{"id":78671,"date":"2025-05-02T14:16:11","date_gmt":"2025-05-02T14:16:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/78671\/"},"modified":"2025-05-02T14:16:11","modified_gmt":"2025-05-02T14:16:11","slug":"reaktion-auf-kreml-vorgehen-investoren-bekommen-eingefrorene-russische-gelder-ausgezahlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/78671\/","title":{"rendered":"Reaktion auf Kreml-Vorgehen: Investoren bekommen eingefrorene russische Gelder ausgezahlt"},"content":{"rendered":"<p>                    Reaktion auf Kreml-Vorgehen<br \/>\n                Investoren bekommen eingefrorene russische Gelder ausgezahlt<\/p>\n<p>\t\t\t\t              02.05.2025, 15:38 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>In den vergangenen Monaten setzt Russland westliche Verm\u00f6genswerte in Milliardenh\u00f6he fest. Investoren erhalten Insidern zufolge jetzt in der EU eingefrorene russische Gelder als Entsch\u00e4digung. Das ist durch eine \u00c4nderung der Nutzungsbestimmungen f\u00fcr die Sanktionen gegen Russland m\u00f6glich. <\/strong><\/p>\n<p>Der zentrale europ\u00e4ische Wertpapierverwahrer Euroclear gibt Insidern zufolge eingefrorene russische Gelder in Milliardenh\u00f6he an westliche Investoren frei. Diese sollten daf\u00fcr entsch\u00e4digt werden, dass Russland Barmittel westlicher Anleger beschlagnahmt habe, sagten drei mit den Vorg\u00e4ngen vertraute Personen. Euroclear werde rund drei Milliarden Euro russischer Gelder unter der Kontrolle der Verwahrstelle weitergeben. Das in Br\u00fcssel ans\u00e4ssige Clearinghaus habe von den belgischen Beh\u00f6rden daf\u00fcr im M\u00e4rz die Erlaubnis erhalten. <\/p>\n<p>Zwei der Insider sagten, das Geld sei Teil eines Pools von zehn Milliarden Euro, die unter EU-Sanktionen stehenden Gesellschaften und Personen aus Russland geh\u00f6rten. Aus einem Dokument vom 1. April geht zudem hervor, dass Euroclear die betreffenden Investoren \u00fcber die anstehende Auszahlung informiert hat. Euroclear habe von der f\u00fcr die Clearinggesellschaft zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde die Erlaubnis erhalten, auf die eingefrorenen Gelder zuzugreifen und sie auszuzahlen, hei\u00dft es auch dort. Investoren hatten Euroclear dazu gedr\u00e4ngt, die Mittel freizugeben. <\/p>\n<p>EU \u00e4nderte Bestimmungen f\u00fcr Russland-Sanktionen <\/p>\n<p>Zwei der Insider sagten, das Verfahren komme einer Art Tausch gleich: In Russland festgesetztes Verm\u00f6gen westlicher Investoren werde gegen in der EU eingefrorene russische Mittel getauscht. In den vergangenen Monaten habe Russland drei Milliarden Euro Barmittel beschlagnahmt, die von Euroclear bei einer Depotbank in Russland gehalten worden waren. Der nun den Kreisen und dem Dokument zufolge anstehende Schritt von Euroclear stellt eine neue Stufe im Umgang Europas mit den russischen Verm\u00f6genswerten dar. <\/p>\n<p>Bisher wurden diese Gelder f\u00fcr Kredite und Zahlungen an die Ukraine genutzt und von Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin als Diebstahl kritisiert. Die Sanktionen wurden wegen des von ihm befohlenen Angriffskriegs auf die Ukraine verh\u00e4ngt. Doch nach der Beschlagnahmung von milliardenschweren Verm\u00f6genswerten westlicher Investoren in Russland hat sich das Blatt gewendet und die EU die Bestimmungen f\u00fcr ihre Sanktionen gegen Russland ge\u00e4ndert. Euroclear hat deutlich gemacht, dass es als Verwahrer von Wertpapieren selbst Sanktionen umsetzt, aber keine Entscheidung \u00fcber deren Form oder Ende trifft.<\/p>\n<p>Kritik an Vorhaben<\/p>\n<p>Clearingh\u00e4user verwahren Wertpapiere wie Aktien und Anleihen und wickeln Transaktionen derselben ab. Der zur Deutschen B\u00f6rse geh\u00f6rende Wertpapierverwahrer Clearstream befindet sich einem Insider zufolge in einer \u00e4hnlichen Situation wie Euroclear. Auch Clearstream werde eingefrorene Gelder aus Russland an westliche Investoren auszahlen &#8211; allerdings in einem kleineren Rahmen. Hier gehe es um mehrere hundert Millionen Euro.<\/p>\n<p>Zu dem nun erstmals ausf\u00fchrlich von den Insidern geschilderten Vorgehen lehnten Clearstream und auch die belgische Regierung eine Stellungnahme ab. Das russische Finanzministerium reagierte nicht auf eine Anfrage. Wessen Verm\u00f6genswerte beschlagnahmt und ausgezahlt werden, konnte die Agentur nicht ermitteln. Dasselbe gilt f\u00fcr die Frage, welche westlichen Investoren davon profitieren. <\/p>\n<p>Das mutma\u00dfliche Vorgehen l\u00f6st auch Kritik aus: &#8222;Russisches Verm\u00f6gen zu beschlagnahmen und es westlichen Investoren zu \u00fcberlassen, w\u00e4re moralisch verwerflich&#8220;, sagte etwa Jacob Kirkegaard, Sanktionsexperte bei der Washingtoner Denkfabrik Peterson Institute for International Economics. &#8222;Es k\u00e4me einer politischen Entscheidung gleich, westlichen Unternehmen Vorrang vor den Steuerzahlern zu geben.&#8220; Schlie\u00dflich m\u00fcssten f\u00fcr den Wiederaufbau der Ukraine die Steuerzahler f\u00fcr jene Anteile einspringen, die nun nicht dem \u00fcberfallenen Land, sondern den Investoren zugutek\u00e4men.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Reaktion auf Kreml-Vorgehen Investoren bekommen eingefrorene russische Gelder ausgezahlt 02.05.2025, 15:38 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion wurde k\u00fcnstlich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":78672,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[937,548,13,1376,14,15,307,1155,12,10,8,9,11,14538,103,55,104],"class_list":{"0":"post-78671","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-bruessel","9":"tag-eu","10":"tag-headlines","11":"tag-investoren","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-russland","15":"tag-sanktionen","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-top-news","18":"tag-top-meldungen","19":"tag-topmeldungen","20":"tag-topnews","21":"tag-vermoegen","22":"tag-welt","23":"tag-wirtschaft","24":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114438667335747379","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78671","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78671"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78671\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/78672"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}