{"id":79187,"date":"2025-05-02T18:46:10","date_gmt":"2025-05-02T18:46:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/79187\/"},"modified":"2025-05-02T18:46:10","modified_gmt":"2025-05-02T18:46:10","slug":"krieg-in-gaza-gruene-im-europaparlament-eindeutige-hinweise-auf-genozid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/79187\/","title":{"rendered":"Krieg in Gaza \u2013 Gr\u00fcne im Europaparlament: \u00bbEindeutige Hinweise auf Genozid\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img305095\" src=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/img\/jpeg\/640\/305095\" alt=\"Auch am Morgen des 2. Mai flog Israel wieder schwere Angriffe in Gaza: Ein Junge hilft bei der Suche nach \u00dcberlebenden in den Tr\u00fcmmern.\"\/><\/p>\n<p>Auch am Morgen des 2. Mai flog Israel wieder schwere Angriffe in Gaza: Ein Junge hilft bei der Suche nach \u00dcberlebenden in den Tr\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Foto: AFP\/Eyad Baba<\/p>\n<p>Auf einer Konferenz zur <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190801.gaza-krieg-israel-erste-risse.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lage in Pal\u00e4stina<\/a> haben mehrere Mitlieder der Fraktion \u00bbDie Gr\u00fcnen\/Europ\u00e4ische Freie Allianz\u00ab im Europaparlament die Aussetzung des Handels- und Assoziierungsabkommens zwischen der EU und <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190955.nahost-israels-streitkraefte-bombardieren-damaskus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Israel<\/a> gefordert. Eine der Organisator*innen der Veranstaltung, die Abgeordnete Ana Miranda Paz vom Bloque Nacionalista Galego aus Spanien, nannte ein <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190785.ruestungsindustrie-pro-palaestinensischer-protest-blut-blut-blut-an-euren-haenden.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Waffenembargo gegen Israel<\/a> \u00bbeines der zentralen Themen\u00ab, um einen Stopp des von Israel im Gaza ver\u00fcbten \u00bbGenozids\u00ab an den Pal\u00e4stinensern durchzusetzen.<\/p>\n<p>Diesen sehen die Teilnehmer der Konferenz unter anderem durch den Einsatz von Hunger als Waffe durch Israel als gegeben an. Mittlerweile ist die Bev\u00f6lkerung in Gaza seit zwei Monaten von jeglichen Hilfslieferungen abgeschnitten, weil Israel diese nicht zul\u00e4sst.<\/p>\n<p>Miranda berichtete am Dienstagnachmittag vor Journalisten zum Abschluss der zweit\u00e4gigen Konferenz, zu der zahlreiche Expert*innen von NGOs und Internationalen Organisationen, Jurist*innen und Journalist*innen eingeladen worden seien, um aus ihrer Sicht die Frage zu beantworten, \u00bbob die Situation in Gaza <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1187307.gaza-krieg-untersuchung-belegt-genozid.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">als Genozid bezeichnet werden kann<\/a>\u00ab. An der Organisation der Tagung waren nach Angaben von Miranda ma\u00dfgeblich Abgeordnete aus Frankreich, Italien sowie den spanischen Regionen Katalonien und Galizien beteiligt. Teil der Fraktion sind auch die deutschen und \u00f6sterreichischen Abgeordneten der Gr\u00fcnen sowie die liberale Partei Volt. Doch von ihnen nahm niemand teil.<\/p>\n<p>nd.Kompakt \u2013 unser t\u00e4glicher Newsletter<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/img\/jpeg\/640\/305096\" alt=\"\" title=\"\" width=\"170\"\/><\/p>\n<p>Unser t\u00e4glicher Newsletter <strong>nd.Kompakt<\/strong> bringt Ordnung in den Nachrichtenwahnsinn. Sie erhalten jeden Tag einen \u00dcberblick zu den spannendsten Geschichten aus der <strong>Redaktion<\/strong>. <a href=\"https:\/\/newsletter.nd-aktuell.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier das kostenlose Abo holen<\/a>.<\/p>\n<p>Neben Miranda standen am Podium die Abgeordneten Jaume Asens Llord\u00e0 aus Spanien, Benedetta Scuderi aus Italien und Mounir Satouri aus Frankreich. Auf die Lage der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung aufmerksam zu machen und das israelische Vorgehen in Gaza wie im Westjordanland klar zu verurteilen, sei ein \u00bbGebot der Humanit\u00e4t\u00ab, betonte Miranda.<\/p>\n<p>Doch dabei st\u00f6\u00dft sie auf Widerstand auch in ihrer eigenen Fraktion: Weder auf der Homepage noch in den sozialen Medien der Gr\u00fcne\/EFA-Fraktion wird die Konferenz am Montag und Dienstag erw\u00e4hnt. Mit ihr habe man ein Zeichen f\u00fcr die Verteidigung der Menschenrechte und gegen Vertreibung und erzwungenen Hunger in Gaza setzen wollen, meinte Miranda. F\u00fcr sie sei klar: \u00bbGaza ist der Friedhof des internationalen Rechts.\u00ab<\/p>\n<p>Die italienische Abgeordnete Benedetta Scuderi betonte, Zweck der Konferenz sei es vorrangig gewesen, die juristischen Bewertungen und Grundlagen herauszuarbeiten, die \u00bbeindeutig und unzweifelhaft belegen, dass es sich um einen Genozid handelt\u00ab. Expert*innen aus den Feldern Recht, Geografie, Politik, Medizin, aber auch \u00dcberlebende und Aktivist*innen h\u00e4tten auf der Konferenz gesprochen: \u00bbAlle diese Perspektiven zusammengenommen lassen keinen anderen Schluss zu: <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1184823.israel-und-palaestina-genozid-forscher-das-ziel-war-gaza-unbewohnbar-zu-machen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Es ist ein Genozid<\/a>\u00ab, so Scuderi. Sie habe bewusst das Europ\u00e4ische Parlament als Tagungsort gew\u00e4hlt: \u00bbDadurch kann niemand in diesem Haus in Zukunft mehr sagen, er oder sie habe es nicht gewusst. Es gibt keine Ausreden mehr.\u00ab<\/p>\n<p>In Deutschland herrscht bis heute in Unionsparteien, in der SPD und bei den Gr\u00fcnen weitgehendes Schweigen zu den israelischen Kriegsverbrechen in Gaza. Daher sorgte es f\u00fcr Schlagzeilen, als sich am Montag drei Bundestagsabgeordnete von SPD, Gr\u00fcnen und Linke gemeinsam zum Thema zu Wort meldeten.<\/p>\n<p>In einem auf dem Onlineportal \u00bbEtos Media\u00ab ver\u00f6ffentlichten <a href=\"https:\/\/etosmedia.de\/politik\/waffenstillstand-statt-waffenlieferungen-glaubwuerdig-fuer-menschenrechte-und-voelkerrecht-eintreten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">offenen Brief<\/a> forderten Isabel Cademartori (SPD), Nicole Gohlke (Linke) und Kassem Taher Saleh (Gr\u00fcne) einen Stopp deutscher Waffenlieferungen nach Israel und eine Anerkennung Pal\u00e4stinas als Staat. Es handelt sich dabei um die erste rot-rot-gr\u00fcne Initiative auf Bundesebene seit Langem.<\/p>\n<p>Besonders f\u00fcr Cademartori d\u00fcrfte die Initiative einigen Mut erfordert haben, denn ihr Bundeskanzler Olaf Scholz hat stets betont, dass Deutschland Waffen an Israel liefere und dies auch weiter tun werde. Den offenen Brief haben auch der deutsch-pal\u00e4stinensische Hochschuldozent Jules El-Khatib und Nimrod Flaschenberg von der Gruppe Israelis f\u00fcr Frieden unterzeichnet.<\/p>\n<p>Der designierte Bundesau\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU) sieht in einem Stopp von Waffenlieferungen einen Versto\u00df gegen die deutsche \u00bbStaatsr\u00e4son\u00ab, die aus seiner Sicht eine bedingungslose Unterst\u00fctzung Israels bedeutet. Unionsabgeordnete vertreten zudem die Position, Israel bei Waffenexporten mit einem Nato-Partner gleichzustellen und so die Lieferungen deutlich zu vereinfachen.<\/p>\n<p>In dem Brief hei\u00dft es unter anderem, Deutschland und die EU st\u00fcnden vor einer entscheidenden Frage: \u00bbWollen sie weiterhin lediglich Appelle f\u00fcr einen Waffenstillstand formulieren oder ihre Verpflichtung gegen\u00fcber dem V\u00f6lkerrecht mit Taten untermauern?\u00ab Ein \u00bbsofortiges Ende der milit\u00e4rischen und politischen Unterst\u00fctzung\u00ab f\u00fcr die Regierung von Benjamin Netanjahu sei \u00bbdringend geboten\u00ab. Die Bundesrepublik und die EU m\u00fcssten eine aktive Rolle bei Verhandlungen f\u00fcr einen neuen Waffenstillstand und die Freilassung der verbliebenen israelischen Geiseln einnehmen. Letztere h\u00e4tten im Zuge des von Israel gebrochenen Waffenstillstands schon in Freiheit sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der k\u00fcnftige Staatssekret\u00e4r im Ausw\u00e4rtigen Amt Florian Hahn (CSU) reagierte mit einem Post auf der Plattform X auf den offenen Brief. Anders als von Cademartori in einer \u00bbunheilvollen Allianz\u00ab gefordert, werde man das V\u00f6lkerrecht \u00bbmit scharfer Verurteilung der Angriffe\u00ab auf israelische B\u00fcrger am 7. Oktober 2023 und \u00bbder fortgesetzten Unterst\u00fctzung Israels und schlie\u00dflich dem Einsatz f\u00fcr die Freilassung der Geiseln\u00ab achten.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Linke-Bundestagsabgeordnete \u00fcbten derweil in einem am Mittwoch ver\u00f6ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/kultur\/gesellschaft\/falschen-lehren-gezogen-gaza-krieg-und-die-berichterstattung-die-93704634.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gastbeitrag<\/a> f\u00fcr die \u00bbFrankfurter Rundschau\u00ab auch scharfe Kritik an der Berichterstattung in Deutschland \u00fcber die israelische Kriegf\u00fchrung in Gaza. Die deutsche Geschichte werde \u00bbals Argument f\u00fcr die bedingungslose Unterst\u00fctzung Israels herangezogen\u00ab, schreiben Nicole Gohlke, Cem Ince, Cansin Kokt\u00fcrk, Lea Reisner und Janine Wissler in dem Kommentar. W\u00e4hrend israelische Medien wie \u00bbHaaretz\u00ab oder der britische \u00bbGuardian\u00ab ungesch\u00f6nt berichteten, unterst\u00fctzten deutsche Medien und die Politik \u00bbeine Regierung, in der sich selbsternannte Faschisten befinden, die einen Krieg f\u00fchrt, den namhafte israelische und internationale Wissenschaftler als Genozid bezeichnen, und die das V\u00f6lkerrecht ignoriert\u00ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auch am Morgen des 2. 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