{"id":792116,"date":"2026-02-12T15:22:13","date_gmt":"2026-02-12T15:22:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/792116\/"},"modified":"2026-02-12T15:22:13","modified_gmt":"2026-02-12T15:22:13","slug":"hamburger-kriminalitaet-hamburg-ist-sicherer-geworden-aber-nicht-ueberall-spuert-man-es","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/792116\/","title":{"rendered":"Hamburger Kriminalit\u00e4t: \u201eHamburg ist sicherer geworden\u201c \u2013 aber nicht \u00fcberall sp\u00fcrt man es"},"content":{"rendered":"<p>Weniger Straftaten, mehr Aufkl\u00e4rung: Hamburg meldet f\u00fcr 2025 49,1 Prozent Aufkl\u00e4rungsquote und sinkende Gewaltkriminalit\u00e4t. Gleichzeitig steigen bestimmte Betrugsformen im digitalen Raum, der BDK warnt vor einem tr\u00fcgerischen Sicherheitsgef\u00fchl und die CDU mahnt: Statistiken allein schaffen keine Sicherheit.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Hamburg verzeichnet 2025 erneut weniger Kriminalit\u00e4t: Nach Angaben der Innenbeh\u00f6rde sank die Zahl der registrierten Straftaten auf 213.596 F\u00e4lle \u2013 11.317 weniger als 2024, ein Minus von f\u00fcnf Prozent. Damit setzt sich der Trend fort, nachdem die Fallzahlen im Vorjahr bereits um vier Prozent zur\u00fcckgegangen waren. Vorgestellt wurden die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) von Innensenator Andy Grote (SPD), Polizeipr\u00e4sident Falk Schnabel und LKA-Leiter Jan Hieber.<\/p>\n<p>Parallel zum R\u00fcckgang der Delikte verzeichnet die PKS eine h\u00f6here Aufkl\u00e4rung: Die Quote lag 2025 bei 49,1 Prozent. Laut Innenbeh\u00f6rde sind damit \u201ein den letzten drei Jahren die h\u00f6chsten Gesamtaufkl\u00e4rungsquoten seit 1997 erreicht\u201c worden. Polizeipr\u00e4sident Schnabel spricht von einem Ergebnis konsequenter Arbeit: \u201eBesonders erfreulich ist, dass wir mit einer Aufkl\u00e4rungsquote von 49,1 Prozent den h\u00f6chsten Wert seit 1997 erreicht haben.\u201c Das sei \u201eein klarer Beleg f\u00fcr die engagierte und professionelle Arbeit\u201c der Polizei und \u201ef\u00fcr die Wirksamkeit unserer Ma\u00dfnahmen zur Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung und Pr\u00e4vention\u201c.<\/p>\n<p>Der R\u00fcckgang zeigt sich nach Senatsangaben in allen sieben Bezirken \u2013 am st\u00e4rksten in Harburg (-9,3 Prozent), Mitte (-6,6 Prozent) und Altona (-6,5 Prozent). Als wesentliche Treiber nennt die Mitteilung vor allem weniger Diebstahlsdelikte sowie sinkende Verst\u00f6\u00dfe gegen das Bet\u00e4ubungsmittelgesetz \u2013 auch im Zusammenhang mit der Teillegalisierung von Cannabis. Gleichzeitig stiegen F\u00e4lle von Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel, unter anderem wegen mehr bargeldloser Zahlungen und \u201equalit\u00e4tssichernder Ma\u00dfnahmen bei der PKS-Erfassung\u201c. Insgesamt registrierte die Polizei rund 64.500 Tatverd\u00e4chtige; deren Zahl sank, besonders bei unter 21-J\u00e4hrigen.<\/p>\n<p>Auch die Gewaltkriminalit\u00e4t ging zur\u00fcck: Die Zahl der Gewaltdelikte sank um 5,4 Prozent auf 8.514 Taten. Besonders deutlich seien Gewalttaten im \u00d6PNV zur\u00fcckgegangen (rund -12 Prozent). Innerhalb der Gewaltkriminalit\u00e4t stellen gef\u00e4hrliche und schwere K\u00f6rperverletzungen den gr\u00f6\u00dften Anteil; hier wurden 5.954 F\u00e4lle registriert (-5,4 Prozent). Raubdelikte gingen um 8,5 Prozent zur\u00fcck. Schwerpunkt bleiben laut Mitteilung weiterhin St. Pauli und St. Georg \u2013 mit hohen Anteilen sowohl bei Raub als auch bei gef\u00e4hrlicher und schwerer K\u00f6rperverletzung.<\/p>\n<p>Deutlich r\u00fcckl\u00e4ufig sind zudem Messerdelikte: In 261 Straftaten wurde 2025 ein Messer eingesetzt (2024: 399), in 538 F\u00e4llen blieb es bei der Drohung (2024: 867) \u2013 laut Senat die niedrigsten Werte seit Beginn der Erfassung 2019. Bei Schusswaffen wurden 262 Taten registriert (-12 Prozent); in 16 F\u00e4llen wurde mit einer scharfen Schusswaffe auf Personen oder Gegenst\u00e4nde geschossen (2024: 24). Hamburg verweist dabei auch auf das im Dezember 2024 erlassene Waffenverbot f\u00fcr \u00f6ffentliche Veranstaltungen wie den Hamburger Dom sowie f\u00fcr den gesamten \u00d6PNV.<\/p>\n<p>Bei Mord und Totschlag weist die PKS 17 vollendete und 49 versuchte Delikte aus; die Innenbeh\u00f6rde ordnet das als \u201edurchschnittliches Niveau der letzten 25 Jahre\u201c ein. Wohnungseinbr\u00fcche sanken auf 2.837 F\u00e4lle (-5,7 Prozent). Auch Kfz-Diebst\u00e4hle gingen zur\u00fcck, besonders Komplettentwendungen (-34,5 Prozent); als Grund nennt die Mitteilung die Ermittlungsgruppe \u201ePanthera\u201c, die seit August 2024 gegen professionelle Strukturen vorgeht. Bei Sexualstraftaten insgesamt (ohne Kinder- und Jugendpornografie) gibt es einen R\u00fcckgang, zugleich stieg die Zahl der Vergewaltigungen um 11,9 Prozent auf 319 F\u00e4lle; in mehr als 80 Prozent habe eine Vorbeziehung bestanden. Innensenator Grote zieht insgesamt eine positive Bilanz: \u201eHamburg ist damit weiterhin eine sehr sichere Stadt und im letzten Jahr noch ein St\u00fcck sicherer geworden.\u201c<\/p>\n<p>BDK: \u201eKein vollst\u00e4ndiges Lagebild\u201c<\/p>\n<p>Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Landesverband Hamburg, mahnt jedoch zur Einordnung: \u201eSinkende Zahlen sind kein vollst\u00e4ndiges Lagebild!\u201c Die PKS bilde nur das polizeilich registrierte Hellfeld ab; nicht erfasst w\u00fcrden Dunkelfeld, digitale T\u00e4terstrukturen mit unklarem Tatort oder strukturelle Belastungen in der Strafverfolgung. Der Verband warnt: \u201eWo nicht angezeigt oder kontrolliert wird, entsteht kein Fall in der Statistik \u2013 das bedeutet jedoch nicht automatisch mehr Sicherheit.\u201c<\/p>\n<p>Zudem relativiere die Teillegalisierung von Cannabis einen Teil des R\u00fcckgangs: Weniger Strafbarkeit f\u00fchre \u201ezwangsl\u00e4ufig zu weniger registrierten Straftaten\u201c \u2013 das sei \u201eeine gesetzliche Ver\u00e4nderung, keine kriminalpolitische Trendwende\u201c, so der BDK mit Blick auf gesunkene BtM-Verst\u00f6\u00dfe. Gleichzeitig verweist der Verband auf Verschiebungen bei Betrugsdelikten: W\u00e4hrend im Inland registrierte F\u00e4lle s\u00e4nken, stiegen \u201eAuslandstaten\u201c deutlich; f\u00fcr Betroffene spiele der T\u00e4terstandort keine Rolle, \u201eihre Belastung bleibt real\u201c.<\/p>\n<p>Auch den Rekord bei der Aufkl\u00e4rungsquote ordnet der BDK strukturell ein: Der Anteil der Kontrolldelikte liege bei 24,7 Prozent und wirke unmittelbar auf die Gesamtquote. Positiv hebt der Verband hervor, dass erstmals Ergebnisse der SKiD-B\u00fcrgerbefragung st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt wurden, und fordert dar\u00fcber hinaus \u201eeine transparente Einordnung der Grenzen der PKS\u201c, eine st\u00e4rkere Verzahnung von Polizei- und Justizstatistik, die dauerhafte Einbindung von Dunkelfeldanalysen sowie eine nachhaltige personelle St\u00e4rkung von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft.<\/p>\n<p>Die heutige Vorstellung der PKS d\u00fcrfe nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass Statistiken allein keine Sicherheit schafften, erkl\u00e4rte Dennis Gladiator, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: \u201eDer brutale Mord in Wandsbek hat j\u00fcngst erneut auf ersch\u00fctternde Weise gezeigt, dass jede noch so positiv pr\u00e4sentierte Zahl wertlos ist, wenn der Senat seiner zentralen Aufgabe, dem Schutz von Leben und k\u00f6rperlicher Unversehrtheit, nicht gerecht wird.\u201c W\u00e4hrend sich Innensenator Grote f\u00fcr die Zahlen feiere, erlebten viele Hamburger t\u00e4glich das Gegenteil. <\/p>\n<p>\u201eRund um den Hauptbahnhof, in St. Georg, im Umfeld des Drob Inn, am Jungfernstieg, im Phoenix-Viertel in Harburg, aber auch an vielen anderen Orten der Stadt, ist das Sicherheitsgef\u00fchl massiv beeintr\u00e4chtigt\u201c, sagte Gladiator. \u201eOffene Drogenszenen, Gewalt- und Begleitkriminalit\u00e4t sowie wiederholte F\u00e4lle von Messer- und Schusswaffengebrauch sind das Ergebnis jahrelanger sicherheitspolitischer Vers\u00e4umnisse. Hamburg braucht einen klaren Kurswechsel.\u201c Statt Statistikdebatten brauche es endlich konsequentes Handeln: \u201emehr sichtbare Polizeipr\u00e4senz, die Ausweitung von Waffenverbotszonen, einen st\u00e4rkeren intelligenten Videoschutz und auch die Sicherung von \u00f6ffentlichen R\u00e4umen wie zum Beispiel Bahnh\u00f6fen. Vor allem aber gilt unmissverst\u00e4ndlich: Einsparungen bei der Polizei darf es unter keinen Umst\u00e4nden geben. Wer in dieser Lage \u00fcber K\u00fcrzungen zu Lasten des Personals oder der Ausstattung nachdenkt, handelt verantwortungslos\u201c, sagte Gladiator.<\/p>\n<p>dfe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Weniger Straftaten, mehr Aufkl\u00e4rung: Hamburg meldet f\u00fcr 2025 49,1 Prozent Aufkl\u00e4rungsquote und sinkende Gewaltkriminalit\u00e4t. 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