{"id":788601,"date":"2026-02-11T07:10:15","date_gmt":"2026-02-11T07:10:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/788601\/"},"modified":"2026-02-11T07:10:15","modified_gmt":"2026-02-11T07:10:15","slug":"berlin-dirigent-donald-runnicles-mit-abschiedsvorstellung-in-der-philharmonie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/788601\/","title":{"rendered":"Berlin: Dirigent Donald Runnicles mit Abschiedsvorstellung in der Philharmonie"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/rbb-audio-rbb24-inforadio-11-02-2026-jens-lehmann-100.jpg\" alt=\"Der Dirigent Sir Donald Runnicles  auf der B\u00fchne am 01.03.2024. (Quelle: picture alliance\/dpa\/Sebastian Kahnert)\" title=\"Audio: rbb24 Inforadio | 11.02.2026 | Jens Lehmann | picture alliance\/dpa\/Sebastian Kahnert\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 11.02.2026 07:57 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Fast 17 Jahre lang war der Dirigent Donald Runnicles an der Deutschen Oper Berlin. Jetzt dreht er seine Abschiedsrunde \u2013 und zwar nicht nur im Haus an der Bismarckstra\u00dfe, sondern am Dienstag auch in der Philharmonie.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es sei das perfekte Abschiedskonzert, so hatte Donald Runnicles im Vorfeld geschw\u00e4rmt. Die Musik sei &#8222;so romantisch, so jugendlich, so schwelgerisch&#8220;. Da putzt man sich nochmal die Brille und guckt genau aufs Plakat: Da steht doch der Name &#8222;Arnold Sch\u00f6nberg&#8220;, oder? Der Erfinder der Zw\u00f6lftonmusik, der Abonnentenschreck?<\/p>\n<p>Aber dann sitzt man im gro\u00dfen Saal der Berliner Philharmonie, sieht das gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche, romantische Sinfonieorchester vor sich \u2013 und h\u00f6rt solch unfassbar sch\u00f6ne Kl\u00e4nge.<\/p>\n<p>    Sp\u00e4tromantik statt Zw\u00f6lftonmusik<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die &#8222;Gurre-Lieder&#8220; hat Sch\u00f6nberg zu einer Zeit komponiert, in der er die Konzerts\u00e4le eigentlich schon mit seinen atonalen Kompositionen leergefegt hatte. Doch ein sp\u00e4tromantisches Ass hatte er 1911 noch im \u00c4rmel. Die Vertonung eines d\u00e4nischen Versepos \u00fcber die verbotene Liebe eines K\u00f6nigs zu einer B\u00fcrgerlichen, deren Ermordung durch die K\u00f6nigin, das verzweifelte W\u00fcten des K\u00f6nigs, der noch lange danach mit seiner Totenarmee die Lande terrorisiert, immer auf der Suche nach Erl\u00f6sung &#8211; bevor schlie\u00dflich ein neuer Tag anbricht und die Sonne die Natur erweckt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Romantischer geht\u2019s nimmer. Und die Mittel, die Sch\u00f6nberg dazu auff\u00e4hrt, sind auch eines Abschiedskonzerts eines gro\u00dfen Operndirigenten w\u00fcrdig. 250 Orchestermusiker und S\u00e4nger sitzen auf der B\u00fchne, der Schalldruck ist hoch, und die Klangmassen dieser seltsamen Opernsinfoniekantatenliedersammlung wollen gut organisiert sein.<\/p>\n<p>Das konnte Donald Runnicles schon immer gut. In den fast 17 Jahren an der Deutschen Oper galt er als Experte f\u00fcr die gro\u00dfen sp\u00e4tromantischen Schinken, vor allem f\u00fcr Richard Wagner, mit dessen &#8222;Ring des Nibelungen&#8220; er sich vom Haus verabschieden wird. Und Wagner ist auch in den &#8222;Gurre-Liedern&#8220; nicht fern. Es wimmelt von Leitmotiven, dunkel-warmen Streicherkl\u00e4ngen, es spielen sogar Wagner-Tuben mit.<\/p>\n<p>    Organisierte Emotion<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bis auf wenige Wackler hat Runnicles diesen Riesenapparat gut im Griff. Und das wie immer mit sparsamsten Gesten: Die linke Hand schl\u00e4gt verl\u00e4sslich den Takt, die rechte sieht immer wieder so aus, als w\u00fcrde sie hoch ins Regal mit den Emotionen greifen, aber leider nix finden.<\/p>\n<p>Runnicles bleibt sich auch an diesem Abend treu, war er doch in den langen Jahren an der Deutschen Oper klug genug, sich mit ausdrucksstarken S\u00e4ngerpers\u00f6nlichkeiten zu umgeben, die &#8222;das mit den Emotionen&#8220; schon f\u00fcr ihn \u00fcbernehmen, wenn&#8217;s hart auf hart kommt. So eben auch in diesem Abschiedskonzert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit AJ Glueckert hat er einen bewundernswert strahlkr\u00e4ftigen Waldemar f\u00fcr diese unfassbar anstrengende Partie gefunden. Felicia Moore ist eine zupackende Tove, Annika Schlicht eine sensationelle Waldtaube. Und Thomas Blondelle mag zwar indisponiert sein, aber einen besseren S\u00e4ngerdarsteller f\u00fcr die absurd-tragische Figur des Klaus-Narren findet man heutzutage nicht.<\/p>\n<p>    Emotionaler Sog zum Abschied<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und so ger\u00e4t man eben doch in den emotionalen Sog dieser Musik, dieses letzten Aufb\u00e4umens der Sp\u00e4tromantik, man durchlebt das Liebesleid von Waldemar und Tove, l\u00e4sst sich von der Stimmgewalt der vereinigten Ch\u00f6re der Deutschen Oper und des Rundfunkchores in den Sitz dr\u00fccken \u2013 und freut sich f\u00fcr Donald Runnicles, mit welch warm-prasselndem Sommerregen-Applaus ihn das Berliner Konzertpublikum in der Philharmonie verabschiedet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sendung: rbb24 Inforadio, 11.02.26, 07:55 Uhr<\/p>\n<p>                                        <a class=\"backlink__link\" href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/kultur\/beitrag\/2026\/02\/donald-runnicles-dirigent-abschied-philharmonie.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                                                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/images.tagesschau.de\/image\/898f19c3-6760-4be2-a33f-1fa765216ec2\/AAABlap_olM\/AAABmyZDc0k\/original\/lra-rbb-logo-100.svg\" alt=\"Rundfunk Berlin-Brandenburg\"\/><\/p>\n<p>                                        <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 11.02.2026 07:57 Uhr Fast 17 Jahre lang war der Dirigent Donald Runnicles an der Deutschen Oper Berlin.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":788602,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,2239],"class_list":["post-788601","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-berlin","tag-deutschland","tag-germany","tag-rbb"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116050750817992946","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/788601","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=788601"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/788601\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/788602"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=788601"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=788601"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=788601"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}