, Vertreter der konservativen Partido Popular, nutzt die Eskalation der Fl\u00fcchtlingszahlen f\u00fcr einen politischen Vorsto\u00df, der Madrid sichtbar unter Druck setzt. Dass der Consell seine Forderungen nun an \u201e<strong>alle zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden\u201c auf nationaler und europ\u00e4ischer Ebene<\/strong> herantragen will, ist eine klare Drohung \u2013 und ein diplomatischer Weckruf zugleich. Die Regierung S\u00e1nchez sieht sich damit mit einem Dilemma konfrontiert: Ein Nachgeben gegen\u00fcber der Forderung nach <strong>Frontex-Unterst\u00fctzung<\/strong> k\u00f6nnte als Einknicken vor regionalem Druck gewertet werden. Ein weiteres Ignorieren der Problematik aber k\u00f6nnte<strong> Mallorca zur B\u00fchne europ\u00e4ischer Kritik<\/strong> an der spanischen Migrationspolitik machen.<\/p>\n<p>Der Fall zeigt exemplarisch, wie schwer sich<strong> nationale Regierungen mit dezentralen Migrationsproblemen<\/strong> tun. Solange sich die Dramen an den K\u00fcsten vor allem in Andalusien oder auf den Kanaren abspielten, blieb Mallorca politisch meist au\u00dfen vor. Das hat sich ge\u00e4ndert \u2013 auch weil Galm\u00e9s bereit ist, das Thema mit aller Deutlichkeit auf die Tagesordnung zu setzen. Die Urlauber m\u00f6gen weiterhin von t\u00fcrkisfarbenem Meer tr\u00e4umen. Die Politik aber sieht derzeit vor allem rote Linien im Wasser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lloren\u00e7 Galm\u00e9s, der Pr\u00e4sident des Inselrats von Mallorca hat sich in diesen Tagen erneut an die spanische Zentralregierung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":78577,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,33586,548,663,158,3934,3935,13,382,14,15,16,12],"class_list":{"0":"post-78576","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-bootsfluechtlinge","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-headlines","17":"tag-migration","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-politik","21":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114438470686837628","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78576","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78576"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78576\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/78577"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78576"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78576"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78576"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}