{"id":793657,"date":"2026-02-13T05:38:14","date_gmt":"2026-02-13T05:38:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/793657\/"},"modified":"2026-02-13T05:38:14","modified_gmt":"2026-02-13T05:38:14","slug":"totes-land-%f0%9f%a4%94-die-ueberraschende-wahrheit-ueber-die-us-wirtschaft-%f0%9f%87%ba%f0%9f%87%b8-vor-trump","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/793657\/","title":{"rendered":"&#8222;Totes Land? \ud83e\udd14 Die \u00fcberraschende Wahrheit \u00fcber die US-Wirtschaft \ud83c\uddfa\ud83c\uddf8 vor Trump"},"content":{"rendered":"<p>Trump feiert angebliches \u201cWirtschaftswunder\u201d \u2013 die Realit\u00e4t sieht anders aus<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump inszeniert sich derzeit als wirtschaftlicher Heilsbringer: In einem Meinungsbeitrag im \u201cWall Street Journal\u201d feiert er seine Zollpolitik als historischen Erfolg und spricht von einem \u201camerikanischen Wirtschaftswunder\u201d, das eine zuvor \u201ctote\u201d Nation wiederbelebt habe. Doch h\u00e4lt diese Erz\u00e4hlung einer \u00dcberpr\u00fcfung stand? Ein detaillierter Faktencheck der Nachrichtenagentur AP sowie Analysen renommierter Institutionen wie der Harvard Business School und Goldman Sachs zeichnen ein g\u00e4nzlich anderes Bild.<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t hinter den Schlagzeilen offenbart komplexe Zusammenh\u00e4nge: W\u00e4hrend Trump auf Rekorde am Aktienmarkt und angeblich sinkende Inflationsraten verweist, warnen \u00d6konomen vor statistischen Verzerrungen durch den j\u00fcngsten Regierungsstillstand und die kurzfristigen Effekte des \u201cFrontloading\u201d bei Importen. Zudem widerlegen Daten die Behauptung, die USA h\u00e4tten unter Vorg\u00e4nger Biden wirtschaftlich am Boden gelegen \u2013 tats\u00e4chlich wuchs die US-Wirtschaft 2024 st\u00e4rker als die der meisten anderen Industrienationen. Auch das zentrale Versprechen, dass ausl\u00e4ndische Akteure die Kosten der neuen Z\u00f6lle tragen w\u00fcrden, wird durch aktuelle Studien ersch\u00fcttert, die die Last prim\u00e4r bei amerikanischen Unternehmen und Verbrauchern verorten.<\/p>\n<p>Stimmungswandel in den USA: Trumps Umfragewerte brechen \u00fcberraschend ein<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump bezeichnet seine Handelspolitik als gro\u00dfen Erfolg. In einem Meinungsbeitrag im \u201cWall Street Journal\u201d erkl\u00e4rte er, die von ihm eingef\u00fchrten Z\u00f6lle h\u00e4tten ein \u201camerikanisches Wirtschaftswunder\u201d geschaffen. Kritiker, darunter viele \u00d6konomen, h\u00e4tten sich geirrt, so Trump. Doch laut der Nachrichtenagentur AP sind viele seiner Behauptungen falsch oder irref\u00fchrend. Im Folgenden werden die zentralen Behauptungen des Pr\u00e4sidenten einem detaillierten Faktencheck unterzogen und die tats\u00e4chlichen wirtschaftlichen Zusammenh\u00e4nge offengelegt.<\/p>\n<p>War die US-Wirtschaft vor Trump \u201ctot\u201d?<br \/>\nWas behauptet Trump konkret zur Lage der US-Wirtschaft vor seinem Amtsantritt?<\/p>\n<p>Trump behauptet w\u00f6rtlich, die USA seien \u201cvor etwas mehr als einem Jahr ein TOTES Land\u201d gewesen und nun \u201cdas HEISSESTE Land der Welt\u201d. Diese Aussage geh\u00f6rt zu seinen Standardformulierungen und soll den Eindruck erwecken, er habe eine wirtschaftlich am Boden liegende Nation \u00fcbernommen und durch seine Politik in eine beispiellose Boomphase gef\u00fchrt. Die rhetorische Strategie zielt darauf ab, seinen eigenen Anteil an wirtschaftlichen Erfolgen zu maximieren, indem der Ausgangszustand m\u00f6glichst d\u00fcster dargestellt wird.<\/p>\n<p>Wie war der tats\u00e4chliche Zustand der US-Wirtschaft Ende 2024?<\/p>\n<p>Die Behauptung, die USA seien wirtschaftlich \u201ctot\u201d gewesen, h\u00e4lt keiner empirischen \u00dcberpr\u00fcfung stand. Im Jahr 2024, dem letzten Jahr der Biden-Pr\u00e4sidentschaft, wuchs das amerikanische Bruttoinlandsprodukt um 2,8 Prozent, inflationsbereinigt. Damit wuchs die US-Wirtschaft schneller als fast alle anderen wohlhabenden Industriel\u00e4nder weltweit, mit Ausnahme von Spanien. Auch in den Jahren 2021 bis 2023 verzeichneten die Vereinigten Staaten ein solides Wachstum. Das Wei\u00dfe Haus unter Biden ver\u00f6ffentlichte Daten, wonach das reale BIP kumuliert um 12,6 Prozent seit dem vierten Quartal 2020 gestiegen war, eine historisch robuste Expansion. Im internationalen Vergleich lag das US-Wachstum seit dem vierten Quartal 2019 bei 11,4 Prozent, mehr als doppelt so hoch wie das n\u00e4chstbeste G7-Land.<\/p>\n<p>Wie entwickelte sich die Wirtschaft in den ersten Monaten unter Trump?<\/p>\n<p>Die ersten Monate der zweiten Amtszeit Trumps waren wirtschaftlich keineswegs ein Triumph. Im ersten Quartal 2025, von Januar bis M\u00e4rz, schrumpfte das US-BIP zum ersten Mal seit drei Jahren. Der Hauptgrund war klar identifizierbar: Ein massiver Anstieg der Importe, die in der BIP-Berechnung abgezogen werden. Amerikanische Unternehmen hatten in gro\u00dfem Umfang ausl\u00e4ndische Waren eingekauft, bevor die angek\u00fcndigten Z\u00f6lle in Kraft traten. Dieses sogenannte \u201cFrontloading\u201d war eine rationale unternehmerische Reaktion auf die angek\u00fcndigte Zollpolitik und verursachte einen statistischen Einbruch, der weniger die wirtschaftliche Grunddynamik widerspiegelte als vielmehr die Unsicherheit durch Trumps Handelspolitik.<\/p>\n<p>Wie verlief die wirtschaftliche Erholung im weiteren Jahresverlauf 2025?<\/p>\n<p>In der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2025 erholte sich die Wirtschaft deutlich. Von April bis Juni expandierte die Wirtschaft mit einem annualisierten Tempo von 3,8 Prozent. Von Juli bis September beschleunigte sich das Wachstum sogar auf 4,4 Prozent, das st\u00e4rkste BIP-Wachstum seit dem dritten Quartal 2023. Ein wesentlicher Treiber dieses Aufschwungs war allerdings ein R\u00fcckgang der Importe, der wahrscheinlich sowohl auf Trumps Z\u00f6lle als auch auf die Tatsache zur\u00fcckzuf\u00fchren war, dass Importeure bereits zu Jahresbeginn ihre Lager aufgef\u00fcllt hatten. Hinzu kam ein robuster Konsum der privaten Haushalte. Die Aufw\u00e4rtsrevision des zweiten Quartals von urspr\u00fcnglich 3,3 auf 3,8 Prozent war haupts\u00e4chlich auf eine nach oben korrigierte Sch\u00e4tzung der Konsumausgaben zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Welche Rolle spielte die Vorperiode f\u00fcr den statistischen Aufschwung?<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Aspekt, der in der Debatte oft untergeht, ist der sogenannte Basiseffekt. Wenn das erste Quartal durch den Importboom einen k\u00fcnstlichen Einbruch erleidet, erscheint die anschlie\u00dfende Erholung \u00fcbertrieben stark, selbst wenn die zugrunde liegende Wirtschaftsdynamik weitgehend unver\u00e4ndert bleibt. Die starken Wachstumszahlen im zweiten und dritten Quartal 2025 spiegeln teilweise eine Normalisierung nach dem verzerrten ersten Quartal wider. Das ist ein statistisches Muster, kein Beweis f\u00fcr ein \u201cWirtschaftswunder\u201d. Die endg\u00fcltigen Jahreswerte f\u00fcr 2025 liegen noch nicht vor, sodass eine abschlie\u00dfende Beurteilung der wirtschaftlichen Gesamtleistung unter Trump noch aussteht.<\/p>\n<p>Wie schnitt die US-Wirtschaft unter Biden im historischen Vergleich ab?<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngige Analysen zeigen, dass die US-Wirtschaft unter Biden keineswegs schlecht abschnitt. Eine Analyse der Yale School of Management ergab nahezu identische annualisierte Wachstumsraten \u00fcber die ersten drei Jahre der jeweiligen Amtszeiten: Trump 2,58 Prozent, Biden 2,59 Prozent. Das Pro-Kopf-BIP wuchs unter Biden mit durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr, dem h\u00f6chsten Wert seit Clintons zweiter Amtszeit. Im Vergleich aller 19 Pr\u00e4sidentschaftsperioden seit Truman lag Biden im oberen Drittel auf Platz sechs, w\u00e4hrend Trumps erste Amtszeit mit 1,3 Prozent Wachstum pro Jahr auf Platz 13 rangierte, an der Grenze des unteren Drittels.<\/p>\n<p>Wie steht es um den Aktienmarkt unter Trump?<\/p>\n<p>Trump verweist gerne auf die 52 neuen Rekordst\u00e4nde, die der US-Aktienmarkt 2025 erreichte. Tats\u00e4chlich entwickelte sich der amerikanische Aktienmarkt 2025 positiv. Doch im internationalen Vergleich blieb er hinter vielen ausl\u00e4ndischen B\u00f6rsen zur\u00fcck. Der S&amp;P 500 stieg um 17 Prozent, was ein ordentliches Plus darstellt, aber deutlich unter dem Anstieg von 71 Prozent in S\u00fcdkorea, 29 Prozent in Hongkong, 26 Prozent in Japan, 22 Prozent in Deutschland und 21 Prozent in Gro\u00dfbritannien lag. Dies relativiert Trumps Narrativ vom amerikanischen Wirtschaftswunder erheblich.<\/p>\n<p>Inflation niedriger als erwartet<br \/>\nWelche Inflationszahl nennt Trump und warum ist sie problematisch?<\/p>\n<p>Trump feiert, dass die j\u00e4hrliche Kerninflation der letzten drei Monate auf nur 1,4 Prozent gesunken sei, \u201cweit niedriger als fast jeder, au\u00dfer mir, vorhergesagt hatte\u201d. Doch laut dem AP-Faktencheck handelt es sich dabei um eine gezielte Auswahl verzerrter Daten. Die Zahl mag mathematisch korrekt sein, aber sie bildet die tats\u00e4chliche Inflationsentwicklung nicht angemessen ab, da sie durch au\u00dfergew\u00f6hnliche Umst\u00e4nde verf\u00e4lscht wurde.<\/p>\n<p>Wie hat der Regierungsstillstand die Inflationsdaten verzerrt?<\/p>\n<p>Im Herbst 2025 kam es zu einem Regierungsstillstand, der 43 Tage andauerte und massive Auswirkungen auf die Datenerhebung des Bureau of Labor Statistics hatte. Das BLS konnte im Oktober 2025 keine Preisdaten erheben, der CPI-Bericht f\u00fcr Oktober musste komplett ausfallen. Als die Datenerhebung Mitte November wieder aufgenommen wurde, konnte die Beh\u00f6rde die fehlenden Informationen nicht r\u00fcckwirkend sammeln. Stattdessen st\u00fctzte man sich auf statistische Annahmen, bei denen vielfach die September-Preise fortgeschrieben wurden, so als h\u00e4tte es keinerlei Inflation gegeben.<\/p>\n<p>Welche konkreten Verzerrungen traten bei den Inflationsdaten auf?<\/p>\n<p>Die gravierendsten Verzerrungen traten im Bereich der Wohnkosten auf, die mehr als 40 Prozent des Kernverbraucherpreisindex ausmachen. Die Shelter-Kosten, also Mieten und die Eigenheim\u00e4quivalentmiete, wurden f\u00fcr Oktober praktisch auf null gesetzt, weil die September-Werte fortgeschrieben wurden. Diane Swonk, Chef\u00f6konomin bei KPMG, bezeichnete die November-Inflationszahlen als \u201ceine verr\u00fcckte Zahl\u201d und warnte, dass die Annahmen des Oktober nicht nur einen Monat verzerren, sondern \u201cden Index f\u00fcr die Zukunft verankern\u201d und nachwirken. Auch Joseph Brusuelas, Chef\u00f6konom bei RSM, schrieb, es handele sich um \u201ceinen fehlerhaften CPI-Bericht\u201d. Weitere Unstimmigkeiten betrafen die Benzinpreise, die trotz tats\u00e4chlicher R\u00fcckg\u00e4nge saisonbereinigt einen Anstieg zeigten, sowie die Kinderbetreuungskosten, die pl\u00f6tzlich sanken, obwohl sie zuvor zu den am schnellsten steigenden Kategorien geh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Wie hoch lag die tats\u00e4chliche Kerninflation?<\/p>\n<p>Betrachtet man die gesamte zweite Jahresh\u00e4lfte 2025, also einen Zeitraum, der weniger anf\u00e4llig f\u00fcr die Shutdown-Verzerrungen ist, lag die j\u00e4hrliche Kerninflation bei 2,6 Prozent. Das ist zwar ein R\u00fcckgang gegen\u00fcber dem Stand von Januar 2025, aber ungef\u00e4hr auf dem Niveau von Oktober 2024. Die Gesamtinflation lag im September 2025, vor dem Government Shutdown, bei 3 Prozent, genau auf dem Niveau von Januar 2025. Die Inflation hat sich 2025 insgesamt stabilisiert, aber nicht dramatisch verbessert.<\/p>\n<p>Warum blieb die Inflation unter den bef\u00fcrchteten Werten?<\/p>\n<p>Viele \u00d6konomen hatten vorhergesagt, dass Trumps Z\u00f6lle die Inflation deutlich in die H\u00f6he treiben w\u00fcrden. Dass dies nur teilweise eintrat, hatte jedoch weniger mit der Genialit\u00e4t der Zollpolitik zu tun als vielmehr mit deren teilweiser R\u00fccknahme. Viele der am \u201cLiberation Day\u201d im April 2025 angek\u00fcndigten Z\u00f6lle wurden zur\u00fcckgenommen, reduziert oder mit Ausnahmen durchl\u00f6chert. Als die Demokraten bei einigen hochkar\u00e4tigen Wahlen mit dem Thema \u201cBezahlbarkeit\u201d punkteten, nahm die Regierung bestehende oder geplante Z\u00f6lle auf Kaffee, Rindfleisch und K\u00fcchenschr\u00e4nke zur\u00fcck. Dies war ein indirektes Eingest\u00e4ndnis, dass die Z\u00f6lle tats\u00e4chlich die Preise in die H\u00f6he trieben.<\/p>\n<p>Welchen messbaren Effekt hatten die Z\u00f6lle auf die Inflation?<\/p>\n<p>Alberto Cavallo, \u00d6konom an der Harvard Business School und Autor einer von Trump selbst zitierten Studie, hat berechnet, dass Trumps Z\u00f6lle die Gesamtinflation um rund drei Viertel eines Prozentpunktes, also etwa 0,7 Prozentpunkte, angehoben haben. Seine Forschung mit dem HBS Pricing Lab verfolgt t\u00e4glich die Preise von mehr als 350.000 Einzelhandelsprodukten, deren Herkunftsland bekannt ist. Die Ergebnisse zeigen, dass importierte Waren seit M\u00e4rz 2025 etwa 5 Prozent teurer geworden sind, w\u00e4hrend inl\u00e4ndische Waren um 2,5 Prozent zulegten. Ber\u00fccksichtigt man den deflation\u00e4ren Trend von 2024, ist der Effekt noch gr\u00f6\u00dfer: Importwaren sind 6,6 Prozent teurer, Inlandswaren fast 3,8 Prozent.<\/p>\n<p>Wie zeigt sich der Zolleffekt bei den Kernwarenpreisen?<\/p>\n<p>Ein besonders aufschlussreicher Indikator sind die Kernwarenpreise, die Lebensmittel und Energie ausklammern. Vor der Pandemie stiegen diese Preise kaum oder sanken sogar jedes Jahr. Im Dezember 2025 lagen sie jedoch 1,4 Prozent h\u00f6her als ein Jahr zuvor, der gr\u00f6\u00dfte Anstieg au\u00dferhalb der Pandemie seit 2011. Dies ist ein klarer Fingerabdruck der Z\u00f6lle, da Waren im Gegensatz zu Dienstleistungen am st\u00e4rksten von Importz\u00f6llen betroffen sind.<\/p>\n<p>Wer tr\u00e4gt die Kosten der Z\u00f6lle?<br \/>\nWas behauptet Trump \u00fcber die Verteilung der Zollkosten?<\/p>\n<p>Trump behauptet in seinem WSJ-Artikel, dass die Daten zeigten, \u201cdie Last oder die Inzidenz der Z\u00f6lle sei \u00fcberwiegend auf ausl\u00e4ndische Produzenten und Zwischenh\u00e4ndler gefallen, einschlie\u00dflich gro\u00dfer Konzerne, die nicht aus den USA stammen\u201d. Er zitiert dabei eine Studie der Harvard Business School und behauptet, \u201cdiese Gruppen zahlen mindestens 80 Prozent der Zollkosten\u201d.<\/p>\n<p>Was sagt die von Trump zitierte Harvard-Studie tats\u00e4chlich?<\/p>\n<p>In einer bemerkenswerten Verdrehung der Fakten scheint die von Trump zitierte Studie genau das Gegenteil dessen zu belegen, was er behauptet. Die Studie von Alberto Cavallo und seinen Kollegen Paola Llamas und Franco Vazquez kommt zu dem Ergebnis, dass \u201cUS-Verbraucher nach sieben Monaten etwa 43 Prozent der zollbedingten Grenzkosten trugen, wobei der Rest haupts\u00e4chlich von US-Firmen absorbiert wurde\u201d. Der gesch\u00e4tzte Retail-Tariff-Pass-Through liegt bei 20 Prozent, wobei der kumulative Beitrag zur Gesamtinflation bei etwa 0,7 Prozentpunkten lag. Cavallo erkl\u00e4rte per E-Mail gegen\u00fcber der AP, dass die Importpreise kaum gesunken seien, \u201cwas darauf hindeutet, dass ausl\u00e4ndische Exporteure ihre Preise vor Z\u00f6llen nicht genug gesenkt haben, um einen gro\u00dfen Teil der Last zu tragen\u201d.<\/p>\n<p>Was ergab die Goldman-Sachs-Analyse zur Kostenverteilung?<\/p>\n<p>Eine unabh\u00e4ngige Analyse von Goldman Sachs zeichnet ein noch deutlicheres Bild. Stand August 2025 absorbierten US-Unternehmen netto 51 Prozent der Zollkosten, w\u00e4hrend amerikanische Verbraucher 37 Prozent trugen. Ausl\u00e4ndische Exporteure \u00fcbernahmen lediglich 9 Prozent, und etwa 3 Prozent wurden durch Zollumgehung vermieden. Goldman Sachs prognostizierte, dass bis Ende 2025 die Verbraucher 55 Prozent der Kosten tragen w\u00fcrden, US-Unternehmen 22 Prozent, ausl\u00e4ndische Exporteure 18 Prozent und 5 Prozent durch Umgehung vermieden w\u00fcrden. Dies steht in krassem Widerspruch zu Trumps Behauptung, dass ausl\u00e4ndische Produzenten 80 Prozent der Kosten tragen.<\/p>\n<p>Warum tragen Unternehmen zun\u00e4chst einen h\u00f6heren Anteil?<\/p>\n<p>Goldman Sachs erkl\u00e4rte, dass US-Unternehmen derzeit einen gr\u00f6\u00dferen Anteil der Kosten tragen, weil einige Z\u00f6lle erst k\u00fcrzlich in Kraft getreten seien und es Zeit brauche, Preise f\u00fcr Verbraucher zu erh\u00f6hen und niedrigere Importpreise mit ausl\u00e4ndischen Lieferanten auszuhandeln. Wenn Vertr\u00e4ge erneuert und Lieferketten angepasst werden, verschiebt sich die Last zunehmend auf die Konsumenten. Sollte der Konsumentenanteil auf 70 Prozent steigen, k\u00f6nnte die Inflation um weitere 0,6 Prozentpunkte klettern und das Zwei-Prozent-Ziel der Federal Reserve weit bis ins Jahr 2026 verfehlen.<\/p>\n<p>Wie reagierte die Trump-Regierung auf diese Analysen?<\/p>\n<p>Die offizielle Antwort der Trump-Regierung auf diese Analysen ist bemerkenswert. White-House-Sprecher Kush Desai erkl\u00e4rte, die Position der Regierung sei \u201cimmer klar gewesen: W\u00e4hrend die Amerikaner eine \u00dcbergangsphase durch die Z\u00f6lle erleben k\u00f6nnten, die einen kaputten Status quo umst\u00fcrzen, der Amerika an die letzte Stelle gesetzt hat, werden die Kosten der Z\u00f6lle letztlich von ausl\u00e4ndischen Exporteuren getragen\u201d. Finanzminister Scott Bessent wies die Vorstellung zur\u00fcck, dass Z\u00f6lle eine Steuer f\u00fcr amerikanische Verbraucher seien. Diese Aussagen stehen jedoch im Widerspruch zu den Erkenntnissen von Harvard, Goldman Sachs und dem Bureau of Labor Statistics, das steigende Verbraucherpreise dokumentiert.<\/p>\n<p>Welche langfristigen Preiseffekte zeigen sich?<\/p>\n<p>Die Forschung von Cavallo zeigt, dass die Preise bei Einzelh\u00e4ndlern unmittelbar nach Zollank\u00fcndigungen zu steigen begannen, mit beschleunigten Anstiegen nach dem \u201cLiberation Day\u201d am 2. April 2025. Allerdings haben Einzelh\u00e4ndler die Preise bisher nur teilweise erh\u00f6ht, wobei verschiedene kurzfristige Anpassungsmechanismen zum Einsatz kamen: Margenreduktionen, Vorratshaltung und Handelsumlenkung. Diese Mechanismen sind jedoch endlich. Wenn Lagerbest\u00e4nde aufgebraucht sind und Margen bereits komprimiert wurden, wird der volle Zolleffekt mit Verz\u00f6gerung auf die Verbraucher durchschlagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Trump feiert angebliches \u201cWirtschaftswunder\u201d \u2013 die Realit\u00e4t sieht anders aus US-Pr\u00e4sident Donald Trump inszeniert sich derzeit als wirtschaftlicher&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":793658,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":["post-793657","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-usa","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-headlines","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-united-states","tag-united-states-of-america","tag-us","tag-usa","tag-vereinigte-staaten","tag-vereinigte-staaten-von-amerika"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116061713535256452","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/793657","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=793657"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/793657\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/793658"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=793657"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=793657"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=793657"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}