{"id":796043,"date":"2026-02-14T03:40:15","date_gmt":"2026-02-14T03:40:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/796043\/"},"modified":"2026-02-14T03:40:15","modified_gmt":"2026-02-14T03:40:15","slug":"kinderkrebs-forschung-dresden-halb-so-viel-chemotherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/796043\/","title":{"rendered":"Kinderkrebs-Forschung Dresden: Halb so viel Chemotherapie"},"content":{"rendered":"<p>Die Nachricht ist zun\u00e4chst eine gute. Rund 90 Prozent der Kinder mit Leuk\u00e4mie \u00fcberleben heute ihre Erkrankung. Doch viele zahlen einen hohen Preis f\u00fcr ihr Leben. Herzprobleme, Wachstumsst\u00f6rungen und Schwierigkeiten beim Lernen begleiten sie oft jahrzehntelang. Die aggressive Chemotherapie rettet zwar Leben, doch sie hinterl\u00e4sst Narben. Forschende in Dresden arbeiten daran, dass k\u00fcnftige Generationen diese Belastungen nicht mehr erdulden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>\u201eUnser Ziel ist es, Kinder mit Leuk\u00e4mie wirksam zu heilen, ohne sie langfristig durch hochtoxische Therapien zu sch\u00e4digen&#8220;, sagt Prof. Denis Schewe, Leiter des Kinderonkologischen Zentrums am Nationalen Centrum f\u00fcr Tumorerkrankungen Dresden. Anl\u00e4sslich des Internationalen Kinderkrebstages am 15. Februar stellt das NCT\/UCC Dresden seine Forschungsschwerpunkte vor. Leuk\u00e4mien machen fast 30 Prozent aller Krebserkrankungen bei Kindern aus. J\u00e4hrlich kommen rund 100 Kinder und Jugendliche mit neuen Krebsdiagnosen ans Zentrum.<\/p>\n<p>Molekulare Schalter gegen Krebs<\/p>\n<p>Die Forschenden setzen auf pr\u00e4zisionsmedizinische Ans\u00e4tze. Statt den gesamten K\u00f6rper mit aggressiver Chemotherapie zu behandeln, suchen sie nach spezifischen Schwachstellen der Krebszellen. Mit funktioneller Genomik und CRISPR-basierten Screenings identifizieren sie molekulare Angriffspunkte. Diese moderne Genschere-Technologie erm\u00f6glicht es, gezielt einzelne Gene auszuschalten und so herauszufinden, welche f\u00fcr das \u00dcberleben der Krebszellen entscheidend sind.<\/p>\n<p>Besonders bei akuter lymphoblastischer Leuk\u00e4mie konzentrieren sich die Wissenschaftler auf antik\u00f6rperbasierte Therapien und zielgerichtete Medikamentenkombinationen. Sie untersuchen auch, warum manche Kinder R\u00fcckf\u00e4lle erleiden und Resistenzen gegen Behandlungen entwickeln. \u201eIch w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass Kinder mit Leuk\u00e4mien in zehn Jahren im Vergleich zu heute nur noch halb so viel Chemotherapie bekommen m\u00fcssen&#8220;, sagt Schewe. Die neuen Therapieoptionen sollen auch f\u00fcr andere Krebserkrankungen bei Kindern anwendbar sein.<\/p>\n<p>Interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit als Schl\u00fcssel<\/p>\n<p>\u201eFortschritte in der Kinderonkologie sind ohne eine starke, interdisziplin\u00e4re Forschung nicht denkbar&#8220;, betont Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakult\u00e4t der TU Dresden. Als Radioonkologin hat sie regelm\u00e4\u00dfig Kontakt zu krebskranken Kindern, vor allem im Zusammenhang mit der in Dresden angebotenen Protonentherapie. Diese spezielle Strahlentherapie erm\u00f6glicht eine pr\u00e4zisere Behandlung von Tumoren. \u201eEs ist wichtig, Therapien weiterzuentwickeln, die nicht nur wirksam sind, sondern junge Patientinnen und Patienten langfristig m\u00f6glichst wenig belasten&#8220;, sagt sie.<\/p>\n<p>Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand des Universit\u00e4tsklinikums Dresden, unterstreicht die Bedeutung des Standorts. \u201eGerade bei Leuk\u00e4mien im Kindesalter haben wissenschaftliche Innovationen in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte erm\u00f6glicht&#8220;, sagt der Experte f\u00fcr h\u00e4matologische Erkrankungen. Entscheidend sei nun, neue, zielgerichtete Therapieans\u00e4tze konsequent in die klinische Anwendung zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<p>Neben der Therapieforschung startet das NCT\/UCC Dresden zwei Projekte, die den Alltag betroffener Familien sp\u00fcrbar erleichtern sollen. Mit Ped-Onko-SAX entsteht eine digitale Plattform, die Telemedizin, Heimdiagnostik sowie ein kontinuierliches medizinisches und neuropsychologisches Monitoring erm\u00f6glicht. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen unabh\u00e4ngig vom Wohnort Zugang zu universit\u00e4rer Spitzenmedizin zu bieten und lange Fahrten zu vermeiden. Erg\u00e4nzend entwickelt das Team mit KOMNET-SAX ein mobiles Versorgungsnetzwerk. Speziell qualifizierte Pflegekr\u00e4fte sollen einen Teil ambulanter Klinikbesuche durch Hausbesuche ersetzen. So wollen die Forschenden die Lebensqualit\u00e4t der jungen Patientinnen und Patienten verbessern und Familien gezielt entlasten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Nachricht ist zun\u00e4chst eine gute. Rund 90 Prozent der Kinder mit Leuk\u00e4mie \u00fcberleben heute ihre Erkrankung. 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