{"id":790525,"date":"2026-02-12T00:48:15","date_gmt":"2026-02-12T00:48:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/790525\/"},"modified":"2026-02-12T00:48:15","modified_gmt":"2026-02-12T00:48:15","slug":"was-uns-gravitationswellen-ueber-das-universum-erzaehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/790525\/","title":{"rendered":"Was uns Gravitationswellen \u00fcber das Universum erz\u00e4hlen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/doppelsternsystem-gravitationswellen-100.jpg\" alt=\"Illustration eines Doppelsternsystems, das Gravitationswellen erzeugt.\" title=\"Illustration eines Doppelsternsystems, das Gravitationswellen erzeugt. | IMAGO\/Depositphotos\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 11.02.2026 18:26 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Vor zehn Jahren gelang der endg\u00fcltige Nachweis von Gravitationswellen. Sie best\u00e4tigten Albert Einsteins Allgemeine Relativit\u00e4tstheorie &#8211; und erm\u00f6glichen ganz neue Erkenntnisse \u00fcber das Universum.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ehrenfeld-102.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Franziska Ehrenfeld\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ehrenfeld-100.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vor genau zehn Jahren, am 11. Februar 2016, gelang ein wissenschaftlicher Durchbruch: Ein internationales Team von mehr als tausend Forschenden ver\u00f6ffentlichte den ersten Nachweis von Gravitationswellen, eine der faszinierendsten Vorhersagen der Allgemeinen Relativit\u00e4tstheorie von Albert Einstein. Das <a href=\"https:\/\/journals.aps.org\/prl\/abstract\/10.1103\/PhysRevLett.116.061102\" title=\"Beobachtung von Gravitationswellen\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">damals gemessene Signal<\/a> stammte aus der Kollision zweier Schwarzer L\u00f6cher &#8211; ein Ereignis, das Raum und Zeit in Schwingung versetzt.<\/p>\n<p>    So entstehen Gravitationswellen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gravitationswellen entstehen, wenn sehr massereiche Objekte beschleunigen oder kollidieren. Dabei werden Raum und Zeit regelrecht &#8222;gestreckt&#8220; und &#8222;gestaucht&#8220; &#8211; \u00e4hnlich wie die kreisf\u00f6rmigen Wellen, die entstehen, wenn ein Stein ins Wasser f\u00e4llt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die US-Wissenschaftler <a href=\"https:\/\/www.nobelprize.org\/prizes\/physics\/2017\/summary\/\" title=\"Nobelpreis 2017\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne<\/a> erhielten f\u00fcr ihren ersten direkten Nachweis der Gravitationswellen 2017 den Physik-Nobelpreis.<\/p>\n<p>    Signale von Schwarzen L\u00f6chern und Neutronensternen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">An dem Nachweis von Gravitationswellen waren aber auch deutsche Forschende beteiligt, darunter Karsten Danzmann vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Gravitationsphysik in Hannover. Inzwischen wurden hunderte Gravitationswellen-Signale nachgewiesen. Viele weitere w\u00fcrden gerade ausgewertet, sagt Danzmann.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dabei handelt es sich nicht nur um Signale von Kollisionen Schwarzer L\u00f6cher. Denn Gravitationswellen entstehen auch, wenn Neutronensterne kollidieren &#8211; miteinander oder mit Schwarzen L\u00f6chern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Neutronensterne sind ein Endstadium in der Entwicklung von Sternen und ebenfalls extrem massereich. Ein Teel\u00f6ffel Neutronenstern-Material w\u00fcrde mehrere Milliarden Tonnen wiegen. In ihrem Kern werden Protonen und Elektronen zu Neutronen zusammengepresst, was ihnen ihren Namen gibt.<\/p>\n<p>    R\u00e4tsel um Herkunft schwerer Elemente gel\u00f6st<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Verschmelzung zweier Neutronensterne wurde 2017 zum ersten Mal nachgewiesen. Laut Physiker Danzmann gelang in dem Zusammenhang auch die bisher aufregendste Entdeckung der Gravitationswellenforschung: &#8222;Seitdem wissen wir, wie die schweren Elemente gemacht werden. Sonst w\u00fcssten wir gar nicht, wo das Gold herkommt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Schwere Elemente sind zu massereich, um im Inneren eines Sterns &#8222;gebrannt&#8220; zu werden oder bei einer Sternexplosion zu entstehen, so wie es bei den leichteren Elementen der Fall ist. Lange war daher unklar, wie diese schweren Elemente entstehen &#8211; bis das Gravitationswellensignal dann best\u00e4tigte: Das Gold auf der Erde, aber auch Elemente wie Platin und Uran, stammen urspr\u00fcnglich aus der Verschmelzung von Neutronensternen.<\/p>\n<p>    Blick in die Zukunft: Neue Teleskope und Messmethoden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Messung von Gravitationswellen erm\u00f6glicht also einen neuen Blick auf Vorg\u00e4nge im Universum, bei denen gro\u00dfe Massen im Spiel sind. K\u00fcnftige Projekte k\u00f6nnten die Forschung noch weiter voranbringen:<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>Das Einstein-Teleskop:<\/strong><\/p>\n<ul class=\"bulletpoint-list \">\n<li>Geplante Inbetriebnahme: in etwa zehn Jahren.<\/li>\n<li>Funktionsweise: Mithilfe von Laserstrahlen werden winzige Verzerrungen von Raum und Zeit gemessen, die durch Gravitationswellen verursacht werden. \u00c4hnlich wie das LIGO-Laserinterferometer &#8211; das Messger\u00e4t, mit dem die ersten Gravitationswellen gefunden wurden.<\/li>\n<li>Besonderheit: Das Einstein-Teleskop soll noch einmal zehnmal empfindlicher sein als LIGO. Wo es gebaut wird, ist noch unklar. Auch Deutschland hat sich als Standort beworben.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>Das LISA-Projekt:<\/strong><\/p>\n<ul class=\"bulletpoint-list \">\n<li>Geplante Inbetriebnahme: ebenfalls in etwa zehn Jahren.<\/li>\n<li>Ziel: LISA soll Gravitationswellen von supermassereichen Schwarzen L\u00f6chern messen, die Millionen Mal schwerer sind als die Sonne.<\/li>\n<li>Besonderheit: LISA ist als Gravitationswellen-Detektor im Weltraum geplant. Dort kann der Detektor ersch\u00fctterungsfrei betrieben werden und ist deshalb empfindlicher.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><strong>Detektion von Gravitationswellen mit Radiopulsaren:<\/strong><\/p>\n<ul class=\"bulletpoint-list \">\n<li>Funktionsweise: Radiopulsare sind schnell rotierende Neutronensterne, die wie Leuchtt\u00fcrme im All blinken. Allerdings nicht im Bereich des sichtbaren Lichts, sondern im Bereich der Radiostrahlung. Zieht eine Gravitationswelle zwischen dem Radiopulsar und der Erde durch, ver\u00e4ndert sich f\u00fcr einen Beobachter auf der Erde die Frequenz des Radio-Blinkens. Auch so werden Gravitationswellen messbar.<\/li>\n<\/ul>\n<p>    Gravitationswellen k\u00f6nnten Spuren des Urknalls zeigen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Physiker Danzmann verkn\u00fcpft noch eine ganz pers\u00f6nliche Hoffnung mit der k\u00fcnftigen Gravitationswellenforschung: &#8222;Was ich pers\u00f6nlich mir w\u00fcnschen w\u00fcrde, ist, dass wir den Anfang des Universums h\u00f6ren&#8220;, sagt er. &#8222;Man muss nur so empfindlich werden, dass man so weit raushorchen kann, dass man die Signale von vor 13 Milliarden Jahren detektieren kann. Und wenn wir dem zuh\u00f6ren k\u00f6nnen, dann h\u00f6ren wir den Urknall &#8211; wenn es ihn denn gab.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 11.02.2026 18:26 Uhr Vor zehn Jahren gelang der endg\u00fcltige Nachweis von Gravitationswellen. 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