{"id":807049,"date":"2026-02-18T13:31:20","date_gmt":"2026-02-18T13:31:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/807049\/"},"modified":"2026-02-18T13:31:20","modified_gmt":"2026-02-18T13:31:20","slug":"handelsabkommen-europa-will-raus-aus-der-us-abhaengigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/807049\/","title":{"rendered":"Handelsabkommen: Europa will raus aus der US-Abh\u00e4ngigkeit"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Handelsabkommen: Europa will raus aus der US-Abh\u00e4ngigkeit\" title=\"Handelsabkommen: Europa will raus aus der US-Abh\u00e4ngigkeit\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/media.media.ce407fcd-9cef-4841-9a40-8155eba7ab3d.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tUS-Pr\u00e4sident Trump will mit seinem unberechenbaren Handeln St\u00e4rke beweisen, vergrault damit aber auch seine Partner.\u00a0Foto: Matt Rourke\/AP\/dpa\t\t\t<\/p>\n<p>Die Zweifel an der Partnerschaft mit Amerika wachsen. Die EU will deshalb dessen \u00fcberm\u00e4chtigen Einfluss in Bereichen wie Technologie, Zahlungsverkehr und Verteidigung reduzieren.<\/p>\n<p>Europas Schockstarre l\u00f6st sich. Die Gr\u00f6nland-Krise war der allerletzte Beweis, dass auf die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/USA\" title=\"USA\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> kein Verlass mehr ist. \u00dcber Jahrzehnte war die enge Freundschaft mit Washington auch eine Art Lebensversicherung, doch pl\u00f6tzlich werden die engen Verbindungen zum Risiko. Aus diesem Grund beginnt die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/EU\" title=\"EU\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a>, sich aus dieser \u00fcberm\u00e4chtigen Umarmung so weit wie m\u00f6glich zu befreien.<\/p>\n<p>Sichtbarstes Beispiel ist das Mercosur-Abkommen mit einigen Staaten in S\u00fcdamerika. Das unkalkulierbare Zoll-Gebaren des US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump hat den Bef\u00fcrwortern schlie\u00dflich die besten Argumente f\u00fcr den Vertrag geliefert. Am Ende wurde er sogar gegen den Willen Frankreichs unterzeichnet, was unter normalen Umst\u00e4nden kaum m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Neue Partner in anderen Weltregionen <\/p>\n<p>Die EU sucht ihre Wirtschaftspartner verst\u00e4rkt nun auch in anderen Weltregionen. In diesen Tagen war der australische Handelsminister Don Farrell in Br\u00fcssel. In den kommenden Monaten soll ein Abkommen unterzeichnet werden, das zahlreiche Z\u00f6lle auf beiden Seiten abschaffen und den Handel mit Dienstleistungen erleichtern soll. Die EU importiert vor allem Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Wasserstoff und Seltene Erden aus Australien. \u00c4hnliches ist bei einem Freihandelsabkommen mit Indien geplant. Bei der Unterzeichnung des Vertrages in Neu-Delhi waren die sonst zentralen Fragen der Demokratiedefizite und Menschenrechte nebens\u00e4chlich. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen betonte hingegen, dass mehr als zwei Milliarden Menschen wirtschaftliche profitieren w\u00fcrden. Auch mit den Philippinen wird intensiv an einem Abkommen gearbeitet. <\/p>\n<p>Gro\u00df ist die Abh\u00e4ngigkeit Europas im Digital-Bereich. Die Angst geht um, der US-Pr\u00e4sident k\u00f6nnte die EU von Cloudspeichern und US-Betriebssystemen abschneiden. Das ist eine sehr reale Bedrohung, wie im vergangenen Jahr der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag zu sp\u00fcren bekam, als Trump Sanktionen gegen mehrere Richter verh\u00e4ngte und ihren Zugang zu Amazon und Google sperrte. <\/p>\n<p>Frankreichs Beamte bald ohne Zoom <\/p>\n<p>\u201eIm vergangenen Jahr ist allen bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass wir bei einigen sehr kritischen Technologien nicht von einem einzelnen Land oder einem einzelnen Unternehmen abh\u00e4ngig sind\u201c, betonte j\u00fcngst EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen. \u201eAbh\u00e4ngigkeiten k\u00f6nnen gegen uns verwendet werden.\u201c Im M\u00e4rz will sie ein Ma\u00dfnahmenpaket f\u00fcr Clouddienste, K\u00fcnstliche Intelligenz und Halbleiter-Chips vorstellen, um eine eigene europ\u00e4ische Industrie zu f\u00f6rdern. Erste Bem\u00fchungen gibt es. Franz\u00f6sische Beamte sollen bald nicht mehr Zoom oder Microsoft Teams nutzen, sondern einen Anbieter aus Europa. Das Europaparlament pr\u00fcft einen \u00e4hnlichen Schritt. In Deutschland ist Schleswig-Holstein Vorreiter: Die Landesverwaltung ist von Microsoft-Programmen wie Outlook auf Open-Source-Software umgestiegen. <\/p>\n<p>Wie gro\u00df \u2013 und gef\u00e4hrlich \u2013 die Abh\u00e4ngigkeit von den USA auf dem Finanzsektor ist, musste ein spanischer Richter am Menschengerichtshof in Den Haag am eigenen Leib erfahren. Auch in diesem Fall verh\u00e4ngte Donald Trump wegen eines unliebsamen Urteils Sanktionen gegen ihn, worauf die US-Anbieter seine Kreditkarten sperrten. Inzwischen werden die Bem\u00fchungen vorangetrieben, eine Alternative zu den US-Diensten <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Visa\" title=\"Visa\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Visa<\/a> und Mastercard aufzubauen. Paypal hat mit Wero bereits eine funktionierende europ\u00e4ische Konkurrenz. Au\u00dferdem will die Eurozone den digitalen Euro einf\u00fchren, der als sicheres Zahlungsmittel zum Standard werden soll.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Nato\" title=\"Nato\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nato<\/a> soll europ\u00e4ischer werden <\/p>\n<p>Der Wille, sich unabh\u00e4ngiger von den USA zu machen, ist auch bei den europ\u00e4ischen Nato-Partner zu sp\u00fcren \u2013 wo der Einfluss Washingtons allerdings \u00fcberm\u00e4chtig ist. Aber Europa bezweifelt inzwischen, ob die USA im Falle eines Angriffs tats\u00e4chlich zu Hilfe kommen w\u00fcrden, wie in Artikel 5 festgehalten. Immer wieder wird betont, dass keine milit\u00e4rischen Parallelstrukturen zur Nato aufgebaut werden sollen. Doch im Mai vergangenen Jahres wurde ein 150 Milliarden Euro schweres EU-Programm zur F\u00f6rderung der Verteidigungsinvestitionen der L\u00e4nder aufgesetzt. Festgelegt wird auch, dass maximal 35 Prozent der Komponenten einer Beschaffung \u2013 gemessen an den Kosten &#8211; von au\u00dferhalb der EU kommen d\u00fcrfen. Die USA gelten in diesem Sinn nicht mehr als Partnerland. <\/p>\n<p>Inzwischen dr\u00e4ngen mehrere europ\u00e4ische L\u00e4nder die EU, europ\u00e4ische Hersteller auch bei der Vergabe \u00f6ffentlicher EU-Gelder durch sogenannte \u201eBuy European\u201c-Klauseln zu bevorzugen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat einen solchen Schritt f\u00fcr einige strategische Wirtschaftsbereiche gegen Kritik verteidigt. \u201eWir achten darauf, dass wir am Ende nicht die Dummen sind\u201c, sagte Klingbeil bei einem Treffen in Br\u00fcssel. Der Finanzminister nannte ausdr\u00fccklich China als aggressiven Wettbewerber \u2013 die USA waren in diesem Fall aber wohl mitgemeint.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"US-Pr\u00e4sident Trump will mit seinem unberechenbaren Handeln St\u00e4rke beweisen, vergrault damit aber auch seine Partner.\u00a0Foto: Matt Rourke\/AP\/dpa Die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":807050,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[16887,331,332,548,663,158,3934,3935,13,164449,14,1159,15,12,64,415],"class_list":["post-807049","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-abhaengigkeit","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-headlines","tag-mastercard","tag-nachrichten","tag-nato","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-usa","tag-visa"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116091885248719023","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/807049","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=807049"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/807049\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/807050"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=807049"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=807049"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=807049"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}