{"id":803467,"date":"2026-02-17T02:35:11","date_gmt":"2026-02-17T02:35:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/803467\/"},"modified":"2026-02-17T02:35:11","modified_gmt":"2026-02-17T02:35:11","slug":"berlin-social-media-verbot-fuer-kids-wuest-hofft-auf-konsens-mit-spd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/803467\/","title":{"rendered":"Berlin | Social-Media-Verbot f\u00fcr Kids: W\u00fcst hofft auf Konsens mit SPD"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Die Rufe nach Altersbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Nutzung von Social Media werden lauter. Der nordrhein-westf\u00e4lische Ministerpr\u00e4sident Hendrik W\u00fcst sagte dem Magazin \u00abFocus\u00bb: \u00abEs wird h\u00f6chste Zeit f\u00fcr eine wirksame Altersbeschr\u00e4nkung f\u00fcr Social Media, die Kinder im Alltag auch praktisch sch\u00fctzt.\u00bb Der CDU-Politiker verwies darauf, dass Deutschland Alkohol, Tabak und Gl\u00fccksspiel reguliere, \u00abweil sie nachweislich Schaden anrichten\u00bb. W\u00fcst f\u00fcgte hinzu: \u00abWenn soziale Medien nachweislich die psychische Gesundheit junger Menschen gef\u00e4hrden, d\u00fcrfen wir nicht l\u00e4nger wegsehen.\u00bb<\/p>\n<p>W\u00fcst setzt auf eine schnelle Einigung mit der SPD. Zu dem Thema gibt es Antr\u00e4ge f\u00fcr den am Freitag beginnenden CDU-Parteitag, auch die SPD hat Vorschl\u00e4ge pr\u00e4sentiert. \u00abAuf der Basis kann schnell eine geeinte Position Deutschlands erarbeitet werden, um unsere Kinder besser zu sch\u00fctzen\u00bb, betonte W\u00fcst. \u00abEin Konsens der Mitte f\u00fcr eine Altersbeschr\u00e4nkung von Social Media w\u00e4re das richtige Zeichen.\u00bb<\/p>\n<p>SPD schl\u00e4gt gestuftes Verfahren vor<\/p>\n<p>F\u00fchrende Sozialdemokraten ver\u00f6ffentlichten am Wochenende ein Papier mit konkreten Vorschl\u00e4gen zur Umsetzung eines Verbots. Darin schlagen sie vor, Altersbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr den Zugang zu Social-Media-Plattformen technisch mit der sogenannten \u00abEUDI-Wallet\u00bb (EU Digital Identity Wallet), der digitalen Brieftasche auf dem Smartphone, zu verkn\u00fcpfen. Am 2. Januar 2027 soll die Wallet in Deutschland starten.<\/p>\n<p>Die Idee aus der SPD: Wer ein Instagram- oder Tiktok-Konto einrichtet, muss \u00fcber die Wallet sein Alter nachweisen. Bis 14 ist ein Zugang ausgeschlossen, von 14 bis 16 gibt es diesen nur ohne algorithmisch gesteuerte Feeds und mit \u00abkindgerechte(n) Voreinstellungen\u00bb, die \u00abEndlos-Scrollen\u00bb ausschlie\u00dfen. F\u00fcr alle ab 16, auch Erwachsene, sollen Algorithmen, die Videos oder andere Inhalte vorschlagen, automatisch ausgeschaltet sein und m\u00fcssen bewusst aktiviert werden.\u00a0<\/p>\n<p>Die Debatte \u00fcber Verbote und Beschr\u00e4nkungen l\u00e4uft auch in Deutschland immer st\u00e4rker, seit Australien im Dezember als erstes Land ein Social-Media-Verbot f\u00fcr unter 16-J\u00e4hrige eingef\u00fchrt hat. F\u00fcr Deutschland m\u00fcsste die Bundesregierung allerdings das europ\u00e4ische Gesetz \u00fcber digitale Dienste (Digtial Services Act &#8211; DSA) beachten, unter das die gro\u00dfen Plattformen fallen.\u00a0<\/p>\n<p>CDU diskutiert \u00fcber Altersgrenze 16<\/p>\n<p>Auch die Kanzler-Partei CDU diskutiert \u00fcber m\u00f6gliche Verbote. F\u00fcr den anstehenden Parteitag liegt ein Antrag aus dem Landesverband Schleswig-Holstein vor. Der empfiehlt, das Mindestalter f\u00fcr die Nutzung von Instagram, Tiktok, Facebook und Co. auf 16 Jahre festzusetzen, \u00abbegleitet von einer verpflichtenden Altersverifikation\u00bb. Die Bundesl\u00e4nder hatten bereits \u00fcber den Bundesrat die Bundesregierung aufgefordert, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das \u00abSocial-Media-Schutzr\u00e4ume f\u00fcr Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren\u00bb vorsieht.\u00a0<\/p>\n<p>Gaming-Plattformen in Beschr\u00e4nkungen einbeziehen<\/p>\n<p>Die unabh\u00e4ngige Beauftragte der Bundesregierung gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, begr\u00fc\u00dfte die Pl\u00e4ne der SPD, Altersgrenzen f\u00fcr Social Media differenziert zu gestalten. \u00abEr zeigt: Die pauschale Verbotsdebatte verkennt die Komplexit\u00e4t des Problems\u00bb, sagte Claus den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.\u00a0<\/p>\n<p>Gleichzeitig mahnte Claus, Online-Spiele unbedingt einzubeziehen. \u00abAuch Gaming-Plattformen bergen erhebliche Risiken: \u00dcber ihre Chatfunktionen entstehen Interaktionsr\u00e4ume, die denen sozialer Medien in nichts nachstehen \u2013 mit denselben Gefahren f\u00fcr Kinder und Jugendliche. Hier darf es keine Schutzl\u00fccke geben\u00bb, mahnte Claus.\u00a0<\/p>\n<p>Kein \u00abharmloses Freizeitvergn\u00fcgen\u00bb<\/p>\n<p>Der Gr\u00fcnen-Politiker Janosch Dahmen wies auf die gesundheitlichen Gefahren einer ausufernden Social-Media-Nutzung von jungen Menschen hin. \u00abAus medizinischer Sicht k\u00f6nnen wir die gesundheitlichen Risiken exzessiver Social-Media-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen nicht l\u00e4nger relativieren\u00bb, sagte Dahmen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).\u00a0<\/p>\n<p>\u00abWir reden hier nicht \u00fcber ein harmloses Freizeitvergn\u00fcgen, sondern \u00fcber ein System, das gezielt auf maximale Bindung und Abh\u00e4ngigkeit ausgelegt ist \u2013 mit besonders gravierenden Folgen f\u00fcr junge Menschen, deren Gehirn sich noch in der Entwicklung befindet\u00bb, warnte er. Deshalb halte er eine klare Altersgrenze f\u00fcr Social Media f\u00fcr gesundheitspolitisch gut begr\u00fcndet.\u00a0<\/p>\n<p>Wie W\u00fcst verwies auch Dahmen auf andere Suchtbereiche. \u00abWir haben Altersgrenzen bei Alkohol, Tabak und Gl\u00fccksspiel, weil wir wissen, dass Kinder besonderen Schutz brauchen. Dieser Schutz darf im digitalen Raum nicht enden\u00bb, mahnte er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Die Rufe nach Altersbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Nutzung von Social Media werden lauter. 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