{"id":794747,"date":"2026-02-13T15:37:09","date_gmt":"2026-02-13T15:37:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/794747\/"},"modified":"2026-02-13T15:37:09","modified_gmt":"2026-02-13T15:37:09","slug":"licht-werfen-auf-ein-gesellschaftliches-tabuthema","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/794747\/","title":{"rendered":"Licht werfen auf ein gesellschaftliches Tabuthema"},"content":{"rendered":"<p>Frauen in der Prostitution sind t\u00e4glich damit konfrontiert, ihre wahre Identit\u00e4t zu verbergen. In der Gesellschaft verstecken sie ihr Gesicht, tr\u00e4umen \u201egesichtslos\u201c von einem anderen Leben. Ausgehend von Erfahrungsberichten betroffener Frauen widmet sich die Ausstellung \u201egesichtslos \u00ad Frauen in der Prostitution\u201c diesem gesellschaftlichen Tabuthema und zeigt 40 Schwarz-Wei\u00df-Fotografien des Fotografen Hyp Yerlikaya im Haus am Dom. Hyp Yerlikaya begleitete zehn Frauen zwei Jahre lang mit der Kamera. Mit dem Mittel der Inszenierung sind eindrucksvolle Bilder entstanden, die das \u201egesichtslose\u201c Dasein dieser Frauen innerhalb unserer Gesellschaft widerspiegeln. Die Anonymit\u00e4t und der Schutz der Abgebildeten werden durch das Tragen wei\u00dfer Masken gewahrt. In den Ausstellungstexten kommen die Frauen selbst zu Wort und berichten von ihren Erfahrungen, \u00c4ngsten, Sorgen, aber auch Tr\u00e4umen und Hoffnungen.<\/p>\n<p>Das Haus am Dom zeigt vom 20. Februar bis 12. April 2026 in Kooperation mit Sisters e.V. erstmalig in Frankfurt die Ausstellung der Mannheimer Beratungsstelle Amalie mit Fotografien von Hyp Yerlikaya. Konzipiert und erstellt wurde sie in Zusammenarbeit mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim.<\/p>\n<p>Prostitution stellt immer noch ein gesellschaftliches Tabuthema dar. Die gesellschaftliche Sichtbarmachung und die Anregung eines \u00f6ffentlichen Diskurses \u00fcber die oftmals prek\u00e4ren Lebens- und Arbeitswelten von Prostituierten in Deutschland sind Anliegen dieses Projektes. Viele Frauen in der Prostitution tr\u00e4umen von einem besseren Leben und davon, ihr bisheriges hinter sich zulassen. Die Ausstellung basiert auf Erfahrungsberichten von Frauen, die der Prostitution nachgehen. Oft haben sie ihre Heimatl\u00e4nder verlassen, um der dortigen Perspektivlosigkeit zu entkommen und in Deutschland eine neue Existenz unter besseren Bedingungen anzufangen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Ihr Leben und auch ihre T\u00e4tigkeit finden abseits der Gesellschaft und unter prek\u00e4ren Umst\u00e4nden statt. Die \u00d6ffentlichkeit hat oft einen verzerrten Blick auf Prostitution, wobei die verborgenen Parallelwelten und die damit verbundenen Belastungen unsichtbar bleiben. Viele Frauen leiden besonders darunter, dass sie ihre T\u00e4tigkeit und sprichw\u00f6rtlich ihr Gesicht verbergen m\u00fcssen. Hieraus entstand bei der Beratungsstelle Amalie die Idee, eine Fotoausstellung zu gestalten, die diesen Zwiespalt und das zerrissene Leben der Frauen aufzeigt. Grundlage f\u00fcr die Fotoausstellung sind aufgezeichnete Interviews von Frauen, die in der Prostitution arbeiten oder bereits ausgestiegen sind. Sie erz\u00e4hlen von ihren \u00c4ngsten, ihrem Alltag und ihren Sehns\u00fcchten. Gerade, weil diese Frauen st\u00e4ndig mit Diskriminierung und \u00c4chtung der Gesellschaft rechnen m\u00fcssen, wurden bei der Umsetzung der fotografischen Gestaltung Masken verwendet, um die Anonymit\u00e4t der insgesamt zehn dargestellten Frauen zu wahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frauen in der Prostitution sind t\u00e4glich damit konfrontiert, ihre wahre Identit\u00e4t zu verbergen. 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