{"id":79992,"date":"2025-05-03T02:04:10","date_gmt":"2025-05-03T02:04:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/79992\/"},"modified":"2025-05-03T02:04:10","modified_gmt":"2025-05-03T02:04:10","slug":"was-ich-in-einem-dorf-in-brandenburg-ueber-den-aufstieg-der-afd-gelernt-habe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/79992\/","title":{"rendered":"Was ich in einem Dorf in Brandenburg \u00fcber den Aufstieg der AfD gelernt habe"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_6750-bdf93c4956dd2f7d.jpeg\"  width=\"4032\" height=\"2266\"  alt=\"\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\">Szene im brandenburgischen Marquardt am Sonntagabend. Bild: Harald Neuber<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">AfD in Brandenburg. Ihr Einfluss w\u00e4chst und w\u00e4chst. Was bedeutet das f\u00fcr die Zukunft der Demokratie? Aktualisierte Beobachtungen vor Ort. (Update)<\/p>\n<blockquote class=\"rte__textbox-blockquote\">\n<p>Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stock von einem Hochhaus f\u00e4llt. Und w\u00e4hrend er f\u00e4llt, wiederholt er, um sich zu beruhigen, immer wieder: &#8222;Bis hierher lief\u2019s noch ganz gut, bis hierher lief\u2019s noch ganz gut, bis hierher lief\u2019s noch ganz gut \u2026&#8220;. Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern der Aufprall.<\/p>\n<p>Aus dem franz\u00f6sischen Film La Haine (dt.: &#8222;Hass&#8220;), 1995<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Offiziell-rechtsextrem-Verfassungsschutz-verschaerft-Einstufung-der-AfD-10369945.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Einstufung der AfD als \u201egesichert rechtsextremistisch\u201c durch den &#8222;Verfassungsschutz<\/a>\u201c am heutigen 2. Mai 2025 wird die Partei kaum nerv\u00f6s machen \u2013 der Schritt zeigt eher die Nervosit\u00e4t des Staates. Die attestierten Rechtsextremisten zeigen sich indes zunehmend selbstbewusst, wie die Feierlichkeiten am Abend der letzten Landtagswahl im brandenburgischen Dorf Marquardt zeigten.<\/p>\n<p>Die AfD konnte bei der Landtagswahl in Brandenburg im September vergangenen Jahres mit 29,23 Prozent knapp hinter der SPD das zweitbeste Ergebnis erzielen. Obwohl die SPD noch einen Sieg verbuchen konnte, mehren sich die Anzeichen, dass die etablierten Parteien in Brandenburg und dar\u00fcber hinaus in einem freien Fall begriffen sind \u2013 analog zur Situation auf der bundespolitischen Ebene.<\/p>\n<p>Der Vormarsch der AfD l\u00e4sst sich auch auf lokaler Ebene gut beobachten. In Brandenburg konnten die Blauen zunehmend Fu\u00df fassen und die Gesellschaft spalten. W\u00e4hrend einige B\u00fcrger den Rechtsruck hinnehmen oder sogar unterst\u00fctzen, formiert sich andererseits Widerstand in der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Doch die AfD zeigt sich unbeeindruckt von Kritik und Gegendemonstrationen. Sie strotzt vor Selbstbewusstsein und scheint sich auf eine \u00dcbernahme der politischen Macht einzustellen. Und die etablierten Parteien? Sie befinden sich im R\u00fcckzugsgefecht.<\/p>\n<p>Wer die Dimension und die Perspektive des AfD-Aufstiegs begreifen will, sollte den Abend des Abstimmungstags im 1.200-Einwohner-Dorf Marquardt im Norden von Potsdam erlebt haben. Dort hatte der Landesverband Brandenburg der AfD am 22. September 2024 zur Feier eingeladen. F\u00fcr den Beobachter stellten sich in deren Verlauf drei Erkenntnisse ein:<\/p>\n<ol class=\"rte__list rte__list--ordered\">\n<li>Die AfD ist l\u00e4ngst nicht mehr in dem Ma\u00dfe isoliert, wie dies in Medien und von politischen Parteien suggeriert wird.<\/li>\n<li>Die AfD ist in allen ihren Gliederungen zunehmend selbstbewusst.<\/li>\n<li>Die AfD stellt sich auf eine \u00dcbernahme der politischen Macht ein.<\/li>\n<\/ol>\n<p>      <a class=\"grossbild cbox_gallery akwa-inline-img__link\" data-grossbildsrc=\"https:\/\/www.telepolis.de\/imgs\/18\/4\/6\/7\/4\/5\/4\/8\/Antifa_kommt_an-02cf07710e15a179.jpeg\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/6\/7\/4\/5\/4\/8\/Antifa_kommt_an-02cf07710e15a179.jpeg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1125\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1500 \/ 1125; object-fit: cover;\" width=\"1500\"\/><\/p>\n<p><\/a>      <\/p>\n<p>Antifa trifft auf Anwohner.<\/p>\n<p>Daran k\u00f6nnen auch die einigen Hundert Gegendemonstranten gegen\u00fcber dem &#8222;Alten Krug&#8220; wenig \u00e4ndern. Die AfD hatte die Traditionsgastst\u00e4tte f\u00fcr den Wahlabend gemietet. \u00dcber einhundert Einwohner und einige Hundert Vertreter der Antifa, viele aus Berlin angereist, stehen nun auf der anderen Seite eines Doppelstabmattenzauns der Freiwilligen Feuerwehr und skandierten Losungen gegen die Rechtspartei.<\/p>\n<p>Die AfD aber ficht so etwas schon lange nicht mehr an. Auf ihrer Seite des Zaunes n\u00e4hern sich immer wieder Partyg\u00e4ste den Demonstranten, das Sektglas in der Hand. Je weiter der Abend fortschreitet, desto aggressiver wird die Stimmung.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Immer wieder dringen rechte Blogger aus dem Umfeld der AfD in die Reihen der Gegendemonstranten vor, filmen und werden dann zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. &#8222;Die Ampel muss weg&#8220;, dr\u00f6hnt es indes mit Hip-Hop-Beats von der gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseite.<\/p>\n<p>Vertreter der Parteijugend werden im abgeschirmten Au\u00dfenbereich des &#8222;Alten Krugs&#8220; wenig sp\u00e4ter ein Lied anstimmen: &#8222;Hey, das geht ab, wir schieben sie alle ab, sie alle ab.&#8220; Dazu halten sie auf einer Tafel den Slogan &#8222;Millionenfach abschieben&#8220; hoch.<\/p>\n<p>      <a class=\"grossbild cbox_gallery akwa-inline-img__link\" data-grossbildsrc=\"https:\/\/www.telepolis.de\/imgs\/18\/4\/6\/7\/4\/5\/4\/8\/Presseraum-186683ea417da94f.jpeg\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/6\/7\/4\/5\/4\/8\/Presseraum-186683ea417da94f.jpeg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1125\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1500 \/ 1125; object-fit: cover;\" width=\"1500\"\/><\/p>\n<p><\/a>      <\/p>\n<p>Voller Presseraum mit Alice Weidel, Bj\u00f6rn H\u00f6cke und Spitzenkandidat Hans-Christoph Berndt.<\/p>\n<p>Die Szene wird einer der Aufreger des Abends und von vielen Korrespondenten mit emp\u00f6rtem Unterton geschildert werden. Es braucht nicht viel analytisches Verst\u00e4ndnis, um zu erkennen: Mit solchen gezielten Provokationen inszeniert sich die AfD. Und etablierte Medien machen das Spiel mit. Sie verbreiten die Botschaft im Glauben, weitere W\u00e4hler von der AfD abzuschrecken.<\/p>\n<p>Offensichtlich ist das Gegenteil der Fall.<\/p>\n<p>&#8222;Super-Ergebnis&#8220; Nur f\u00fcr wen? Und wie lange?<\/p>\n<p>Nach dem letzten vorl\u00e4ufigen amtlichen Endergebnis hat die SPD in Brandenburg 30,89 Prozent der Stimmen erreicht. Die AfD landete knapp dahinter mit 29,23 Prozent. &#8222;Ist doch super, dass wir gewonnen haben&#8220;, kommentierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der zur letzten Bundestagswahl selbst in Potsdam angetreten war.<\/p>\n<p>Er wohnt seither in einer Gated Community in der Landeshauptstadt und h\u00e4lt sich auch sonst von der Bev\u00f6lkerung fern. Seinem Genossen und amtierenden Ministerpr\u00e4sidenten Dietmar Woidke d\u00fcrfte das Recht gewesen sein: Er hatte alles in die Waagschale geworfen, um einen lange bef\u00fcrchteten Erdrutschsieg der AfD zu verhindern. Scholz h\u00e4tte da kaum geholfen; er hatte zuletzt einen Zuspruch auf Bundesebene von nur noch 18 Prozent.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Zuletzt kam von Woidke die drohende Ank\u00fcndigung, vom Ministerpr\u00e4sidentenposten zur\u00fcckzutreten, sollte die AfD mehr Stimmen erhalten als seine Partei.<\/p>\n<p>Glauben die Sozialdemokraten wirklich an einen nachhaltigen Sieg?<\/p>\n<p>Man fragt sich am Tag nach dieser Landtagswahl, ob die Sozialdemokraten in Potsdam und Berlin wirklich daran glauben, mit diesem Ergebnis einen nachhaltigen Sieg davongetragen zu haben. Fakt ist: Die SPD liegt mit 1,66 Prozentpunkten vor den Blauen. Das ist aber auch schon alles. Denn zum Ergebnis z\u00e4hlt auch:<\/p>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li>Die AfD hat 9,37 Prozent mehr W\u00e4hler gewonnen, die SPD liegt mit 7,75 Prozent Stimmzuwachs dahinter.<\/li>\n<li>Dietmar Woidke hat sein Direktmandat gegen den AfD-Kontrahenten verloren, wenn auch nur mit weniger als einem Dutzend Stimmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>      <a class=\"grossbild cbox_gallery akwa-inline-img__link\" data-grossbildsrc=\"https:\/\/www.telepolis.de\/imgs\/18\/4\/6\/7\/4\/5\/4\/8\/Ergebnisse-ae55b7e94623d342.jpeg\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/6\/7\/4\/5\/4\/8\/Ergebnisse-ae55b7e94623d342.jpeg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"3024\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 4032 \/ 3024; object-fit: cover;\" width=\"4032\"\/><\/p>\n<p><\/a>      <\/p>\n<p>AfD-Anh\u00e4nger und Journalisten bei Bekanntgabe der Ergebnisse.<\/p>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li>Die SPD hat massiv Stimmen von den Linken und auch von den Gr\u00fcnen abgeworben und damit dazu beigetragen, dass diese beiden Parteien nicht mehr im Landtag vertreten sind.<\/li>\n<li>Die SPD verdankt ihren Sieg zu einem betr\u00e4chtlichen Teil W\u00e4hlern im Seniorenalter, w\u00e4hrend die Jugend in Scharen zur AfD tendiert.<\/li>\n<li>Die AfD wird im kommenden brandenburgischen Landtag eine Sperrminorit\u00e4t haben. Das bedeutet, sie kann Beschl\u00fcsse mit einer notwendigen Zweidrittelmehrheit blockieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber nat\u00fcrlich: Was bleibt Dietmar Woidke am Wahlabend und am Tag danach anderes \u00fcbrig, als das Ergebnis sch\u00f6nzureden? Dabei weist vieles darauf hin, dass sich die etablierten Parteien nicht nur in Brandenburg im freien Fall befinden. Und es gibt wenige Konzepte, die diesen Fall bremsen oder den Aufschlag auch nur abfedern k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Der Vormarsch der AfD aus lokaler Perspektive<\/p>\n<p>Was das bedeutet, l\u00e4sst sich in Marquardt und in Potsdamer Norden beobachten. Bei den Erststimmen hat die SPD im Wahlkreis Potsdam III, in dem die AfD ihre Wahlparty veranstaltete, \u00fcberdurchschnittlich gewonnen. 39,8 Prozent bekam der SPD-Kandidat Uwe Adler; die AfD lag mit 20,5 Prozent deutlich dahinter. \u00c4hnlich sieht es bei den Zweitstimmen aus: 34,4 zu 19 Prozent.<\/p>\n<p>Dennoch droht auch in Marquardt die Stimmung zu kippen. Das Dorf bietet ein interessantes Soziotop: Hier finden sich Alteingesessen und Zugezogene, Westdeutsche und Ostdeutsche, es gibt eine erkennbar gehobene Mittelschicht, aber auch Arbeiterfamilien in Wohnblocks.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Die Konflikte um den politischen Umbruch treten auch hier immer deutlicher zutage. Der P\u00e4chter der seit 1927 bestehenden Gastst\u00e4tte, Michael Schulze, begr\u00fcndete die Vermietung an die AfD mit wirtschaftlichen Erw\u00e4gungen. Er verdiene, sagte er, eben einen f\u00fcnfstelligen Betrag mit der Veranstaltung.<\/p>\n<p>Unter Anwohnern machen sich Zweifel breit: Schulze lasse, so hei\u00dft es im Dorf, in Social-Media-Postings wenig Zweifel an seiner politischen Einstellung, und die sei pro-AfD. Das war auch einem Korrespondenten der M\u00e4rkischen Allgemeinen Zeitung aufgefallen, der die Fu\u00dfmatte am Eingang zum &#8222;Alten Krug&#8220; mit dem Motiv einer Sonnenblume beschrieb, die an das Parteiemblemen der Gr\u00fcnen erinnert. Da drunter der Schriftzug: &#8222;Wir m\u00fcssen leider drau\u00dfen bleiben.&#8220;<\/p>\n<p>Anwohner gegen Rechtsruck<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite stehen Anwohner, die den Rechtsruck nicht unwidersprochen hinnehmen wollen. Auch sie demonstrierten am Wahlabend gegen die Veranstaltung in ihrem Dorf, darunter Kinder mit selbst gemalten Plakaten: &#8222;Platz f\u00fcr alle&#8220;, war dort zu lesen, &#8222;Gleiche Menschenrechte f\u00fcr alle&#8220;, &#8222;Friede&#8220; oder &#8222;Freiheit&#8220;. Ein Pfarrer aus der Region redet.<\/p>\n<p>Als die Antifa mit einem gesonderten Demonstrationszug eintraf, sangen die Menschen Lieder, die man sonst aus evangelischen Gottesdiensten kennt. Ein offenbar eilends kopiertes Textblatt enth\u00e4lt Titel wie das Bonhoeffersche &#8222;Von guten M\u00e4chten treu und still umgeben.&#8220;<\/p>\n<p>Um 18 Uhr l\u00e4uten die Kirchenglocken<\/p>\n<p>Die Dorfkirche lud um 18 Uhr zum Friedensgebet und als im Fernsehen die Ergebnisse verk\u00fcndet wurden, l\u00e4uteten die Glocken.<\/p>\n<p>Es waren kurzfristig angesetzte Aktionen, mit denen zumindest die Fronten im Dorf gekl\u00e4rt wurden.<\/p>\n<p>Die Menschen vor Ort reagieren auf die Frontstellung, Polarisierung, H\u00e4me und Hass mit zunehmender Hilfslosigkeit. Es bilden sich aber auch Strukturen, um mit den Zerw\u00fcrfnissen zurechtzukommen, deren Gr\u00fcnde andere zu verantworten haben.<\/p>\n<p>AfD strotzt vor Selbstvertrauen<\/p>\n<p>Am Eingang zur Dorfgastst\u00e4tte war davon wenig zu sp\u00fcren. Hier regelten Jung-AfDler den Einlass und verteilten Armb\u00e4ndchen: Blau f\u00fcr AfD, gelb f\u00fcr geladene G\u00e4ste, rot f\u00fcr Pressevertreter. Wer sich mit einem roten Armband der Antifa-Demo von der AfD-Stra\u00dfenseite aus n\u00e4hte, muss ein dickes Fell haben: &#8222;Verpiss dich, du Nazi&#8220;, schallte einem entgegen, und: &#8222;Ja, ja, nimm nur deine Kamera runter, dann hast du deinen Arm wieder f\u00fcr den Hitlergru\u00df frei.&#8220;<\/p>\n<p>      <a class=\"grossbild cbox_gallery akwa-inline-img__link\" data-grossbildsrc=\"https:\/\/www.telepolis.de\/imgs\/18\/4\/6\/7\/4\/5\/4\/8\/Sebastian_Weber-13ab9245cf13f98f.jpeg\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/6\/7\/4\/5\/4\/8\/Sebastian_Weber-13ab9245cf13f98f.jpeg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1125\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1500 \/ 1125; object-fit: cover;\" width=\"1500\"\/><\/p>\n<p><\/a>      <\/p>\n<p>Sebastian Weber (4.v.l.).<\/p>\n<p>Der Blick in die Presseliste zeigte auch, dass der politische Umbruch l\u00e4ngst internationale Aufmerksamkeit erregt hat: Niederl\u00e4ndische Journalisten waren vor Ort, ebenso wie die Neue Z\u00fcrcher Zeitung und andere internationale Medien. Dazwischen etablierte rechtsgerichtete Videoblogger wie Sebastian Weber und Vertreter sogenannter Neuer Medien, die sich unter der AfD-Klientel wie Fische im Wasser bewegten.<\/p>\n<p>AfD findet Gefallen an Kritik<\/p>\n<p>Und das ist, wie anfangs erw\u00e4hnt, eine der Erkenntnisse dieses Wahlabends im kleinen Dorf Marquardt im Norden von Potsdam: Isoliert ist die AfD schon lange nicht mehr, noch weniger ist sie in der Defensive.<\/p>\n<p>Sie findet geradezu Gefallen an der Kritik. Sei es von dem Demonstranten auf der gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseite, sei es von der Spiegel-TV-Vertreterin, die sich lautstark dar\u00fcber beschwerte, trotz des Namens ihres Mediums aus Platzgr\u00fcnden nicht mehr in den Saal der Pressekonferenz hineingelassen zu werden.<\/p>\n<p>Dieses Mal ist es Woidke noch gelungen<\/p>\n<p>Dieses Mal also ist es einem deutlich m\u00fcde wirkenden Dietmar Woidke noch gelungen, einen Wahlsieg der AfD abzuwehren, der vor allem auf Bundesebene symbolisches Gewicht gehabt h\u00e4tte. Bei der kommenden Wahl, so steht zu bef\u00fcrchten, kann das anders ausgehen.<\/p>\n<p>      <a class=\"grossbild cbox_gallery akwa-inline-img__link\" data-grossbildsrc=\"https:\/\/www.telepolis.de\/imgs\/18\/4\/6\/7\/4\/5\/4\/8\/AfDler_2-be86f389548e7037.jpeg\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/6\/7\/4\/5\/4\/8\/AfDler_2-be86f389548e7037.jpeg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1125\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1500 \/ 1125; object-fit: cover;\" width=\"1500\"\/><\/p>\n<p><\/a>      <\/p>\n<p>AfD-Vertreter am Zaun vor Demonstranten.<\/p>\n<p>Ob das alles so &#8222;super&#8220; ist, wie Bundeskanzler Scholz aus pers\u00f6nlicher, politischer und geografischer Distanz kommentierte \u2013 nach dem gestrigen Wahlabend muss man daran zweifeln. Die etablierten Parteien scheinen sich in einem R\u00fcckzugsgefecht zu befinden, teilweise im freien Fall.<\/p>\n<p>Und ja, vieles davon sind Beobachtungen und Prognosen. Die gro\u00dfen Tendenzen aber \u2013 W\u00e4hleralter etwa, W\u00e4hlerwanderung und nat\u00fcrlich der Zuspruch \u2013 stehen gegen die etablierten Parteien. Zumal vor allem SPD, Gr\u00fcne und FDP von der Entwicklung \u00fcberfordert zu sein scheinen. Ihr Absturz setzt sich fort.<\/p>\n<p>Und eines ist sicher: Wenn der Aufprall kommt, wird Olaf Scholz l\u00e4ngst nicht mehr Bundeskanzler sein.<\/p>\n<p>Dieser Artikel wurde erstmals am 23. September 2024 ver\u00f6ffentlicht und aktualisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Szene im brandenburgischen Marquardt am Sonntagabend. Bild: Harald Neuber AfD in Brandenburg. Ihr Einfluss w\u00e4chst und w\u00e4chst. 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