{"id":809108,"date":"2026-02-19T08:48:12","date_gmt":"2026-02-19T08:48:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/809108\/"},"modified":"2026-02-19T08:48:12","modified_gmt":"2026-02-19T08:48:12","slug":"wo-es-der-feind-am-meisten-spueren-wird-der-untergang-des-alten-dresdens-1945","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/809108\/","title":{"rendered":"\u201eWo es der Feind am meisten sp\u00fcren wird\u201c \u2013 Der Untergang des alten Dresdens 1945"},"content":{"rendered":"<p>Das Wetter meinte es gut mit dem Bomber Command der Royal Air Force am 13. Februar 1945. Die Folgen waren f\u00fcr die s\u00e4chsische Residenzstadt an der Elbe dramatisch: Bis zu 25.000 Menschen kamen beim Luftangriff und dem anschlie\u00dfenden Feuersturm ums Leben.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Entscheidung fiel im \u201eMorgengebet\u201c. So nannten die Offiziere im Stab des britischen <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.iwm.org.uk\/history\/raf-bomber-command-during-the-second-world-war\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.iwm.org.uk\/history\/raf-bomber-command-during-the-second-world-war&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Bomber Command<\/a> die allt\u00e4gliche Fr\u00fchbesprechung, in der die n\u00e4chsten Angriffe der RAF auf das Dritte Reich besprochen wurden. Immer um acht Uhr morgens kamen sie im Bunker auf dem Fliegerhorst High Wycombe nordwestlich von London zusammen, um die  Einsatzziele der kommenden Nacht festzulegen.<\/p>\n<p>Die M\u00e4nner, die sich auch am Dienstag, dem 13. Februar 1945, morgens hier versammelten, waren durchweg Spezialisten: erfahrene Piloten, Techniker,  Nachrichtendienstler,  Logistiker und die Vorgesetzten des fliegenden Personals. Doch die wichtigste Rolle hatten oft die Meteorologen.<\/p>\n<p>Seit vier Tagen hatte schlechtes Wetter effiziente Bomberangriffe auf Deutschland erschwert oder sogar unm\u00f6glich gemacht. Deshalb war <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/kopf-des-tages\/article236846465\/Bomber-Harris-Churchills-Reaktion-auf-die-Bombardierung-Dresdens.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/kopf-des-tages\/article236846465\/Bomber-Harris-Churchills-Reaktion-auf-die-Bombardierung-Dresdens.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Arthur Harris<\/a>, der Chef des Bomber Command, ungehalten. Nun allerdings konnten ihm seine Wetterfachleute erfreuliche Nachrichten bieten. <\/p>\n<p>Zwar w\u00fcrde der Himmel \u00fcber Gro\u00dfbritannien und auch \u00fcber der Nordsee den ganzen Tag und die folgende Nacht bedeckt bleiben, \u00fcber dem gr\u00f6\u00dften Teil von Deutschland sollte die Wolkendecke sogar auf 2000 Meter absinken. Das w\u00e4re eindeutig zu niedrig f\u00fcr Bombenangriffe mit schweren, viermotorigen Maschinen, die ihre t\u00f6dliche Last nicht durch Wolken hindurch abwerfen konnten.<\/p>\n<p>\u00dcber dem \u00f6stlichen Sachsen allerdings w\u00fcrde die Wolkendecke mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit am sp\u00e4ten Abend aufrei\u00dfen. Voraussichtlich, so legte sich der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/rafpathfinders.com\/meteorology-and-the-pathfinders\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/rafpathfinders.com\/meteorology-and-the-pathfinders\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Meteorologische Dienst der Royal Air Force<\/a> fest, rund um Mitternacht und f\u00fcr vier bis f\u00fcnf Stunden. Bessere Bedingungen f\u00fcr einen Gro\u00dfangriff konnte man mitten im Februar kaum erwarten: Beim Anflug w\u00e4ren seine Bomber durch Wolken gesch\u00fctzt, beim Angriff d\u00fcrfte gute Sicht herrschen, der R\u00fcckflug w\u00fcrde wieder durch schlechteres Wetter erfolgen.<\/p>\n<p>Also entschied Harris, in der folgenden Nacht tats\u00e4chlich Dresden anzugreifen, und lie\u00df das Supreme Headquarter der Alliierten entsprechend informieren. Von dort kam gegen neun Uhr morgens die Best\u00e4tigung, die zugleich bedeutete, dass die US-Bomberverb\u00e4nde in Gro\u00dfbritannien Dresden am folgenden Mittag ebenfalls angreifen w\u00fcrden, wenn  sich das Wetter nicht wesentlich verschlechterte. Diese Zusammenarbeit war Teil der Kooperation von RAF und USAAF, den Luftstreitkr\u00e4ften der Army (<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/zweiter-weltkrieg\/article167714486\/8-US-Luftflotte-Die-US-Bomber-fingen-in-Europa-ganz-klein-an.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/zweiter-weltkrieg\/article167714486\/8-US-Luftflotte-Die-US-Bomber-fingen-in-Europa-ganz-klein-an.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">eine formal eigenst\u00e4ndige US-Luftwaffe gab es noch nicht<\/a>). <\/p>\n<p>Den Einsatzbefehl hatte der Stab des Bomber Command bereits auf Vorrat formuliert: \u201eDresden, die siebtgr\u00f6\u00dfte Stadt Deutschlands, ist die gr\u00f6\u00dfte bebaute Fl\u00e4che, die noch nicht bombardiert worden ist\u201c, hie\u00df es in der Order, die am Vormittag an die einzelnen Fliegerhorste der RAF verteilt wurde: \u201eMit dem Angriff ist beabsichtigt, den Feind dort zu treffen, wo er es am meisten sp\u00fcren wird.\u201c<\/p>\n<p>Umgehend kam <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/zweiter-weltkrieg\/article168220171\/2-Weltkrieg-Diese-gewaltigen-Bomben-zerstoerten-Deutschlands-Staedte.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/zweiter-weltkrieg\/article168220171\/2-Weltkrieg-Diese-gewaltigen-Bomben-zerstoerten-Deutschlands-Staedte.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die nach mehr als f\u00fcnf Jahren Krieg routinierte Maschinerie<\/a> des Bomber Command in Gang: Zuerst legten die Navigatoren den Hin- und R\u00fcckflugkurs fest. Die Entfernung zum Ziel betrug in direkter Luftlinie je nach Lage des St\u00fctzpunktes rund tausend Kilometer. Doch um die deutsche Abwehr zu t\u00e4uschen und das Feuer konzentrierter Flakstellungen zu umgehen, sollten die Maschinen gerade nicht den k\u00fcrzesten Weg nehmen. <\/p>\n<p>Die kleinere erste Welle w\u00fcrde \u00fcber dem s\u00fcdlichen Belgien nach Nordost drehen, n\u00f6rdlich von Leverkusen den Rhein \u00fcberfliegen, zwischen Magdeburg und Leipzig Richtung Elbe vorankommen und dort auf den Zielkurs S\u00fcdost einschwenken. Der R\u00fcckflug war \u00fcber Franken, W\u00fcrttemberg und Stra\u00dfburg geplant. <\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfere zweite Welle gut drei Stunden sp\u00e4ter w\u00fcrde \u00fcber die Eifel nach Deutschland eindringen, dann s\u00fcdlich von Frankfurt gen Osten fliegen, bei Bamberg einen Haken nach Nordosten schlagen und erst \u00fcber Gera auf Zielkurs Ostnordost drehen. Der R\u00fcckflug sollte \u00e4hnlich wie bei der ersten Welle erfolgen.<\/p>\n<p>Die gesamte Flugstrecke w\u00fcrde deshalb f\u00fcr beide Wellen statt 2000 jeweils rund 2700 Kilometer betragen. Mit gen\u00fcgend Treibstoff einschlie\u00dflich einer Sicherheitsreserve konnte jede der viermotorigen Maschinen knapp vier Tonnen Bomben laden \u2013 eingeteilt waren f\u00fcr den Einsatz (au\u00dfer zweimotorigen Mosquitos als Pfadfinder) nur die leistungsst\u00e4rksten Muster Avro Lancaster.<\/p>\n<p>Das genaue Ziel hatten die Fachleute des Bomber Command schon Wochen zuvor ausgew\u00e4hlt: Direkt s\u00fcdlich der Elbschleife lag auf einer gro\u00dfen Freifl\u00e4che das ovale <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/stadion-dresden.de\/historie\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/stadion-dresden.de\/historie\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Fu\u00dfballstadion des Dresdner SC<\/a>. Das war in perfekter Orientierungspunkt, denn man konnte es sogar bei Dunkelheit einwandfrei erkennen; das H2-S-Bodenradar der F\u00fchrungsmaschinen w\u00fcrde es sowieso abbilden. Der Befehl lautete: Sobald die Bomber der ersten Welle das Stadion \u00fcberflogen hatten, sollten sie ihre t\u00f6dliche Fracht ausklinken. Sie w\u00fcrde zwangsl\u00e4ufig die Innenstadt von Dresden treffen.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Nachmittag des 13. Februar 1945 nahmen Offiziere und Mannschaften der RAF-Bomber ihre Mahlzeiten ein. Dann folgte die Einsatzbesprechung, w\u00e4hrend Mechaniker die Maschinen \u00fcberpr\u00fcften und munitionierten.<\/p>\n<p>Um 18.10 Uhr hob die erste Maschine der ersten Welle ab, eine Viertelstunde sp\u00e4ter waren alle vorgesehenen Bomber der 5. Flotte in der Luft. Sie brauchten bei einer Marschgeschwindigkeit von 320 Kilometern gut vier Stunden f\u00fcr die Strecke nach Dresden.<\/p>\n<p>Gegen 21 Uhr beendete auf dem verdunkelten Hauptbahnhof der Stadt der gerade 18-j\u00e4hrige <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/germanhistorydocs.org\/de\/deutschland-nationalsozialismus-1933-1945\/erinnerungen-des-augenzeugen-goetz-bergander-an-die-bombardierung-dresdens-rueckblick\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/germanhistorydocs.org\/de\/deutschland-nationalsozialismus-1933-1945\/erinnerungen-des-augenzeugen-goetz-bergander-an-die-bombardierung-dresdens-rueckblick&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">G\u00f6tz Bergander <\/a>seinen Dienst. Eigentlich h\u00e4tte der geb\u00fcrtige Dresdner schon zur Wehrmacht eingezogen werden sollen, doch noch war kein Gestellungsbefehl angekommen. Also k\u00fcmmerte er sich um Fl\u00fcchtlinge aus Schlesien, die sich in den Hallen und Wartes\u00e4len der gro\u00dfen Station aufhielten.<\/p>\n<p>Um 21.15 Uhr alarmierte die deutsche Luftraum\u00fcberwachung die Luftschutzpolizei von Dresden, weil ein Angriff bevorstehen k\u00f6nnte. 24 Minuten sp\u00e4ter heulten in der Stadt die Sirenen, denn an der Elbe war der Bomberstrom auf Dresden eingeschwenkt. Wer konnte, suchte sich einen Platz in einem Keller. Bunker f\u00fcr Zivilisten gab es in Dresden, anders als in Berlin oder Leipzig, nicht. Den einzigen modernen Schutzraum aus Stahlbeton hatte NSDAP-Gauleiter Martin Mutschmann f\u00fcr sich selbst errichten lassen, hinter seiner Villa am Gro\u00dfen Garten. <\/p>\n<p>Um 22.03 Uhr wurde klar: Diesmal war es kein Fehlalarm. Mosquitos warfen an Fallschirmen gr\u00fcne Markierungen und glei\u00dfend helle, langsam abbrennende Leuchtbomben ab. Das Stadion und die Innenstadt wurden in ein gespenstisches Licht getaucht.<\/p>\n<p>Zehn Minuten sp\u00e4ter r\u00f6hrte der Strom der 235 Maschinen der ersten Welle \u00fcber die Stadt hinweg. Die Lancasters warfen aus gut 4000 Metern H\u00f6he binnen 15 Minuten ihre Ladung ab, knapp 900 Tonnen insgesamt, eine Mischung aus drei F\u00fcnfteln Spreng- und zwei F\u00fcnfteln Stabbrandbomben. Doch es kam noch schlimmer.<\/p>\n<p>Zwischen 1.25 und 1.55 Uhr morgens am 14. Februar 1945 n\u00e4mlich bombardierten die 524 Lancasters der zweiten Welle die Stadt. Sie mussten h\u00f6her fliegen, in 6000 Metern, weil \u00fcber Dresden heftige Turbulenzen herrschten. Denn inzwischen brannte der barocke Kern. Daher brauchten die Bomber keine Zielmarkierung mehr. Diesmal flogen sie von S\u00fcdwesten her ein. Zielgebiet war die ganze Innenstadt.<\/p>\n<p>Insgesamt fielen in der Nacht knapp 1500 Tonnen Sprengbomben und rund 1180 Tonnen Stabbrandbomben, deren F\u00fcllung aus Thermit mit bis zu 1500 Grad abbrannte und dabei alles Brennbare entz\u00fcndete, was ihre hei\u00dfen Funken trafen. Die Wirkung war verheerend: Die D\u00e4cher der \u00fcberwiegend alten H\u00e4user im Stadtzentrum wurden fortgerissen. Darunter fanden die Brands\u00e4tze, nichts anderes als \u00fcberdimensionierte Z\u00fcnder, gen\u00fcgend Material, das sie anstecken konnten. <\/p>\n<p>So entstand ein Feuersturm, der im Freien  auf offener Stra\u00dfe einen rei\u00dfenden Sog mit Temperaturen von mehreren Hundert Grad Celsius erzeugte, in geschlossenen R\u00e4umen zeitweise mehr als 1000 Grad. Er  nahm selbst jenen Menschen, die einigerma\u00dfen vor Flammen und Bombensplittern gesch\u00fctzt in Kellern sa\u00dfen, die Luft zum Atmen. Viele erstickten.<\/p>\n<p>Am Boden herrschten h\u00f6llische Zust\u00e4nde. Mit mehr als hundert Kilometern pro Stunde fegte Luft in die lichterloh brennende Innenstadt, angesogen von den Br\u00e4nden. Der Sauerstoff reagierte, Stickstoff und Kohlenmonoxid schossen erhitzt in die H\u00f6he. Der Unterdruck saugte weitere Luft an. \u201eDie Hitze war so gro\u00df, dass man es in der N\u00e4he der Fenster nicht aushalten konnte\u201c, berichtete der Augenzeuge <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/politik\/article106270240\/Ich-waere-gerne-klueger-gewesen-lebensklueger.html\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/politik\/article106270240\/Ich-waere-gerne-klueger-gewesen-lebensklueger.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Arnulf Baring<\/a>, damals knapp 13 Jahre alt. <\/p>\n<p>Er \u00fcberlebte das Chaos, ebenso wie G\u00f6tz Bergander. Aber beide pr\u00e4gte die Erfahrung des Feuersturms, noch Jahrzehnte sp\u00e4ter brachen bei ihnen Emotionen durch, wenn sie sich erinnerten. Bis zu ihrem Tod in den 2010er-Jahren besch\u00e4ftigte sie das. <\/p>\n<p>Die britischen Bomberpiloten waren schon auf dem R\u00fcckweg, doch das Zerst\u00f6rungswerk ging weiter. Am Mittag des folgenden Tages warfen US-Bomber weitere 770 Tonnen Bomben in das rauchende Tr\u00fcmmermeer. Insgesamt starben in Dresden am 13.\/14. Februar 1945 bis zu 25.000 Menschen, wie die \u00e4u\u00dferst genauen <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.dresden.de\/de\/leben\/stadtportrait\/stadtgeschichte\/ereignisse\/03\/historikerkommission\/02_materialien.php\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.dresden.de\/de\/leben\/stadtportrait\/stadtgeschichte\/ereignisse\/03\/historikerkommission\/02_materialien.php&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Untersuchungen einer hochkar\u00e4tigen Historikerkommission<\/a> 2010 ergaben; \u00fcbrigens hatte auch G\u00f6tz Bergander wesentlich daran mitgearbeitet. <\/p>\n<p>Bis zum 31. M\u00e4rz 1945 wurden 22.096 Tote geborgen, registriert, zum Gro\u00dfteil identifiziert und beigesetzt. Seither wurden noch etwa 2000 weitere Leichen in versch\u00fctteten Kellern entdeckt. Damit entsprach die Gesamtzahl der Opfer recht genau der Sch\u00e4tzung der Dresdner Beh\u00f6rden, die am 15. M\u00e4rz 1945 von insgesamt 25.000 Toten ausgingen.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/sven-felix-kellerhoff\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/sven-felix-kellerhoff\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"><b>Sven Felix Kellerhoff <\/b><\/a><b>ist Leitender Redakteur bei WELTGeschichte. Seine haupts\u00e4chlichen Themen sind Nationalsozialismus, DDR und Terrorismus in der Bundesrepublik. \u00dcber den Luftkrieg und das Bombardement Dresdens schreibt er seit 1995. <\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Wetter meinte es gut mit dem Bomber Command der Royal Air Force am 13. Februar 1945. 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