{"id":792857,"date":"2026-02-12T22:08:11","date_gmt":"2026-02-12T22:08:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/792857\/"},"modified":"2026-02-12T22:08:11","modified_gmt":"2026-02-12T22:08:11","slug":"warum-dieter-bohlen-an-dieser-taliban-rom-com-mitverdient","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/792857\/","title":{"rendered":"Warum Dieter Bohlen an dieser Taliban-Rom-Com mitverdient"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">In \u201eNo Good Men\u201c, dem Er\u00f6ffnungsfilm der 76. <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/berlinale\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlinale<\/a>, geht es viel um M\u00e4nner und Frauen. Die Regisseurin Shahrbanoo Sadat spielt die Hauptrolle in dieser romantischen Kom\u00f6die aus Afghanistan und will sich in ihrem dritten Spielfilm mit Geschlechterrollen in ihrem Heimatland humorvoll-melancholisch auseinandersetzen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Alles spielt vor einem ernsten und realen Hintergrund. Die USA unter Pr\u00e4sident Joe Biden entschlie\u00dfen sich im Jahr 2021 nach Jahren des Dauereinsatzes, ihre Truppen aus <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/afghanistan\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Afghanistan<\/a> abzuziehen. Die Taliban nutzten das entstandene Machtvakuum und starteten ihre Offensive. Die Hauptfigur Naru (Shahrbanoo Sadat) arbeitet beim afghanischen Fernsehsender Kabul TV und bekommt die Geschehnisse live in der Hauptstadt mit.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Ihr Reporter-Kollege Qodrat (Anwar Hashimi) nimmt sie mit auf einen schwierigen Au\u00dfeneinsatz. Zun\u00e4chst k\u00f6nnen sich die beiden \u00fcberhaupt nicht ausstehen, aber mit der Zeit beginnt die berufliche Beziehung aufzutauen; die Blicke der beiden werden immer tiefer und l\u00e4nger. Alles k\u00f6nnte gut werden, st\u00fcnden ihnen da nicht Narus \u00fcbergriffiger Ehemann und eine islamistische Terrorgruppe namens Taliban im Weg.<\/p>\n<p>Ein afghanischer Film, der sich deutsch an f\u00fchlt<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Gef\u00f6rdert wurde der Film von zahlreichen deutschen F\u00f6rderanstalten, wie der MOIN Filmf\u00f6rderung Hamburg-Schleswig-Holstein, der Filmf\u00f6rderungsanstalt (FFA) und dem <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/medienboard-berlin-brandenburg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Medienboard Berlin-Brandenburg<\/a>. Gedreht wurde \u201eNo Good Men\u201c an verschiedenen Drehorten in Deutschland, denn einen kritischen Film \u00fcber die Taliban im Land der Taliban zu drehen, w\u00e4re aktuell ein waghalsiges Unterfangen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Man ist nach dem Kinogang ein wenig \u00fcberrascht, wie deutsch sich \u201eNo Good Men\u201c anf\u00fchlt. Die Figuren sprechen zwar fast alle Dari und Paschtu, und die Handlung des Films ist allein in Afghanistan angesiedelt, aber mit all den Witzen \u00fcber M\u00e4nner und Frauen macht der Film deutschen Regisseuren wie Til Schweiger gef\u00e4hrliche Konkurrenz.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Und auch f\u00fcr ein paar Untenrum-Witze ist sich \u201eNo Good Men\u201c nicht zu schade. Beim vergangenen Berlinale-Er\u00f6ffnungsfilm hat es nur 20 Minuten gedauert, bis Lars Eidingers Glied auf der Leinwand baumelte. Dieses Jahr ist es \u00e4hnlich, denn nach nur wenigen Minuten sehen wir auf der Leinwand einen gro\u00dfen Gummipenis mit Vibrationsfunktion und USB-C-Anschluss, \u00fcber den sich Hauptfigur Naru zusammen mit ihren Kolleginnen be\u00f6mmelt.<\/p>\n<p>\u201eNo Good Men\u201c: Gut gemeint, aber nicht gut gemacht<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">\u201eNo Good Men\u201c will sich nat\u00fcrlich kritisch mit den Geschlechterverh\u00e4ltnissen in Afghanistan besch\u00e4ftigen und hat ein ernstes Anliegen. \u201eWeil ich in einer zutiefst patriarchalen afghanischen Gesellschaft gro\u00df wurde, glaubte ich lange nicht an gute M\u00e4nner. Erst sp\u00e4ter entdeckte ich, dass es eine andere Realit\u00e4t gibt\u201c, sagt Regisseurin Sadat \u00fcber ihren Film. Das ist nat\u00fcrlich mutig f\u00fcr eine Frauenrechtlerin aus Afghanistan, die bef\u00fcrchten muss, in ihrem Heimatland f\u00fcr ihre Haltung ihr Leben zu lassen. Mit Filmkunst hat \u201eNo Good Men\u201c allerdings relativ wenig zu tun.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Denn der Film bedient sich abgeschmackter Rom-Com-Klischees und wei\u00df nicht so recht, was er mit ihnen anfangen soll. Da ist der lange Blick in die Augen, nachdem sich die beiden Hauptfiguren zuf\u00e4llig ganz nah kommen. Oder der sich anbahnende Kuss, der selbstverst\u00e4ndlich von einem klingelnden Handy verhindert wird. Gefilmt wurde das alles in einer uninteressanten Fernseh-\u00c4sthetik, wegen der man sich direkt nach dem Kinogang kaum noch an einzelne Einstellungen erinnern kann.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Heiterkeit einzelner Szenen wird immer wieder mit ernsten Situationen durchbrochen. Die Hochzeit des Leiters bei Kabul TV wird von einer Selbstmordattent\u00e4terin gesprengt; zuvor tanzte man dort noch zur afghanischen Version des Modern-Talking-Hits \u201eBrother Louie\u201c, wof\u00fcr Pop-Titan <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/dieter-bohlen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dieter Bohlen<\/a> im Abspann sogar einen Credit bekommt. Nach diesem Massaker, das als \u201eSchwarzer Donnerstag\u201c in die Geschichte eingehen wird, m\u00fcssen sich Naru und Qodrat entscheiden: Wollen sie in ihrer Heimat bleiben und ihr Leben aufs Spiel setzen\u00a0\u2013 oder nutzen sie ihre journalistischen Kontakte und fliehen aus Afghanistan, bevor die Taliban endg\u00fcltig das Zepter \u00fcbernehmen?<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Begeistert verl\u00e4sst man den Kinosaal nach diesem br\u00e4sigen Er\u00f6ffnungsfilm leider nicht. Gut gemeint ist \u201eNo Good Men\u201c in jedem Fall, aber leider nicht gut gemacht. Das Thema hat gesellschaftliche Brisanz, aber so sehr dann auch wieder nicht, denn er spielt vor dem Hintergrund der politischen Umst\u00e4nde in Afghanistan im Jahr 2021 und das liegt immerhin f\u00fcnf Jahre zur\u00fcck. Die M\u00fchlen der deutschen Filmf\u00f6rderung mahlen eben langsam, und was dieses Jahr in Afghanistan, Kiribati oder Tadschikistan passiert, landet dann in f\u00fcnf Jahren garantiert auf der Berlinale.<\/p>\n<p><strong>No Good Men<\/strong>. Berlinale Special Gala. 13.2., 18.15 Uhr (Uber Eats Music Hall), 14.2., 20.30 Uhr (Haus der Berliner Festspiele), Tickets auf: <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/2026\/programm\/202613960.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">berlinale.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In \u201eNo Good Men\u201c, dem Er\u00f6ffnungsfilm der 76. Berlinale, geht es viel um M\u00e4nner und Frauen. 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