{"id":796224,"date":"2026-02-14T05:28:17","date_gmt":"2026-02-14T05:28:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/796224\/"},"modified":"2026-02-14T05:28:17","modified_gmt":"2026-02-14T05:28:17","slug":"wieduwilts-woche-berlin-laesst-verurteilten-vergewaltiger-laufen-na-und","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/796224\/","title":{"rendered":"Wieduwilts Woche: Berlin l\u00e4sst verurteilten Vergewaltiger laufen &#8211; na und?"},"content":{"rendered":"<p>Wieduwilts WocheBerlin l\u00e4sst verurteilten Vergewaltiger laufen &#8211; na und?14.02.2026, 06:26 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Hendrik-Wieduwilt-article22782297.html\" class=\"article-detail-head_author___bDMZ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_1_1__Ei3jf\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/20221217-Hendrik-Wieduwilt-075-highres-final.webp.webp\" alt=\"20221217-Hendrik-Wieduwilt-075-highres-final\"\/>Eine Kolumne von Hendrik Wieduwilt <\/a><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Die-Kuppel-ueber-der-Eingangshalle-des-Kriminalgerichts-Moabit.webp.webp\" alt=\"Die-Kuppel-ueber-der-Eingangshalle-des-Kriminalgerichts-Moabit\"\/>Das Landgericht Berlin I hatte einen Vergewaltiger zu mehr als sieben Jahren Haft verurteilt &#8211; doch der Mann kam trotzdem auf freien Fu\u00df. (Foto: picture alliance\/dpa)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">In der Hauptstadt hat ein mutma\u00dflich suchtkranker Richter einem hochgef\u00e4hrlichen Straft\u00e4ter versehentlich die Freiheit geschenkt. Die Justiz zuckt die Achseln: Shit happens, aber niemand tr\u00e4gt Verantwortung.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ach, Berlin, Hauptstadt gut organisierter Verantwortungslosigkeit: Wir m\u00fcssen reden, noch einmal. Denn schon wieder ist bei Dir etwas ordentlich schief gegangen und niemand will es gewesen sein. Manchmal bin ich einfach froh, dass Du keine Bohrinseln betreibst &#8211; und man Deinen einzigen Atomreaktor gerade wieder abbaut. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Deine Justiz hat n\u00e4mlich eine Fristsache derma\u00dfen verschlampt, dass ein hochgef\u00e4hrlicher und verurteilter Straft\u00e4ter in die Freiheit entlassen wurde. Da Mahmood D. aus Afghanistan seiner Ex-Partnerin Rache geschworen hat, ist die Frau nun irgendwo in mutma\u00dflicher Sicherheit, besch\u00fctzt von Polizeibeamten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Was ist passiert? Man wei\u00df es nicht genau, denn die Justiz mauert, so gut sie kann. Fest steht, dass das Landgericht Berlin I den nun freigelassenen Mann verurteilt hat &#8211; zu sieben Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe wegen dreifacher Vergewaltigung, K\u00f6rperverletzung, versuchter N\u00f6tigung. <\/p>\n<p>Mahmood D. geh\u00f6rte in Haft<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Gericht stellte fest, dass der nun freigelassene Mann der Frau auf den Mund schlug, sie mit einem hei\u00dfen B\u00fcgeleisen bedrohte, sie zu Analverkehr zwang und das Opfer in der Folge einen Suizidversuch beging. Fest steht, dass Mahmood D. in Haft geh\u00f6rte, wegen Flucht- und Verdunklungsgefahr. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Dort blieb er dann allerdings lange, sehr lange und zu lange &#8211; weil der Vorsitzende Richter der Strafkammer die Zustellung des Urteils vermasselte. Trotz Nachfragen des Verteidigers, aus dem Gericht und der h\u00f6heren Instanz, dem Kammergericht, wurde er nicht mit dem Verhandlungsprotokoll fertig. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das klingt nach einer Kleinigkeit, einer Formalie, aber das Strafrecht versteht keinen Spa\u00df, wenn es um Freiheitsentzug geht &#8211; und da der Verteidiger des Mannes Revision eingelegt hat, gilt die Unschuldsvermutung, trotz aller Feststellungen des Landgerichts. Das Kammergericht entschied: Mahmood D. kommt frei.<\/p>\n<p>Sie traf auf den falschen Richter<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Vorsitzende soll nach einem Bericht des &#8222;Tagesspiegels&#8220;, der zuerst \u00fcber den Fall schrieb, an einer &#8222;Suchterkrankung&#8220; leiden. Diese soll auch zum Verpassen der Frist gef\u00fchrt haben. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Skandal liegt nun nicht in der Banalit\u00e4t, dass auch Juristen in verantwortlicher Position s\u00fcchtig sein k\u00f6nnen. Dieses Schicksal macht an keiner T\u00fcr halt, auch wenn am Schild &#8222;Vorsitzender Richter&#8220; steht.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Allerdings gibt es Hinweise, dass die folgenreiche Suchterkrankung des Richters durchaus bekannt war. Der &#8222;Tagesspiegel&#8220; bezieht seine Erkenntnisse aus Quellen &#8222;aus der Justiz&#8220;. Wenn der Kollegenkreis wusste, dass dieser Richter ein offensichtlich gravierendes Suchtproblem hat &#8211; warum sa\u00df er dann einer Gro\u00dfen Strafkammer vor, bis es zur Katastrophe kam? <\/p>\n<p>Viel Liebe f\u00fcr den eigenen Ruf<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Warum hat niemand den Gerichtspr\u00e4sidenten informiert? Wenn doch, warum hat dieser nicht gehandelt? Was sagt eigentlich die Berliner Justizsenatorin zu dem Fall? Schweigt man sich aus, weil man sich in Justizkreisen kennt und sch\u00e4tzt? Warum \u00e4u\u00dfert niemand eine Silbe des Bedauerns? Spielen grad alle Tennis?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die f\u00fcr die Berliner Justiz zust\u00e4ndige Pressestelle des Kammergerichts k\u00fcmmert sich liebevoll &#8211; allerdings vor allem um die eigene Reputation. Sie legt gro\u00dfen Wert auf die Feststellung, dass es sich um einen &#8222;absoluten Einzelfall&#8220; handele, &#8222;menschliches&#8220; Versagen. R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Justiz lie\u00dfe dieser nicht zu &#8211; eine recht autorit\u00e4re Ansage, denn ob der Fall R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Justiz zul\u00e4sst, fragt man wohl als letztes die Justiz.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Zu einer m\u00f6glichen Suchterkrankung will sie nichts sagen, best\u00e4tigt ausdr\u00fccklich nicht den &#8222;Tagesspiegel&#8220;-Bericht. Dementiert sie ihn? Auch nicht, aha. Auf meine Nachfrage, wie sich das mutma\u00dfliche Opfer f\u00fchlen soll, wird die Pressestelle ungehalten und will das Gespr\u00e4ch beenden &#8211; vorher k\u00fcndigt sie mir allerdings an, sie werde meine Berichterstattung im Auge behalten. Es h\u00f6rte sich eher nicht nach einem Kompliment an.<\/p>\n<p>Kommunikative Verantwortungslosigkeit<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Diese kommunikative Verantwortungslosigkeit mag f\u00fcr die Justiz Usus sein, aber sie vertieft genau die Kluft zwischen Staat und Bev\u00f6lkerung, in die Rechtspopulisten erfolgreich vordringen. Nat\u00fcrlich hat die AfD den Fall bereits kommentiert, unter enormem Applaus.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Vertrauen in die Justiz befindet sich im freien Fall. Nur noch 69 Prozent der Menschen vertrauen in den Rechtsstaat und unter 40 Prozent glauben, ihre Probleme k\u00f6nnten vor Gericht gel\u00f6st werden, das zeigte k\u00fcrzlich eine Studie des Rechtsschutzversicherers ARAG.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das ist alles l\u00e4ngst bekannt: Rechtspolitiker beklagen seit vielen Jahren, dass Menschen sich von den Gerichten abwenden, hin zu maschinellen Streitbeilegungsmechanismen, privaten Schiedsgerichten oder religi\u00f6sen Schlichtern. <\/p>\n<p>Aufkl\u00e4rung? Nein, danke!<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es w\u00e4re also ganz gut, wenn die Justiz sich nicht als kaltbl\u00fctiger Subsumtionsautomat pr\u00e4sentierte, sondern als verantwortungsvolle, den Menschen zugewandte Institution des Staates. Dazu w\u00fcrde geh\u00f6ren, dass man bei katastrophalen Fehlern Aufkl\u00e4rung leistet.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Heutzutage hat praktisch jedes gr\u00f6\u00dfere Unternehmen einen Ablauf parat, wenn etwas schiefgeht. Bohrinseln explodieren, das ist nicht zu verhindern &#8211; aber dann stellt sich jemand vor die Presse, sagt, was schiefgegangen ist, dr\u00fcckt Bedauern aus, k\u00fcndigt Schritte an, um vergleichbare Unf\u00e4lle k\u00fcnftig zu verhindern. Krisenkommunikation halt. Doch Derartiges ist aus der Berliner Justiz nicht zu h\u00f6ren &#8211; die Sorge um den eigenen Ruf und den des Vorsitzenden dominiert das Handeln. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr die Ex-Partnerin von Mahmood D. und alle anderen Gewaltopfer ist das eine Katastrophe. Man kann nur hoffen, dass sie auch in Zukunft den Gang zur Berliner Justiz wagen, wenn sie deren Schutz brauchen. Auch wenn selbige Justiz sich derzeit so auff\u00fchrt, als ginge ihr eigener Skandal sie nichts an.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wieduwilts WocheBerlin l\u00e4sst verurteilten Vergewaltiger laufen &#8211; na und?14.02.2026, 06:26 Uhr Eine Kolumne von Hendrik Wieduwilt Das Landgericht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":796225,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,1015,69418,5502,1921],"class_list":["post-796224","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-berlin","tag-deutschland","tag-germany","tag-justiz","tag-justizirrtuemer","tag-sexueller-missbrauch","tag-vergewaltigung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116067336642436777","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/796224","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=796224"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/796224\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/796225"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=796224"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=796224"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=796224"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}