{"id":803090,"date":"2026-02-16T22:53:13","date_gmt":"2026-02-16T22:53:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/803090\/"},"modified":"2026-02-16T22:53:13","modified_gmt":"2026-02-16T22:53:13","slug":"hornisgrinde-wolf-darf-bis-10-3-2026-getoetet-werden-video-verwaltungsgerichtshof-baden-wuerttemberg-68165-mannheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/803090\/","title":{"rendered":"Hornisgrinde-Wolf darf bis 10.3.2026 get\u00f6tet werden (Video) | Verwaltungsgerichtshof Baden-W\u00fcrttemberg, 68165 Mannheim"},"content":{"rendered":"<p>Im Ringen um das Schicksal eines zutraulichen Wolfs im Nordschwarzwald hat ein weiteres Gericht den Abschuss des Tieres genehmigt. Nach dem Verwaltungsgericht (VG) wies auch der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim als n\u00e4chsth\u00f6here Instanz eine Klage von Tiersch\u00fctzern gegen eine Genehmigung des baden-w\u00fcrttembergischen Umweltministeriums ab. \u00abDer Wolf darf damit mit sofortiger Wirkung bis zum 10. M\u00e4rz 2026 get\u00f6tet werden\u00bb, teilte der VGH mit. Das Ministerium erkl\u00e4rte, das sogenannte Entnahmeteam sei ab sofort t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Ein kleiner und professioneller Trupp von namentlich benannten J\u00e4gern soll den Wolf suchen. Sie sollen das Tier nach dem Willen des Ministeriums finden und erschie\u00dfen, weil es sich in seinem Revier zu h\u00e4ufig Menschen gen\u00e4hert hatte.<\/p>\n<p>Zuvor hatte das VG Stuttgart den Abschuss freigegeben und die Klage der Naturschutzinitiative (NI) abgewiesen. Daraufhin hatte diese Beschwerde eingelegt und zun\u00e4chst einen Aufschub erreicht. Die Beschl\u00fcsse des VGH in zwei Eilverfahren nun sind den Angaben nach unanfechtbar. (Az. 5 S 268\/26 und 5 S 269\/26)<\/p>\n<p>Die Naturschutzinitiative h\u00e4lt den jetzigen Beschluss sowohl f\u00fcr europarechtswidrig als auch f\u00fcr unvereinbar mit dem nationalen Naturschutzrecht. Das Gericht habe die m\u00f6glichen Alternativen zur T\u00f6tung des Wolfs nicht ersch\u00f6pft, teilte der Verband am Abend mit &#8211; und sieht vor allem das Risiko von Fehlabsch\u00fcssen. <\/p>\n<p>\u00abDas passt in einen naturschutzfeindlichen Zeitgeist\u00bb, sagte Wolfgang Epple von der NI. Diese werde die Entscheidung gr\u00fcndlich pr\u00fcfen und schauen, ob und wie sie weiter vorgehen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Umweltministerin Thekla Walker (Gr\u00fcne) erkl\u00e4rte: \u00abWir haben jetzt rechtliche Klarheit.\u00bb Das Gericht habe anerkannt, dass im Vorfeld sehr viel versucht worden sei, um das Verhalten des Wolfs zu \u00e4ndern. \u00abNach fast zwei Jahren bleibt uns nun &#8211; leider &#8211; nur der Abschuss, um potenziell gef\u00e4hrliche Begegnungen mit dem Tier zu vermeiden.\u00bb <\/p>\n<p>Ministerium: Abschuss zum Schutz<\/p>\n<p>Das Landesumweltministerium will den Wolf erlegen lassen, weil die Bev\u00f6lkerung aus seiner Sicht gesch\u00fctzt werden muss. Der als \u00abGW2672m\u00bb identifizierte R\u00fcde habe sich wiederholt Menschen und Hunden bis auf wenige Meter gen\u00e4hert, erkl\u00e4rte die Beh\u00f6rde im Streit mit den Wolfsfreunden.<\/p>\n<p>Seit 2024 wurden insgesamt laut Ministerium mehr als 180 Sichtungen dokumentiert. In nahezu jedem zweiten Fall hatte ein Mensch demnach einen Hund mit dabei. Experten gehen davon aus, dass der Wolf mangels Artgenossinnen in der Ranzzeit \u2013 der Phase der Fortpflanzungsbereitschaft bis M\u00e4rz \u2013 an H\u00fcndinnen interessiert ist und erkannt hat, dass diese h\u00e4ufig von Menschen begleitet werden.<\/p>\n<p>Ministerium beklagt \u00abWolfstouristen\u00bb<\/p>\n<p>Zudem habe sich ein regelrechter Wolfstourismus entwickelt, weil Spazierg\u00e4nger und Fotografen versucht h\u00e4tten, das Tier anzulocken, teilte das Ministerium mit. Um Risiken f\u00fcr Mensch und Tier vorzubeugen, sei die T\u00f6tung daher gerechtfertigt.<\/p>\n<p>Das Verhalten des Wolfs sei besonders auff\u00e4llig gewesen, so das Ministerium weiter. Auch der Naturschutzbund Nabu hatte den Kurs der Landesregierung grunds\u00e4tzlich unterst\u00fctzt \u2013 das Verhalten des Wolfs sei \u00abnicht arttypisch\u00bb und ein Einschreiten daher notwendig.<\/p>\n<p>Der VGH sieht das \u00e4hnlich: Nach den vorliegenden fachlichen Stellungnahmen sei mit Situationen zu rechnen, die f\u00fcr den Menschen gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnten \u2013 einschlie\u00dflich Angriffen des Wolfs mit der Folge entsprechender Verletzungen, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Zur T\u00f6tung des Wolfs \u00abGW2672m\u00bb gebe es auch keine zumutbare Alternative. \u00abDie M\u00f6glichkeit, Menschen das Betreten der Bereiche zu verbieten, in denen mit einem Zusammentreffen des Menschen mit dem Wolf zu rechnen ist, oder dort zumindest eine Leinenpflicht f\u00fcr Hunde anzuordnen, sei schon deshalb keine zumutbare Alternative, weil sie nicht effektiv umgesetzt werden k\u00f6nne.\u00bb<\/p>\n<p>Auch Vergr\u00e4men ist aus Sicht des 5. Senats des VGH keine Option. Nach den bisherigen Erfahrungen spreche wenig bis nichts daf\u00fcr, dass eine Vergr\u00e4mung in seinem Fall den gew\u00fcnschten Effekt habe.<\/p>\n<p>Kl\u00e4ger: Nur wenige W\u00f6lfe im Land<\/p>\n<p>Die klagende Naturschutzinitiative hatte dagegen auf die geringe Wolfspopulation im S\u00fcdwesten verwiesen. Nur vier Tiere seien derzeit nachgewiesen, der Abschuss eines davon entspr\u00e4che einem Viertel der bekannten Population und k\u00f6nne den Erhaltungszustand der Art gef\u00e4hrden. Dem widersprach der VGH allerdings. Es gehe nicht ausschlie\u00dflich um die lokale Population.<\/p>\n<p>In Baden-W\u00fcrttemberg leben erst seit rund zehn Jahren wieder W\u00f6lfe. Derzeit gelten vier m\u00e4nnliche Tiere als sesshaft. Die Debatte um den Wolf auf der Hornisgrinde sorgt seit vielen Wochen f\u00fcr eine heftige Debatte. Es gibt Unterschriftenlisten beider Seiten sowie Mahnwachen. Auch die Politik hat sich eingeschaltet.<\/p>\n<p>Video: &#8222;Hornisgrinde-Wolf&#8220; darf abgeschossen werden (SWR)<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>\u25ba <a href=\"https:\/\/www.nussbaum.de\/link?type=news&amp;sourceId=3240578\" target=\"_blank\" data-originalfontsize=\"19.36\" data-originallineheight=\"39\" data-source-id=\"3240578\" data-type=\"news\" data-w=\"585.8\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Emotionales Thema: Warum ein Wolfsabschuss BW spaltet<\/a><br \/>\u25ba <a href=\"https:\/\/www.nussbaum.de\/link?type=news&amp;sourceId=3237995\" target=\"_blank\" data-originalfontsize=\"19.36\" data-originallineheight=\"39\" data-source-id=\"3237995\" data-type=\"news\" data-w=\"600.7\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Kretschmann ist genervt von der Wolfs-Abschuss-Diskussion<\/a><br \/>\u25ba <a href=\"https:\/\/www.nussbaum.de\/link?type=news&amp;sourceId=3223350\" target=\"_blank\" data-originalfontsize=\"19.36\" data-originallineheight=\"39\" data-source-id=\"3223350\" data-type=\"news\" data-w=\"616.8\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Hornisgrinden-Wolf frei zum Abschuss: 10 Fragen &amp; Antworten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Ringen um das Schicksal eines zutraulichen Wolfs im Nordschwarzwald hat ein weiteres Gericht den Abschuss des Tieres&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":803091,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1845],"tags":[1634,3364,29,548,663,3934,30,13,2096,14,15,12],"class_list":["post-803090","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-mannheim","tag-baden-wuerttemberg","tag-de","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-germany","tag-headlines","tag-mannheim","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116082770223680225","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/803090","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=803090"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/803090\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/803091"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=803090"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=803090"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=803090"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}