{"id":797514,"date":"2026-02-14T17:33:13","date_gmt":"2026-02-14T17:33:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/797514\/"},"modified":"2026-02-14T17:33:13","modified_gmt":"2026-02-14T17:33:13","slug":"darum-wirft-lars-kulesch-seinen-hut-in-den-ring-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/797514\/","title":{"rendered":"Darum wirft Lars Kulesch seinen Hut in den Ring \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Parteien in Leipzig noch \u00fcber eventuelle Kandidierende f\u00fcr die Wahl zum Leipziger Oberb\u00fcrgermeister beraten, Dirk Th\u00e4richen dar\u00fcber nachdenkt zu kandidieren und andere eventuelle Kandidatinnen und Kandidaten vornehme Zur\u00fcckhaltung \u00fcben, ist einer zum 13. Januar vorgeprescht.<\/p>\n<p>In seiner Presseinformation schrieb der parteilose Lars Kulesch: \u201eIch trete als parteiloser Kandidat an und m\u00f6chte in den kommenden Monaten mit den Leipzigerinnen und Leipzigern offen ins Gespr\u00e4ch kommen.\u201c Wir haben uns mit ihm getroffen und ein lockeres Gespr\u00e4ch \u00fcber seine Person und seine politischen Ambitionen gef\u00fchrt.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/50831d6b718448f1890a3d04e26f504f.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/top-posts\/2026\/02\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/top-posts\/2026\/02\/1\"\/><\/p>\n<p><strong>Herr Kulesch, Sie haben Ihre Kandidatur f\u00fcr das Amt des Oberb\u00fcrgermeisters von Leipzig als parteiloser Kandidat bekannt gegeben. Sie haben bereits kommunal- und landespolitische Erfahrung. Warum wollen Sie sich das antun?<\/strong><\/p>\n<p>Warum will ich mir das antun? Ich bin 2004 sehr fr\u00fch in die Partei Die Linke eingetreten. Schon zu Schulzeiten wusste ich, dass ich Politik machen m\u00f6chte. Bis 2012 habe ich bei den Linken vielf\u00e4ltige Erfahrungen gesammelt \u2013 in der Landes- und Kommunalpolitik. Als Aufsichtsrat des Zoos Rostock war ich eng mit der B\u00fcrgerschaftsfraktion in Rostock verbunden.<\/p>\n<p>2012 bin ich ausgetreten. Ich war damals ein junger Mensch, dem seine Ideale zu wichtig waren, um sich verbiegen zu lassen. Ich habe erlebt, wie Politik tats\u00e4chlich funktioniert \u2013 nicht nur in einer Partei, sondern fraktions\u00fcbergreifend. Gleichzeitig wurden meine Kinder geboren, und ich habe mich f\u00fcr einige Jahre aus der aktiven Politik zur\u00fcckgezogen. Sp\u00e4ter habe ich noch mitgeholfen, das B\u00fcndnis Grundeinkommen in Sachsen auf die Wahlscheine zur Bundestagswahl zu bringen.<\/p>\n<p>Warum also jetzt? Weil ich schon seit L\u00e4ngerem gemerkt habe: Ich m\u00f6chte wieder Politik machen \u2013 aber ohne Partei. Sachpolitik scheitert oft an Parteizw\u00e4ngen. Das Oberb\u00fcrgermeisteramt ist f\u00fcr mich das Amt, in dem parteiloses, verbindendes Arbeiten am besten funktionieren kann.<\/p>\n<p><strong>Der Oberb\u00fcrgermeister ist ja zum einen der Chef der Stadtverwaltung, zum anderen ist er nat\u00fcrlich die 71. Stimme im Stadtrat. Haben Sie denn schon Verwaltungserfahrung?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe noch keine Verwaltung gef\u00fchrt. Als Scrum-Master leite ich Teams mit etwa 15 Personen \u2013 das ist nat\u00fcrlich nicht mit einer Stadtverwaltung vergleichbar. Aber Verwaltungserfahrung kann man lernen. Wichtiger ist die Haltung zur F\u00fchrung: klar, strukturiert, respektvoll. Ich lerne schnell und arbeite mich z\u00fcgig in komplexe Themen ein.<\/p>\n<p><strong>Haben Sie denn eine Vision f\u00fcr Leipzig? 2027 ist die Oberb\u00fcrgermeisterwahl, die Wahlperiode geht bis 2034. Was kann man in sieben Jahren real erreichen oder anschieben?<\/strong><\/p>\n<p>Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen ist das Wachstum. Leipzig ist attraktiv, das ist gut \u2013 bringt aber Probleme mit sich, vor allem beim Wohnungsmarkt. Ich halte ein Wohnbauforum f\u00fcr dringend notwendig, in dem alle relevanten Akteure zusammenkommen. Das kann man in sieben Jahren definitiv anschieben. Wie viel umgesetzt wird, h\u00e4ngt von den Rahmenbedingungen ab. Klar ist: Wir brauchen viele bezahlbare Wohnungen \u2013 keine High-End-Projekte.<\/p>\n<p>Der Kinderboom flacht bei Kitas und Grundschulen ab, aber bei weiterf\u00fchrenden Schulen bleiben die starken Jahrg\u00e4nge bis etwa 2040. Schulen sollten nicht nur Lernorte sein, sondern Orte, an denen junge Menschen gern lernen.<\/p>\n<p>Auch der \u00d6PNV sollte ausgebaut werden. Innenstadtring und Zentrum sto\u00dfen beim Autoverkehr schon jetzt an Grenzen. Wir m\u00fcssen alle Verkehrsarten mitdenken und \u00d6PNV, Rad- und Fu\u00dfverkehr deutlich st\u00e4rken.<\/p>\n<p><strong>Sie wollen auch die Stadtgesellschaft wieder zusammenbringen, das ist ja nun ein hehres Ziel. Wie m\u00f6chten Sie das anstellen?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist ein hehres Ziel \u2013 und man kann es nie allen recht machen. Aber wir erleben derzeit eine gesamtgesellschaftliche Polarisierung. Das halte ich f\u00fcr gef\u00e4hrlich. Wir brauchen eine gute Diskussionskultur. Wir m\u00fcssen streiten k\u00f6nnen \u2013 aber respektvoll. Unterschiedliche Sichtweisen geh\u00f6ren dazu.<\/p>\n<p>Wirtschaft, Wohnen, Soziales und Kultur m\u00fcssen zusammen gedacht werden. Wenn es den Menschen gut geht \u2013 wenn Kinder gut betreut werden, Schulen funktionieren \u2013, profitiert auch die Wirtschaft. Als Oberb\u00fcrgermeister sehe ich mich als Vermittler: zwischen Fraktionen, zwischen Wirtschaft, sozialen Tr\u00e4gern, Kultur und Verwaltung.<\/p>\n<p><strong>Man muss als Oberb\u00fcrgermeister viel moderieren, manchmal muss man aber auch mit der Faust auf den Tisch hauen. K\u00f6nnen Sie das auch?<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann klare Ansagen machen. Ich wei\u00df sehr genau, was ich will, und kann das kommunizieren. Aber ich bin kein \u201eBasta!\u201c-Typ. Menschen m\u00fcssen verstehen, warum Entscheidungen getroffen werden. Dann k\u00f6nnen sie diese immer noch kritisieren \u2013 aber sie stehen nicht im luftleeren Raum.<\/p>\n<p><strong>Sie kommen, Ihren Arbeitsstil betreffend, aus einer sehr speziellen IT-Richtung. Meinen Sie, das agile Arbeiten, wie Sie es mit Scrum gewohnt sind, l\u00e4sst sich auch in der Verwaltung <\/strong><strong>e<\/strong><strong>insetzen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, zumindest in Teilen. Agiles Arbeiten bedeutet: klare Ziele definieren, Zeitr\u00e4ume festlegen, Ergebnisse \u00fcberpr\u00fcfen und regelm\u00e4\u00dfig reflektieren. Was hat funktioniert? Was nicht? Was verbessern wir? Es geht um Fokus, Priorisierung und permanente Lernbereitschaft. Diese Haltung kann auch einer Verwaltung guttun.<\/p>\n<p><strong>Nicht nur in Leipzig herrscht zurzeit, wahrscheinlich noch l\u00e4ngere Zeit, der Sparzwang. Ob Kultur, Soziales oder andere Bereiche: Allen drohen Streichungen. Da macht man sich als Oberb\u00fcrgermeister schon unbeliebt. Wie gehen Sie damit um, nicht immer beliebt zu sein?<\/strong><\/p>\n<p>Unbeliebte Entscheidungen geh\u00f6ren dazu. Wichtig ist, sie nicht pers\u00f6nlich zu nehmen. Wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind, m\u00fcssen Priorit\u00e4ten gesetzt werden. Ich vergleiche das gern mit einer Familie: Wenn das Geld knapp ist, muss man entscheiden, was wirklich wichtig ist.<\/p>\n<p>Gerade Kinder- und Jugendangebote sollten wir m\u00f6glichst erhalten. Etwas zu schlie\u00dfen geht schnell. Es wieder aufzubauen dauert lange und kostet am Ende mehr.<\/p>\n<p><strong>Wie w\u00fcrden Sie sich pauschal politisch einordnen? Links, rechts, Mitte, liberal, konservativ, progressiv? Finden Sie sich unter diesen sch\u00f6nen Ausdr\u00fccken irgendwo wieder?<\/strong><\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mich als linksliberal bezeichnen. Beim Politik-Navi der Uni Potsdam lande ich zwischen Gr\u00fcnen, Linken und SPD. W\u00e4re ich in Westdeutschland aufgewachsen, w\u00e4re ich vielleicht bei den Gr\u00fcnen gelandet. Ich komme jedoch aus Frankfurt (Oder), dort waren die Linken stark. Das hat mich gepr\u00e4gt. Gepr\u00e4gt haben mich auch Pers\u00f6nlichkeiten wie Regine Hildebrandt und Gregor Gysi.<\/p>\n<p>Ich bin aus der Partei Die Linke ausgetreten, weil ich gemerkt habe, dass Parteibeschl\u00fcsse mit meinen \u00dcberzeugungen kollidieren. Ich wollte mich nicht verbiegen.<\/p>\n<p><strong>Kurz noch etwas zu Ihrer Vita: Sie sind 1983 geboren, haben angefangen, Schiffbau zu studieren, zu Medientechnik gewechselt und arbeiten jetzt in der IT. Was gibt\u2019s da noch zu erg\u00e4nzen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe Schiffbau studiert und bin sp\u00e4ter zu Medientechnik gewechselt. Ich war Mitarbeiter im Landtag Mecklenburg-Vorpommern und 2011 Landtagskandidat f\u00fcr Die Linke. 2012 war dann der Umzug nach Leipzig. Nach der Geburt unserer Kinder habe ich unter anderem im Freizeitpark Belantis gearbeitet \u2013 \u201earbeiten, wo andere Urlaub machen\u201c. Danach war ich bei Ab-in-den-Urlaub.de in der Qualit\u00e4tssicherung, sp\u00e4ter bei Sixt Leasing und heute bei Allane als Scrum-Master t\u00e4tig.<\/p>\n<p><strong>Kommen wir zum Schluss,: Haben Sie noch etwas, was Sie dem Wahlvolk gern mitgeben m\u00f6chten?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Wahlperiode 2027 bis 2034 kann man finanziell wenig versprechen. Aber wir k\u00f6nnen diese Zeit nutzen, um effizienter und effektiver zu werden und uns strategisch besser aufzustellen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass Leipzig ein Standort f\u00fcr Wasserstofftechnologie wird. Das Kraftwerk im Leipziger S\u00fcden ist perspektivisch wasserstofff\u00e4hig. Unabh\u00e4ngig von einer konkreten Technologie m\u00fcssen wir Zukunftsbranchen f\u00f6rdern \u2013 vor allem Start-ups und Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder aus unseren Hochschulen. Nicht nur Gro\u00dfkonzerne, die F\u00f6rdergelder mitnehmen und weiterziehen.<\/p>\n<p>Die kommenden Jahre werden f\u00fcr die Kommunen schwierig. Umso wichtiger ist ein gemeinsames Bewusstsein: Wir stehen vor Herausforderungen \u2013 aber wir passen aufeinander auf und nutzen die Chancen, die sich bieten.<\/p>\n<p><b>Herr Kulesch, ich bedanke mich f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/b><\/p>\n<p>Der erste Kandidat f\u00fcr das Amt des Oberb\u00fcrgermeisters hat seinen Hut in den Ring geworfen. Lars Kulesch hat <a href=\"https:\/\/lars-kulesch.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">auf seiner neuen Webseite<\/a> die wichtigsten Daten zu seiner Person und auch einen klaren Zeitplan f\u00fcr seine Kandidatur hinterlegt. Ob der Termin \u201eFreitag der 13.\u201c f\u00fcr den Schritt ,an die \u00d6ffentlichkeit zu gehen ,ein gutes Omen ist, werden wir am Wahlabend wissen.<\/p>\n<p>Wir werden selbstverst\u00e4ndlich auch mit anderen Kandidierenden sprechen und auch in den verschiedenen Phasen des Wahlkampfes Lars Kulesch nochmals zu verschiedenen Themen pr\u00e4zise befragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend die Parteien in Leipzig noch \u00fcber eventuelle Kandidierende f\u00fcr die Wahl zum Leipziger Oberb\u00fcrgermeister beraten, Dirk Th\u00e4richen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":797515,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,2134,22589,71,3655,179629,859],"class_list":["post-797514","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-interview","tag-kandidatur","tag-leipzig","tag-oberbuergermeisterwahl","tag-obm-wahl","tag-sachsen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116070187423196564","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/797514","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=797514"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/797514\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/797515"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=797514"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=797514"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=797514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}