{"id":790547,"date":"2026-02-12T01:00:10","date_gmt":"2026-02-12T01:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/790547\/"},"modified":"2026-02-12T01:00:10","modified_gmt":"2026-02-12T01:00:10","slug":"koeln-wiesbaden-sport-in-der-schwangerschaft-was-geht-und-was-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/790547\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln\/Wiesbaden | Sport in der Schwangerschaft: Was geht &#8211; und was nicht?"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln\/Wiesbaden (dpa\/tmn) &#8211; Schwangerschaft und Sport sind keine Gegens\u00e4tze. Im Gegenteil: Regelm\u00e4\u00dfig in Bewegung zu kommen, tut der werdenden Mutter und ihrem Kind sogar gut.\u00a0<\/p>\n<p>Sportlich aktive Frauen, die schwanger werden, bekommen also nicht per se die Rote Karte gezeigt. Dennoch: Mit manchen Sportarten ist erst einmal Schluss. Und wie so oft im Leben sind das richtige Ma\u00df und ein sorgf\u00e4ltiges Hineinhorchen in den K\u00f6rper gefragt. Zwei Fachleute \u00fcber Chancen und M\u00f6glichkeiten, Grenzen und Gefahren.<\/p>\n<p>Welche positiven Effekte hat Bewegung in der Schwangerschaft auf Mutter und Kind?<\/p>\n<p>Einige, wie Studien zeigen. Zum einen tut Bewegung der Mutter gut, sagt Klaus Doubek, Facharzt f\u00fcr Gyn\u00e4kologie und Geburtshilfe. \u00abBewegung verbessert die Ausdauer, st\u00e4rkt Muskulatur und Kreislauf und kann typische Beschwerden wie R\u00fcckenschmerzen oder Wassereinlagerungen lindern.\u00bb<\/p>\n<p>Bewegung senkt au\u00dferdem das Risiko f\u00fcr Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruckerkrankungen. Und sie schafft gute Voraussetzungen daf\u00fcr, dass sich der Babybauch nach der Geburt gut r\u00fcckbilden kann.<\/p>\n<p>Nicht zu vergessen, dass es auch eine psychologische Seite gibt: \u00abSporttreibende Schwangere haben weniger Stimmungsschwankungen\u00bb, sagt Psychologin Marion Sulprizio von der Deutschen Sporthochschule K\u00f6ln. Nicht zuletzt deshalb, weil sie mit den k\u00f6rperlichen Ver\u00e4nderungen wie weniger Beweglichkeit oder Wassereinlagerungen besser klarkommen.\u00a0<\/p>\n<p>Sport zu treiben steigere dar\u00fcber hinaus die Selbstwirksamkeit der Frau, also das Vertrauen, durch eigenes Handeln etwas bewirken zu k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p>Sogar das Baby im Bauch profitiert vom Sport der Mama. \u00abStudien zeigen, dass Bewegung bei der Schwangeren unter anderem zu einer verbesserten Durchblutung der Plazenta und zu messbaren Verbesserungen der Herz- und Kreislauffunktion des ungeborenen Kindes f\u00fchren kann\u00bb, sagt Klaus Doubek, der Pr\u00e4sident des Berufsverbandes der Frauen\u00e4rzte ist.\u00a0<\/p>\n<p>Laut Marion Sulprizio verringert sich durch Bewegung in der Schwangerschaft sowohl das Risiko, ein sehr schweres Baby zur Welt zu bringen, als auch das Risiko, dass das Kind sp\u00e4ter \u00fcbergewichtig wird.<\/p>\n<p>Welche Sportarten eignen sich gut in der Schwangerschaft? Und welche gar nicht?<\/p>\n<p>Steigen Frauen erst in der Schwangerschaft ein, bieten sich sanfte Sportarten an. Das sind vor allem Schwimmen, Yoga oder Gymnastik. Zu diesen oder \u00e4hnlichen Sportarten werden oft auch spezielle Kurse f\u00fcr Schwangere angeboten, an deren Kosten sich bei den entsprechenden Voraussetzungen auch die Krankenkassen beteiligen.<\/p>\n<p>Ob Joggen, leichtes Krafttraining oder Radfahren: Hat eine Frau schon vor der Schwangerschaft Sport getrieben, kann sie mit ihrem Training in der Regel weitermachen. \u00abWichtig ist, dass die Intensit\u00e4t im Verlauf der Schwangerschaft an das individuelle Wohlbefinden angepasst wird\u00bb, sagt Facharzt Doubek.<\/p>\n<p>Allerdings: Manche Sportarten vertragen sich mit einer Schwangerschaft nicht so gut. \u00abVerzichtet werden sollte auf alle Aktivit\u00e4ten mit erh\u00f6htem Sturz- oder Verletzungsrisiko, wie Reiten, Skifahren, Snowboarden, Squash\u00bb, sagt der Gyn\u00e4kologe. Riskant sind auch Sportarten mit K\u00f6rperkontakt oder m\u00f6glichen St\u00f6\u00dfen gegen den Bauch, etwa Fu\u00dfball oder Kampfsport.<\/p>\n<p>\u00abAuch schweres Krafttraining mit Pressatmung sollte vermieden werden, um Kreislaufbelastungen und Druckerh\u00f6hungen im Bauchraum zu vermeiden\u00bb, sagt Klaus Doubek.\u00a0<\/p>\n<p>Isoliertes Training der geraden Bauchmuskeln sollten Schwangere meiden, aber sanft trainiert werden d\u00fcrfen sie durchaus. \u00abStatt Crunches oder Sit-ups zu machen, kann man etwa im Vierf\u00fc\u00dflerstand den Bauchnabel nach innen ziehen\u00bb, sagt Marion Sulprizio.<\/p>\n<p>Zieht es frau beim Sport nach weit oben, sollte sie H\u00f6hen \u00fcber 2500 Meter meiden. \u00abDer Sauerstoffmangel ist ab einer bestimmten H\u00f6he zu gro\u00df\u00bb, sagt die Expertin. Gleiches gelte f\u00fcr die Tiefe \u2013 etwa beim Tauchen. \u00abSchnorcheln geht dagegen.\u00bb<\/p>\n<p>Wie intensiv darf der Sport sein?<\/p>\n<p>Pauschal l\u00e4sst sich das nicht sagen, sondern h\u00e4ngt von verschiedenen Faktoren ab: Wie alt ist die Frau, wie fit ist sie, hat sie vor der Schwangerschaft schon Sport gemacht oder nicht?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abJ\u00fcngere Schwangere d\u00fcrfen laut aktuellen Empfehlungen durchaus einen Puls bis 155 beim Sport erreichen\u00bb, nennt Marion Sulprizio als Beispiel. \u00abFrauen \u00fcber 40 sollten besser unter 140 bleiben.\u00bb<\/p>\n<p>Internationale Leitlinien empfehlen Schwangeren als Richtwert mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, sagt Verbandspr\u00e4sident Doubek. Am besten teilt man sich diese Zeit auf in t\u00e4gliche Einheiten von 20 bis 30 Minuten.\u00a0<\/p>\n<p>\u00ab&#8220;Moderat&#8220; bedeutet: Man sollte sich beim Training noch unterhalten k\u00f6nnen, ohne au\u00dfer Atem zu geraten\u00bb, erkl\u00e4rt der Gyn\u00e4kologe. \u00abDieser sogenannte Talk-Test ist ein guter Gradmesser.\u00bb<\/p>\n<p>Was geht noch bis zur Geburt?<\/p>\n<p>Generell ist Bewegung bei einer unkomplizierten Schwangerschaft bis zur Geburt zu empfehlen. Mit der Zeit setzt aber die Babykugel rein anatomisch immer st\u00e4rker Grenzen.\u00a0<\/p>\n<p>Ab dem vierten Monat sollten Schwangere m\u00f6glichst nicht mehr l\u00e4nger auf dem R\u00fccken liegend trainieren. Denn in dieser Position kann das Gewicht der Geb\u00e4rmutter wichtige Blutgef\u00e4\u00dfe leicht abdr\u00fccken.<\/p>\n<p>\u00abDadurch gelangt weniger Blut zum Herzen zur\u00fcck, was zu Kreislaufproblemen f\u00fchren und die Durchblutung der Geb\u00e4rmutter vor\u00fcbergehend einschr\u00e4nken kann\u00bb, sagt Klaus Doubek. Viele \u00dcbungen lassen sich aber anpassen, indem man den Oberk\u00f6rper leicht aufrichtet, sich seitlich hinlegt, hinsetzt oder hinstellt.<\/p>\n<p>In den letzten drei Monaten sollte der Sport dann au\u00dferdem deutlich weniger intensiv sein. \u00abDie eigene K\u00f6rperwahrnehmung ist ein wichtiger Kompass in der Schwangerschaft\u00bb, sagt der Facharzt. Letztlich komme es darauf an, wie sich die Schwangere beim Sport f\u00fchle. Wird es zu m\u00fchsam, sollte sie es langsamer angehen lassen.<\/p>\n<p>In den letzten Schwangerschaftswochen k\u00f6nnen vor allem \u00dcbungen guttun, die Atemtechnik, Haltung, Mobilit\u00e4t und den Beckenboden in den Fokus stellen &#8211; etwa Yoga. \u00abSchwimmen oder Aquagymnastik sind bis zum Schluss ideal\u00bb, sagt der Gyn\u00e4kologe. \u00abSymmetrische Bewegungsabl\u00e4ufe sind gut, und durch den Auftrieb im Wasser sp\u00fcrt man das Gewicht weniger.\u00bb<\/p>\n<p>Was sind Warnsignale, den Sport zu stoppen?<\/p>\n<p>Als Warnsignale f\u00fcr eine \u00dcberlastung nennt der Mediziner starke Schmerzen, Atemnot, Schwindel, Kreislaufbeschwerden oder starke Ersch\u00f6pfung. \u00abTritt eines dieser Symptome auf, sollte das Training sofort beendet werden und eine frauen\u00e4rztliche Abkl\u00e4rung erfolgen\u00bb, sagt er. Frauenarzt oder -\u00e4rztin warnen auch, wenn etwa wegen eines verk\u00fcrzten Muttermunds der Sport zu stoppen ist.<\/p>\n<p>Jede Frau und jede Schwangerschaft ist anders. Ist eine Schwangere daher unsicher, was noch geht und was nicht, fragt sie am besten ihre betreuende Frauen\u00e4rztin oder den Frauenarzt. \u00abWir raten sporttreibenden Schwangeren immer dazu, unbedingt alle Untersuchungen beim Gyn\u00e4kologen wahrzunehmen\u00bb, sagt Marion Sulprizio. \u00abUnd sich auch nicht \u00fcber dessen Rat hinwegzusetzen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln\/Wiesbaden (dpa\/tmn) &#8211; Schwangerschaft und Sport sind keine Gegens\u00e4tze. 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