{"id":798770,"date":"2026-02-15T05:54:15","date_gmt":"2026-02-15T05:54:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/798770\/"},"modified":"2026-02-15T05:54:15","modified_gmt":"2026-02-15T05:54:15","slug":"china-in-der-neuen-weltordnung-charmeoffensive-und-drohkulisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/798770\/","title":{"rendered":"China in der neuen Weltordnung: Charmeoffensive und Drohkulisse"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/wang-yi-128.jpg\" alt=\"Chinas Au\u00dfenminister Wang Yi auf der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz 2026\" title=\"Chinas Au\u00dfenminister Wang Yi auf der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz 2026 | Thilo Schmuelgen\/Reuters\/Pool\/dp\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 15.02.2026 05:05 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Der Machtpoker zwischen USA und China ist in M\u00fcnchen so pr\u00e4sent wie nie. Was hei\u00dft das f\u00fcr den Rest der Welt &#8211; f\u00fcr Europa und f\u00fcr Deutschland?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/korrespondent-ts-708.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Astrid Freyeisen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/freyeisen-ts-100.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/rubio-rede-sicherheitskonferenz-100.html\" title=\"Sicherheitskonferenz: Rubio sanfter im Ton - doch knallhart in der Sache\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rede des amerikanischen Au\u00dfenministers Marco Rubio<\/a> bei der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz: eine gro\u00dfe Charmeoffensive gegen\u00fcber den Europ\u00e4ern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Direkt nach ihm kam der chinesische Au\u00dfenminister Wang Yi mit einer \u00fcberraschend \u00e4hnlichen Botschaft: &#8222;China und die EU sind Partner, keine systemischen Rivalen oder Gegner.&#8220; Wang verwies auf Jahrzehnte der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. &#8222;Warum sollten wir zum Rivalen geworden sein? China bleibt ein verl\u00e4sslicher, fortschrittlicher Partner.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Charmeoffensive von Au\u00dfenminister Wang Yi wurde bei der Sicherheitskonferenz jedoch deutlich zur\u00fcckhaltender beklatscht als die seines amerikanischen Amtskollegen Rubio.<\/p>\n<p>    &#8222;Chinesen immer noch berechenbarer&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im letzten Jahr dagegen war Wang in M\u00fcnchen \u00fcberraschend zu so etwas wie einem Hoffnungstr\u00e4ger nach der anti-europ\u00e4ischen Wutrede von US-Vize JD Vance geworden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass nun Rubio quasi als Good Cop auftrat, sei zwar unerwartet gekommen, sagt Bernard Bartsch von der auf China spezialisierten Berliner Denkfabrik Merics. Aber: &#8222;Es lief gut f\u00fcr Wang Yi. Keiner hat sich \u00fcber ihn ge\u00e4rgert. Gemessen an der wahnsinnigen Unberechenbarkeit, die die USA bei uns verursachen, sind die Chinesen immer noch berechenbarer.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bartsch warnt jedoch davor, sich auf Aussagen der Pekinger F\u00fchrung zu verlassen: &#8222;In der aktuellen geopolitischen Situation w\u00e4re es sehr dumm, solche \u00f6ffentlichen Aussagen f\u00fcr bare M\u00fcnze zu nehmen.&#8220;<\/p>\n<p>    Merz warnt vor chinesischem Vorgehen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Friedrich Merz tritt Ende Februar seine Antrittsreise als Bundeskanzler nach China an. In M\u00fcnchen setzte er mit seiner Er\u00f6ffnungsrede einen Ton, der Vorsicht zeigt: &#8222;Abh\u00e4ngigkeiten anderer n\u00fctzt China systematisch aus. Und die internationale Ordnung deutet China in seinem Sinne neu.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In M\u00fcnchen sind auch chinesische Journalisten vor Ort. Xu Qinduo ist ein bekannter TV-Moderator beim staatlichen Auslandssender CGTN. Er widerspricht der Merz-Rede: &#8222;Wir nutzen andere nicht aus. Wir entwickeln uns nicht, um andere in eine Falle zu locken.&#8220;<\/p>\n<p>    Lediglich selbstbewusst gegen\u00fcber den USA?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Chinas Monopol auf sogenannte Seltene Erden, die f\u00fcr Hightech n\u00f6tig sind, sei nicht in dieser Weise zu verstehen. &#8222;Wir wurden von den USA gezwungen, die Seltenen Erden zu nutzen, um uns gegen die USA zu wehren. Wir sind die einzigen, die es gewagt haben, Trump etwas entgegenzusetzen.&#8220; Bernhard Bartsch aber sieht in den Seltenen Erden ein durchaus extremes Erpressungspotenzial.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Gegensatz zu Rubio betonte Wang Yi, wie wichtig ihm internationale Organisationen sind: Die UNO sei zwar nicht perfekt, aber nach wie vor die beste und m\u00e4chtigste Kraft. China lobt die Bedeutung internationaler Organisationen auch deshalb, weil es sich da immer st\u00e4rker engagiert und einflussreicher wird &#8211; w\u00e4hrend sich die USA zur\u00fcckziehen.<\/p>\n<p>    Chinas ganz eigene Sicht auf Taiwan<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Verh\u00e4ltnis der Superm\u00e4chte? F\u00fcr den chinesischen Au\u00dfenminister gibt es zwei M\u00f6glichkeiten: &#8222;Wenn die USA Verst\u00e4ndnis f\u00fcr China zeigen und mit uns zusammenarbeiten wollen, w\u00e4re dies am besten f\u00fcr beide L\u00e4nder und die ganze Welt. Sollten die USA aber versuchen, sich abzukoppeln, Lieferketten zu unterbrechen, oder gar Taiwan von China abzutrennen &#8211; dann k\u00f6nnte das zu einem Konflikt zwischen den USA und China f\u00fchren.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Stichwort Taiwan: Peking droht der Insel mit Krieg, sollte die sich offiziell f\u00fcr unabh\u00e4ngig erkl\u00e4ren. Denn obwohl Taiwan seit Jahrzehnten demokratisch regiert wird, ist es in Augen der in Peking regierenden Kommunisten ihr eigener Landesteil.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Cyber-Angriffe und milit\u00e4rische Drohgeb\u00e4rden der Volksbefreiungsarmee nehmen zu, bedrohlich f\u00fcr Nachbarn wie Japan. Wang Yi deutete in M\u00fcnchen die Situation ganz anders. Sollte Japan Taiwan unterst\u00fctzen, so bedrohe das die chinesische Souver\u00e4nit\u00e4t und Existenz. Das sei f\u00fcr keinen Chinesen akzeptabel.<\/p>\n<p>    Geostrategischer Blick auf den Ukraine-Krieg<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Konferenzleiter Ischinger fragte Wang mehrmals nach einer chinesischen Friedensinitiative im Ukraine-Krieg. Als Antwort kam zwar, dass China Frieden wolle &#8211; aber keine konkreten Hilfsangebote.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Chinesische Beobachter wie TV-Moderator Xu Qinduo \u00fcberraschte das nicht. Schon aus strategischen Gr\u00fcnden: &#8222;Die Europ\u00e4er halten fest zu den Amerikanern. Wenn wir nun die Russen dr\u00e4ngen, sich aus der Ukraine zur\u00fcckzuziehen, dann w\u00fcrden wir sie br\u00fcskieren. Dann h\u00e4tten wir die Russen verloren. Und die Europ\u00e4er w\u00e4ren immer noch bei den Amerikanern. Die Amerikaner w\u00e4ren unsere Feinde. Und wir w\u00e4ren allein.&#8220;<\/p>\n<p>    &#8222;Dem wird auch Merz nicht entkommen&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Spitzt sich die Lage also zu? Bundeskanzler Merz sagt: &#8222;In absehbarer Zeit k\u00f6nnte Peking den Vereinigten Staaten milit\u00e4risch auf Augenh\u00f6he begegnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Unsicherheit der neuen Gro\u00dfmachtpolitik werde Merz begleiten, wenn er bald nach Peking f\u00e4hrt, sagt Analyst Bartsch: &#8222;Die Kanadier und Briten wollen sich von den Chinesen abgrenzen, aber gleichzeitig mit ihnen zusammenarbeiten. Dem wird auch Merz nicht entkommen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 15.02.2026 05:05 Uhr Der Machtpoker zwischen USA und China ist in M\u00fcnchen so pr\u00e4sent wie nie. 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