{"id":804337,"date":"2026-02-17T10:57:24","date_gmt":"2026-02-17T10:57:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/804337\/"},"modified":"2026-02-17T10:57:24","modified_gmt":"2026-02-17T10:57:24","slug":"neuartiger-hiv-antikoerper-identifiziert-uniklinik-koeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/804337\/","title":{"rendered":"Neuartiger HIV-Antik\u00f6rper identifiziert | Uniklinik K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"<p>Ein internationales Forschungsteam hat einen neuartigen HIV-Antik\u00f6rper identifiziert, der das Virus an einer besonders verwundbaren Stelle angreift und dabei bisherige Limitationen bekannter Antik\u00f6rper \u00fcberwindet. Diese Studie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Florian Klein, Direktor des <a href=\"https:\/\/virologie.uk-koeln.de\/\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"nofollow noopener\">Instituts f\u00fcr Virologie an der Uniklinik K\u00f6ln<\/a>, er\u00f6ffnet neue Perspektiven f\u00fcr Impfstoff- und Therapeutika-Entwicklung gegen HIV-1 und wurde im Fachjournal \u201eNature Immunology\u201c ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>HIV-1 kann durch Antik\u00f6rper neutralisiert werden, wenn diese an verwundbare Strukturen auf der Virusoberfl\u00e4che binden. Eine solche Schwachstelle ist die so genannte V3 Glykanstelle des Oberfl\u00e4chenproteins des Virus. Diese Zielstruktur spielt eine zentrale Rolle beim Eindringen des Virus in menschliche Zellen und ist daher seit Langem ein wichtiges Ziel f\u00fcr die Entwicklung von neuen Immuntherapeutischen- und pr\u00e4ventiven Ans\u00e4tzen. Allerdings konnten bisher vor allem Antik\u00f6rper identifiziert werden, die die V3 Glykanstelle nur bei einem Teil der weltweit zirkulierenden HI-Virusvarianten wirksam erkennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der nun beschriebene Antik\u00f6rper mit der Bezeichnung 007 greift die V3 Glykanstelle auf eine andere Weise als bisher bekannte Antik\u00f6rper an. Im Gegensatz zu klassischen V3 Antik\u00f6rpern ist seine Bindung nicht von einer bestimmten Zuckerstruktur abh\u00e4ngig, die von HIV-1 h\u00e4ufig ver\u00e4ndert wird, um der Immunabwehr zu entgehen. In Labortests bleibt 007 daher auch gegen\u00fcber Virusvarianten wirksam, die gegen klassische V3 Antik\u00f6rper resistent sind. Auch in einem Mausmodell mit menschlichen Immunzellen verbessert 007 die bisherige V3 Antik\u00f6rpertherapie effektiv, sodass das Virus mehrere Ver\u00e4nderungen gleichzeitig entwickeln muss, um der Antik\u00f6rpertherapie zu entkommen. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist daher, dass 007 bisherige Aktivit\u00e4tsl\u00fccken klassischer V3 Antik\u00f6rper schlie\u00dft und dadurch Antik\u00f6rpertherapiekombinationen unterst\u00fctzt, die das Virus insgesamt effektiver ausschalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eDie V3 Glykanstelle gilt seit langer Zeit als Schwachstelle von HIV-1, konnte aber bislang nur unvollst\u00e4ndig therapeutisch genutzt und f\u00fcr die Impfstoffentwicklung erschlossen werden\u201c, erkl\u00e4rt Erstautor Dr. Lutz Gieselmann vom Institut f\u00fcr Virologie. Dr. Malena Rohde, ebenfalls Autorin der Arbeit erg\u00e4nzt: \u201eDie Identifikation des Antik\u00f6rpers 007 verdeutlicht, dass diese Schwachstelle deutlich vielseitiger angreifbar ist als bisher angenommen und er\u00f6ffnet damit auch f\u00fcr die Impfstoffentwicklung neue Perspektiven.\u201c<\/p>\n<p>So sind diese Forschungsergebnisse sowohl f\u00fcr die Entwicklung neuer Kombinationstherapien als auch f\u00fcr die Impfstoffentwicklung von gro\u00dfer Bedeutung. F\u00fcr den Einsatz zur HIV-Immuntherapie wurde 007 bereits an die Firma Vir Biotechnology in Zusammenarbeit mit der Gates Foundation zur F\u00f6rderung ihrer gemeinn\u00fctzigen Zwecke exklusiv lizensiert und wird mit Unterst\u00fctzung des K\u00f6lner Start-up Unternehmens Togontech pr\u00e4klinisch entwickelt.<\/p>\n<p>Diese Studie wurde unterst\u00fctzt von der <a href=\"https:\/\/www.gatesfoundation.org\/\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Gates Foundation<\/a>, der <a href=\"https:\/\/www.dfg.de\/\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)<\/a> und dem <a href=\"https:\/\/www.dzif.de\/de\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Deutschen Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung (DZIF)<\/a> sowie dem <a href=\"https:\/\/erc.europa.eu\/homepage\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">European Research Council (ERC)<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Publikation:<\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoCaption\"><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41590-025-02385-3\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41590-025-02385-3<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein internationales Forschungsteam hat einen neuartigen HIV-Antik\u00f6rper identifiziert, der das Virus an einer besonders verwundbaren Stelle angreift und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":804338,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-804337","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116085617261879696","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/804337","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=804337"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/804337\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/804338"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=804337"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=804337"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=804337"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}