{"id":801248,"date":"2026-02-16T05:46:15","date_gmt":"2026-02-16T05:46:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/801248\/"},"modified":"2026-02-16T05:46:15","modified_gmt":"2026-02-16T05:46:15","slug":"die-allerwenigsten-leipziger-interessieren-sich-fuer-die-haushaltsthemen-der-stadt-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/801248\/","title":{"rendered":"Die allerwenigsten Leipziger interessieren sich f\u00fcr die Haushaltsthemen der Stadt \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Beteiligung klingt immer so sch\u00f6n. Und regelm\u00e4\u00dfig werden die Leipziger auch nach den Beteiligungsformaten der Stadt befragt. Doch das Ergebnis ist praktisch immer wieder dasselbe: Die allerwenigsten beteiligen sich wirklich, wenn die B\u00fcrger mal gefragt werden.\u00a0Die Auswertung dieser Frage im Bericht zur \u201eB\u00fcrgerumfrage 2024\u201c ist recht kurz. Und man merkt, dass sich die Verwaltung nicht wirklich getraut hat zu fragen, warum die Leipziger die M\u00f6glichkeiten zur B\u00fcrgerbeteiligung nicht nutzen. Und was noch heftiger ist: Gar nicht wissen wollen, wie das vielleicht geht.<\/p>\n<p>Und so lautet die Auswertung der B\u00fcrgerbeteiligung zum Haushalt der Stadt Leipzig recht trocken: \u201eInsgesamt werden die Beteiligungs- und Informationsangebote zum Haushalt der Stadt Leipzig nur von einem kleinen Teil der B\u00fcrgerschaft genutzt: Mit 7 Prozent wird die Website www.leipzig.de\/haushalt als Informationsquelle noch am h\u00e4ufigsten genutzt \u2013 von \u00e4lteren Personen h\u00e4ufiger als von j\u00fcngeren (18 bis 34 Jahre: 3 Prozent Nutzung, 55 bis 85 Jahre: 11 Prozent Nutzung).<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/da6fa58a02724bb3a95c64c474682e25.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/engagement\/2026\/02\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/engagement\/2026\/02\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Alle erfragten Angebote wurden von den j\u00fcngeren Leipzigerinnen und Leipzigern unter 35 Jahren seltener genutzt als von \u00e4lteren. Die M\u00f6glichkeit aktiver Mitgestaltung durch B\u00fcrgervorschl\u00e4ge nutzen insgesamt 4 Prozent.\u201c<\/p>\n<p>Was nun einmal auch bedeutet, dass die meisten Leipzigerinnen und Leipziger die Beteiligungsangebote der Stadt nicht nutzen. Sie machen nicht mit. Ob es ihnen egal ist, verr\u00e4t die Umfrage nat\u00fcrlich nicht. Obwohl es h\u00e4tte abgefragt werden k\u00f6nnen. Sind die Teilnahmebarrieren zu hoch? Ist es zu umst\u00e4ndlich? Oder interessieren sich die Leipziger tats\u00e4chlich nicht die Bohne f\u00fcr ihre Stadt und was die Verwaltung mit dem Geld macht?<\/p>\n<p>Das w\u00e4re ein fatales Ergebnis. Das nicht besser wird, wenn allein nach der Kenntnis dieser Beteiligungsangebote gefragt wird.<\/p>\n<p>Denn auch das ist nicht besonders berauschend.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/kenntnis.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-647613 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/kenntnis.jpg\" alt=\"Die Kenntnis der befragten Leipziger zu den Beteligungsm\u00f6glichkeiten zum Haushalt der Stadt. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2024\" width=\"2250\" height=\"1278\"  \/><\/a>Die Kenntnis der befragten Leipziger zu den Beteiligungsm\u00f6glichkeiten zum Haushalt der Stadt. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2024<\/p>\n<p>\u201eTrotz geringer Nutzung kennt mehr als ein Viertel der Menschen in Leipzig die B\u00fcrgersprechstunde zum Haushaltsplanentwurf im Stadtb\u00fcro (27 Prozent Kenntnis), die \u00f6ffentliche Einsicht in den Haushaltsplanentwurf und die Website zum Haushalt (jeweils 23 Prozent Kenntnis) sind in \u00e4hnlichem Ausma\u00df als Informationsm\u00f6glichkeit bekannt.<\/p>\n<p>Jeweils 20 Prozent der Befragten wissen, dass es die M\u00f6glichkeit gibt, B\u00fcrgervorschl\u00e4ge zu machen und dass Widerspruch zu kommunalen Haushaltsentscheidungen \u00fcber das Online-Formular f\u00fcr B\u00fcrgereinw\u00e4nde zum Haushaltsplanentwurf ge\u00e4u\u00dfert werden kann. Die Kenntnis aller Informations- und Beteiligungsformate steigt mit dem Alter.\u201c<\/p>\n<p>Die Krux mit der Beteiligung<\/p>\n<p>Wobei die abgefragten Themen ja nur ein Teil der m\u00f6glichen B\u00fcrgerbeteiligung sind. Auch wenn aller zwei Jahre die Haushaltsdebatte im Mittelpunkt steht und gerade Stadtbezirksbeir\u00e4te und Ortschaftsr\u00e4te quasi stellvertretend die B\u00fcrgerw\u00fcnsche f\u00fcr ihren eigenen Haushalt anmelden.<\/p>\n<p>Aber auch bei gro\u00dfen Planverfahren, die sie betreffen, d\u00fcrfen sich die Leipziger einbringen. Sie d\u00fcrfen Einwohneranfragen stellen, die im Stadtrat \u00f6ffentlich beantwortet werden m\u00fcssen. Sie d\u00fcrfen Petitionen schreiben und B\u00fcrgerbegehren starten. All das<a href=\"http:\/\/www.leipzig.de\/rathaus\/buergerbeteiligung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"> ist auf einer eigenen Website der Stadt gesammelt.<\/a> Samt den Sitzungsterminen von Stadtbezirksbeir\u00e4ten und Ortschaftsr\u00e4ten, die allesamt \u00f6ffentlich sind.<\/p>\n<p>Aber selbst wenn auch die anderen Formate der B\u00fcrgerbeteiligung abgefragt worden w\u00e4ren, kann man wohl davon ausgehen, dass die tats\u00e4chliche Beteiligung \u00e4hnlich rudiment\u00e4r ausfallen w\u00fcrde. Und der geringe Grad an Kenntnis der Beteiligungsm\u00f6glichkeiten deutet auch schon darauf hin, dass im Grunde eine geb\u00fcndelte, \u00fcbersichtliche und leicht zug\u00e4ngliche Kommunikationsplattform fehlt, auf der die Stadt ihren Dialog mit der B\u00fcrgerschaft organisiert.<\/p>\n<p>Und vor allem alle Informationen zu aktuellen Beteiligungsm\u00f6glichkeiten direkt an die Einwohner\/-innen ausspielt, die sie betreffen.<\/p>\n<p>Das Problem ist nicht neu. Schon 2017 hat der Stadtrat beschlossen, ein Beratungsgremium einzurichten, \u201ein dem B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger gemeinsam mit Politik und Verwaltung Beteiligungsprojekte im Vorfeld der Umsetzung und Themen zur Engagementf\u00f6rderung diskutieren. Die Idee dazu entstand nach einer umfassenden Analyse der Beteiligungskultur durch die Stadtverwaltung. Um einen gesch\u00fctzten Rahmen f\u00fcr Diskussionen zu sichern, tagt das Forum nicht \u00f6ffentlich. Die Sitzungen finden drei- bis viermal im Jahr statt.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.leipzig.de\/rathaus\/buergerbeteiligung\/leipzig-weiter-denken\/forum-buergerbeteiligung-und-buergerschaftliches-engagement\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Forum \u201eB\u00fcrgerbeteiligung und b\u00fcrgerschaftliches Engagement\u201c<\/a> nennt sich das Gremium. Aber man ahnt, wieviel Abeit vor diesem Gremium noch liegt, bis Leipzig wirklich eine Beteiligungskultur entwickelt, in der sich alle angesprochen f\u00fchlen. Und wie selbstverst\u00e4ndlich auch mitmachen, wenn ein Thema sie direkt betrifft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Beteiligung klingt immer so sch\u00f6n. Und regelm\u00e4\u00dfig werden die Leipziger auch nach den Beteiligungsformaten der Stadt befragt. 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