{"id":78882,"date":"2025-05-02T16:07:14","date_gmt":"2025-05-02T16:07:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/78882\/"},"modified":"2025-05-02T16:07:14","modified_gmt":"2025-05-02T16:07:14","slug":"auf-dem-weg-zu-einem-universellen-mittel-gegen-schlangenbisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/78882\/","title":{"rendered":"Auf dem Weg zu einem universellen Mittel gegen Schlangenbisse?"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 02.05.2025 17:02 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Ein Hobbyforscher verabreicht sich stetig Toxine von Giftschlangen &#8211; und l\u00e4sst sich Hunderte Male bei\u00dfen. Schlie\u00dflich ist er gegen viele Gifte immun. Forschende haben sich das zunutze gemacht.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJedes Jahr werden laut <a href=\"https:\/\/www.who.int\/health-topics\/snakebite#tab=tab_1\" title=\"WHO Schlangenbisse\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Weltgesundheitsorganisation WHO<\/a> bis zu 5,4 Millionen Menschen weltweit von Giftschlangen gebissen, rund 2,7 Millionen dieser Menschen erkranken an den Folgen eines Schlangenbisses. Bei bis zu 138.000 Menschen f\u00fchrt die Vergiftung durch den Biss zum Tod und bei weiteren 400.000 zu lebenslangen Einschr\u00e4nkungen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBisse von Giftschlangen k\u00f6nnen bisher nur mit spezifischen Gegengiften, sogenannten Antivenomen, behandelt werden. Diese werden von Tieren wie Pferden oder Schafen gewonnen, die mit dem Gift einer Schlangenart immunisiert wurden. Allerdings gibt es weltweit etwa 600 Arten giftiger Schlangen, und die Antivenome wirken in der Regel nur gegen eine einzige oder wenige verwandte Schlangen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn den USA ist es nun Forschenden gelungen, ein Mittel zu entwickeln, das vor den Giften von K\u00f6nigskobra, Schwarzer Mamba und 17 anderen Giftnattern (Elapidae) zumindest teilweise sch\u00fctzen kann, wie das Team im Fachblatt <a href=\"https:\/\/www.cell.com\/cell\/fulltext\/S0092-8674(25)00402-7\" title=\"Studie Schlangengift\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Cell<\/a> berichtet.<\/p>\n<p>    Experimente eines Hobbyforschers<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAusschlaggebend f\u00fcr die Forschungen waren die Selbstexperimente eines von Schlangen begeisterten US-Amerikaners. \u00dcber Jahre verabreichte sich Timothy Friede selbst immer gr\u00f6\u00dfere Dosierungen von Schlangengiften, so dass er sich schlie\u00dflich von verschiedenen giftigen Schlangen bei\u00dfen lassen konnte. Damit hat er eine au\u00dfergew\u00f6hnliche medizinische Entwicklung erm\u00f6glicht, denn in seinem hyperimmunen Blut identifizierten die Forschenden breit neutralisierende Antik\u00f6rper.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Das Spannende an dem Spender war seine einmalige Immungeschichte&#8220;, sagt Erstautor Jacob Glenville, gleichzeitig Chef der Pharmafirma Centivax. Der vormalige Hobbyforscher Friede <a href=\"https:\/\/www.centivax.com\/tim\" title=\"Tim Friede\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">arbeitet dort<\/a> inzwischen auch.<\/p>\n<p>    Mittel an M\u00e4usen getestet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie aus seinem Blut isolierten Antik\u00f6rper kombinierten die Forschenden mit einem Enzym-Hemmer zu einem Wirkstoff. In der Studie wurde dieser Cocktail an M\u00e4usen getestet, die zuvor Gifte verschiedener Giftnattern verabreicht bekamen. Dabei bot das Mittel vollst\u00e4ndigen Schutz gegen Gifte von 13 Schlangenarten &#8211; darunter waren die K\u00f6nigskobra, die Schwarze Mamba und der Inlandtaipan, der als weltweit giftigste Schlange gilt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Forscher r\u00e4umen ein, dass diese Erfolge an M\u00e4usen noch nicht ausreichen. In einem n\u00e4chsten Schritt soll das Gegengift in Tierarztkliniken an Hunden getestet werden, die von Schlangen gebissen wurden. Eine weitere Einschr\u00e4nkung sieht der nicht an der Studie beteiligte Biochemiker Tim L\u00fcddecke von der Universit\u00e4t Gie\u00dfen darin, dass die Wirkung auf die Gruppe der Giftnattern begrenzt sei. &#8222;Die Gifte der Vipern, welche v\u00f6llig anders wirken und anders aufgebaut sind, werden nicht adressiert.&#8220; Das habe wichtige Konsequenzen in der Anwendung, denn diese Gruppe von Schlangen (Viperidae) verursache einen Gro\u00dfteil der Schlangenbisse.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00c4hnlich \u00e4u\u00dfert sich Andreas Laustsen-Kiel von der Technischen Universit\u00e4t in Lyngby in D\u00e4nemark. Im Gespr\u00e4ch mit dem Science Media Center SMC sagt er, das vorgestellte Antivenom sei noch weit von einem klinisch einsetzbaren Produkt entfernt. &#8222;W\u00e4hrend viele Elapidae-Gifte neutralisiert werden, gibt es andere Elapidae-Gifte in denselben Regionen, die nicht neutralisiert werden.&#8220; Man habe f\u00fcr die Studien einfach diejenigen ausgew\u00e4hlt, die funktionierten.<\/p>\n<p>    Vermeidung von Sp\u00e4tfolgen unklar<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBiochemiker L\u00fcddecke kritisiert au\u00dferdem, die Studie konzentriere sich nur auf den lebensrettenden Effekt des Gegengifts. Daneben gebe es aber auch oft lebenslange k\u00f6rperliche Einschr\u00e4nkungen durch Schlangengifte. Dennoch lobt der Experte, die Studie verbinde die vielversprechendsten Ans\u00e4tze in der Entwicklung moderner Wirkstoffe gegen Schlangenbisse miteinander.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas betont auch Michael Hust von der Technischen Universit\u00e4t Braunschweig. &#8222;Mit dem in der Studie vorgestellten Cocktail aus diesen zwei Antik\u00f6rpern und dem Enzym-Inhibitor besteht eine gro\u00dfe Chance, Tierseren, die zahlreiche Nebenwirkungen haben, mit einem gentechnisch hergestellten Produkt zu ersetzen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAu\u00dferdem positiv: &#8222;Der Spender Tim Friede ist f\u00fcr die weitere Entwicklung nicht n\u00f6tig. Da bei den gewonnenen Antik\u00f6rpern auch die Antik\u00f6rpergene &#8211; also die Baupl\u00e4ne &#8211; isoliert wurden, k\u00f6nnen diese Antik\u00f6rper jetzt in Zellkulturen im Labor produziert werden&#8220;, so Hust.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Forschungsteam selbst hat ein langfristiges Ziel: ein Universalmittel zu entwickeln, das sowohl Giftnattern als auch Vipern abdeckt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 02.05.2025 17:02 Uhr Ein Hobbyforscher verabreicht sich stetig Toxine von Giftschlangen &#8211; und l\u00e4sst sich Hunderte Male&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":78883,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,30,13,12125,14,15,33707,12,33706,33708],"class_list":{"0":"post-78882","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-headlines","14":"tag-immunologie","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-reptilien","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-schlangen","20":"tag-schlangengift"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114439103761363648","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78882","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78882"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78882\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/78883"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}