{"id":796366,"date":"2026-02-14T06:51:17","date_gmt":"2026-02-14T06:51:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/796366\/"},"modified":"2026-02-14T06:51:17","modified_gmt":"2026-02-14T06:51:17","slug":"ein-jahr-waffenverbotszonen-149-messer-sichergestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/796366\/","title":{"rendered":"Ein Jahr Waffenverbotszonen: 149 Messer sichergestellt"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Im ersten Jahr der neuen Messer- und Waffenverbote in drei kritischen Zonen hat die Polizei in Berlin nach eigenen Angaben 149 Messer sichergestellt. Rund um das Kottbusser Tor und den G\u00f6rlitzer Park in Kreuzberg sowie am Weddinger Leopoldplatz \u2013 alle stark von Kriminalit\u00e4t belastet \u2013 gab es von Mitte Februar 2025 bis Ende Januar 5.220 Kontrollen, wie ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.<\/p>\n<p>Am h\u00e4ufigsten kontrollierten Polizisten am Leopoldplatz, ob das Verbot eingehalten wurde \u2013 und zwar 3.366 Mal. Dabei seien bis 2. Februar insgesamt 110 Messer beschlagnahmt worden.<\/p>\n<p>Ungeachtet des Verbots kam es laut Polizei in den knapp zw\u00f6lf Monaten bis zum 31. Januar am Leopoldplatz zu 19 Messerangriffen, dreimal wurden sogar Schusswaffen eingesetzt.<\/p>\n<p>Im Bereich des G\u00f6rlitzer Parks wurden 29 Messerattacken und ein Vorfall mit einer Waffe registriert. Am Kottbusser Tor wurde nach 28 Messerangriffe sowie vier Vorf\u00e4llen mit Waffen ermittelt.<\/p>\n<p>Die Polizei leitete neben Ermittlungen zu den Straftaten nach den Angaben insgesamt 269 Verfahren wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen die neue Regelung ein.<\/p>\n<p>Erste Bilanz der Polizei positiv<\/p>\n<p>Die Berliner Polizei zog nach den ersten Monaten eine positive Bilanz. \u00abGezielte Kontroll- und insbesondere Durchsuchungsma\u00dfnahmen von Personen entfalten eine deutlich h\u00f6here abschreckende Wirkung als eine reine Streifent\u00e4tigkeit oder Pr\u00e4senz, da sie aktives polizeiliches Handeln und unmittelbare Rechtsdurchsetzung sichtbar machen\u00bb, erkl\u00e4rte der Beh\u00f6rdensprecher.<\/p>\n<p>Ein erster Vergleich der Kriminalit\u00e4tslage bezogen auf Messerattacken und Straftaten mit Schusswaffen in den drei Zonen habe ergeben, dass die Vorf\u00e4lle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit Stand vom 7. Januar abgenommen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) \u00e4u\u00dferte sich dagegen kritisch. \u00abWaffen- und Messerverbotszonen sind und bleiben Placebo und l\u00f6sen das Problem nicht, auch wenn unsere Kollegen vor Ort gute Arbeit machen\u00bb, meinte der Berliner GdP-Landeschef Stephan Weh. \u00abNat\u00fcrlich ist jede Waffe, die aus dem Verkehr gezogen wird, ein Gewinn, aber es ist eben nicht so, dass sie zwei Meter neben dem Leopoldplatz oder au\u00dferhalb der U-Bahn ungef\u00e4hrlicher ist.\u00bb Die Messergewalt habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, die Politik habe daf\u00fcr aber bisher keine L\u00f6sung gefunden.<\/p>\n<p>Verbot gilt seit 15. Februar<\/p>\n<p>Das Verbot gilt seit dem 15. Februar in den drei Zonen. Es erstreckt sich auf \u00f6ffentliche Stra\u00dfen, Wege und Pl\u00e4tze sowie die U-Bahnh\u00f6fe G\u00f6rlitzer Park, Kottbusser Tor und Leopoldplatz. Laut der Verordnung sind jegliche Waffen wie auch alle Messer inklusive K\u00fcchen- und Gebrauchsmesser verboten &#8211; das gilt f\u00fcr alle Personen.<\/p>\n<p>Hintergrund der Regelung, die ein neues Bundesgesetz m\u00f6glich machte, ist eine steigende Anzahl von Messerangriffen mit Verletzten und Toten in der Hauptstadt. Berlins Innensenatorin Iris Spranger erkl\u00e4rte damals, die Waffen- und Messer-Verbotszonen seien ein Baustein eines Gesamtkonzeptes, um gegen die gestiegene Anzahl von Messerangriffen in der \u00d6ffentlichkeit vorzugehen. \u00abSie st\u00fctzen die Sicherheit gezielt dort, wo es erforderlich ist\u00bb, so die SPD-Politikerin.<\/p>\n<p>\u00abEs hat sich nichts ver\u00e4ndert\u00bb<\/p>\n<p>Ein Mitarbeiter eines t\u00fcrkischen Supermarkts direkt am \u00abKotti\u00bb bilanzierte am Freitag, die Sicherheitslage sei trotz Waffen- und Messerverbots aus seiner Sicht gleich schlecht. \u00abEs hat sich nichts ver\u00e4ndert\u00bb, sagt der Mann, der lieber anonym bleiben will. Jetzt bei der K\u00e4lte sei es auf dem Platz und unten in der U-Bahn ein wenig ruhiger, aber sonst sei es oft gef\u00e4hrlich. \u00abDie schlagen sich oder die klauen, also Handys oder Taschen.\u00bb Auch in seinem Laden werde weiter viel gestohlen, die Drogenszene sei ebenfalls gleich gro\u00df geblieben.<\/p>\n<p>Ein Mitarbeiter einer Bar \u00e4u\u00dferte einen etwas anderen Eindruck. Schon mit der Corona-Pandemie habe die Bandenkriminalit\u00e4t, der Diebstahl und auch die Gewalt am Kottbusser Tor nachts nachgelassen, wenn er arbeite. \u00abDas kam aber vor Verbotszone und vor der neuen Polizeiwache hier.\u00bb<\/p>\n<p>Ein am Platz ans\u00e4ssiger Schuster zeigte sich etwas ratlos, wie sich die Situation verbessern lie\u00dfe. Mutma\u00dfliche Dealer w\u00fcrden zwar regelm\u00e4\u00dfig in Handschellen von der Polizei abgef\u00fchrt, k\u00e4men aber umgehend wieder frei. \u00abWenn man die jetzt hier alle verscheuchen w\u00fcrde &#8211; wo sollen die hin? Ich sch\u00e4tze mal, hier werden die geduldet, warum auch immer. Ich meine: Warum sind die nicht in Zehlendorf oder in Mitte?\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im ersten Jahr der neuen Messer- und Waffenverbote in drei kritischen Zonen hat die Polizei in Berlin nach&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":796367,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[296,29,30],"class_list":["post-796366","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-berlin","tag-deutschland","tag-germany"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116067663532377209","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/796366","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=796366"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/796366\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/796367"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=796366"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=796366"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=796366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}