{"id":801232,"date":"2026-02-16T05:36:20","date_gmt":"2026-02-16T05:36:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/801232\/"},"modified":"2026-02-16T05:36:20","modified_gmt":"2026-02-16T05:36:20","slug":"gewaesser-im-ziplock-lena-brasch-inszeniert-in-hannover","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/801232\/","title":{"rendered":"&#8222;Gew\u00e4sser im Ziplock&#8220;: Lena Brasch inszeniert in Hannover"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/lenabrasch-100.webp.webp\" alt=\"Autorin und Theaterregisseurin Lena Brasch im Portrait\" title=\"Autorin und Theaterregisseurin Lena Brasch im Portrait | Tassilo R\u00fcster\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Lena Brasch inszeniert &#8222;Gew\u00e4sser im Ziplock&#8220; in Hannover (54 Min)<\/p>\n<p>\n                Stand: 16.02.2026 06:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Nach eindr\u00fccklichen Inszenierungen vor allem in Berlin bringt Lena Brasch nun &#8222;Gew\u00e4sser im Ziplock&#8220; am Schauspiel Hannover auf die B\u00fchne. In NDR Kultur \u00e1 la carte spricht sie \u00fcber das St\u00fcck und ihre eigene j\u00fcdische Herkunft.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/katja-weise,weise130.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Katja Weise<\/a><\/p>\n<p class=\"\">Lena Brasch stammt aus Ost-Berlin, hat dort mit furiosen Theaterabenden bereits f\u00fcr viel Freude und Aufsehen gesorgt. &#8222;It\u2019s Britney, Bitch&#8220; am Berliner Ensemble ist inzwischen ein Kult-Long-Seller. Ebenso &#8222;Brasch &#8211; Das Alte geht nicht und das Neue auch nicht&#8220; am Maxim Gorki Theater. An vielen Theatern in Berlin ist Lena Brasch zuhause. Jetzt inszeniert die Regisseurin zum zweiten Mal in <a href=\"https:\/\/staatstheater-hannover.de\/de_DE\/home\" title=\"Staatstheater Hannover\" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hannover<\/a>. Nach dem <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/buehne\/theaterberichte\/niedersachsen\/katja-riemann-gruebelt-bei-Sibylle-bergs-endzeit-monolog,einweniglicht-100.html\" title=\"Katja Riemann pr\u00e4sentiert Sibylle Bergs Endzeit-Monolog in Hannover\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sibylle Berg-Monolog &#8222;Ein wenig Licht und diese Ruhe&#8220;<\/a> mit Katja Riemann, steht jetzt &#8222;Gew\u00e4sser im Ziplock&#8220; nach dem Roman von Dana Vowinckel auf dem Spielplan.<\/p>\n<p class=\"\">Der Roman wurde vom Feuilleton hochgelobt, mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Mara-Cassens-Preis 2023, au\u00dferdem nominiert f\u00fcr den Preis der Leipziger Buchmesse 2024. &#8222;Gew\u00e4sser im Ziplock&#8220; ist eine Familiengeschichte zwischen j\u00fcdischer Tradition und deutschem &#8222;Ged\u00e4chtnistheater&#8220;, spielt in den USA, Israel und Hannover. Bevor das Theaterst\u00fcck am 20. Februar in Hannover Premiere feiert, ist Lena Brasch zu Gast in NDR Kultur \u00e0 la carte und spricht mit Katja Weise \u00fcber deutsch-j\u00fcdische Identit\u00e4ten, Nachkriegsgeschichte und ihre Regiearbeiten.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>Frau Brasch, am 20. Februar hat ihre Inszenierung von &#8222;Gew\u00e4sser im Ziplock&#8220; hier in Hannover am Ballhof 1 Premiere. Im Mittelpunkt dieser Coming-of-Age-Geschichte steht die 15-j\u00e4hrige Margarita, die bei ihrem Vater, einem j\u00fcdischen Kantor, in Berlin lebt. Nun reist sie erstmals nach Israel, um dort ihre amerikanische Mutter zu treffen, die sie viele Jahre nicht gesehen hat. Das ist auch eine Auseinandersetzung mit ihrer j\u00fcdischen Identit\u00e4t. Was hat Sie an dieser Geschichte vor allem interessiert?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Lena Brasch:<\/strong> Erst einmal ist das ein wahnsinnig toller Roman, den Dana Vowinkel da geschrieben hat. Es ist, wie Sie schon gesagt haben, eine Coming-of-Age-Geschichte, die mich sowieso immer interessieren. Das Leben von jungen Menschen zwischen den Welten. Ich finde es spannend, sich zwischen den Welten, zwischen den Identit\u00e4ten zurechtfinden zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"\">Es ist nat\u00fcrlich ein Buch \u00fcber Herkunft oder dar\u00fcber wo will ich hin, wer bin ich, was bin ich? Ich glaube, das sind Fragen, die viele junge Leute umtreiben. Die Inszenierung ist auch f\u00fcr junge Leute gedacht, f\u00fcr Menschen ab 14, steht im Programm.<\/p>\n<p class=\"\">Als Kathrin Rose, die Leiterin des Jungen Schauspiels und auch meine Dramaturgin, mich gefragt hat, ob ich das machen w\u00fcrde und ob ich mir vorstellen k\u00f6nnte, f\u00fcr junge Leute zu inszenieren, habe ich gedacht: Ja, das mache ich sowieso. F\u00fcr mich macht das nicht so einen gro\u00dfen Unterschied, was die Zielgruppe angeht. Ich versuche, Theater f\u00fcr alle zu machen und ich finde auch, dass dieses Buch ein Buch f\u00fcr alle ist. Diese 15-j\u00e4hrige Margarita ist mit ihrer j\u00fcdischen Herkunft, mit der j\u00fcdischen Kultur und mit dem Glauben aufgewachsen. Aber sie wei\u00df gar nicht so richtig, wie sehr j\u00fcdisch bin ich \u00fcberhaupt, ab wann bin ich richtig j\u00fcdisch?<\/p>\n<p class=\"\">Bin ich Amerikanerin, bin ich Deutsche, bin ich Israelin? Der Vater ist Israeli, der ist Rabbiner in der Synagoge in Berlin und die Mutter Amerikanerin. Dann nach Israel zu kommen und dort diese Mutter zu treffen, die sie schon als kleines Kind verlassen hat, das wirft so viele Fragen auf. Diese Fragen, was bin ich \u00fcberhaupt, finde ich grunds\u00e4tzlich interessant. Ich glaube, daf\u00fcr muss man nicht unbedingt j\u00fcdisch sein, um sich mit diesem Buch identifizieren zu k\u00f6nnen. Das ist eine tolle Grundlage f\u00fcr so einen Abend.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>Sie stammen aus einer j\u00fcdischen Familie. Hat das Buch deshalb bei Ihnen eine ganz besondere Auseinandersetzung ausgel\u00f6st?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Brasch:<\/strong> Ja, auf eine Art schon. Andererseits ist das eine ganz andere Geschichte als meine. Es sind auch ganz andere Fragen, als die Fragen, die ich mir stelle, weil es bei mir, glaube ich, ein bisschen konkreter zu benennen ist. Ich wei\u00df, was an mir j\u00fcdisch ist: J\u00fcdisch ist meine Herkunft oder die Herkunft meiner Gro\u00dfeltern oder Urgro\u00dfeltern. Man wei\u00df, wo kommt dieses generations\u00fcbergreifende Trauma her, was ist passiert, was bedeutet diese deutsche Geschichte oder die j\u00fcdische Geschichte f\u00fcr deutsche Juden.<\/p>\n<p class=\"\">Wie kann sich die Geschichte wiederholen? Wo stehen wir jetzt gerade in diesem Land politisch und wie schnell kann es gehen, dass wir in genau die gleiche Zeit wieder abrutschen, die 1933 beziehungsweise auch schon fr\u00fcher begonnen hat? Das sind die Fragen, mit denen ich mich mit meiner eigenen Identit\u00e4t auseinandersetze. Ich habe das Gef\u00fchl, j\u00fcdische Stimmen werden jetzt nochmal anders geh\u00f6rt und das will ich nat\u00fcrlich nutzen, um aufzukl\u00e4ren. Gerade wenn man jungen Leuten im Theater erz\u00e4hlt oder beschreibt, so ist es, so war es mal, so k\u00f6nnte es wieder sein. Das sind so viele Themen, die da zusammenlaufen. Ich sehe mich nicht unbedingt als j\u00fcdische Regisseurin, aber es geh\u00f6rt nat\u00fcrlich zu mir oder zu meiner Familiengeschichte dazu.<\/p>\n<p class=\"\">Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/katja-weise,weise130.html\" title=\"Katja Weise\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Katja Weise<\/a>. Einen Ausschnitt davon lesen Sie hier, das ganze Gespr\u00e4ch k\u00f6nnen Sie oben auf dieser Seite und in der <a href=\"https:\/\/www.ardaudiothek.de\/sendung\/ndr-kultur-la-carte\/urn:ard:show:5a3c1b777e09f66d\/\" title=\"&quot;Alles Liebe&quot; - Autorin Barbara Schmutz \u00fcber ein gro\u00dfes Gef\u00fchl\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ARD Audiothek<\/a> h\u00f6ren.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/schauspielhannover-100.webp.webp\" alt=\"Eine Frau liegt auf dem R\u00fccken auf einem dampfenden Podest auf der B\u00fchne\" title=\"Eine Frau liegt auf dem R\u00fccken auf einem dampfenden Podest auf der B\u00fchne | J\u00f6rg Br\u00fcggemann\/Schauspiel Hannover\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Sybille Bergs &#8222;Ein wenig Licht. Und diese Ruhe.&#8220; feiert Premiere am Staatstheater Hannover. In der Hauptrolle: Katja Riemann.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/schauspielhannover168.webp.webp\" alt=\"Ein Mann redet und gestikuliert mit der Hand. Es ist Intendant Vasco Boenisch.\" title=\"&quot;Liebe will riskiert werden&quot; lautet das Motto der neuen Spielzeit, die auch der Beginn der Intendanz von Vasco Boenisch sein wird. | Schauspiel Hannover, Moritz K\u00fcstner\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Unter neuer Intendanz werden auch neue Ma\u00dfst\u00e4be gesetzt: Das hannoversche Schauspielhaus stellt die Planung 2025\/26 vor.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/martens168.webp.webp\" alt=\"Sina Martens im Portrait\" title=\"Sina Martens im Portrait | Julian Baumann, Julian Baumann\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Spielende Frauen auf der Theaterb\u00fchne und im Stadion. Sina Martens hinterfragt in &#8222;Spielerfrauen&#8220; das System Fu\u00dfball.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/martintingvall112.webp.webp\" alt=\"Martin Tingvall am Klavier\" title=\"Martin Tingvall am Klavier | NDR.de, Claudius Hinzmann\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>In der Sendung &#8222;NDR Kultur \u00e0 la carte&#8220; kommen Menschen zu Wort, die etwas zu sagen haben. Die G\u00e4ste stellen sich nicht nur den Fragen, sie bringen auch ihre Lieblingsmusik mit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Lena Brasch inszeniert &#8222;Gew\u00e4sser im Ziplock&#8220; in Hannover (54 Min) Stand: 16.02.2026 06:00 Uhr Nach eindr\u00fccklichen Inszenierungen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":801233,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1836],"tags":[3364,29,30,180332,46,180331,49132,1411,19573,94],"class_list":["post-801232","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hannover","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-gewaesser-im-ziplock","tag-hannover","tag-lena-brasch","tag-ndr-kultur-a-la-carte","tag-niedersachsen","tag-schauspiel-hannover","tag-theater"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116078692822593922","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/801232","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=801232"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/801232\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/801233"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=801232"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=801232"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=801232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}