{"id":797272,"date":"2026-02-14T15:15:15","date_gmt":"2026-02-14T15:15:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/797272\/"},"modified":"2026-02-14T15:15:15","modified_gmt":"2026-02-14T15:15:15","slug":"ausgrabung-in-der-bretagne-spuren-einer-hoelzernen-kathedrale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/797272\/","title":{"rendered":"Ausgrabung in der Bretagne: Spuren einer h\u00f6lzernen &#8222;Kathedrale&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/blanchard-team-100.jpg\" alt=\"Audrey Blanchard und Team\" title=\"Audrey Blanchard und Team | Audrey Blanchard\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 14.02.2026 12:44 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Vor etwa 6.000 Jahren erhob sich in der Bretagne ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Bau: eine kreisrunde &#8222;Kathedrale&#8220; aus Holz. Arch\u00e4ologen entdeckten erstmals die Spuren eines solchen Geb\u00e4udes in der franz\u00f6sischen Region Carnac.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In der Jungsteinzeit begannen die Menschen in der Bretagne damit, Steine zu bearbeiten und sie hochkant aufzustellen. Sogenannte Menhire, was aus dem Bretonischen \u00fcbersetzt so viel wie &#8222;langer Stein&#8220; bedeutet. Mehr als 2.000 Menhire stehen in der Carnac-Region in kilometerlangen Reihen nebeneinander.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Arch\u00e4ologen entdeckten dort die Reste eines 6.000 Jahre alten kreisrunden Geb\u00e4udes, das wie eine h\u00f6lzerne &#8222;Kathedrale&#8220; wirkt. Mit neun Metern Durchmesser und gesch\u00e4tzten 20 Metern H\u00f6he ist es das erste Bauwerk dieser Art in der Carnac-Region.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Fund zeigt die au\u00dfergew\u00f6hnliche Baukunst der Jungsteinzeit und k\u00f6nnte ein Kultort gewesen sein. Er bietet neue Einblicke in die sogenannte Megalithkultur &#8211; also pr\u00e4historische Gesellschaften, die gro\u00dfe Steinmonumente errichteten &#8211; und das Gemeinschaftsleben der damaligen Zeit.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        So k\u00f6nnte sie ausgesehen haben: die runde &#8222;Kathedrale&#8220; &#8211; mit neun Metern Durchmesser und gesch\u00e4tzten 20 Metern H\u00f6he.\n                    <\/p>\n<p>    Immer mehr Ausgrabungen legen Funde frei<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In den vergangenen Monaten schabte auf einem neuen Grabungsfeld ein Bagger vorsichtig die oberste Erdschicht ab. Die Grabung in einem zuk\u00fcnftigen Gewerbegebiet leitete die franz\u00f6sische Arch\u00e4ologin Audrey Blanchard.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Neue Ausgrabungen trieben die Forschung rund um Carnac in den vergangenen Jahren sehr voran. &#8222;Bis vor 25 Jahren gab es nur wenige Ausgrabungen, aber die konzentrierten sich nur auf kleine Bereiche&#8220;, sagt Ausgrabungsleiterin Blanchard. &#8222;Seit Beginn dieses Jahrhunderts haben wir die M\u00f6glichkeit, mit der pr\u00e4ventiven Arch\u00e4ologie sehr gro\u00dfe Bereiche auszugraben. Dabei konzentrieren wir uns nicht nur auf die Steinreihen, sondern schauen auch was drumherum passierte.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Arch\u00e4ologen legten bei dieser Grabung mit ihren Spachteln unter anderem Feuerstellen, ein Grab und mehrere Menhire frei. Der Arch\u00e4ologe Jean-No\u00ebl Guyodo \u00fcberflog dann f\u00fcr das Team mit einer Drohne die Ausgrabung und entdeckte, dass viele freigelegte Pfostenl\u00f6cher einen Kreis mit etwa neun Meter Durchmesser bilden.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Eine Ausgrabungsskizze zeigt einen m\u00f6glichen Kultort in der N\u00e4he zu den Steinreihen von Carnac in der Bretagne mit Menhiren und Feuerstellen.\n                    <\/p>\n<p>    Spuren eines runden Hauses sind eine Sensation<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Diese Spuren eines gro\u00dfen runden Hauses sind eine Sensation, sagt Arch\u00e4ologe Jean-No\u00ebl Guyodo: &#8222;Das war aufregend. Denn das letzte runde Haus wurde vor etwa 15 Jahren in Frankreich entdeckt und das erste vor 30 Jahren.&#8220; Er selbst habe eines vor 25 Jahren gefunden. &#8222;Aber es war das kleinste Geb\u00e4ude, nur vier Meter im Durchmesser. Und dieses war doppelt so gro\u00df. Das war sehr aufregend, weil es so selten ist, diese Art H\u00e4user auszugraben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Besondere: Die Pfostenl\u00f6cher sind alle noch an ihrem Platz. Die Menschen in der Bretagne haben in der Jungsteinzeit hier offenbar gemeinsam eine Art &#8222;Kathedrale&#8220; aus Holz gebaut. Das Geb\u00e4ude war wohl schon von weitem sichtbar, denn es war sch\u00e4tzungsweise bis zu 20 Meter hoch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein unglaublicher Aufwand, sagt Ausgrabungsleiterin Blanchard: &#8222;Wir wissen, dass solche Konstruktionen viel Zeit brauchten. Gebaut wurde in mehreren Abschnitten und zwar von vielen Menschen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Die freigelegten Pfostenl\u00f6cher von oben: Zusammen bilden sie einen Kreis.\n                    <\/p>\n<p>    Erster Fund dieser Art in der Gegend<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Arch\u00e4ologen vermuten, dass in diesem Geb\u00e4ude die Bauern und Hirten in der Jungsteinzeit zusammenkamen. &#8222;Dieser Fund ist so bedeutend, weil wir das erste Mal so ein rundes Geb\u00e4ude hier entdeckt haben. Bisher war so etwas in der Gegend um Paris bekannt&#8220;, so Blanchard. &#8222;Wir nehmen an, dass es ein Kultort gewesen sein k\u00f6nnte, in der N\u00e4he zu den Steinreihen von Carnac.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Denn nicht weit von dem Rundbau entfernt entdeckten die Arch\u00e4ologen weitere Besonderheiten: Spuren von Holzpalisaden, vor denen etwa alle vier Meter gro\u00dfe hohe Steine aufgestellt waren.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        In der Carnac-Region stehen mehr als 2.000 Menhire in kilometerlangen Reihen nebeneinander.\n                    <\/p>\n<p>    Saurer Boden in der Bretagne zersetzt Knochen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Bagger transportierte viele Steine vorsichtig in das Labor der Ausgr\u00e4ber. Hier werden sie nun untersucht. Knochen oder Holzreste haben sie in der Erde nicht gefunden. Aber das wundert Blanchard nicht: &#8222;Ungl\u00fccklicherweise ist der Boden in der Bretagne sauer. Das hei\u00dft, wir finden kaum Knochen.&#8220; DNA-Analysen seien darum oft nicht m\u00f6glich, sagt sie. &#8222;Wir untersuchen darum die Umwelt-DNA. Das ist die einzige M\u00f6glichkeit f\u00fcr uns, um mehr \u00fcber die Menschen zu erfahren, die die Megalithbauten in der Cranac-Region geschaffen haben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Schon bald will sie an einer neuen Stelle in der Bretagne graben. Hier wo wohl vor langer Zeit die Epoche der gro\u00dfen Steinmonumente in Europa begann. Audrey Blanchard ist sich sicher, dass sie dann wieder etwas Neues entdecken wird, was das Bild vom Leben der Menschen in der Jungsteinzeit in Europa erkl\u00e4rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 14.02.2026 12:44 Uhr Vor etwa 6.000 Jahren erhob sich in der Bretagne ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Bau: eine kreisrunde&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":797273,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[6425,11193,47107,156,13,14,15,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":["post-797272","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-archaeologie","tag-ausgrabung","tag-bretagne","tag-frankreich","tag-headlines","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-welt","tag-world"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116069644891970126","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/797272","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=797272"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/797272\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/797273"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=797272"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=797272"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=797272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}