{"id":806281,"date":"2026-02-18T06:20:17","date_gmt":"2026-02-18T06:20:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/806281\/"},"modified":"2026-02-18T06:20:17","modified_gmt":"2026-02-18T06:20:17","slug":"kraftstoffverbrauch-bei-plug-in-hybriden-deutlich-hoeher-als-angegeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/806281\/","title":{"rendered":"Kraftstoffverbrauch bei Plug-In-Hybriden deutlich h\u00f6her als angegeben"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/plug-in-hybrid-101.jpg\" alt=\"Plug-in-Hybrid-Auto an Ladestation (Archivbild)\" title=\"Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge k\u00f6nnen auch mit \u00d6kostrom aufgeladen werden - was die Umweltfreundlichkeit erh\u00f6ht. | JOHN G MABANGLO\/EPA-EFE\/REX\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>exklusiv<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 18.02.2026 05:02 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Plug-In-Hybridautos gelten als kraftstoffsparend. Eine neue Studie, die dem SWR vorliegt, zeigt jedoch, dass ihr Verbrauch deutlich \u00fcber den offiziell angegebenen Werten liegt. Umweltsch\u00fctzer und Forscher fordern Konsequenzen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Von Nick Schader, SWR\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid-Antrieb (PHEV) verbrauchen in der Praxis erheblich mehr Kraftstoff als in den offiziellen EU-Typgenehmigungen angegeben. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Analyse, an der unter anderem das Fraunhofer Institut in Karlsruhe beteiligt war. Die Analyse liegt dem SWR exklusiv vorab vor.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr die Studie wurden die Daten von rund einer Million Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller der Baujahre 2021 bis 2023 ausgewertet. Die Wissenschaftler nutzten daf\u00fcr die Daten, die die Fahrzeuge regelm\u00e4\u00dfig per Funk \u00fcbermitteln. Dadurch war es m\u00f6glich, den realen Kraftstoffverbrauch der Plug-in-Fahrzeuge auf der Stra\u00dfe zu ermitteln.<\/p>\n<p>    Schon l\u00e4nger Zweifel an Angaben<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Plug-in-Hybride verf\u00fcgen sowohl \u00fcber einen Elektromotor mit kleiner Batterie als auch \u00fcber einen Verbrennungsmotor. Die Kombination aus beidem wird von vielen Herstellern als besonders kraftstoffsparend vermarktet. Laut den offiziellen Angaben verbrauchen die Fahrzeuge auf dem Papier h\u00e4ufig nur zwischen ein und zwei Litern. Daran gab es schon l\u00e4nger Zweifel, unter anderem von Umweltverb\u00e4nden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Ergebnisse der aktuellen Analyse geben den Kritikern offenbar Recht. Laut der Studie verbrauchen die eine Million untersuchten Fahrzeuge im Durchschnitt fast sechs Liter Kraftstoff und damit 300 Prozent mehr als in den Hersteller-Angaben der EU-Typgenehmigung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Einen entscheidenden Grund daf\u00fcr haben die Wissenschaftler ebenfalls gefunden. Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge nutzen zwei unterschiedliche Modi &#8211; in einem wird vor allem der Elektromotor genutzt, im anderen der normale Verbrennungsmotor. Bisher dachte man, dass im &#8222;Elektro-Modus&#8220; der Kraftstoffverbrauch sehr gering oder fast Null w\u00e4re. Das ist nicht so, haben die Wissenschaftler herausgefunden.<\/p>\n<p>    Kraftstoffverbrauch trotz Elektromotor<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Datenauswertung zeigt, dass die Fahrzeuge schon im &#8222;\u00fcberwiegend elektrischen&#8220; Modus (&#8222;Entlademodus&#8220;) durchschnittlich drei Liter Kraftstoff verbrauchen &#8211; viel mehr, als man bisher dachte. Das sei ein &#8222;Schock&#8220; f\u00fcr alle beteiligten Wissenschaftler gewesen, so Patrick Pl\u00f6tz vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr System- und Innovationsforschung (ISI).<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Wissenschaftler vermuten, dass der Verbrennungsmotor dieser Fahrzeuge viel h\u00e4ufiger anspringt als bisher gedacht. Laut den Daten, die dem SWR vorliegen, z\u00e4hlen die deutschen Fahrzeuge zu den Modellen mit durchschnittlich h\u00f6heren Verbr\u00e4uchen &#8211; vor allem die von Porsche, die ganz am Ende der Tabelle liegen.<\/p>\n<p>    Differenz bei Porsche besonders hoch<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Demnach verbrauchen Hybridfahrzeuge von Porsche im &#8222;Entlademodus&#8220; bereits rund sieben Liter Kraftstoff &#8211; im &#8222;Verbrennermodus&#8220; noch deutlich mehr. Am niedrigsten waren die Verbr\u00e4uche laut der Auswertung bei Modellen von Kia, Toyota, Ford oder Renault, die im &#8222;Entlademodus&#8220; sehr niedrige Verbr\u00e4uche erreichen, von zum Teil deutlich unter einem Liter Kraftstoff.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Porsche verweist in einer Anfrage des SWR auf die unterschiedlichen Nutzungsweisen, die den Verbrauch beeinflussen w\u00fcrden. Bei den Verbrauchsmessungen halte man sich an die gesetzlichen Vorgaben: &#8222;Die Verbrauchsangaben unserer Fahrzeuge basieren auf den gesetzlich vorgeschriebenen EU\u2011Messverfahren, die europaweit einheitliche und vergleichbare Werte sicherstellen. Abweichungen zu individuellen Realverbr\u00e4uchen k\u00f6nnen durch unterschiedliche Nutzungsprofile und Randbedingungen entstehen.&#8220;<\/p>\n<p>    Forderung: Anpassung der EU-Regularien<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aufgrund der neuen Ergebnisse fordern die Wissenschaftler, die EU-Regularien anzupassen. Die L\u00fccke zwischen theoretischem und tats\u00e4chlichem Kraftstoffverbrauch sei viel zu gro\u00df. Diese m\u00fcssen man durch sch\u00e4rfere Vorgaben bei der Berechnung des Kraftstoffverbrauchs von Plug-in-Hybriden deutlich verkleinern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tats\u00e4chlich sind die auf einem Rollenpr\u00fcfstand ermittelten Verbrauchswerte (WLTP) der Plug-in-Hybridfahrzeuge entscheidend f\u00fcr die sogenannten &#8222;Flottengrenzwerte&#8220; der Hersteller. Durch diese wird festgelegt, wie viel CO2 die gesamte Modellreihe eines Herstellers im Durchschnitt aussto\u00dfen darf. Je h\u00f6her der Verbrauch, desto h\u00f6her auch der CO2-Aussto\u00df.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aufgrund der sehr niedrigen Verbrauchs-Angaben der Plug-In-Fahrzeuge konnten die Hersteller die EU-Flottengrenzwerte einhalten, die den Klimaschutz verbessern sollen. Die neuen Erkenntnisse werfen nun viele Fragen auf, denn die Emissionen von Millionen Fahrzeugen sind offenbar viel h\u00f6her und damit werden die Klimaschutzziele nur theoretisch aber nicht auf der Stra\u00dfe erreicht.<\/p>\n<p>    Klimafreundlich nur auf dem Papier<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Studienleiter Pl\u00f6tz fordert, dass bei den Emissionen reale Daten genutzt werden: &#8222;Wir k\u00f6nnen heute, weil es jetzt die Daten und die Infrastruktur gibt, aufh\u00f6ren, Fahrzeuge nach ihrer Typgenehmigung zu bewerten.&#8220; Man k\u00f6nne die Realdaten messen und sagen: Ein Hersteller, der die Grenzwerte auf der Stra\u00dfe nicht einhalte, &#8222;der muss vielleicht eine Strafzahlung leisten.&#8220;<\/p>\n<p>    Keine Stellungnahme von EU-Kommission<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die f\u00fcr CO2 -Grenzwerte zust\u00e4ndige EU-Kommission wollte sich auf Anfrage des SWR noch nicht zu den Ergebnissen der Untersuchung \u00e4u\u00dfern. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) \u00e4u\u00dferte sich auf konkreten Fragen zur Studie ebenfalls nicht &#8211; teilte aber ganz allgemein mit, dass die Verbrauchsmessung auf dem Rollenpr\u00fcfstand ein anerkanntes Verfahren sei:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Verbrauch und CO2-Emissionen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor werden seit 2018 auf dem Rollenpr\u00fcfstand nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Pr\u00fcfverfahren WLTP [\u2026] ermittelt. Das Verfahren [\u2026] wird von vielen L\u00e4ndern und Regionen weltweit als Ma\u00dfstab anerkannt. Auf dieser Basis gew\u00e4hrleistet das Verfahren eine zuverl\u00e4ssige und reproduzierbare Bestimmung von Verbrauch und CO2-Emissionen des Neufahrzeugs unter den gesetzlich geregelten Bedingungen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>    Umwelthilfe fordert Konsequenzen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge immer wieder als &#8222;Mogelpackung&#8220; bezeichnet. &#8222;Die politische Aufwertung von klimasch\u00e4dlichen Plug-in-Hybriden ist eine klima- und industriepolitische Sackgasse. Sie verl\u00e4ngert k\u00fcnstlich die \u00c4ra des Verbrennungsmotors, gef\u00e4hrdet die Klimaziele und bindet Investitionen, die wir f\u00fcr echte Nullemissionsfahrzeuge brauchen&#8220;, so DUH-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Resch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Statt &#8222;Rechentricks&#8220; fordere man einen konsequenten Umstieg auf reine Batteriefahrzeuge und einen &#8222;starken \u00d6PNV&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 18.02.2026 05:02 Uhr Plug-In-Hybridautos gelten als kraftstoffsparend. 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