{"id":790256,"date":"2026-02-11T22:20:17","date_gmt":"2026-02-11T22:20:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/790256\/"},"modified":"2026-02-11T22:20:17","modified_gmt":"2026-02-11T22:20:17","slug":"emine-sevgi-oezdamar-erhaelt-augsburger-brechtpreis-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/790256\/","title":{"rendered":"Emine Sevgi \u00d6zdamar erh\u00e4lt Augsburger Brechtpreis 2026"},"content":{"rendered":"<p class=\"em_text\"><strong>Die sprechenden Kr\u00e4hen sagen: \u201eDu kannst in Deutschland am Theater nur als Putzfrau Karriere machen.\u201c Doch was die gefiederten Hellseher im Roman \u201eEin von Schatten umgrenzter Raum\u201c prophezeien, hat die Autorin des Buches, Emine Sevgi \u00d6zdamar, letztendlich selbst widerlegt. Seit den 1980ern schreibt die in der T\u00fcrkei geborene und in Berlin lebende Schriftstellerin f\u00fcrs Theater und f\u00fchrt Regie \u2013 am liebsten Bertolt Brecht. Nun hat die Stadt Augsburg \u00d6zdamar mit dem mit 15.000 Euro dotierten <\/strong><a href=\"https:\/\/www.donaukurier.de\/themen\/b\/brechtfestival\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bertolt-Brecht<\/a><strong>-Preis ausgezeichnet.<\/strong><\/p>\n<p>Die 1946 geborene \u00d6zdamar hat schon viele Preise erhalten, etwa ist sie die erste B\u00fcchner-Preistr\u00e4gerin \u00fcberhaupt, deren Muttersprache nicht deutsch ist. Der Brecht-Preis d\u00fcrfte ihr einiges bedeuten, denn Brecht war f\u00fcr \u00d6zdamar immer ein Idol. Brechts Theater\u00e4sthetik pr\u00e4gte sie fr\u00fch, insbesondere das Konzept des Epischen Theaters und die Idee, das Publikum zum kritischen Denken anzuregen.<\/p>\n<p>    Emine Sevgi \u00d6zdamar: Flucht nach dem Milit\u00e4rputsch<\/p>\n<p class=\"em_text\">In Istanbul und Bursa aufgewachsen, stand \u00d6zdamar bereits mit zw\u00f6lf Jahren auf der B\u00fchne. In den 1960er-Jahren kam sie als Gastarbeiterin nach Berlin, lernte Deutsch und absolvierte anschlie\u00dfend eine Schauspielausbildung in der T\u00fcrkei. Nach dem Milit\u00e4rputsch kehrte sie nach Deutschland zur\u00fcck, arbeitete unter anderem mit Benno Besson, Ruth Berghaus, Klaus Peymann und Matthias Langhoff \u2013 letzterer hielt in Augsburg die Laudatio auf Emine Sevgi \u00d6zdamar. <\/p>\n<p>\u00d6zdamars Theaterst\u00fccke, wie \u201eKarag\u00f6z in Alamania\u201c (1982), geh\u00f6ren zu den ersten Werken postmigrantischer Literatur im deutschsprachigen Theaterkosmos. In ihrer Romantrilogie \u2013 \u201eDas Leben ist eine Karawanserei\u201c (1992), \u201eDie Br\u00fccke vom Goldenen Horn\u201c (1998) und \u201eSeltsame Sterne starren zur Erde\u201c (2003) \u2013 sowie zuletzt in \u201eEin von Schatten begrenzter Raum\u201c (2021) schreibt \u00d6zdamar \u00fcber ihren Lebensweg von der T\u00fcrkei durch Deutschland, etwa durch West-Berlin, Ost-Berlin und \u201eAusl\u00e4nder-Berlin\u201c. <\/p>\n<p>    Poetische Kraft und politische Klarheit<\/p>\n<p class=\"em_text\">\u201eEmine Sevgi \u00d6zdamar ist eine w\u00fcrdige Preistr\u00e4gerin, die mit ihrer Haltung, ihrem Denken und ihrem k\u00fcnstlerischen Schaffen Ma\u00dfst\u00e4be setzt\u201c, sagte Augsburgs Oberb\u00fcrgermeisterin Eva Weber. Es sei eine gro\u00dfe Ehre, den Preis im 70. Todesjahr Bertolt Brechts an Emine Sevgi \u00d6zdamar zu verleihen.<\/p>\n<p>\u00d6zdamar sei \u201eeine literarische Stimme, die mit poetischer Kraft und politischer Klarheit Br\u00fccken zwischen Kulturen schl\u00e4gt\u201c, erg\u00e4nzte J\u00fcrgen Enninger, Augsburger Kulturreferent und Vorsitzender der Brecht-Preis-Jury. Das Werk der Autorin stehe \u201eganz im Geiste Bertolt Brechts: unbequem, wach, und voller Menschlichkeit. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbr\u00fcche ist ihre Perspektive unverzichtbar.\u201c Auch die Prosa der gelernten Schauspielerin \u00fcberzeuge durch ihre theatralische Struktur.<\/p>\n<p>Bereits mit ihrem ersten Erz\u00e4hlband, \u201eMutterzunge\u201c aus dem Jahre 1990, habe die Autorin \u201eeine eigene Sprache von seltener Sch\u00f6nheit in die deutsche Literatur eingef\u00fchrt: opulent und lautmalerisch, belebt vom Erbe einer oralen Tradition\u201c, hei\u00dft es in der Begr\u00fcndung der Jury, in der neben Enninger auch Yvonne B\u00fcdenh\u00f6lzer, Leiterin des Suhrkamp Theater Verlags, Anja Dirks, Schauspieldirektorin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Dramaturgin am Theater Basel, J\u00fcrgen Hillesheim, Leiter der Brecht-Forschungsst\u00e4tte Augsburg, Hubert Spiegel, Deutschland-Korrespondent im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Karl-Georg Pf\u00e4ndtner, Leiter der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, Noah Willumsen, Leiter des Brechtarchivs Berlin, und Uwe Wittstock, Literaturkritiker, Autor und Journalist, sitzen.<\/p>\n<p>    Von Franz Xaver Kroetz zu Sibylle Berg und Lutz Seiler<\/p>\n<p class=\"em_text\">Der Preis soll k\u00fcnstlerisches Schaffen im Geiste Brechts w\u00fcrdigen und wird seit 1995 vergeben. Die Verleihung erfolgt alle zwei bis drei Jahre. Bisherige Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger sind Franz Xaver Kroetz (1995), Robert Gernhardt (1998), Urs Widmer (2001), Christoph Ransmayr (2004), Dea Loher (2006), Albert Ostermaier (2010), Ingo Schulze (2013), Silke Scheuermann (2016), Nino Haratischwili (2018), Sibylle Berg (2020) und Lutz Seiler (2023).<\/p>\n<p style=\"text-align:right;\">jaf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die sprechenden Kr\u00e4hen sagen: \u201eDu kannst in Deutschland am Theater nur als Putzfrau Karriere machen.\u201c Doch was die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":790257,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1846],"tags":[680,772,178292,3364,29,548,663,3934,30,13,80,14,15,12],"class_list":["post-790256","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-augsburg","tag-augsburg","tag-bayern","tag-brechtfestival","tag-de","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-germany","tag-headlines","tag-kultur","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116054329048000469","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/790256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=790256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/790256\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/790257"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=790256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=790256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=790256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}