{"id":796365,"date":"2026-02-14T06:50:21","date_gmt":"2026-02-14T06:50:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/796365\/"},"modified":"2026-02-14T06:50:21","modified_gmt":"2026-02-14T06:50:21","slug":"instandhaltungen-bei-der-bvg-strassenbahngleise-in-berlin-immer-abgefahrener","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/796365\/","title":{"rendered":"Instandhaltungen bei der BVG \u2013 Stra\u00dfenbahngleise in Berlin immer abgefahrener"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img318148\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/318148.jpeg\" alt=\"Sanierungsarbeiten an Tramgleisen auf der Boxhagener Stra\u00dfe in Friedrichshain\"\/><\/p>\n<p>Sanierungsarbeiten an Tramgleisen auf der Boxhagener Stra\u00dfe in Friedrichshain<\/p>\n<p>Foto: nd\/Nicolas \u0160ustr<\/p>\n<p>Die Warschauer Stra\u00dfenbahn bereitet ihre Fahrg\u00e4ste dieser Tage auf die n\u00e4chste \u00bbSanierungssaison\u00ab vor, wie sie es nennt. 36 Baustellen ab dem Fr\u00fchjahr werden angek\u00fcndigt, bei denen insgesamt 12,5 Kilometer Gleis erneuert werden sollen. Genauer vorgestellt werden der \u00d6ffentlichkeit die sechs gr\u00f6\u00dften Ma\u00dfnahmen mit ungef\u00e4hren Bauzeiten.<\/p>\n<p>Allein schon einen solchen \u00dcberblick bieten Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihren Fahrg\u00e4sten nicht. Sie werden es ja schon sehen, wenn die Bahnen wegen Bauarbeiten nicht fahren, so scheint die Haltung zu sein.<\/p>\n<p>Etwas Licht ins Dunkel bringt die aktuelle Antwort auf eine Schriftliche Anfrage des Linke-Verkehrspolitikers Kristian Ronneburg. Demnach plant die BVG f\u00fcr das laufende Jahr die Erneuerung oder Instandhaltung von 11,3 Kilometern Stra\u00dfenbahngleis.<\/p>\n<p>Das ist schon in absoluten Zahlen etwas weniger, als die Warschauer Kollegen sich f\u00fcr 2026 vorgenommen haben. Deutlich geringer ist die Erneuerungsrate, wenn man sich vor Augen h\u00e4lt, dass das Berliner Gleisnetz 433 Kilometer lang ist, w\u00e4hrend es in Warschau 376 Kilometer sind. Die Zahlen schlie\u00dfen alle Betriebsgleise auch in den Werkst\u00e4tten ein.<\/p>\n<p>In der Antwort auf die Anfrage dr\u00fcckt sich die BVG um die Frage, wie viele Kilometer Tramgleis in Berlin rechnerisch pro Jahr erneuert werden m\u00fcssten, um die Infrastruktur in einem guten Zustand zu halten. \u00bbEine durchschnittliche Kilometerzahl ist nicht aussagekr\u00e4ftig, da die Notwendigkeit zur Erneuerung ma\u00dfgeblich von Faktoren wie der Liniendichte, Taktung oder Kurvenradien zusammenh\u00e4ngt\u00ab, l\u00e4sst das Landesunternehmen wissen.<\/p>\n<p>Dabei kursiert intern durchaus eine Zahl. Etwa zw\u00f6lf Kilometer Gleis pro Jahr m\u00fcssten es demnach sein. Erst k\u00fcrzlich habe sogar BVG-Chef Henrik Falk diese Zahl bei einer Betriebsversammlung genannt, verbunden mit dem Hinweis, dass man bereits seit L\u00e4ngerem diesen Wert nicht ann\u00e4herungsweise erreicht, berichten Betriebsangeh\u00f6rige. Knapp 25 Kilometer Tramgleis sind zwischen 2023 und 2025 erneuert worden, obwohl es rechnerisch <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1197424.tramausbau-ausbau-strassenbahnlinie-m-planungsstopp-aber-keine-sabotage.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">etwa 36 Kilometer h\u00e4tten sein m\u00fcssen.<\/a><\/p>\n<p>\u00bbDie aktuellen Zahlen zur Erneuerung der Berliner Stra\u00dfenbahninfrastruktur zeigen deutlich, dass der tats\u00e4chliche Fortschritt seit Jahren hinter dem notwendigen Bedarf zur\u00fcckbleibt\u00ab, sagt Linke-Politiker Kristian Ronneburg zu \u00bbnd\u00ab.<\/p>\n<p>Neun Kilometer der durchgef\u00fchrten Erneuerungen sind als sogenanntes Rahmengleis umgesetzt worden. Diese Gleise sehen vor dem Einbau wie \u00fcberdimensionale Leitern aus, statt mit Schwellen sind die zwei Schienen mit Eisenprofilen verbunden.<\/p>\n<p>Das ist eine deutlich einfachere Bauweise als das Neue Berliner Stra\u00dfenbahngleis, das eigentlich der Standard f\u00fcr die Erneuerung des Netzes ist. Dabei sind die Schienen auf Betonschwellen montiert, die in ein Betonbett eingegossen werden. Gummipolster d\u00e4mmen dabei Schall und Ersch\u00fctterungen und die Konstruktion hat eine deutlich l\u00e4ngere Lebensdauer als Rahmengleise.<\/p>\n<p>\u00bbDurch solche \u00dcbergangsl\u00f6sungen entstehen zus\u00e4tzliche Kosten und mehrfacher Bauaufwand\u00ab, kritisiert Kristian Ronneburg. Beispielsweise ist die Stra\u00dfenbahn-Wendeschleife am Bahnhof Lichtenberg so erneuert worden. Sie soll eigentlich durch eine neue Endstelle direkt vor dem U-Bahn-Ausgang an der Ecke Siegfriedstra\u00dfe ersetzt werden; das Verfahren kommt aber seit Jahren nicht vom Fleck.<\/p>\n<p>Dass mit den geplanten 11,3 Kilometern 2026 die Zielzahl von zw\u00f6lf Kilometern fast erreicht werden k\u00f6nnte, ist nicht mehr als eine Hoffnung. Denn in den vergangenen Jahren konnten die geplanten Ma\u00dfnahmen nie vollst\u00e4ndig umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Zudem sind Zweifel an den genannten Zahlen durchaus angebracht. Denn die BVG erkl\u00e4rt, dass alle Erneuerungen f\u00fcr 2026 <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194725.bvg-weiter-probleme-bei-der-tram-ostkreuz-in-berlin.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mit dem aufwendigen Neuen Berliner Stra\u00dfenbahngleis ausgef\u00fchrt werden sollen<\/a>.<\/p>\n<p>Dabei sollen in der Karlshorster Ehrlichstra\u00dfe laut \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Dokumenten dieses Jahr rund 1,4 Kilometer einfacheres Rahmengleis verbaut werden. Auch das liegt am Zeitbedarf des Planfeststellungsverfahrens, das n\u00f6tig w\u00e4re, um im Zuge der grundhaften Gleiserneuerung auch Fahrradwege anzulegen. Doch so lange halten die bereits 40 Jahre alten Gleise nicht mehr durch. Die BVG konnte mit der Erneuerung nicht mehr warten, ansonsten droht eine Betriebseinstellung.<\/p>\n<p>Im Betrieb macht sich der R\u00fcckstand mit Langsamfahrstellen bemerkbar. Bis auf zehn Kilometer pro Stunde m\u00fcssen die Bahnen wegen schlechten Streckenzustands ihr Tempo drosseln. 32 solcher Stellen gibt es derzeit im Netz, die mindestens seit einem halben Jahr bestehen.<\/p>\n<p>Besonders auskunftsfreudig zeigt sich die BVG nicht in ihrer Antwort auf die Frage, wieso die Gleiserneuerung so stark im R\u00fcckstand ist. \u00bbPlanungs- und Genehmigungsprozesse f\u00fcr Bauma\u00dfnahmen sind im Laufe der Zeit langwieriger geworden, unter anderem durch steigende gesetzliche Anforderungen und begrenzte personelle Kapazit\u00e4ten\u00ab, so der einzige Satz zum Thema.<\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigte werden genauer. Die andauernden Havarien im Netz und im Stra\u00dfenland fr\u00e4\u00dfen die verf\u00fcgbaren Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Ersatzbusse auf. Und schlie\u00dflich sind da noch die n\u00f6tigen verkehrsrechtlichen Anordnungen f\u00fcr die Baustelleneinrichtung, die oft nur mit monatelanger Verz\u00f6gerung erteilt werden. Deswegen m\u00fcssen geplante Bauarbeiten oft monatelang oder gar jahrelang verschoben werden.<\/p>\n<p>Dazu kommen noch strenge Anforderungen, die auch bei nicht sonderlich gro\u00dfen Abweichungen bei der Positionierung der Gleise die Durchf\u00fchrung aufwendiger Planfeststellungsverfahren verlangen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>\u00bbDer Sanierungsstau bei der Stra\u00dfenbahn darf nicht noch gr\u00f6\u00dfer werden.\u00ab<\/p>\n<p>Kristian Ronneburg (Linke)<br \/>Verkehrsexperte<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00bbDie bisherigen Ans\u00e4tze zur Finanzierung und Umsetzung der Ma\u00dfnahmen reichen nicht aus, um den zunehmenden Sanierungsbedarf zu decken\u00ab, sagt Ronneburg. Das zeigt der Blick auf die von ihm abgefragten Zahlen.<\/p>\n<p>Eingeplant waren f\u00fcr die Erneuerung der Stra\u00dfenbahn-Infrastruktur, zu der auch Weichen, Kreuzungen oder Oberleitungen geh\u00f6ren, in den vergangenen drei Jahren 67 Millionen Euro. Tats\u00e4chlich ausgegeben worden sind 80,5 Millionen Euro. Trotz deutlich h\u00f6herer Ausgaben als vorgesehen ist fast ein Drittel der n\u00f6tigen Gleiserneuerung nicht geschafft worden. Absehbar reichen auch die 25,6 Millionen Euro nicht, die im laufenden Jahr eingeplant sind.<\/p>\n<p>Besser l\u00e4uft es beim Tausch abgefahrener Weichen und Kreuzungen. Exakt 1100 St\u00fcck sind im Berliner Tramnetz verbaut. Angenommen wird eine durchschnittliche Liegedauer von 20 Jahren. Somit m\u00fcssten rechnerisch also j\u00e4hrlich 55 erneuert werden.<\/p>\n<p>In den vergangenen drei Jahren sind sogar 182 Weichen und Kreuzungen getauscht worden. Allerdings war 2024 mit dem Betriebshof Marzahn auch ein gro\u00dfer Brocken dabei, bei dem die BVG nicht die \u00fcblichen Abh\u00e4ngigkeiten von Beh\u00f6rden bei Arbeiten im Stra\u00dfenland hatte. Dieses Jahr sollen 35 Weichen und Kreuzungen ersetzt werden.<\/p>\n<p>\u00bbUm den Zustand der Stra\u00dfenbahninfrastruktur dauerhaft zu stabilisieren, braucht es schnellere und effizientere interne Abl\u00e4ufe, eine bessere personelle Ausstattung der Genehmigungsbeh\u00f6rden, eine engere Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen sowie eine ausk\u00f6mmliche Finanzierung der Instandhaltung und Erneuerung\u00ab, sagt Kristian Ronneburg. \u00bbDer Sanierungs-<br \/>stau bei der Stra\u00dfenbahn darf nicht noch gr\u00f6\u00dfer werden, sonst leidet die Zuverl\u00e4ssigkeit des Verkehrs noch weiter.\u00ab <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sanierungsarbeiten an Tramgleisen auf der Boxhagener Stra\u00dfe in Friedrichshain Foto: nd\/Nicolas \u0160ustr Die Warschauer Stra\u00dfenbahn bereitet ihre Fahrg\u00e4ste&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":792705,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,2227,296,1937,2236,29,30,1940,1938],"class_list":["post-796365","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","tag-aktuelle-news-aus-berlin","tag-bahnverkehr","tag-berlin","tag-berlin-news","tag-bvg","tag-deutschland","tag-germany","tag-nachrichten-aus-berlin","tag-news-aus-berlin"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116067659416699418","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/796365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=796365"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/796365\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/792705"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=796365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=796365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=796365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}