{"id":79733,"date":"2025-05-02T23:37:09","date_gmt":"2025-05-02T23:37:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/79733\/"},"modified":"2025-05-02T23:37:09","modified_gmt":"2025-05-02T23:37:09","slug":"buerger-mit-vergangenheit-scholz-schafft-sich-beim-wohl-letzten-auftritt-einen-wohlfuehl-termin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/79733\/","title":{"rendered":"&#8222;B\u00fcrger mit Vergangenheit&#8220;: Scholz schafft sich beim wohl letzten Auftritt einen Wohlf\u00fchl-Termin"},"content":{"rendered":"<p>                    &#8222;B\u00fcrger mit Vergangenheit&#8220;<br \/>\n                Scholz schafft sich beim wohl letzten Auftritt einen Wohlf\u00fchl-Termin<\/p>\n<p>\t\t\t\t              02.05.2025, 18:27 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Es d\u00fcrfte der letzte gro\u00dfe Auftritt von Kanzler Scholz gewesen sein. Auf dem Kirchentag bekommt er noch einmal die gro\u00dfe B\u00fchne. Schlagfertig, selbst-ironisch und mit dem Publikum auf seiner Seite endet eine Stunde Geplauder f\u00fcr den SPD-Politiker mit Steh-Applaus.<\/strong><\/p>\n<p>Nur einmal ploppt in Halle 4 auf dem Messegel\u00e4nde in Hannover eine typische Haltung des Kanzlers der vergangenen Jahre auf &#8211; als die Moderatorin fragt, wann er das letzte Mal geweint habe. Olaf Scholz z\u00f6gert kurz, dann kontert er: &#8222;Ist schon l\u00e4nger her und geht Sie auch nichts an.&#8220; Das klingt pampig. Aber er erntet breiten Applaus in der vollen Halle auf dem Evangelischen Kirchentag. <\/p>\n<p>Dort pr\u00e4sentiert sich der SPD-Politiker bei seinem wohl letzten Auftritt als scheidender Kanzler vor einem gr\u00f6\u00dferen Publikum mit dem obligatorischen roten Kirchentagschal um den Hals ansonsten entspannt und witzig. Und als scheidender Kanzler, der mit sich im Reinen ist. Er scherzt, unter anderem \u00fcber seine fr\u00fchere Wehrdienst-Verweigerung, die er mit dem Verweis auf Karl May durchgesetzt habe. Und Scholz bestreitet, frustriert \u00fcber das nahende Ende seiner Amtszeit zu sein.<\/p>\n<p>&#8222;Es ist wichtig, dass man sich immer sagt: Ich bin ein 84 Millionstel aller Deutschen, auch wenn ich der Kanzler bin&#8220;, sagt er zur Einstellung zu Spitzenjobs. Und erntet wieder Applaus. N\u00e4chste Woche sei er dann auch nicht mehr als ein &#8222;B\u00fcrger mit Vergangenheit&#8220;.<\/p>\n<p>Potenziell kritische Themen wie Milit\u00e4rhilfe f\u00fcr die Ukraine oder die Klimaschutzpolitik, die auf Kirchentagen schon mal heftigen Streit ausl\u00f6sen k\u00f6nnen, spricht Scholz selbst an. Aber alles bleibt ruhig. Auf die Frage, was er sich vorwerfe, meint Scholz selbstbewusst: Er habe in den dreieinhalb Jahren f\u00fcr Weichenstellung f\u00fcr die kommenden Jahre gesorgt. &#8222;Und keine davon wird r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht.&#8220;<\/p>\n<p>Olaf Scholz mit Seitenhieb gegen die Gr\u00fcnen<\/p>\n<p>Einen kleinen Seitenhieb auf die Gr\u00fcnen schiebt Scholz mit der Bemerkung hinterher, dass er hoffe, dass auch diejenigen, die mehr Klimaschutz wollten, nun verst\u00fcnden, warum man ein solches Heizungsgesetz nicht wieder vorlegen d\u00fcrfe. &#8222;Es m\u00fcssen Anforderungen sein, bei denen sich alle (Menschen) auch vorstellen k\u00f6nnen, dass sie sie erf\u00fcllen k\u00f6nnen.&#8220; Er reiche nicht, einfach ein Scheckbuch daneben zu legen.<\/p>\n<p>Scholz, der in seiner Amtszeit gerne auch mal als Rechthaber auftrat, gibt sich in Hannover vor den Tausenden Kirchentags-Besuchern selbstironisch. Als der fr\u00fchere Hamburger B\u00fcrgermeister auf seine Geburt und seine Erinnerungen an Osnabr\u00fcck angesprochen wird, verdreht er etwa die Augen. Er habe dort doch nur die ersten drei Jahre verbracht. Dann f\u00fcgt er selbstironisch hinzu: Er habe &#8222;unglaublich detaillierte Erinnerungen. Ich bin fast versucht zu sagen, da sollte kein Untersuchungsausschuss kommen.&#8220; Der Kanzler erntet Lacher von denen, die an seine Erinnerungsl\u00fccken bei der Cum-Ex-Untersuchungen denken.<\/p>\n<p>Als er gefragt wird, wie lange man Berufspolitiker sein k\u00f6nne, \u00fcberlegt der 66-J\u00e4hrige kurz und antwortet, solange man etwas mit Herzen vertreten k\u00f6nne. &#8222;F\u00fcrs Dabeisein-Wollen ist das Amt zu stressig&#8220;, meint er mit Blick aufs Kanzleramt und l\u00e4sst das Publikum ein einziges Mal r\u00e4tseln, ob zumindest dies eine kleine Spitze gegen seinen wahrscheinlichen Nachfolger Friedrich Merz sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Aber dann betont Scholz, dass er \u00fcberzeugter Demokrat sei und schon am Dienstag deshalb ohne gro\u00dfe Wehmut den CDU-Chef zum Kanzler w\u00e4hlen werde. Und er verspricht, als Ex-Kanzler nicht dauernd die Tagespolitik zu kommentieren. Das Mandat als Bundestagsabgeordneter werde er aber wahrnehmen, schiebt Scholz hinterher und lenkt die Aufmerksamkeit von seiner krachenden Wahlniederlage darauf, dass er in seiner Karriere in zwei Bundesl\u00e4ndern sechsmal in Wahlkreisen das Direktmandat f\u00fcr den Bundestag gewonnen hat. &#8222;Das ist das h\u00f6chste Amt, in das ein Politiker in Deutschland direkt gew\u00e4hlt werden kann.&#8220;<\/p>\n<p>Dann ist die Stunde f\u00fcr Scholz vorbei. Der Norddeutsche verabschiedet sich mit einem einfachen &#8222;Tsch\u00fcss&#8220; und bekommt ein letztes Mal stehende Ovationen. Als die Moderatorin schmeichelt, man h\u00e4tte auch gut eine Stunde weiter reden k\u00f6nnen, scherzt der Fast-Kanzler-Rentner &#8222;Ich habe Zeit&#8220;. Dann tritt Scholz ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;B\u00fcrger mit Vergangenheit&#8220; Scholz schafft sich beim wohl letzten Auftritt einen Wohlf\u00fchl-Termin 02.05.2025, 18:27 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":79734,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[1095,29,28631,30,13,14,15,1175,16,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-79733","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-ampelkoalition","9":"tag-deutschland","10":"tag-evangelischer-kirchentag","11":"tag-germany","12":"tag-headlines","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-olaf-scholz","16":"tag-politik","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-top-news","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-topmeldungen","21":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114440873153664922","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79733","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79733"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79733\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/79734"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79733"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79733"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79733"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}