{"id":789254,"date":"2026-02-11T13:12:15","date_gmt":"2026-02-11T13:12:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/789254\/"},"modified":"2026-02-11T13:12:15","modified_gmt":"2026-02-11T13:12:15","slug":"epstein-affaere-in-grossbritannien-starmer-ergreift-die-flucht-nach-vorn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/789254\/","title":{"rendered":"Epstein-Aff\u00e4re in Gro\u00dfbritannien: Starmer ergreift die Flucht nach vorn"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/keir-starmer-126.jpg\" alt=\"Keir Starmer vor Downing Street 10\" title=\"Keir Starmer vor Downing Street 10 | James Manning\/PA Wire\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 10.02.2026 20:57 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Der Epstein-Skandal ersch\u00fcttert die britische Politik. Nach zwei R\u00fccktritten in seinem Umfeld steht Premier Starmer massiv unter Druck. Doch in der politischen Krise zeigt er pl\u00f6tzlich eine andere Seite von sich.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/franziska-hoppen-106.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Franziska Hoppen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/franziska-hoppen-103.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Wochenanfang war f\u00fcr den britischen Premierminister Keir Starmer eine politische Nahtoderfahrung. Nachdem sowohl sein Stabschef als auch sein Kommunikationschef zur\u00fcckgetreten waren, schien auch Starmers Amt am seidenen Faden zu h\u00e4ngen. Ob seine Tage gez\u00e4hlt seien, wollten die Journalisten in der Downing Street wissen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mehrere seiner eigenen Parteikollegen hatten sich f\u00fcr einen R\u00fccktritt des Premiers ausgesprochen. So auch der Chef von Labour in Schottland, Anas Sarwar. Denn die Schotten w\u00e4hlen im Mai ihr neues Parlament. Und das Chaos in der Downing Street d\u00fcrfe den Wahlkampf nicht \u00fcberschatten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch dieser Frontalangriff schien das Labour-Kabinett wachger\u00fcttelt zu haben. Denn das stellte sich pl\u00f6tzlich klar hinter ihren Premier. Ed Miliband, Staatssekret\u00e4r f\u00fcr Energiesicherheit, sagt: &#8222;Ihnen hat das nicht gefallen und sie fanden es wichtig, sich hinter Keir zu vereinen, sich auf das Land zu konzentrieren. Wir wollten keinen chaotischen, ungeordneten F\u00fchrungsstreit so wie bei den Tories, als die an der Macht waren.&#8220;<\/p>\n<p>    &#8222;Er war wie ein neuer Mann&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und so mobilisierte Starmer am Montagabend wohl noch einmal alle Kr\u00e4fte und k\u00e4mpfte um sein Amt. Hinter verschlossenen T\u00fcren trommelte er die Parteimitglieder zusammen. Der Abgeordnete Karl Turner war dabei: &#8222;Er war wie ein neuer Mann. Stark, entschlossen, reflektiert. Reum\u00fctig. Aber kein Mann, der auf den Knien lag&#8220;, so Turner.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Mann also, wie man ihn sonst \u00f6ffentlich kaum kennt. Starmer ist nicht bekannt f\u00fcr gro\u00dfe Gef\u00fchle oder leidenschaftliche Reden. Umso gr\u00f6\u00dfer sei der Applaus gewesen, sagt Lucy Powell, stellvertretende Vorsitzende von Labour: &#8222;Es gab mehr Standing Ovations und Unterst\u00fctzung, als ich in letzter Zeit bei irgendeiner Sitzung gesehen habe.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Tagen der Unruhe und Kritik habe Starmer die Partei mitgerissen, sagt auch Labour-Abgeordnete Emma Reynolds: &#8222;Da war ein echtes Gef\u00fchl der Einheit. Und der Premier hat seine Entschlossenheit und Verantwortung gegen\u00fcber dem britischen Volk betont.&#8220;<\/p>\n<p>    Weiter Druck aus der Opposition<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Demonstrativ, so scheint es, versucht Labour nun also zu vermitteln: Das hier ist kein Ende, sondern ein Neuanfang. Der Premier ist anscheinend nochmal davongekommen. Trotzdem bleibt er schwer angeschlagen. Und die Opposition l\u00e4sst nicht von ihm ab.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Die Labour-Partei wurde gew\u00e4hlt, um Ver\u00e4nderungen zu bringen, das Chaos zu beenden, das wir unter den Konservativen erlebt haben. Keir Starmer hat versagt&#8220; sagt etwa Ed Davey, Chef der Liberaldemokraten.&#8220; Jeden Tag haben wir Seifenoper. Das schadet dem Land und hei\u00dft, dass sich Dinge wie unser Gesundheitswesen nicht so verbessern, wie sie sollten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und der Chef von Reform UK, Nigel Farage, ist sich sicher: Bis zur n\u00e4chsten Parlamentswahl werde der Premier nicht durchhalten.<\/p>\n<p>Was sind die Epstein-Files?<\/p>\n<p>        Die sogenannten Epstein-Files bezeichnen eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten, Zeugenaussagen und Gerichtsunterlagen rund um den verurteilten Sexualstraft\u00e4ter Jeffrey Epstein. Der US-Multimillion\u00e4r soll \u00fcber Jahre hinweg ein Netzwerk zum sexuellen Missbrauch junger Frauen und Minderj\u00e4hriger aufgebaut haben. Epstein wurde 2019 erh\u00e4ngt in seiner Gef\u00e4ngniszelle in New York aufgefunden, bevor es zu einem Strafprozess kommen konnte.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Epstein-Files stehen Gerichtsakten aus Zivilprozessen, vor allem aus einem Verfahren der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell, die 2021 wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch verurteilt wurde. Viele dieser Unterlagen waren lange unter Verschluss. Anfang 2024 ordnete ein US-Gericht an, zahlreiche Dokumente \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich zu machen. Es folgten weitere Ver\u00f6ffentlichungen.<\/p>\n<p>Die Akten enthalten unter anderem Aussagen von Opfern und Zeugen, E-Mails, Fotos, Videos sowie Namen von Personen, die mit Epstein in Kontakt standen. Darunter finden sich Prominente aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die blo\u00dfe Nennung eines Namens bedeutet keine Schuld. Zahlreiche Personen werden lediglich erw\u00e4hnt, ohne dass ihnen strafbares Verhalten vorgeworfen wird.<\/p>\n<p>Die Akten belegen, wie weitreichend Epsteins Kontakte waren und wie er offenbar seinen Reichtum und Einfluss nutzte, um sich und andere Beteiligte zu sch\u00fctzen. Zugleich zeigen sie, dass Justizbeh\u00f6rden schon fr\u00fch Hinweise auf m\u00f6gliche Straftaten Epsteins hatten. So meldeten sich bereits Anfang der 2000er-Jahre mehrere junge Frauen bei Polizei und Staatsanwaltschaft, ohne, dass es zu einer umfassenden Strafverfolgung kam. Eine vollst\u00e4ndige Aufarbeitung steht bis heute aus.\n    <\/p>\n<p>    Generelle Politikverdrossenheit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">So oder So. Die britische Bev\u00f6lkerung habe langsam die Nase voll von denen da oben, sagt Luke Trill vom ThinkTank More in Common: &#8222;Es ist wichtig zu sagen, dass das nicht der \u00fcbliche, gesunde britische Zynismus gegen\u00fcber Politik und Politikern ist, sondern ein tieferes Gef\u00fchl, dass nicht nur unsere Politik, sondern auch unsere Institutionen nicht mehr das liefern k\u00f6nnen, was die Menschen wollen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Als N\u00e4chstes stehen gro\u00dfe Herausforderung an f\u00fcr den Premier: Eine wichtige Nachwahl f\u00fcr einen Parlamentssitz Ende Februar, Kommunalwahlen im Mai. F\u00fcr den Moment aber wird er vielleicht kurz aufatmen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 10.02.2026 20:57 Uhr Der Epstein-Skandal ersch\u00fcttert die britische Politik. 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