{"id":79136,"date":"2025-05-02T18:18:14","date_gmt":"2025-05-02T18:18:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/79136\/"},"modified":"2025-05-02T18:18:14","modified_gmt":"2025-05-02T18:18:14","slug":"hilfsorganisationen-beklagen-kriegswaffe-hunger-im-gazastreifen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/79136\/","title":{"rendered":"Hilfsorganisationen beklagen &#8222;Kriegswaffe Hunger&#8220; im Gazastreifen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 02.05.2025 19:05 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Gerade f\u00fcr Kinder im Gazastreifen sei &#8222;die Lebensader fast versiegt&#8220;, mahnt UNICEF. Hunger, Durst und Krankheiten seien allgegenw\u00e4rtig. Mehrere Organisationen fordern eindringlich Hilfe. Israel sei in der Pflicht, ignoriere dies aber.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nInternationale Hilfsorganisationen haben massive Kritik an Israels Vorgehen im Gazastreifen und den Folgen f\u00fcr die dortige Zivilbev\u00f6lkerung ge\u00fcbt. Sie fordern Israel dazu auf, v\u00f6lkerrechtlichen Verpflichtungen f\u00fcr die Erf\u00fcllung von Grundbed\u00fcrfnissen der Menschen im Gazastreifen nachzukommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIsrael hungere die Zivilbev\u00f6lkerung Gazas aus und nutze Hunger als Kriegswaffe, erkl\u00e4rten Vertreter von Oxfam, Save the Children, Norwegian Refugee council und dem Netzwerk pal\u00e4stinensischer Nichtregierungsorganisationen (PNGO) in einem gemeinsamen <a href=\"https:\/\/www.oxfam.org\/en\/press-releases\/media-advisory-emergency-press-briefing-humanitarian-organisations-gaza-israels\" title=\"Medien-Briefing Gazastreifen Oxfam u. a.\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Online-Medienbriefing<\/a>, das die Nachrichtenagentur KNA zusammenfasste. Anlass war die zweimonatige &#8222;vollst\u00e4ndige Belagerung&#8220; des Gazastreifens durch Israel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nInsbesondere durch die Anfang M\u00e4rz von Israel verh\u00e4ngte <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/israel-stopp-hilfslieferungen-gazastreifen-hamas-100.html\" title=\"Israel stoppt im Waffenruhe-Streit mit Hamas humanit\u00e4re Hilfe\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vollst\u00e4ndige Einfuhrsperre f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe und G\u00fcter<\/a> in den Gazastreifen versch\u00e4rfe sich die Versorgungslage t\u00e4glich. Bewohnern des Gazastreifens zufolge sind die Lebensmittelpreise seitdem um ein Vielfaches angestiegen. Laut Augenzeugen werden auch immer wieder Gesch\u00e4fte gepl\u00fcndert. Hunger und Nahrungsmittelknappheit tr\u00e4fen die schw\u00e4chsten Teile der Gesellschaft besonders stark, darunter Kinder und schwangere Frauen, teilte Oxfams Pressesprecherin in Gaza, Ghada Alhaddad, mit.<\/p>\n<p>    Vorwurf systematischer Kampagne<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNeben Lebensmitteln fehlt es laut Gavin Kelleher, Leiter f\u00fcr humanit\u00e4ren Zugang beim Norwegian Refugee Council, auch an Wasser, Treibstoff und angemessenen Unterk\u00fcnften wie Zelten. Hinzu k\u00e4men die Zerst\u00f6rung von landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen, Angriffe auf Notunterk\u00fcnfte und Fischer vor der K\u00fcste sowie die Weigerung, Hilfsorganisationen Zugang zu Vorr\u00e4ten in S\u00fcdgaza zu erm\u00f6glichen. Kelleher bezeichnete die israelische Gaza-Politik als eine &#8222;breite Kampagne, um sicherzustellen, dass Gaza unbewohnbar wird&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVon einer nie dagewesenen, systematischen Kampagne sprach auch Amjad Schawa, der im Gazastreifen lebende Direktor des Pal\u00e4stinensernetzwerks PNGO und Stellvertreter des Generalkommissars der Unabh\u00e4ngigen Menschenrechtskommission. &#8222;Wir werden Tausende Opfer beklagen&#8220;, sagte er. Besonders schwer seien die Auswirkungen des Hungers und der Unterern\u00e4hrung auf Kinder, die irreversible Sch\u00e4den davontr\u00fcgen und an den Folgen sterben k\u00f6nnten. \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferten sich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das UN-Kinderhilfswerk UNICEF sowie die Organisation Aktion gegen den Hunger.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Gedr\u00e4nge vor einer Wohlt\u00e4tigkeitsk\u00fcche in Chan Yunis im n\u00f6rdlichen Gazastreifen.\n                    <\/p>\n<p>    &#8222;Schicksal h\u00e4ngt von unserer Verantwortung ab&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin wachsendes Risiko von Hunger, Krankheit und Tod sei <a href=\"https:\/\/www.unicef.org\/press-releases\/statement-unicef-executive-director-catherine-russell-situation-children-gaza-strip\" title=\"UNICEF-Statement zu Kindern im Gazastreifen\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">&#8222;durch nichts zu rechtfertigen&#8220;<\/a>, teilte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell mit. &#8222;Humanit\u00e4re Hilfe war die einzige Lebensader f\u00fcr Kinder, und nun ist sie fast versiegt.&#8220; Hinzu k\u00e4men fehlende Impfstoffe und die Ausbreitung von Krankheiten. Anhaltende Bombardierungen und Vertreibung erschwerten den Zugang zu Hilfe. Auch die UNICEF-Vertreterin forderte von den Konfliktparteien, humanit\u00e4re Hilfe schnell und ungehindert zuzulassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHungrige Kinder suchten in Abfallbergen nach Essensresten und Brennmaterial, berichtete die Sprecherin des UN-Nothilfeb\u00fcros in Gaza-Stadt, Olga Cherevko.\u00a0Durch das Verbrennen von Plastik entstehe \u00fcberall gef\u00e4hrlicher Rauch. Sie sehe in den Stra\u00dfen unterern\u00e4hrte Kinder. In ihrer Verzweiflung griffen Menschen inzwischen immer \u00f6fter die wenigen Lastwagen an, in denen Wasser oder Nahrungsmittel vermutet werden.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die internationale Gemeinschaft hat die Wahl: Entweder sie schaut sich weiterhin die grausamen Bilder des erstickten und ausgehungerten Gazastreifens an oder sie bringt den Mut und die Moral auf, Entscheidungen zu treffen, die diese gnadenlose Blockade durchbrechen&#8220;, sagte Cherevko. &#8222;Die Menschen in Gaza haben keine solche Wahl. Ihr Schicksal h\u00e4ngt von unserer gemeinsamen Verantwortung zum Handeln ab.&#8220;<\/p>\n<p>    171.000 Tonnen Lebensmittel st\u00fcnden bereit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Rote Kreuz warnt ebenfalls, dass die Menschen kaum noch \u00fcberleben k\u00f6nnten. Am IKRK-Feldkrankenhaus gingen Nahrungsmittel und medizinische Produkte zur Neige. Wasserleitungen seien kaputt und Lastwagen zur Abwasserentsorgung zerst\u00f6rt worden.\u00a0Israel sei als Besatzungsmacht verpflichtet, die Grundbed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung zu decken, so das IKRK. Es wacht \u00fcber die Genfer Konventionen, die den Umgang mit Zivilisten in bewaffneten Konflikten regeln.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAu\u00dferhalb des Gazastreifens lagern nach Angaben von Aktion gegen den Hunger rund 171.000 Tonnen Lebensmittel, die f\u00fcr eine Versorgung der gesamten Bev\u00f6lkerung im Gazastreifen f\u00fcr bis zu vier Monate reichten. Daf\u00fcr m\u00fcsse jedoch der Zugang von Hilfsorganisationen zu den Vorr\u00e4ten gew\u00e4hrt werden. Hunger und Einschr\u00e4nkungen von humanit\u00e4rer Hilfe d\u00fcrften niemals als Druckmittel eingesetzt werden.<\/p>\n<p>    &#8222;Wir planen f\u00fcr den Tod&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch die Nachrichtenagentur dpa schildert die Dramatik der Situation, in der sich viele Menschen im Gazastreifen befinden. Ein vierfacher Vater berichtete demnach, er wolle, dass zumindest ein Teil seiner Familie \u00fcberlebe. Deshalb habe er zwei seiner Kinder seinem Bruder \u00fcbergeben und im Gegenzug zwei Kinder des Bruders in seine Obhut genommen &#8211; f\u00fcr den Fall, dass einer von ihnen angegriffen wird. &#8222;Das bedeutet es, heute in Gaza zu leben. Eltern planen nicht f\u00fcr die Schule oder Geburtstage &#8211; wir planen f\u00fcr den Tod und versuchen, das Schicksal auszutricksen, damit zumindest einige unserer Kinder verschont bleiben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Dunkle Fl\u00e4chen: besiedelte Gebiete\n                    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 02.05.2025 19:05 Uhr Gerade f\u00fcr Kinder im Gazastreifen sei &#8222;die Lebensader fast versiegt&#8220;, mahnt UNICEF. 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