{"id":793978,"date":"2026-02-13T08:40:16","date_gmt":"2026-02-13T08:40:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/793978\/"},"modified":"2026-02-13T08:40:16","modified_gmt":"2026-02-13T08:40:16","slug":"anna-im-schloss-serviert-regionales-vier-gang-menue-mit-saechsischer-weinbegleitung-vom-weingut-schuh-pinot-blanc-brut-saibling-strohschwein-und-feine-dessertnoten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/793978\/","title":{"rendered":"Anna im Schloss serviert regionales Vier-Gang-Men\u00fc mit s\u00e4chsischer Weinbegleitung vom Weingut Schuh \u2013 Pinot Blanc Brut, Saibling, Strohschwein und feine Dessertnoten"},"content":{"rendered":"<p>Einen Gru\u00df aus der K\u00fcche gibt\u2019s ja h\u00e4ufig bei gr\u00f6\u00dfer angelegten Men\u00fcs \u2013 als geschmackliche Einstimmung auf das, was in den n\u00e4chsten ein, zwei Stunden auf einen zukommt. Bei Anna im Schloss schickt im Rahmen der Kochsternstunden aber auch der Service einen Gru\u00df, und zwar einen ganz tollen: Das Vier-Gang-Men\u00fc begleiten dort Weine vom s\u00e4chsischen Weingut Schuh \u2013 und als \u00dcberraschungsgru\u00df kommt da jetzt ein Glas Sekt hinzu. Die Premiere hatte das Erstlingswerk \u00fcbrigens beim Semperopernball, der ja gerade rechtzeitig zum Kochsternstunden-Start stattfand. Die Grundweine dieses Sekts stammen aus Wei\u00dfburgunder-Trauben des Jahrgangs 2023 und wurden je zur H\u00e4lfte im Edelstahltank und im Holzfass ausgebaut. Nach der traditionellen Flascheng\u00e4rung reifte der Sekt 16 Monate auf der Feinhefe. Vom Grundwein bis zur Degorgierung wurde jede Flasche vollst\u00e4ndig im Weingut hergestellt.<\/p>\n<p>Das war ein schmackhaft-prickelnder Einstieg \u2013 und auch eine gute Einstimmung auf das Thema s\u00e4chsischer Wein. F\u00fcr Tim Graul, der das Anna im Schloss seit April 2022 betreibt, ist klar: \u201eDie Kochsternstunden sollen ja die Gastronomie der Region st\u00e4rken \u2013 aber wir wollen auch unsere regionalen Lieferanten unterst\u00fctzen!\u201c Ein guter und wichtiger Gedanke, der sich im Men\u00fc deutlich niederschl\u00e4gt: der Saibling im zweiten Gang kommt vom Forellenhof Ermisch, das B\u00e4ckchen vom S\u00e4chsischen Strohschwein hat als ausgewiesene Quelle die Genie\u00dfergenossenschaft Sachsen (die waren Preistr\u00e4ger des Innovationspreises Tierwohl 2024).<\/p>\n<p>S\u00e4chsische Weine vom Weingut Schuh zum Men\u00fc<\/p>\n<p>Bei der Weinbegleitung hat Graul beinahe ein Alleinstellungsmerkmal, denn s\u00e4chsische Weine tun sich schwer im Angebot bei den Wettbewerb-Restaurants. Eine Erkl\u00e4rung ist sicher, dass die hiesigen Weine immer noch recht preisintensiv sind \u2013 aber das ist dann ja letztlich auch alles eine Frage der Kalkulation, andere gute Weine haben auch ihren Preis. Von den 50 teilnehmenden Restaurants bieten (wenn ich mich nicht verz\u00e4hlt habe) nur knapp ein Drittel (genau: 16) Wein aus Sachsen an. Das volle Programm \u2013 also zu jedem Gang einen Wein \u2013 bekommt man nat\u00fcrlich in den drei Winzerbetrieben, die mitmachen \u2013 aber sonst nur im Anna und im PopUp bei K\u00fcchen Weigelt in Pirna. Die Statistik-Tabelle z\u00e4hlte 36 Weine aus Sachsen von 233 insgesamt \u2013 das sind mal gerade 15,45 Prozent.<\/p>\n<p>Das Menu startete mit einem Beeftatar \u2013 einer beliebten Vorspeise in diesem Jahr. Ich hatte es am Tag zuvor im Caroussel und sollte eine weitere Variante tagsdrauf im 1328 bekommen. Spannend zu sehen, wie unterschiedliche K\u00f6che diesen Klassiker jeweils anders interpretieren. Mir gefiel im Anna die Leichtigkeit und der Hauch von Sch\u00e4rfe, der vom Senf kam. Weil auch leichte Sch\u00e4rfe einigen G\u00e4sten immer noch zu viel ist, arrangiert die K\u00fcche den Senf separat. Das ist nicht weiter schlimm \u2013 aber es ist doch schade, dass sich die Geschm\u00e4cker bei vielen Menschen offenbar auf ein sehr moderates Niveau einzupegeln scheinen (vor allem bei Sch\u00e4rfe und Bitterkeit, die man ja leider konsequenterweise dann aus dem Radicchio oder Chicor\u00e9e rausz\u00fcchtet.) Als Wein dazu gab\u2019s einen 2024 Wei\u00dfburgunder &amp; Chardonnay \u2013 ausgebaut teils im Barrique (225 l) und teils im 600-Liter-Halbst\u00fcckfass. Zwei verschiedene Fasstypen, zwei verschiedene Rebsorten \u2013 da kommt schon eine gewisse Komplexit\u00e4t zusammen.<\/p>\n<p>Wie gut ein Wein zum ihn begleitenden Essen (oder war\u2019s andersrum? Egal!) passt, t\u00fcfteln erfahrene Restaurantbetreiber g\u00fcnstigstenfall im Voraus aus. Erfahrung spielt eine gro\u00dfe Rolle, aber manchmal muss man auch Gl\u00fcck haben. So ergab sich dann erst beim Probeessen (zusammen mit Winzer Matthias Schuh), dass zum Sashimi vom S\u00e4chsischen Saibling vom Forellenhof Ermisch<\/p>\n<p>die Scheurebe ausgeschenkt wird. Eine Scheu kann ja auch schon mal etwas derbe daherkommen, aber diese ist auf der durftig-leichten Seite, die 11,5 % Alkoholgehalt unterstreichen die Frische. Der ideale Mittagswein und \u2013 man sieht\u2019s, wenn man das Etikett genauer studiert \u2013 auch ein Zeichen von Hilfe unter Winzern: der Jahrgang 2024 war ja in Sachsen durch Frost sehr minimalistisch geraten, dies ist ein Deutscher Wein mit Trauben aus Zukauf. Ist das schlimm? I wo: schmecken soll\u2019s doch, und das tut der Wein. Der Saibling passte sich dem Trend zur Leichtigkeit an, ein wenig Biss und W\u00fcrze kamen vom Bacalao und dem Mix aus Orange, Rettich, Chili und Koriander.<\/p>\n<p>Gerichte mit Schweinefleisch sieht man au\u00dferhalb der Haxenh\u00e4user ja nur noch selten \u2013 industrielle Tierhaltung hat vielen Menschen die Lust darauf verdorben (und die w\u00e4ssrigen Teile schmecken ja auch nicht wirklich). Aber es gibt noch Landwirte, die sich mit Herz und Verstand um ihre Tiere k\u00fcmmern \u2013 mit dem Ergebnis von ganz vorz\u00fcglichem Fleisch auf dem Teller. Zumindest dann, wenn der Koch die achtsame Arbeit fortsetzt und die entsprechenden Teile so behandelt, dass man hinterher schw\u00e4rmt. Es thronte das B\u00e4ckchen oben auf nur leicht ged\u00fcnsteten restknackigem Spinat, der seinerseits auf  einem schlotzigen Hirserisotto lag. Zusammen mit ordentlich Sauce ergab das nicht nur eine sch\u00f6ne Optik, sondern auch eine wunderbare  Geschmackskombination. Der Wein dazu war ein 2023 Sp\u00e4tburgunder Barrique \u2013 der trinkbare Beweis, dass auf den mineralreichen B\u00f6den im Elbtal elegante Sp\u00e4tburgunder mit lebendige Fruchtigkeit, perfekt harmonischer S\u00e4ure und wunderbar feinen Tanninen m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p>Men\u00fc<\/p>\n<ul>\n<li>Beeftatar<br \/>Tomate | Lauch | Senf<\/li>\n<li>Sashimi vom S\u00e4chsischen Saibling (Forellenhof Ermisch)<br \/>Bacalao | Orange | Rettich | Chili | Koriander | Haselnuss<\/li>\n<li>B\u00e4ckchen vom S\u00e4chsischen Strohschwein (Genie\u00dfergenossenschaft Sachsen)<br \/>Spinat | Hirse | Schnittlauch<\/li>\n<li>Limoncello K\u00fcchlein<br \/>Mascarpone | Haselnuss<\/li>\n<\/ul>\n<p>Getr\u00e4nkebegleitung<\/p>\n<ul>\n<li>2023 Pinot Blanc Brut Nature<\/li>\n<li>2024 Wei\u00dfburgunder &amp; Chardonnay, Weingut Schuh, Sachsen<\/li>\n<li>2024 Scheurebe, Weingut Schuh, Sachsen<\/li>\n<li>2023 Sp\u00e4tburgunder Barrique, Weingut Schuh, Sachsen<\/li>\n<li>2024 Riesling Kabinett, Weingut Schuh, Sachsen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Info<\/p>\n<ul>\n<li>3-Gang Men\u00fc 54 \u20ac<br \/>inkl. Weinbegleitung 74 \u20ac<\/li>\n<li>4-Gang Men\u00fc 67 \u20ac<br \/>inkl. Weinbegleitung 92 \u20ac<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Anna im Schloss<br \/><\/b>Schlo\u00dfstra\u00dfe 27<br \/>01067 Dresden<\/p>\n<p>Tel. +49 351 79511535<br \/>anna-dresden.de<\/p>\n<p>[Besucht am 11. Februar 2026]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Einen Gru\u00df aus der K\u00fcche gibt\u2019s ja h\u00e4ufig bei gr\u00f6\u00dfer angelegten Men\u00fcs \u2013 als geschmackliche Einstimmung auf das,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":793979,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1835],"tags":[178943,3364,29,2386,30,177486,177491,103590,859,178944],"class_list":{"0":"post-793978","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dresden","8":"tag-anna-im-schloss","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-dresden","12":"tag-germany","13":"tag-kochsternstunden","14":"tag-restaurantkritik-dresden","15":"tag-schsischer-wein","16":"tag-sachsen","17":"tag-weingut-schuh"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116062429223467097","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/793978","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=793978"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/793978\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/793979"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=793978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=793978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=793978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}