{"id":80020,"date":"2025-05-03T02:19:10","date_gmt":"2025-05-03T02:19:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/80020\/"},"modified":"2025-05-03T02:19:10","modified_gmt":"2025-05-03T02:19:10","slug":"wird-wohl-oberflaeche-erreichen-sowjetische-venussonde-vor-absturz-auf-die-erde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/80020\/","title":{"rendered":"Wird wohl Oberfl\u00e4che erreichen: Sowjetische Venussonde vor Absturz auf die Erde"},"content":{"rendered":"<p>In wenigen Tagen d\u00fcrfte eine gescheiterte Venussonde der Sowjetunion unkontrolliert auf die Erde st\u00fcrzen und weil sie die extreme Atmosph\u00e4re des zweiten Planeten \u00fcberstehen sollte, ist es wahrscheinlich, dass sie den Erdboden erreicht. Darauf hat vor wenigen Tagen der niederl\u00e4ndische Satellitenexperte Marco Langbroek aufmerksam gemacht, inzwischen wird diese Prognose von weiteren Experten geteilt. Erwartet wird gegenw\u00e4rtig, dass das Objekt am 10. Mai abst\u00fcrzt, <a href=\"https:\/\/aerospace.org\/reentries\/6073\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">noch betr\u00e4gt die Ungenauigkeit aber 57 Stunden<\/a> \u2013 in beiden Zeitrichtungen. Treffen kann es deshalb noch jeden Ort zwischen den 52. Breitengraden und damit in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz prinzipiell alle Orte s\u00fcdlicher als Berlin. Das Risiko ist aber minimal.<\/p>\n<p>Objekt d\u00fcrfte Sturz durch die Atmosph\u00e4re \u00fcberstehen<\/p>\n<p>Bei dem abst\u00fcrzenden Objekt handelt es sich um eine gescheiterte Weltraumsonde des Venera-Programms der Sowjetunion zur <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Planetenforscher-Geheimnisvolle-Venus-zurueck-im-Fokus-4912712.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erforschung der Venus.<\/a> Gestartet wurde Kosmos 482 am 31. M\u00e4rz 1972, vier Tage nach der Schwestersonde Venera 8. W\u00e4hrend die aber die Venus erreichte, dort landete und Daten zur Erde schickte, verlie\u00df Kosmos 482 wegen eines Problems der Tr\u00e4gerrakete nie die Erdumlaufbahn. Dort kreist seitdem die Nutzlast, nachdem sie von der Rakete abgetrennt wurde. Der Satellitenexperte Jonathan McDowell hatte <a href=\"https:\/\/planet4589.org\/space\/jsr\/back\/news.762.txt\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">im M\u00e4rz 2019 prognostiziert<\/a>, dass ein Absturz in den fr\u00fchen 2020er-Jahren erfolgen k\u00f6nnte und nun ist es offenbar soweit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/planet4589.org\/space\/debris\/notes\/k482\/k482.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">McDowell schreibt noch<\/a>, dass er &#8222;moderat \u00fcberzeugt, aber nicht 100-prozentig sicher&#8220; ist, dass es sich bei dem Objekt um jene Kapsel handelt, die auf der Venus aufsetzen sollte. Nicht auszuschlie\u00dfen ist demnach, dass es sich doch um die damals eingesetzte Rakete handelt. <a href=\"https:\/\/sattrackcam.blogspot.com\/2025\/04\/kosmos-842-descent-craft-reentry.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Langbroek gibt sich dagegen \u00fcberzeugt<\/a>, dass es sich um die Venus-Kapsel handelt. Mit einem Hitzeschild aus Titan sei die so gebaut worden, dass sie den Flug durch die enorm dichte Atmosph\u00e4re dort \u00fcbersteht. Damit d\u00fcrfte sie auch den Absturz durch die Erdatmosph\u00e4re \u00fcberstehen und die Oberfl\u00e4che erreichen. An Bord gebe es aber kein radioaktives Material, Gefahr besteht also nur f\u00fcr das direkt getroffene Gebiet \u2013 das aber wahrscheinlich im Ozean liegt.<\/p>\n<p>Weil niemand die Kontrolle \u00fcber die Sonde hat, erfolgt der Absturz unkontrolliert, herunterkommen kann sie also prinzipiell fast \u00fcberall auf der Erde. Weil die aber zum Gro\u00dfteil von Meer bedeckt ist, ist ein Sturz ins Wasser am wahrscheinlichsten. Solche unkontrollierten Abst\u00fcrze kommen immer wieder vor, erst vor einem Jahr ist eine ausrangierte gr\u00f6\u00dfere Batteriepalette der Internationalen Raumstation ISS auf die Erde gest\u00fcrzt, ein Fragment hat ein Haus im US-Bundesstaat Florida besch\u00e4digt. Vorab hatte unter anderem das Bundesamt f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gewarnt, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Weltraumschrott-der-ISS-verglueht-Absturz-ueber-Deutschland-nicht-auszuschliessen-9648891.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dass ein Sturz auf Deutschland nicht auszuschlie\u00dfen ist<\/a>. Zu Kosmos 482 hat sich das Amt bislang nicht ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>    Update<\/p>\n<p>    02.05.2025,<\/p>\n<p>  09:59<\/p>\n<p>      Uhr<\/p>\n<p>Material des Hitzeschilds korrigiert.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mho@heise.de\" title=\"Martin Holland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mho<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In wenigen Tagen d\u00fcrfte eine gescheiterte Venussonde der Sowjetunion unkontrolliert auf die Erde st\u00fcrzen und weil sie die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":80021,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[29,30,34026,426,190,189,4958,194,191,1172,34027,591,193,192],"class_list":{"0":"post-80020","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-kosmos-482","11":"tag-raumfahrt","12":"tag-science","13":"tag-science-technology","14":"tag-sowjetunion","15":"tag-technik","16":"tag-technology","17":"tag-weltraum","18":"tag-weltraummuell","19":"tag-wissen","20":"tag-wissenschaft","21":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114441510161410323","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80020","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=80020"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80020\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/80021"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80020"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=80020"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=80020"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}