{"id":799353,"date":"2026-02-15T11:32:27","date_gmt":"2026-02-15T11:32:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/799353\/"},"modified":"2026-02-15T11:32:27","modified_gmt":"2026-02-15T11:32:27","slug":"villa-wigman-gold-und-silber-gefunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/799353\/","title":{"rendered":"Villa Wigman: Gold und Silber gefunden"},"content":{"rendered":"<p>In der Villa Wigman in der Dresdner Neustadt sind bei der Sanierung der ehemaligen Wohnr\u00e4ume von Mary Wigman besondere restauratorische Befunde sichtbar geworden. Im ersten Obergeschoss kamen Reste einer monochromen Raumgestaltung mit Gold- und Silberpigmenten zum Vorschein. Die Gestaltung dokumentiert den k\u00fcnstlerischen Anspruch der Pionierin des deutschen Ausdruckstanzes. Solche Befunde sind auch in Fachkreisen selten. Die Residenzr\u00e4ume gelten damit als eigenst\u00e4ndiges k\u00fcnstlerisches Werk.<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-02-13-Maler-erfurth.jpg\" alt=\"Malermeister Tilo Hasch von der Farbenwerkstatt Mei\u00dfen und Katja Erfurth, Vorstandsvorsitzende des Vereins Villa Wigman f\u00fcr Tanz. Die Sanierung der ehemaligen Wohnr\u00e4ume von Mary Wigman in der Villa Wigman in Dresden. Foto: Andr\u00e9 Wirsig\" width=\"2400\" height=\"1800\" class=\"size-full wp-image-235567\"  \/>Malermeister Tilo Hasch von der Farbenwerkstatt Mei\u00dfen und Katja Erfurth, Vorstandsvorsitzende des Vereins Villa Wigman f\u00fcr Tanz. Foto: Andr\u00e9 Wirsig\n<\/p>\n<p>Das Leitungsteam der Villa Wigman informierte gemeinsam mit Architektin Annett Ammon vom B\u00fcro RKA Architekten sowie Malermeister und Restaurator Tilo Hasch \u00fcber den Stand der Arbeiten. Grundlage sind Analysen der Restauratorin Sonja Kaeten. In Zusammenarbeit mit der Naturfarbenwerkstatt Anka B\u00f6thig aus Dresden w\u00e4hlte das Team abgestimmte Farbt\u00f6ne der Schweizer Manufaktur kt.COLOR aus. Die Farben bestehen aus nat\u00fcrlichen Pigmenten. Sie erm\u00f6glichen eine denkmalgerechte Rekonstruktion der historischen Gestaltung.\n<\/p>\n<p>\u201eWir sch\u00e4tzen uns gl\u00fccklich, gemeinsam mit Menschen unterschiedlichster Expertisen die vielf\u00e4ltigen Schichten dieses kulturhistorisch wertvollen Ortes freilegen und erneut erlebbar machen zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Katja Erfurth, Vorstandsvorsitzende des Vereins Villa Wigman f\u00fcr Tanz e.V. und Mitglied des Leitungsteams der villa\\wigman. \u201eDer Ort, den Mary Wigman vor einhundert Jahren pr\u00e4gte, er\u00f6ffnet uns heute Raum f\u00fcr eine lebendige Auseinandersetzung mit Tanzgeschichte und bildet den Humus f\u00fcr zeitgen\u00f6ssisches k\u00fcnstlerisches Schaffen.\u201c<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-02-13-Villa.jpg\" alt=\"Das silberne Zimmer diente einst Mary Wigman als Schlafzimmer und wird k\u00fcnftig als Raum f\u00fcr Residenzk\u00fcnstler dienen. Die Sanierung der ehemaligen Wohnr\u00e4ume von Mary Wigman in der Villa Wigman in Dresden. Foto: Andr\u00e9 Wirsig\" width=\"2400\" height=\"1800\" class=\"size-full wp-image-235565\"  \/>Das silberne Zimmer diente einst Mary Wigman als Schlafzimmer und wird k\u00fcnftig als Raum f\u00fcr Residenzk\u00fcnstler dienen. Foto: Andr\u00e9 Wirsig\n<\/p>\n<p>Beispiel f\u00fcr expressionistisches Bauen<\/p>\n<p>Annett Ammon verweist auf die architektonische Bedeutung des Geb\u00e4udes. Die Villa Wigman z\u00e4hlt zu den wenigen Beispielen expressionistischen Bauens in Sachsen. Die besondere Qualit\u00e4t zeigt sich in der plastischen Auspr\u00e4gung und in der Farbgestaltung. \u201eMonochrome R\u00e4ume, wie sie Mary Wigman gemeinsam mit ihrem Architekten Otto Geiler gestaltete, sind in dieser Konsequenz nahezu einzigartig\u201c, so Ammon. \u201eFarbe ist hier kein Anstrich, sondern Raum\u201c, erkl\u00e4rt Malermeister und Restaurator Tilo Hasch. \u201eSie ver\u00e4ndert sich mit Licht und Bewegung \u2013 sie wird nicht einfach gestrichen, sondern erlebt. Perfektion w\u00e4re an diesem Ort fehl am Platz; entscheidend ist das Vertrauen in das Material und seine Wirkung.\u201c<\/p>\n<p>K\u00fcnftig sollen die sanierten Residenzr\u00e4ume K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern des zeitgen\u00f6ssischen Tanzes sowie weiterer darstellender K\u00fcnste als Arbeits- und Aufenthaltsort dienen. Die historische Substanz wird mit aktueller k\u00fcnstlerischer Praxis verbunden.\n<\/p>\n<p>Rund 37.000 Euro investiert der Tr\u00e4gerverein derzeit in die Rekonstruktion der Farbgestaltung. F\u00fcr eine Beleuchtung nach historischem Vorbild werden weitere Mittel ben\u00f6tigt. Der Verein verweist auf die M\u00f6glichkeit von Spenden.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2026-02-13-Pink.jpg\" alt=\"Das rosa Zimmer liegt zwischen den R\u00e4umen aus Silber und Gold. Die Sanierung der ehemaligen Wohnr\u00e4ume von Mary Wigman in der Villa Wigman in Dresden. Foto: Andr\u00e9 Wirsig\" width=\"2400\" height=\"1350\" class=\"size-full wp-image-235566\"  \/>Das rosa Zimmer liegt zwischen den R\u00e4umen aus Silber und Gold. Foto: Andr\u00e9 Wirsig\n<\/p>\n<p>Die Sanierung der Residenz- und Arbeitsr\u00e4ume erfolgt im Rahmen von Tanzpakt Stadt-Land-Bund. Mittel kommen vom Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien, von der Hermann Reemtsma Stiftung, der W\u00fcstenrot Stiftung sowie vom S\u00e4chsischen Staatsministerium f\u00fcr Wissenschaft, Kultur und Tourismus und der Landeshauptstadt Dresden.\n<\/p>\n<p>Zur Geschichte<\/p>\n<p>Die Villa Wigman, derzeitige Eigenschreibweise villa\\wigman, befindet sich in der Bautzner Stra\u00dfe 107 in der Radeberger Vorstadt. Das Geb\u00e4ude steht unter Denkmalschutz. Es besteht aus einer stra\u00dfenseitigen Villa von 1856 und zwei Saalanbauten. \u00dcberregionale Bekanntheit erlangte das Haus durch Mary Wigman. Die T\u00e4nzerin, Tanzp\u00e4dagogin und Choreografin lebte von 1920 bis 1942 dort und richtete eine Schule f\u00fcr Tanz ein. Von 1933 bis 1934 \u00fcbernahm sie die Ortsgruppenleitung der \u201eFachschaft Gymnastik und Tanz\u201c im Nationalsozialistischen Lehrerbund und choreografierte einen Tanz anl\u00e4sslich der Olympischen Sommerspiele 1936, sp\u00e4ter wurde ihr \u201eJudenfreundlichkeit\u201c vorgeworfen und ihr Tanzstil als \u201eentartet\u201c bezeichnet, 1941 erhielt sie Auftrittsverbot. Die Schule zog zahlreiche Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler an. Zu den bekanntesten z\u00e4hlten Gret Palucca und Hanya Holm. Bis 1942 lebte und arbeitete Wigman in der Villa. <\/p>\n<p>Dann musste sie die Schule an die Stadt Dresden verkaufen. Die Villa wurde Teil des st\u00e4dtischen Konservatoriums. Nach 1945 nutzte die Choreografin Dore Hoyer das besch\u00e4digte Geb\u00e4ude zeitweise f\u00fcr ihr Tanzstudio. Sp\u00e4ter zog das Ballett der S\u00e4chsischen Staatsoper ein. Ab 1988 diente das Haus als Spielst\u00e4tte \u201eKleine Szene\u201c. 2017 gab die Staatsoper den Standort auf.\n<\/p>\n<p>2018 beschloss der Stadtrat den Kauf der Immobilie vom Freistaat Sachsen. 2019 erhielt der Verein Villa Wigman f\u00fcr Tanz e. V. den Erbbaurechtsvertrag. Seitdem betreibt der Verein das Geb\u00e4ude als Produktionsort f\u00fcr die freien darstellenden K\u00fcnste. Die Villa dient heute als Proben- und Produktionszentrum f\u00fcr die freie Tanzszene und weitere Kunstschaffende.\n<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2024-02-03-Wigman.jpg\" alt=\"Villa Wigman auf der Bautzner Stra\u00dfe Foto: Archiv Anton Launer\" width=\"2000\" height=\"1124\" class=\"size-full wp-image-204325\"  \/>Villa Wigman auf der Bautzner Stra\u00dfe Foto: Archiv Anton Launer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der Villa Wigman in der Dresdner Neustadt sind bei der Sanierung der ehemaligen Wohnr\u00e4ume von Mary Wigman&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":799354,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1835],"tags":[44737,3364,29,2386,30,4229,859,180003],"class_list":{"0":"post-799353","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dresden","8":"tag-bautzner-strasse","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-dresden","12":"tag-germany","13":"tag-neustadt","14":"tag-sachsen","15":"tag-villa-wigman"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116074430340653747","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/799353","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=799353"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/799353\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/799354"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=799353"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=799353"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=799353"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}