{"id":795809,"date":"2026-02-14T01:24:24","date_gmt":"2026-02-14T01:24:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/795809\/"},"modified":"2026-02-14T01:24:24","modified_gmt":"2026-02-14T01:24:24","slug":"behindertenvertreter-prangern-schikane-bei-fahrkartenkontrolle-in-berlin-an-der-freitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/795809\/","title":{"rendered":"Behindertenvertreter prangern Schikane bei Fahrkartenkontrolle in Berlin an \u2014 der Freitag"},"content":{"rendered":"<p class=\"bc-article-intro__text u-hyphens\">W\u00fcrden Sie bei einer Ticketkontrolle gern finanziell die Hosen herunterlassen? Menschen, die in Berlin mit Sozialticket unterwegs sind, auch nicht. Fabian Rau, Vorstand der Berliner Werkstattr\u00e4te, hat einen L\u00f6sungsvorschlag f\u00fcr die Politik<\/p>\n<p>        Rund 500 Menschen mit Behinderung, hatten im vergangenen Jahr mit ihrer Unterschrift gegen ihre Stigmatisierung protestiert<\/p>\n<p>Collage: der Freitag<\/p>\n<p>In Berliner Trams und U-Bahnen m\u00fcssen Menschen, die auf staatliche Leistungen wie Grundsicherung, Wohngeld et cetera angewiesen sind, seit einiger Zeit zum Sozialticket auch den Bescheid vom Amt mit sich f\u00fchren. Eine \u00fcberfl\u00fcssige Schikane, gegen die sich jetzt Protest regt \u2013 und zwar aus der Behindertenszene.<\/p>\n<p>Fabian Rau, 45 Jahre alt und im Vorstand der Berliner Werkstattr\u00e4te f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit zust\u00e4ndig, versendete dieser Tage eine zornige Mail an Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe und ihren Staatssekret\u00e4r Aziz Bozkurt, beide von der SPD. Der gew\u00e4hlte Behindertenvertreter beklagte darin, dass man der Politik 2025 die Aufgabe mitgegeben habe, zu einer \u201eguten, einfachen und datenschutzfreundlichen L\u00f6sung f\u00fcr das Berlin-Ticket S\u201c zu kommen. Die sie aber offenbar nicht gel\u00f6st hat.<\/p>\n<p>Leistungsbescheide enthalten sensible Daten <\/p>\n<p>Rund 500 Menschen mit Behinderung, die in den Berliner Werkst\u00e4tten arbeiten, hatten im vergangenen Jahr mit ihrer Unterschrift gegen ihre Stigmatisierung protestiert. Bei der Ticketkontrolle werde \u201eunsere finanzielle Situation vor fremden Menschen offengelegt\u201c, hei\u00dft es in der Petition, die in einfacher Sprache formuliert ist. \u201eLeistungsbescheide enthalten pers\u00f6nliche Daten, die nicht in fremde H\u00e4nde geh\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>Hinzu k\u00e4me die Frage der Praktikabilit\u00e4t: \u201eDie Bescheide sind oft mehrere Seiten lang, gehen leicht verloren oder werden besch\u00e4digt\u201c oder liegen daheim, weil man sie vergessen hat. Bei Kontrollen muss man deshalb Strafe zahlen, f\u00fcr eine Sache, die man nicht getan, sondern nur vergessen hat.<\/p>\n<p>Der Vorschlag der Werkstattr\u00e4te: Ein Feld zum Ausschneiden <\/p>\n<p>Wie Ende Januar aus einer Pressemitteilung des Regierenden B\u00fcrgermeisters hervorging, m\u00fcssen Menschen mit Behinderung auch in Zukunft bei Fahrkartenkontrollen die Leistungsnachweise und -bescheide vorzeigen. Und all das mit dem Einverst\u00e4ndnis der Sozialsenatorin. An eben diese wandte sich nun Fabian Rau von den Werkstattr\u00e4ten mit einer Mail.<\/p>\n<p>\u201eEigentlich haben wir gehofft, dass unser Wink mit dem Zaunpfahl Ihnen zeigt, dass wir mitgenommen werden wollen, um eine gute und faire L\u00f6sung f\u00fcr das Berlin-Ticket S gemeinsam zu finden. Leider m\u00fcssen wir feststellen, dass dies nicht der Fall ist.\u201c Das verwendete \u00c4rger-Emoji unterstreicht die Dringlichkeit.<\/p>\n<p>Eine Antwort Kiziltepes lie\u00df bis zum Redaktionsschluss auf sich warten. Staatssekret\u00e4r Bozkurt lud zum pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch. Der Vorschlag der Werkstattr\u00e4te liegt jedenfalls auf dem Tisch: Wer Transferleistungen bekommt, sollte \u201ebeim Erhalt des Bescheides ein Feld haben zum Ausschneiden, dass er berechtigt ist, sich das Berlin Ticket S zu kaufen oder verg\u00fcnstigt in Kulturveranstaltungen gehen darf\u201c. Ob er damit endlich Geh\u00f6r findet?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00fcrden Sie bei einer Ticketkontrolle gern finanziell die Hosen herunterlassen? 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